Waiting For Louise präsentiert: Michaels Favoriten von 1964
<< 1963
Unten 1965 >>

Michaels Favoriten 1964

Jesse Colin Young: "The Soul Of A City Boy" (Capitol, Apr. 1964)

Noch so eine Wühltischentdeckung! Ende der 60er hatte er die Youngbloods gegründet und in den 70ern gab's noch mehrere schöne Soloalben. Aber dieses Debüt ist tatsächlich bereits von 1964!

Wie leichtgläubig man doch oft ist! beim Hören der Platte fällt mir auf, dass da nirgendwo John Sebastian mit seiner Mundharmonika zu hören ist, wie aber in einer der angeführten Besprechungen behauptet wird! Die Erklärung ist im Übrigen recht einfach: der gute Mann hatte "Soul Of A City Boy" mit "Young Blood", dem Nachfolger- Album von 1965 verwechselt. Ansonsten bleibt weiterhin festzuhalten: schöner Folk-Blues, der aus heutiger Sicht zwar ein klein wenig antiquiert klingt, aber trotzdem in der Liga von Bob Dylan angesiedelt werden darf.
(08.03.2006)

Mehr ...
Bob Dylan: "The Times They Are A-Changin'" (Columbia, Juni 1964)

"The Times They Are A-Changin' ist eine der düstersten Platten, die Dylan gemacht hat. Als 22-jähriger klingt er schon genauso pessimistisch wie der kränkelnde 55-jährige, der "Time out of Mind" aufgenommen hat. Auf der LP finden sich auch stürmische Protestlieder wie der Titel-Track und "When the Ship Comes In", aber diese werden von den genauso kraftvollen, vor Pessimismus triefenden Stücken wie "Only a Pawn in Their Game", "The Lonesome Death of Hattie Carroll" und "The Ballad of Hollis Brown" zahlenmäßig weit übertroffen. Es scheint, als ob Bob Dylan erst einmal sein grimmigstes Material abliefern wollte, bevor er mit "Another Side of Bob Dylan" auf die Seite der Befreiung und des Lachens wechselte." (Rickey Wright, Amazon)

