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Michaels aktuelle Plattentipps

Zwischenzeitlich habe ich die Tipps der ersten Jahreshälfte schon mal nach 2016 wegsortiert. Kannst Du hier wiederfinden.
(10.08.2016)

Son Volt: "Notes Of Blue" (Thirty Tigers/Transmit Sound, Feb. 2017)

Jay Farrar bringt alle paar Jahre ein "Bandalbum" heraus. "Notes Of Blue" gefällt mir sogar besser, als das was von seinem sein Ex-Uncle Tupelo-Kollegen Jeff Tweedy zuletzt mit seiner Kapelle Wilco gekommen ist!
(20.02.2017)

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Chuck Prophet: "Bobby Fuller Died For Your Sins" (Yep Roc, Feb. 2017)

Der Mann ist natürlich eine Legende. Zunächst bei Green On Red, danach mit vielen guten Platten unter eigenem Namen. Auch auf dem neuen Album klingt er so frisch, als wäre es sein erstets und kannn diese wunderbare Mischung aus wildem, scheinbar simplem Rock'n'Roll und virtuosem Spiel auf der Gitarre bringen. Ein Meister der Telecaster.
(16.02.2017)

Konzerthighlight: Jugendzentrum Karo, Wesel, 12.02.2017: der weltberühmte Gitarrist im kleinen Karo-Club? Kaum zu glauben, aber wahr! Zur Abwechselung war es auch einmal wieder richtig voll dort (und nicht so "überschaubar" wie dann, wenn wir mit W4L dort selber spielen!). Chuck war mit seiner Band in wirklich guter Form und hat einen beindruckenden Gig hingelegt. Das hat gepasst!
(13.02.2017)

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The Desoto Caucus: "4" (Glitterhouse, Jan. 2017)

Album numero cuatro der ehemaligen Begleitband von Howe Gelb (Giant Sand). Nicht nur eine der besten dänischen Americana-Bands (was für ein blöder Satz!) ...
(08.02.2017)

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Mark Eitzel: "Hey Mr Ferryman" (Decor, Feb. 2017)

Der Meister der großen depressiven Ballade hat in England mit Bernard Butler (Ex-Suede-Gitarrist) ein wirklich gutes Album aufgenommen. Das hat durchaus die Klasse der alten Alben vom American Music Club ...
(08.02.2017)

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Michael Chapman: "50" (Paradise Of Bachelors, Jan. 2017)

5o Jahre musiziert der englische Sänger und Gitarrist nun schon im Schatten bekannterer Kollegen, was vielleicht auch erklärt, warum er immer noch gut & spannend ist. Jetzt hat er erstmals in den USA aufgenommen, unterstützt von deutlich jüngeren Musikern aus der Indie-Szene (u.a. Steve Gunn und James Elkington). Nur Sängerin Bridget St. John ist ebenfalls ein Kind der 6oer und 70er und aus England. Viele der Lieder gab es schon auf anderen Alben des Künstlers, da die aber kaum einer kennt fällt das nicht weiter auf. Eine wirklich gute Platte, die mir großen Appetit darauf macht, meine leider noch großen Lücken in der eigenen Michael-Chapman-Sammlung zu schließen.
(08.02.2017)

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Brent Cash: "The New High" (Marina, Jan. 2017)

Neue Platten vom Marina-Label sind rar geworden. Die Herren des kleinen & feinen Hamburger Labels veröffentlchen scheinbar nur dann noch etwas, wenn es von ihren Lieblingskünstlern Brent Cash (misteriöser Multiinstrumentalist aus Athens/Georgia) oder David Scott (Kopf und einziges Mitglied der schottischen Band The Pearlfishers) alle Jubeljahre etwas neues zu veröffentlichen gibt. Beide Künstler stehen für perfekten Pop in der Beach-Boys-Tradition und sind eher Öffentlichkeitsscheu bzw. geben selten bis gar keine Konzerte. Also gibt es wohl auch keine Konzerte zur Plattenpräsentation. Mutiges Label, tolle Künstler.
(08.02.2017)

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Tift Merritt: "Stitch Of The World" (Redeye/Yep Roc, Jan. 2017)

Ich weiß zwar nicht, was uns Tift mit der Basstrommel in der Astgabel sagen will, aber es ist mir auch ziemlich egal, denn bereits seit ihrem grandiosen Debüt "Bramble Rose" von 2002 verfolge ich die Karriere dieser tollen Sängerin aus dem Grenzbereich Country/Indipendent-Rock. Zeitlos gute Singer/Songwriter-Musik mit toller Begleitband (Marc Ribot an der Gitarre, Jennifer Condos am Bass, Eric Heyman an der Hawaiigitarre und Jay Bellerose am Schlagzeug) und Sam Beam (Iron & Wine) im Produzentensessel.
(08.02.2017)

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Bert Jansch: "Living In The Shadows" (Earth, Jan. 2017)

Ausgezeichnete Box mit drei Alben des brillianten Gitarristen aus den 90ern ("The Ornament" von 1990, "When The Circus Comes To Town" von 1995 und "Balloon" von 1998), dazu ein weiteres Album mit Demos und anderem bislang unveröffentlichtem Material aus dieser Zeit.
(04.02.2017)

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James Johnston: "The Starless Room" (Clouds Hill, Nov. 2016)

Der Sänger, Gitarrist und Keyboarder der durch krachigen Bluesrock (im Beefheart'schem Sinne) einem Insiderpublikum bekannten englischen Band Gallon Drunk mit senem ersten (?) Soloalbum, auf dem er seine ruhige, schöne Seite auslebt. Die Lieder hätten wohl nicht zu seiner Stammband gepasst. Sehr schön. Aber Gallon Drunk-Musik mag ich natürlich auch.
(08.02.2017)

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Alien Ensemble: "2" (Alien Translator, Sept. 2016)

Alien Ensemble ist ein Nebenprojekt des Notwist-Bassisten Micha Acher, der hier aber auf seinem eigentlichen Hauptinstrument, der Trompete, zu hören ist. Unterstützt wird er dabei von zwei weiteren Notwist-Mitstreitern (Trommler Andi Haberl und Vibraphonist Karl Ivar Refseth), die ausserdem auch Mitglieder vom Andromeda Mega Express Orchestra sind, bei denen auch Flötist Oliver Roth mitmischt. Bassklarinettist Stefan Schreiber war zumindest als Gastmusiker von Notwist zu hören. Nur Posaunist Mathias Götz und Bassist Matthias Pichler habe ich noch in keiner der genannten Besetzungslisten gefunden. Das zweite Album der Band bietet wieder diese schöne Instrumentalmusik, irgendwo zwischen Jazz mit Schwerpunkt auf Bläsern, aber noch nicht Bigband, und instrumentaler Rockmusik. Assoziationen mit Filmmusik sind auch passend. Die Platte wurde übrigenz bei einem Auftritt der Band mitgeschnitten, klingt (trotzdem?) toll und verzichtet auf (störende) Live-Atmosphäre.
(08.02.2017)

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Neil Young: "Peace Trail" (Reprise, Dez. 2016 * Jan. 2017)

Neil Young ist einer meiner alten Helden, in einer Liga mit Bob Dylan und Van Morrison. In den letzten Jahren habe ich aber mit seiner aktuellen Musik doch ein wenig gefremdelt, um es mal etwas freundlicher zu formulieren. Vor dem Erwerb der einen oder anderen seiner neuen Platten habe ich mich teilweise geärgert, weil die Vinylversion viel zu teuer gewesen wären und ich mich mit der profanen CD begnügt habe (z.B "Psychedelic Pill"), teilweise war ärgerlich, dass ich sie nach Erwerb doch nicht gut fand. Die letzten Werke habe ich dann ganz ignoriert, bzw. höchstens online mal kurz reingehört und dann für mich abgehakt.
"Peace Trail" erschien im letzten Dezember völlig überraschend, aber ein paar Details haben mich wieder etwas neugieriger gemacht: das Album wurde weitestgehend live im Trio mit Drummerlegende Jim Keltner (mit dem es meines Erachtens keine schlechte Platte gibt!) und dem irischen Bassisten Paul Bushnell (mir bislang unbekannt, wird aber als als Studiomusiker hoch gehandelt und hat u.a. im Kultfilm "The Commitments" mitgewirkt) eingespielt und basiert im Wesentlichen auf Neils akustischer statt der elektrischen Gitarre. Beim Onlinehändler meines Vertrauens habe ich dann mal vorsichtig reingehört und war zwar nicht begeistert, aber auch nicht abgeschreckt. Weil es die verspätete Vinylausgabe dann zu einem normalen Preis gab (also nicht deutlich über 30, sondern nur knapp über 20 Oiro) habe ich mir seit langem mal wieder eine neue Neil Young-Platte bestellt.
Jetzt drehte sich die Platte gerade zum ersten Mal auf meinem Plattenteller und ich bin leider doch wieder etwas ratlos: einerseits klingt es ganz schön, vor allem das rumpelige Schlagzeug von Jim Keltner, ausserdem sind die Songs zwar nicht vom alten "Harvest" oder wenigstens "Silver & Gold"-Kaliber, aber eben auch nicht so schlecht wie etwa auf "Fork In The Road". Aber die zusätzlich eingespielten Overdubs von Joe Yankee (so nennt sich Neil vor allem wenn er als Regisseur seiner Konzertfilme aktiv ist) haben es "in sich": das Harmonium im eröffnenden Titelsong finde ich noch ganz gut und die E-Gitarren-Einwürfe sind zwar wie zuletzt gewohnt schlampig, aber doch auch irgendwie passend (vor allem, weil nur spärlich vorkommen!). Viele Lieder werden aber von einer total verzerrten Mundharmonika ruiniert. Das klingt für mich nicht spannend, sondern einfach nur schräg. Im letzten Lied "New Robot" gibt es dann noch Vocodereffekte, die mich etwas ratlos machen, auch wenn sie nicht so sehr nerven wie die Mundharmonika. Schließlich wird das Lied nicht musikalisch beendet oder ausgeblendet, sondern einfach mitten im Spiel der Musiker plötzlich abgeschnitten! Ich dachte zuerst, mein Plattenspiel sei kaputt oder habe sich einfach abgeschaltet. Positiv kann man sagen: so etwas traut sich wohl nur Neil Young!
(29.01.2017)

