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Michaels aktuelle Plattentipps

Kamasi Washington: "Fearless Movement" (Young, Mai 2024)
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T Bone Burnett: "The Other Side" (Verve Fprecast, April 2024)
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Real Estate: "Daniel" (Domino, Feb. 2024)
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Adrienne Lenker: "Bright Future" (4AD, März 2024)
[Big Thief]
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Lizz Wright: "Shadow" (Virgin, April 2024)
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Shabaka: "Perceive It's Beauty, Acknowledge It's Grace" (Universal/Impulse!, April 2024)
[The Comet Is Coming | Sons Of Kemet | Floating Points & Pharoah Sanders]
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Clarissa Connelly: "World Of Work" (Warp, April 2024)
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Khruangbin: "A La Sala" (Dead Oceans, April 2024)
Diese Band aus Texas ist ja erst recht spät auf meinem Radar aufgetaucht, so hatte ich mir im letzten Jahr das 2020er-Album "Mordechai" besorgt und für gut befunden - auch wenn hier darüber nichts zu lesen war. Beim neuen Album bin ich erstmals direkt dabei und bin weiterhin begeistert von diesem eigentümlichen Sound, der auf "A La Sala" sogar noch puristischer daherkommt: auf Gesang wird weitestgehend verzichtet, bzw. es gibt teilweise so etwas wie "Background Vocals" zu den instrumentalen Klängen der drei.
Ach ja - auch hier musste aus preislichen Gründen die CD reichen, den knapp 35 Oiro sind mir immer noch deutlich zu viel für eine Langspielplatte!
(2024-05-07)
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Pete Astor: "Tall Stories & New Religions" (Tapete, März 2024)
Ich würde zwar nicht so weit gehen, mich als Pete Astor Kenner oder Hard-Core-Fan zu bezeichnen, weiß die Arbeit des britischen Sängers, Songschreibers und Gitarristen aber bereits seit den mittleren 80ern, also seit seiner zweiten Band "The Weather Prophets" (ca. 1985-89) zu schätzen, damals zuerst bei Alan Bangs im "Nite Flight" auf BFBS gehört. Davor gab's noch "The Loft", die ich nur mit einzelner Songs von Kompilationen kenne. Als "Peter Astor & The Holy Road", ging es in die 90er, dann wurde es irgendwann ruhig um ihn. Seit ein paar Jahren veröffentlicht er wieder Soloalben, die ich, wenn ich von ihnen etwas mitbekommen habe, auch immer sehr zu schätzen wusste.
Aus allen seinen Phasen hat er jetzt einige Songs neu interpretiert, dabei auch einzelne Tracks von "The Wisdom Of Harry", seinem Elektronik-Neben-Projekt aus den 00-er Jahren, das damals völlig an mir vorbeigegangen ist (warum nur?). Aber ich schweife ab. Hier gibt es jetzt zum Jubiläum wunderbare Neuinterpretationen alter Lieder, die alle im (altersgerecht modifizierten?) Stil seiner Weather Prophets- bzw. Soloalben, also mit leicht reduzierte Rockbegleitung durch Gitarre, Bass, Schlagzeug und ein wenig Keyboards, also ganz schnörkellos, daher kommen. Das mag ich sehr, denn "A Good Song Is A Good Song Is A Good Song", wie schon Konfuzius sagte - oder so ähnlich. Jetzt überleg ich noch, ob ich mir die "Wisdom Of Harry"-Tracks mal im elektronischen Original anhören soll ...
(2024-04-29)
[The Weather Prophets]
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Embryo: "Auf Auf" (Madlib Invazion, Nov. 2021)
Bei der Veröffentlichung leider verpasst und erst kürzlich entdeckt: das erste Embryo Album nach dem Tod von von Christian Burchard, somit natürlich auch das erste Embryo-Album in der über 50jährigen Bandgeschichte ohne ihn. Meiner Meinung nach sogar eines der besten Embryoalben, denn Marja Burchard führt die Band quasi als Familiengeschäft in zweiter Generation großartig weiter. Das finden wahrscheinlich auch Roman Bunka, der langjährige Partner ihres Vaters, der einen Gastauftritt hat, und der Hiphop-Produzent Madlib aus den USA, auf dessen Label die Platte erschienen ist.