Lee Morgan: "The Sidewinder" (Blue Note, Juli 1964)
So weit ich weiß ist dies einer der größten Hits des Blue Note Labels aus den 60ern! Aufgenommen am 21. Dez. 1963.
Mehr ...
Bob Dylan: "Another Side Of Bob Dylan" (Columbia, Sept. 1964)
Mit dem dritten Album gab es eine Abkehr von den mehr politischen Songs, zurück zu privaten Themen. "Chimes Of Freedom", "My Back Pages" "It Ain't Me, Babe". Hat damals nicht jedem in den Kram gepasst.
John Coltrane Quartet: "Crescent" (Impulse!, Okt. 1964)
Im Sommer '64 hatte Coltrane mit McCoy Tyner, Jimmy Garrison und Elvin Jones endlich "klassischen" Quartett zusammen, mit dem er dann am 09.12.64 das legendäre Album "A Love Supreme" aufnehmen würde. Erstmalig gab es auch nur Eigenkompositionen zu hören. Aus der Distanz heraus betrachtet hat "Crescent" wohl nicht den gleichen historischen Stellenwert, ist aber auf jeden Fall ein tolles, von vielen Leuten wohl erst noch zu entdeckendes Album!
Mehr ...
Stan Getz: "Getz Au Go Go" (Verve, Okt. 1964)
Ein Highlight der Bossa Nova/Jazz-Fusion. Mit den Tom Jobim-Songs "One Note Samba" und "Corcovado" und vielen anderen Jazz-Klassikern. Als Gaststar ist die Sängerin Astrud Gilberto dabei (Getz und Gilberto hatten es im Jahr zuvor geschafft, als Jazzer mit dem "Girl from Ipanema" in die Charts zu kommen), am Vibraphon ein junger Mann zu Beginn seiner Weltkarriere dabei: Gary Burton.
Sandy Bull: "Inventions" (Vanguard, 1964 )
Lost & Found!
(22.06.2014)
Mehr ...
John Coltrane: "Black Pearls" (Prestige, 1964)
Aufgenommen mit dem Red Garland Trio (Garland am Piano, dazu Drummer Art Taylor und Bassist Paul Chambers), verstärkt durch Trompeter Donald Byrd, bereits  am 23.05.1958. Nach meiner Vermutung auf Basis der Bestellnummer (PR 7316) aber erst 1964 veröffentlicht, als Coltrane bereits ein "Star" war. Eine  der unzähligen Sessions, die Coltrane damals für das Prestige-Label machte. Der Vorwurf an Künstler, bzw. eher: an das Label, lautet natürlich schnell: "Abfallprodukt" oder sogar: "Trittbrettfahrer". Natürlich ist das hier nicht so innovativ, was Coltrane zeitgleich auf dem Impulse-Label produzierte und veröffentlichte Aufnahmen (z.B. "Crescent" vom Juni '64 oder das im Dezember folgende Meisterwerk "A Love Supreme"), aber doch von allerhöchster Güte. Ich kenne inzwischen so einige der Coltrane Prestige-Veröffentlichungen, aber diese hier scheint mir doch besonders gelungen. Oder besser gesagt: besonders schön zu geniessen.
Und wenn man denn doch unbedingt noch etwas zum Meckern sucht: das Coverfoto ist natürlich spiegelverkehrt! Ein immer wieder bei Billig-Trittbrettfahrern zu findender Fehler. Da darf wohl immer irgendein unbedarfter Praktikant oder uninteressierter Mitarbeiter das Foto auswählen und das Cover gestalten ...
(10.05.2009)
Grant Green: "Idle Moments" (Blue Note, 1964)
"Idle Moments", so was wie "Momente des Müßiggangs", deutet natürlich auf eine sehr lässige Spielart des Jazz hin, die hier der Gitarrist Grant Green mit seinen exzellenten Mitspielern (u. a. Joe Henderson am Tenorsax und Bobby Hutcherson am Vibraphon) pflegt. Vor allem aber swingt die Platte ungemein. Mit böser Zunge könnte man das als "Barjazz" bezeichnen, aber warum ist da ein Schimpfwort? Diese Band spielt hier gleichzeitig völlig lässig und total virtuos - und ich hätte sie dabei extrem gerne in einem Jazzclub erlebt! Ansonsten: vielleicht DIE PERFEKTE BLUE NOTE PLATTE?
(Feb. 2006)
Mehr ...
Judy Henske: "High Flying Bird" (Elektra, 1964)
Ihr zweites und letztes Album für Elektra kann man durchaus als einen Folkrock-Klassiker bzw. eine Folkrock-Pioniertat bezeichnen. Aber eigentlich trifft es folgendes besser: Judy Henske ist die Kombination aus Patsy Cline und Billie Holiday, deren "God Bless The Child" sie ganz wunderbar singt. Weder sah sie wie Folk-Queen Joan Baez aus, noch klang sie so. Ihr inoffizieller Titel war - glaube ich - "Queen Of Beatnik".
Der Titelsong aus der Feder von Billy Ed Wheeler wurde später auch von Jefferson Airplane aufgenommen. Es gibt auch ein paar gute eigene Lieder, z. B. "Oh, You Engineer", das sie zusammen mit dem damaligen Playboy-Cartoonisten und späteren Dr. Hook-Hitlieferanten Shel Silverstein schrieb, der auch für die geistreichen Linernotes verantwortlich ist.
Ende der 60er machte sie mit ihrem damaligen Ehemann Jerry Yester auf Zappas Straight-Label noch eine Kultplatte ("Farewell Aldebaran"), heiratete in den 70ern den Keyboarder Craig Doerge und hat gerade, im zarten Alter von 72 Jahren!, eine neue CD herausgebracht. Tolle Lady!
(03.05.2009)
Mehr ...
Jusef Lateef: "Eastern Sounds" (Prestige, 1964)
"Eastern Sounds" ist anscheinend genauso wie Coltranes "Black Pearls" ein Prestige-Veröffentlichung mit gewisser "Verzögerung": bereits am 5. September 1961 im Quartett mit Barry Harris (piano), Ernie Farrow (Bass und die/das indische "Rabat") und Lex Humphries (drums) eingespielt, ist Album wohl erst ca. 1964 herausgekommen, als Lateef bereits bei Impulse unter Vertrag war! Ganz lässig und ohne großes Brimborium bringt der Multiinstrumentalist Jusef Lateef (der schon in den 50ern zum Islam kovertierte) tatsächlich einen völlig ernsthaften Oboenblues!) Ost und West musikalisch zusammen. Und das noch viel früher als sein Kollege John Coltrane. Klasse Platte.
(10.05.2009)
Mehr ...
Jackie McLean: "Destination Out" (Blue Note, 1964)
Weil ich letztendlich kein Kenner der Musik von Altsaxophonist Jackie McLean greife ich nur gelegentlich zu, wenn ich eine seiner Reissue-CDs in der Grabbelkiste finde. Zwei, dreimal habe ich dabei interessante, aber mich nicht wirklich begeisternde Aufnahmen entdeckt, aber "Destination Out" ist ein echter Klassiker: lediglich vier Originalkompositionen, drei von Posaunist Gracan Moncur III, eine von McLean selber,  jeweils um die 10 Minuten lang, von den beiden Bläsern zusammen mit der Rhythmusgruppe Roy Haynes (dr) und Larry Ridley (b) und dem Vibraphonspieler Bobby Hutcherson als "Pianoersatz" eingespielt bringen genau die richtige Mischung aus Form und Freiheit, altem und neuem Jazz. Und wie immer natürlich mit einem fantastischen Sound Dank Rudy van Gelder. Aufgenommen am 20. 09. 1963.
(24.05.2009)
Mehr ...
Ike Quebec: "It Might A Well Be Spring" (Blue Note, 1964)
Aufgenommen 1961, veröffentlicht aber erst 1964, was nicht ungewöhnlich war für die Blue-Note-Strategie  Mit Milt Hinton (bass), Al Harewood (dr) und Freddie Roach (org) sind die etwas unbekannteren Mitmusiker. Das Album hat mir optisch schon immer gut gefallen. Kürzlich habe ich in der Grabbelkiste von 2001 zugegriffen ...
(März 2009)
Horace Silver Quintet: "Song For My Father" (Blue Note, 1964)
Mehr ...
<< 1963 Oben 1965 >>
Erstellt: 17.11.2002 Letzte Aktualisierung: 07.01.2018 17:50 23270 Besucher seit dem 01.12.2002
Homepage im neuen Fenster We´re Waiting For Louise! © Webmaster: