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Michaels aktuelle Plattentipps

Die meisten Platten des letzten Jahres sind wegsortiert und findet Ihr hier!
(28.12.2020)

McMurray-GratefulD.htm
Dave McMurray: "Grateful Deadication" (Blue Note, Juli 2021)
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Matt Sweeney & Bonnie 'Prince' Billy: "Superwolves" (Domino/Drag City, Juli 2021)
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Harmony Rockets with Special Guest Peter Walker: "Lachesis / Clotho / Atropos" (Tompkins Square, Sept. 2018)
Eine Zufallsentdeckung aus dem 2nd-Hand Laden: das Label kannte ich von ein paar ausgezeichneten Platten von Tim Buckley und Michael Chapman. Von den Musikern der Band waren mir ein paar bekannt: Jonathan und Grasshopper spielen hauptsächlich bei den großartigen Mercury Rev, zu denen inzwischen auch der Keyboarder Jesse Chandler gehört, der mal bei den ebenfalls großartigen Midlake gespielt hat. Steve Shelley war mal der Drummer von Sonic Youth, während Nels Clines Hauptjob bei Wilco ist, er sich inzwischen aber auch einen ausgezeichneten Ruf als Jazzgitarrist erworben hat. Nur ihren speziellen Gast Peter Walker kannte ich nicht, sowie den Bassisten Martin Keith.
(2021-07-22)
[Mercury Rev | Nels Cline]
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Hiss Golden Messenger: "Quietly Blowing It" (Merge, Juni 2021)
Für mich ist Mike C. Taylor aktuell der beste Singer/Songwriter im weiten, offenen Feld amerikanischer Musik, die gerne als "Americana" bezeichnet wird. Gleichzeitig sehr traditionelle und moderne Musik (zeitlos?). Besonders auf dem neuen Album ist "Hiss Golden Messenger" auch keine klassische Band mit fester Besetzung, sondern ein großes Projekt mit vielen tollen Musikern, die bei Bedarf auf Bühne und im Studio bereit stehen, um die Songs des Bandleaders zum glänzen zu bringen. Die Studioliste lässt darauf schließen, das nicht gemeinsam aufgenommen wurde, sondern alle die Zeit und Gelegenheit hatten, ihren Beitrag aus dem "Homeoffice" zu leisten. Zwar fehlen die Brüder Brad und Phil Cook dieses mal in der Liste, welche in den letzten Jahren einen großen Anteil an dem Gelingen der HGM-Platten hatten, aber es sind andere ehemalige Begleiter zurück, zum Beispiel Scott Hirsch mit dem M.C. Taylor schon in der Vorläuferband Court & Spark und zu Beginn von HGM als festem Begleiter gespielt hat. Neu dabei sind auch Nashvilles Gitarren- und Produzentenlegende Buddy Miller und die Brüder Griffin und Taylor Goldsmith von der Band Dawes. Eine ganz wunderbare Platte und aus dem Stand heraus ein Kandidat für die Bestenliste am Jahresende.
(2021-07-18)
[Buddy Miller | Court And Spark | Scott Hirsch]
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Jeb Loy Nichols with Cold Diamond & Mink: "Jeb Loy" (Timmion, Juni 2021)
Die Fellow Travellers sind schon lange Geschichte. Der US-Amerikaner Jeb Loy Nichols lebt schon lange auf dem Lande in Wales und hat sein neues Album mit einer finnischen Retro-Soulband aufgenommen. Klingt ein wenig wie die Dap Kings aus New York, wenn sie Sharon Jones begleiten, nur nicht mit soviel Wumms, außerdem klingt Jeb Loy natürlich nicht wie Sharon Jones, sondern wie - Jeb Loy. Ach ja - zur tollen Begleitband gehört auch der großartige Jazztrompeter Jukka Eskola.
(2021-07-12)
[Fellow Travellers | Sharon Jones & The Dap-Kings | Jukka Eskola Soul Trio]
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Flowerpornoes: "Morgenstimmung" (Mai 2021)
Ein neues Flowerpornoes-Album ist bei mir immer willkommen, auch wenn ich Tom Liwa und seinem künstlerischen Schaffen nicht immer folgen kann. "Morgenstimmung" ist recht konventionell und sparsam nur mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Orgel (bzw. Keyboard mit Orgelsound?) in wenigen Tagen in einer Live-Atmosphäre aufgenommen worden, klingt aber nie nur nach unfertiger Skizze, sondern immer auf den Punkt gespielt. Die Text sind wie immer über jeden Zwefel erhaben. Und wenn ich schon etwas kritisieren soll: es gibt dieses Album nur über Bandcamp, was mir normalerweise zu umständlich ist beim Bestellen, aber die CD war immerhin nach wenigen Tagen in der Post. Für den puren Download bin ich dann doch zu altmodisch.