(2024-04-11)
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Kettcar: "Gute Laune Ungerecht Verteilt" (Grand Hotel Van Cleef, April 2024)
Eigentlich singt Markus immer das gleiche Lied ... aber das ist immer gut und wird nie langweilig, nicht zuletzt wegen der großartiger Texte von ihm und Band Kollege Reimer Bustorf. Wie schön, dass man auch in unseren Tagen mit (fast) normaler Rockmusik noch viele Leute erreichen kann.
(2024-04-21)
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Kacey Musgraves: "Deeper Well" (Universal/MCA Nashville, März 2024)
Herr Mann hört jetzt Nashville Mainstream Zeug? Nicht ganz! Erstmal ist dort nicht alles schlecht oder böse (na ja: wohl doch so einiges!), zum zweiten habe ich die Lady erst kürzlich Sonntagnachts bei Herrn Fiehe auf 1Live zum ersten mal bewusst gehört und schließe mich dessen Urteil an: eines der besten Alben des aktuellen Jahres. Zum dritten ist das eher Folk als Country: toller Gesang, tolle Songs, tolle Akustikgitarren, zwar sehr sparsam instrumentiert, aber trotzdem immer perfekt. Balsam für die Ohren. Und mal wieder zu teuer als Vinyl und deshalb nur auf CD geordert.
(2024-04-10)
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Brokof: "Blind Spot On The Bright Side Of Life" (Goldrausch, März 2024)
Die Musik der Berliner Band weiß ich schon seit vielen Jahren zu schätzen, sowohl von Platte als auch live. Ich hab sie schon zu viert rocken gesehen in einem Nürnberger Club, zu zweit nur mit Sänger Gitarrist/Fabian Brokof und Leadgitarrist/Keyboarder Arne Bergner im Weseler Karo, als auch solo (d.h. Fabian als Vorprogramm der Sängerin Andrea Schröder), wiederum in Nürnberg. Die Musik der Band funktioniert in jeder Kombination, was vor allem für ein gutes Repertoire spricht. Und ist das jetzt "Folkrock", wie schon wieder in der Plattenbesprechung im Rolling Stone zu lesen war? Ich mag "Folkrock", mach ich ja selber mit meiner Band W4L, aber es wirkt immer so, als soll man/frau die Band nicht für voll nehmen: so als könnten sie nicht rocken. Aber dann wären Velvet Underground, circa 1969, ja auch Folkrocker gewesen. Was natürlich Quatsch ist. Gute Band, gute Songs, guter Sänger. Und den Zeitgeist völlig ignorierend. So wie ich es ja selber auch mache. Auf den Gig in zwei Wochen in Gelsenkirchen freue ich mich schon, habe mich da mit meinem alten Kumpel und neuen Songwriting-Partner Gerd aus Lünen verabredet. Und vielleicht erkennen mich Fabian und Arne auch wieder, wie schon beim Gig in Nürnberg vor vielen Jahren.
(2024-04-04)

Konzerthighlight: Wohnzimmer GE, Gelsenkirchen, 19.04.2024
krankheitsbedingt war das mal wieder ein Soloauftritt von Sänger Fabian Brokof - und ein richtig guter! Und als ich alleine die Treppe zum mir bislang unbekannten Club auf dem alten Zechengelände, tief in Gelsenkirchen um kurz nach Acht hinaufstapfte, mein Kollege war leider auch verhindert, da schallte mir ein "Hallo Michael, schön dass Du da bist" entgegen. So werde ich selten bei Konzertbesuchen begrüßt.

