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Michaels aktuelle Plattentipps

Die meisten Platten des letzten Jahres sind wegsortiert und findet Ihr hier!
(28.12.2020)

The Bats: "Foothills" (Flying Nun, Nov. 2020)
Erst mit Verspätung von mir zu Jahresbeginn entdeckt und dann schwer zu bekommen: das neue Album einer meiner allerliebsten neuseeländischen Gitarrenbands, die auch noch nach 40 Jahren in Originalbesetzung musizieren und inzwischen auch wieder beim legendären Label Flying Nun veröffentlichen. 40 Jahre haben meine Rosigen Nägel ja inzwischen auch auf dem Buckel, vom Gründungssextett sind mit Locke und mir aber nur noch 33,33% dabei. Sei's drum!
(2021-04-08)
[Flying Nun]
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Floating Points & Pharoah Sanders: "Promises" (Luaka Bop, März 2021)
Pharoah Sanders - eine lebende Legende, einer der großartigsten Jazzmusiker und neben Sonny Rollins auf jeden Fall der wichtigste, den ich selber live gesehen und gehört habe - das war irgendwann in den späten 70ern/frühen 80ern in der Balver Höhle im Sauerland. Floating Points ist das Pseudonym von Sam Shepherd, von dem ich, wie ich zugeben muss, zuvor noch nie gehört habe, aber angeblich einer der wichtigsten "neuen" Musiker. Er hat diese wunderschöne, schwer beschreibbare Musik komponiert und hauptsächlich mit eher historischen Tasteninstrumenten wie Klavier und Orgel eingespielt, die teilweise durchaus älter sein müssten als er selber ist. Dazu die Saxophonklänge des Meisters und ein paar Einsprengsel der Londoner Symphoniker.
(2021-04-03)
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Fruit Bats: "The Pet Parade" (Merge, März 2021)
Fruit Bats - ist das jetzt eine Band oder das Pseudonym für einen Singer/Songwriter? Völlig egal, wenn dabei so schöne Musik herauskommt. Manchmal entsteht so etwas, wenn im Laufe der Jahre bei einer Kapelle eine Person übrig bleibt, die den Laden zusammenhält, vielleicht sogar im Studio alles selber spielt und dann für Konzerte "Personal" benötigt. Ob das jetzt für Eric D. Johnson zutrifft, weiß ich nicht, aber er hat sich im Studio auf jeden Fall kompetente Hilfe durch Josh Kaufman gesucht, mit dem er ja auch schon im Bandprojekt "Bonny Light Horseman" zusammen arbeitet.
(2021-03-25)
[Bonny Light Horseman]
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"Bonny Light Horseman" (37d03d, Jan. 2020)
Diese tolle Platte ging im letzten Jahr noch komplett an mir vorbei. Erst die Erwähnung in einem Interview mit den Staveley-Taylor Schwestern hat mich jetzt darauf gestoßen. Auf der Basis alter Folksongs entsteht hier eine wunderbare Musik. Die drei Protagonisten, Sängerin und Songschreiberin Anaïs Mitchell, Fruit Bats-Mastermind Eric Johnson und Multiinstrumentalisten Josh Kaufman, werden gerne als "Indie-Folk-Supergroup" bezeichnet. Mich schreckt so etwas sonst ja eher ab, aber hier stimmt es wirklich. Das Album hätte durchaus eine Chance in der Liste meiner Lieblinxalben 2020 gehabt, aber im Nachhinein werde ich da nichts ändern.
(2021-03-07)
[The Staves]
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Stereolab: "Electrically Posessed (Switched On Vol.4)" (Warp/Duophonic UHF Disks, Feb. 2021)
Das ist bereits die vierte Folge der Resteverwertungen. Zwar ersetzt die Zusammenstellung rarer Tracks von 1994 bis 2000 kein neues Stereolab-Album (wenn es denn überhaupt nochmal eins geben wird!), aber für Songs mit dieser Substanz würden andere Bands morden (natürlich nur im übertragen Sinne!) um sie als neues Material veröffentlichen zu können. Das Dreifachalbum muss man nicht unbedingt am Stück hören, ist aber ideal zum Stöbern.
(2021-03-07)
[Switched On, Volume 2]
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Tindersticks: "Distractions" (City Slang/Lucky Dog, Feb. 2021)
Angeblich ist das kein Corona-Album, weil die Aufnahmen schon im Januar des letzten Jahres begannen, aber es klingt so, wie es eben klingt, nicht zuletzt wegen der Situation: es sind Skizzen aus dem Homestudio von Stuart Staples, also weitestgehend ohne "großes Besteck" eingespielt. Statt Schlagzeug gibt es meistens nur einen billigen Drumcomputer, alles insgesamt also eher "Demoaufnahme" als "volle Produktion". Trotzdem mag ich das, denn geschmacklich bleibt das trotzdem immer "typisch Tindersticks". Zu meinem Glück experimentierte Staples auch lieber mit den Instrumenten und nicht mit Verfremdungen der eigenen Stimme, etwas das mir bei Kurt Wagner, der für Lambchop wohl die gleich Wichtigkeit hat, die Staples bei Tindersticks hat, den Spass an Lambchop verdorben hat. Außerdem gibt es neben vier eigenen Liedern auch drei Coversongs, wobei ich gerade nicht weiß, ob das ungewöhnlich ist für die Band. Auf jeden Fall ist eine "obskure Interpretation" von "A Man Needs A Maid", dem bombastischen Lied von Neil Youngs Klassiker "Harvest" dabei - sicherlich nicht die erste Wahl, wenn man Neil Young interpretieren will - und deshalb wohl doch "typisch Tindersticks".
(2021-02-25)
[Neil Young: Harvest | Lambchop: FLOTUS]
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Die Regierung: "Da" (Staatsakt, Feb. 2021)
Ruhrgebiets-Rock & Roll-Poet? Da fällt den meisten wohl eher Stoppok als Tilman Roßmy aus Essen ein. Schließlich hatte er die Regierung ja lange auf Eis gelegt und sein Geld in der Schweiz als IT-Berater verdient. Kaum vorstellbar? IT und Rock? Na ja - auch ich verdiene damit meine Brötchen und leide deshalb auch nicht so sehr unter der aktuellen Lage wie Berufsmusiker - zu mindestens nicht finanziell. Roßmys Band ist seit einigen Jahren wieder aktiv, keine Ahnung, ob das vielleicht darauf zurückzuführen ist, das er inzwischen "in Rente" ist. Er dürfte schließlich ein paar Jährchen älter sein als ich, sodass das passen könnte. Auf jeden Fall hat die Band im letzten Jahr bereits das dritte Album des "Spätwerks" der Band aufgenommen, anscheinend einzeln (?) zuhause im jeweiligen Homeoffice (sorry, ich meinte natürlich Homestudio!). Bern, Bottrop, Berlin und München werden im Covertext als Orte genannt. Also arbeitet (bzw. lebt) Herr R0ßmy wohl immer noch in der Schweiz. Wahrscheinlich ist die Regierung 2021 eine Hobbyband, wenn auch auf künstlerisch hohem Niveau. Der Drummer, Alexander Fürst von Lieven, ist nicht nur Fürst sondern auch habilitierter Zoologe an der Universität in Berlin. Der Münchener Ivica Vuceleic war mir aber bsher nur als Jazz- und Rockmusiker aufgefallen, etwas zusammen mit den Acher-Brüdern (The Notwist) im Bandprojekt "3 Shades Of Blues". Der Bassist arbeitet bei der Caritas in Bottrop und den Keyboarder habe ich noch nicht gegurgelt (zu viele Namensvetter im Netz!). Noch mehr Nebensächliches: die Titel der Regierungveröffentlichungen werden immer kürzer: nach "Raus" in 2017, "Was" in 2019, und dem aktuellen "Da" bleibt für das nächste Album nur ein einzelner Buchstabe. Aber davon gibt es ja genug.