(2021-07-12)
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Gryphon: "Get Out Of My Father's Car!" (Plane Groovy, CD: Nov. 2020 * Vinyl: Jan. 2021)
Auch wenn das lustige Cover nicht ganz geschmackssicher ist: das neue Gryphon Album ist ziemlich gut geworden und kann an das großartige Frühwerk der Band aus den 70ern anknüpfen. Zwar ist der ehemalige Kopf der Band, Blockflöten- und Tastenvirtuose Richard Harvey nicht mehr dabei, scheinbar weil er als ernsthafter Komponist und klassischer Musiker keine Zeit mehr für eine Hippieband hat, aber er wird durch den Querflötisten Andy Findon, soweit ich weiß ebenfalls einer der weltbesten und gefragtesten Holzbläser, mehr als adäquat ersetzt. Die Führung der Band liegt inzwischen bei Gitarrist Graeme Taylor, während Fagott-Derwisch Brian Gulland immer noch ein beindruckender, schräger Vogel ist. Frischen Wind in die Altherrenrunde bringt Graemes Tochter Clare mit ihrer Geige und ihrer Stimme.
(2021-07-12)
Chris Eckman: "Where The Spirit Rests" (Glitterhouse, Juni 2021)
Das ist eine richtig gute Sammlung von neuen Liedern, die der ehemalige Walkabouts-Gitarrist da in seiner Wahlheimat Slovenien aufgenommen hat. Teilweise alleine zur Akustikgitarre, teilweise mit einer slowenischen Rhythmusgruppe (an Schlagzeug und Kontrabass), gelegentlich mit spärlichen Klängen u.a. von Gastpianist Chris Cacavas und dem britischen Produzenten und Komponisten Alastair McNeill (sollte ich den kennen?) ausgemalt.
(2021-06-30)
[Walkabouts]
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del Amitri: "Fatal Mistakes" (Cooking Vinyl, Juni 2021)
Ich habe aus Versehen zuerst die B-Seite aufgelegt (natürlich auf Vinyl!) und war zuerst über die Dramaturgie (bzw. deren Fehlen) ein wenig irritiert. Schöne Lieder, aber doch auch etwas zu ruhig. Danach dann die A-Seite gehört und alles war wieder gut! Die Schotten sind nach einer größeren Pause zurück und spielen ihren zeitlosen Gitarrenpop als wäre nichts gewesen. Kein "Nothing Ever Happens" dabei, aber das wäre vielleicht auch zu viel des Guten gewesen.
(2021-06-14)
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Crowded House: "Dreamers Are Waiting" (EMI/Lester, Juni 2021)
Alte Säcke haben gerade Konjunktur mit neuen Platten, aber auf Crowded House trifft das Alters-Bashing im Unterschied etwa zu del Amitri nur bedingt zu, denn zur aktuellen Besetzung um die Gründer Neil Finn und Bassmann Nick Seymour gehören jetzt Neils Söhne Liam und Elroy, beide höchst kompetent an Schlagzeug und Gitarre, sowie mit der Stimme, sowie Mitchell Froom, von Hause aus Keyboarder, aber eigentlich im Hauptjob ein Produzent der ersten Liga, nicht zuletzt vor vielen, vielen Jahren für das sehr erfolgreiche Frühwerk von Crowded House. Mein Buddy Wulf findet die neue Platte etwas langweilig (sorry für's Outen!), dem ich prinzipiell zustimmen kann. Ich will hier aber mal eine Lanze brechen für die Langeweile als das neue Tiefenentspanntsein. Hits vom Kaliber "Weather With You" oder "Don't Dream It's Over" gibt es hier natürlich nicht zu entdecken, aber Neil muss mit seinen Mannen auch keine Hits mehr abliefern, sondern nur noch tiefenentspannte Musik machen, um sich und mich und vielleicht auch Dich glücklich zu machen.
(2021-06-22)
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Damien Jurado: "The Monster Who Hated Pennsylvania" (Maraqopa, Juni 2021)
Damien Jurados Werk weiß ich ja schon seit einigen Jahren zu schätzen, als ich ihn erstmals in der tollen Radiosendung Zündfunk gehört habe. Das machen die Bayern erstaunlicherweise etwas besser als unsere Leute beim WDR. Auch das neue Album bietet wieder qualitativ hochwertige Songs in spartanischen Arrangements, auf denen er wie schon bei den letzten Malen von Multiinstrumentalist Josh Gordon begleiten läßt, der alles außer Gesang und Gitarre zuständig ist, hauptsächlich Bass und Keyboards. Kuriosum: "The Monster Who Hated Pennsylvania" ist nur knapp 30 Minuten lange, alle 10 Lieder liegen zwischen einer (!) und knapp sechs Minuten und sind auf das Wesentliche reduziert, weshalb auf dem Album auch der Hinweis "Long Play" zu finden ist. Allerdings gönnt sich Jurado den Spaß, diese Langspielplatte mit 45 Umdrehungen abspielen zu lassen, das allerdinx unerwähnt!
(2021-06-20)
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Highlights des Jahres

The Staves: "Good Woman" (Atlantic/Nonesuch, Feb. 2021)
Die drei Mädelz retten mir mit ihrem tollen, neuen dritten Album den Tag in diesen trüben Zeiten. Direkt nach dem kompletten Durchlauf der Platte war ich am PC und habe über mehrere Stunden Videos der drei angesehen - ich befürchte, dass ich ihnen total verfalle! Obwohl die drei Schwestern neben ihrem göttlichen Gesang auch instrumental selber sehr kompetent agieren, sei auch die tolle Begleitband nicht unerwähnt, in der neben jahrelangen Begleitern wie Zach Hanson mich ein Name überrascht hat: der norwegische Jazzmusiker Lars Horntved, den ich als Leader der genialen Jaga Jazzists kennen gelernt habe, setzt spannende Texturen, neben seinem Hauptinstrument Saxofon auch mit der Lapsteel und vielen anderen.
(2021-02-14)
[Jaga Jazzist]
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Fruit Bats: "The Pet Parade" (Merge, März 2021)
Fruit Bats - ist das jetzt eine Band oder das Pseudonym für einen Singer/Songwriter? Völlig egal, wenn dabei so schöne Musik herauskommt. Manchmal entsteht so etwas, wenn im Laufe der Jahre bei einer Kapelle eine Person übrig bleibt, die den Laden zusammenhält, vielleicht sogar im Studio alles selber spielt und dann für Konzerte "Personal" benötigt. Ob das jetzt für Eric D. Johnson zutrifft, weiß ich nicht, aber er hat sich im Studio auf jeden Fall kompetente Hilfe durch Josh Kaufman gesucht, mit dem er ja auch schon im Bandprojekt "Bonny Light Horseman" zusammen arbeitet.
(2021-03-25)
[Bonny Light Horseman]
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International Music: "Ententraum" (Staatsakt, Apr. 2021)
Das tolle zweite Album der Band aus Essen, die sich zwischendurch auch schon mal Düsseldorf Düsterboys nennt (dann mit anderem Drummer und etwas anderer Musik). Texte genial, noch verwegener als beim Debüt, die Musik immer noch im weitesten Sinne an Velvet Underground orientiert. Was will man mehr?
(2021-06-01)
[Die Besten Jahre | The Düsseldorf Düsterboys ]
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Teenage Fanclub: "Endless Arcade" (PeMa, April 2021)
Power-Pop hat man so etwas mal genannt - als Gitarren noch die wichtigsten Zutaten waren. Mir fallen da neben dem Fanclub Bands wie Big Star und die Chills ein. Der schottische Teenager Fanclub ist seit den 90ern dabei und macht alle paar Jahre eine schöne, zeitlose Platte. Viel hat sich (zum Glück) seit dem letzten Album "Here" nicht geändert, das jetzt auch schon wieder fünf Jahre zurückliegt. Erwähnenswert ist eigentlich nur, dass von den drei singenden und songschreibenden Gründungsmitgliedern Bassist Gerard Love nicht mehr dabei ist. Seine Stimme und seine Songs fehlen deshalb. Dafür haben jetzt die beiden Gitarristen Norman Blake und Raymond McGinley jeweils sechs Lieder beigesteuert und Euros Childs, ehemaliger Sänger, Songschreiber und Multiinstrumentalist der leider völlig unbekannt gebliebenen Band Gorky's Zygotic Mynci (ich muss jedes mal nachschauen, wie das geschrieben wird!), mit dem Norman Blake schon im Nebenprojekt Jonny gearbeitet hat, ist jetzt fester Keyboarder, während David McGowan von den Tasten an den Bass wechselte. Aber eigentlich bleibt's wie in den Jahren zuvor - und das ist gut so!
(2021-05-23)
[Big Star | The Chills | Gorky's Zygotic Mynci | Here]
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The Chills: "Scatterbrain" (Fire, Mai 2021)
Alles beim alten bei der Band aus Neuseeland um den Sänger, Gitarristen, Songschreiber und einziger Line-Up-Konstante Martin Phillipps: Gitarrenpop mit Jängle und Twäng und Wurzeln in der Musik der 60er (die drei B's: Beatles, Byrds, Beach Boys), eigentlich unverändert, seit sie mit der kleinen Welle der Bands von Down Under um das Flying Nun-Label mitten den 80ern auch bei uns ein kleines bisschen populär wurden. Und wie immer (zumindest seit dem zweiten Vollalbum "Submarine Bells" von 1990) mit den Anfangsbuchstaben S und B im Titel (wir nehmen es mal nicht so genau, das "Scatterbrain" ja eigentlich nur aus einem Wort besteht). Ist das jetzt langweilig und nerdig? Langweilig auf keinen Fall, nerdig vielleicht ein wenig. Mag ich trotzdem (oder genau deswegen) sehr. Fuck Off Zeitgeist.
(2021-06-14)
[Flying Nun | Submarine Bells]
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