Can: "Live In Paris 1973" (Mute/Spoon, Feb. 2024)
Bereits der dritte oder vierte Livemitschnitt, der in den letzten Jahren, somit posthum, von dieser einzigartigen Band herausgekommen ist - und endlich einer, der die Band auf ihrem Gipfel der Kreativität und auch Popularität dokumentiert! Ich beziehe mich natürlich auf die beiden als Singles erschienenen Lieder "Spoon" und "Vitamin C", die mich bereits damals in jungen Jahren beindruckt hatten. Als "Sänger" ist endlich auch Damo Suzuki zu hören, der übrigenz kurz vor der Veröffentlichung in diesem Jahr in Köln verstorben ist. Sicherlich ohne irgendeinen Zusammenhang, auch keinen kosmischen.
(2024-04-01)
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Sandy Denny: "Gold Dust - Live At The Royality" (Universal/Island, CD: Juni 1998 * Vinyl: Sept. 2022)
Das letzte, posthume Album einer meiner allerliebsten Sängerinnen, 1977 aufgenommen, dann von der Plattenfirma zuerst abgelehnt und erst 20 Jahre später auf CD veröffentlicht, kam erst kürzlich wieder auf meinen Radar, weil es als Vinyl-Wieder-/Erstveröffentlichung bei meinem Hoflieferanten JPC verramscht wurde. Zwar ist aus der fast 20 Lieder umfassenden Setlist der CD nun eine abgespeckte Liste mit nur noch elf Liedern geworden, aber es ist trotzdem wunderschön anzuhören. Da muss ich unbedingt meine alten Sandy Denny-Platten und ihre alten Aufnahmen mit Fairport Convention und Fotheringay mal wieder rausholen!
(2024-03-26)
[Fairport Convention: "Liege and Lief" (1969) | Fotheringay (1970) | "Sandy" (1972) | Fairport Convention: "Rising For The Moon" (1975)]
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Mary Staves: "All Now" (Communion, März 2024)
Das erste Album in 2024, das ich mit viel Vorfreude erwartet habe - und jetzt bin ich doch ein kleines bisschen enttäuscht. Ich kann noch gar nicht sagen, ob das Album wirklich schlecht ist, aber auf jeden Fall ist beim ersten Hören keine echte Begeisterung von mir dabei, so wie beim letzten Album "Good Woman", von dem ich beim ersten Hören schon fast sicher war, dass das mein Album des Jahres wird. Aber jetzt? Ich bin unsicher, freue mich aber trotzdem auf das Konzert in Köln im Mai. Das wird auf jeden Fall gut. Sagt mein Bauchgefühl.
(2024-03-29)
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Konzerthighlight: Stadtgarten, Köln, 09.05.2024

Mary Timony: "Untame The Tiger" (Merge, Feb. 2024)
Diese Sängerin (und vor allem Gitarristin!) ist auch schon lange dabei, ohne dass ich je von ihr gehört habe. Aber auch hier hat mir der gute Klaus Fiehe letztendlich auf die Sprünge geholfen. Was ich an der Platte besonders mag ist, dass es sich um eine echte (altmodische) Gitarren-Platte handelt, ohne in Muckertum auszuarten. Bei Mary Timony sind neben den Songs ihr wunderbares Spiel auf der E-Gitarre mindestens genauso wichtig wie ihr Gesang, was man/frau heutzutage nur von einer Minderheit unter den Singer/Songwritern sagen kann. Da fällt mir aus jüngster Zeit nur der Belgier Bert Dockx ein, wenn ich weiter zurückblicke fallen mir noch Richard Thompson oder Tom Verlaine (Television) ein, an die mich ihr Gitarrenspiel erinnert. Diese Verknüpfung zu Richard Thompson habe ich im Übrigen auch nicht deswegen gezogen, weil hier der legendäre Dave Mattacks trommelt, mit dem Richard Thompson viel gespielt hat (bei Fairport Convention und in der Solozeit seither). Tolle Platte.