(2021-02-28)
[3 Shades Of Blues | Tilman Roßmy | Raus | Was]
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James Yorkston & The Secondhand Orchestra: "The Wide, Wide River" (Domino, Feb. 2021)
Der extrem kreatibve und fleissige schottische Sänger hat nach seiner Zusammenarbeit mit dem englischen Jazzer Jon Thorne und dem indischen Sarangi-Spieler Suhail Yusuf Khan jetzt mit der schwedischen "Big Band aus zweiter Hand" um Karl-Jonas Winqvist aufgenommen. Das Ergebnis ist deutlich "folkrockiger", aber ebenso interessant.
(2021-02-20)
[Yorkston Thorne Khan]
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The Staves: "Good Woman" (Atlantic/Nonesuch, Feb. 2021)
Die drei Mädelz retten mir mit ihrem tollen, neuen dritten Album den Tag in diesen trüben Zeiten. Direkt nach dem kompletten Durchlauf der Platte war ich am PC und habe über mehrere Stunden Videos der drei angesehen - ich befürchte, dass ich ihnen total verfalle! Obwohl die drei Schwestern neben ihrem göttlichen Gesang auch instrumental selber sehr kompetent agieren, sei auch die tolle Begleitband nicht unerwähnt, in der neben jahrelangen Begleitern wie Zach Hanson mich ein Name überrascht hat: der norwegische Jazzmusiker Lars Horntved, den ich als Leader der genialen Jaga Jazzists kennen gelernt habe, setzt spannende Texturen, neben seinem Hauptinstrument Saxofon auch mit der Lapsteel und vielen anderen.
(2021-02-14)
[Jaga Jazzist]
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Fleet Foxes: "Shore" (Anti, Digital: Sept. 2020 * Vinyl: Feb. 2021)
Im September gab es das Album nur digital, während "physische Datenträger" (so werden Schallplatte und CD inzwischen zusammengefasst) erst im Februar kommen würden. Es war dann auch etwas merkwürdig für mich, in den Bestenlisten für 2020 die Lobgesänge auf das neue Album zu lesen, das ich selber noch gar nicht kannte. Ich hatte deshalb auf dieser Webseite die neue Rubrik "Und wir warten ..." eingeführt, um das Album schon mal mit dem Hinweis auf den Platz 44 in den Rolling Stone-Jahrescharts 2020 ankündigen zu können. Jetzt ist es Februar 2021, die Platte ist da, sie klingt auch richtig schön nach "Fleet Foxes" - aber irgendwie ist für mich die Spannung raus aus der Nummer. Als wenn man (oder frau) vorher zu viel über Sex oder Musik redet und ihn (bzw. sie) dann nicht mehr richtig genießen (oder sich drauf konzentrieren) kann.
(2021-02-25)

Die Jahrescharts 2020: Platz44im Rolling Stone!

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The Notwist: "Vertigo Days" (Morr, Jan. 2021)
Im Herbst gab es ja schon einen Appetithappen auf 10 Zoll ("Ship") und jetzt ist das neue Album da - sicher jetzt bereits ein Highlight des noch jungen Jahres.
(2021-01-31)
[Ship EP]
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Kurt Vile: "Speed, Sound, Lonely KV (EP)" (Matador, Jan. 2021)
Fünf Lieder sind auf dieser EP vertreten, aufgenommen in Nashville mit ein paar Nashville-Veteranen wie Bobby Woods, Bobby Emmons und Kenny Malone, dazu kamen aus der "jüngeren" Generation zum Beispiel der Black Keys Sänger Dan Auerbach. Zwei der Lieder sind vom leider Anfang 2020 verstorbenen John Prine, bei einem sang er sogar mit Kurt im Duett.
(2021-02-10)
[John Prine]
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