(2024-03-24)
[Fairport Convention: "Liege and Lief" (1969) | Television: "Marquee Moon" (1977) | Richard Thomspon: "Hand Of Kindness" (1983)]
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Steely Dan: "Northeast Corridor: Steely Dan Live!" (Universal, Okt. 2021)
Ein Spontankauf, weil ich mir in den letzten Wochen öfters mal Videos der Band auf YouTube geschaut und sogar angefangen habe, selber etwas von den Meistern auf der Gitarre nachzuspielen - was ja eigentlich außerhalb meiner Liga ist, aber mit "Home At Last", etwas vereinfacht mit Capodaster umgesetzt, ging das sogar irgendwie ganz gut. Dann habe ich dieses Doppelalbum von 2021 bei meinem Hoflieferanten entdeckt, aufgenommen bereits 2018, also ohne den 2017 verstorbenen Walter Becker. Die Besprechungen mäkelten etwas an dem Sound herum und es liegt preislich ja auch knapp über meiner Schmerzgrenze von 30 Oiro, aber immerhin ist es ein Doppelalbum mit knapp einer Stunde Laufzeit und ich war guter Dinge und lausche jetzt der wunderbaren Musik. Braucht man Live-Versionen von annähernd perfekten Popsongs, die mit den besten Studiomusikern aufgenommen wurden und die hier natürlich nicht dabei sind? Natürlich nicht (obwohl ich das Saxofon von Wayne Shorter bei "Aja" schon sehr vermisse!). Wird Walter Beckers Gitarre schmerzlich vermisst? Sehr! Klingt die Platte denn gut genug für den typischen Steely Dan-Klangästheten? Verglichen mit den Studioversionen nicht, von deren Arrangement hier nicht gravierend abgewichen wird. Es gibt also nichts wirklich neues zu entdecken. Der Sound könnte für meinen Geschmack etwas besser sein (da kenne ich viele bessere Konzertmitschnitte mit mehr Raumklang, aber eben auch viele schlechtere). Braucht man(n), also ich, diese Platte? Blöde Frage. Ist das trotz allem doch eine schöne Platte? Ja. Außerdem gibt es keine schlechte Steely-Dan-Platte. Und höchstwahrscheinlich ist das ja auch das letzte Steely Dan-Album. Avatare wie bei manch anderen Mainstreamkünstlern, die ich namentlich hier nicht nennen will, wird es sicherlich nicht geben. Dafür ist Donald Fagen doch viel zu cool.
(2024-03-17)
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Faye Webster: "Underdressed At The Symphony" (Secretly Canadian, März 2024)
Meine erste Platte im neuen Jahr mit Potential für meine Jahrescharts! Und das, obwohl Faye Webster bei ein paar Lieder mit Autotune herumexperimentiert und ich überrascht bin, dass ich davon nicht wie bei Kurt Wagner (Lambchop) Pickel bekomme. Also auf keinen Fall ein Kandidat für die Rubrik "Auto-Tune Überdosis", sondern vielleicht sogar für die Platte des Jahres. Ach ja - zweimal lässt der großartige Nels Cline von Wilco und (von Blue Note!) seine Gitarre erklingen!
(2024-03-11)
[Auto-Tune Überdosis mit Lambchop | Nels Cline bei Blue Note]
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Vera Sola: "Peacemaker" (City Slang, Feb. 2024)
Ja, Vera Sola ist die Tochter von Elwood Blues und heißt eigentlich anders. Und auch mir kam Nick Cave in den Sinn, als ich die Musik bei mir zu hause zum ersten Mal aufgelegt habe, genauso wie dem Schreiber bei AllMusic, aber außerdem fühlte ich mich an Tom Waits erinnert - natürlich nicht wegen der Stimme. "Peacemaker" ist nicht das erste Album von Danielle Aykroyd, aber ich selber habe sie leider gerade erst durch den Artikel im Rolling Stone entdeckt. Keine Ahnung, ob ich ausnahmsweise mal schneller war als Klaus Fiehe oder ob der das hier gar nicht mag. Sehr schöne Platte!
(2024-03-11)
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