In der Januar-Ausgabe des deutschen Rolling Stone war "Peace Trail" Album des Monats. Die gute Kritik war einer von mehreren Gründen, die mich dazu bewogen haben, meinen kleinen Neil-Young-Boykott zu beenden. Da stehen schöne Sätze wie Folgendes:

"Es würde sich lohnen, eine Seite lang ausschließlich darüber zu schreiben, wie die Band auf Neil Youngs neuem Album zusammenspielt. Wie Schlagzeuglegende Jim Keltner keinen Groove selbstverständlich hinnimmt, sondern scheinbar diesen Moment neu entwickelt. Wie Bassist Paul Bushnell die Statik des Playbacks berechnet und zwischen Keltner und Young ausbalanciert. Und vor allem wie Young selbst seine Gitarre in der für ihn typischen art scherinbar linkisch spielt, als ränge er mit sich selbst, und doch eine immens unmittelbare Energie erzeugt - und wie das auf "Peace Trail" so direkt zu erleben ist wie schon lange nicht mehr."

Das klingt schön und stimmt meiner Meinung nach auch. Die folgende Bemerkung habe ich dann aber wohl übersehen, bzw. nicht richtig verarbeitet:

"Hier wie bei zwei, drei anderen Liedern bricht in der Mitte eine endlos verzerrte Mundharmonika ins Arrangement, man zieht unweigerlich den Kopf ein."

Genau das habe auch ich getan: den Kopf eingezogen. Und bis zum abrupten Ende der Plattte scheint der Rezensent wohl nicht mehr gekommen zu sein, denn der wird nicht erwähnt. Oder mein Plattenspieler ist doch defekt ...
(30.01.2017)

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Van Der Graaf Generator: "Do Not Disturb" (Cherry Red/Esoteric Antenna, Sept. 2016)
Van Der Graaf habe ich immer gemocht, auch wenn sie in den letzten Jahren keine besondere Rolle bei mir gespielt haben. Die neueren Alben der Band wurden mir zwar von ein paar Freunden "nahegelegt", z.B. das Album "Trisector", aber die Musik hatte mich nicht wirklich begeistert. "Do Not Disturb" ging deshalb im letzten Jahr sogar komplett an mir vorbei. Ich bin wohl einer jener unflexiblen Altfans, welche die zum Trio geschrumpfte Band nach dem Ausstieg von Saxofonist David Jackson nicht mehr so toll finden.
Als ich mir dann vor kurzem endlich "H To He Who Am The Only One", den Klassiker der Band von 1970 zu einem moderaten Preis auf Vinyl zugelegen konnte, um meine schnöde CD endlich auszusortieren, ausserdem Kollege Heino Walter auf CDStarts in seiner Jahresrückschau von dem Album schwärmte, habe ich es mir doch noch einmal angehört und dann sogar auf Vinyl angeschafft- und bin jetzt hocherfreut über diese Entscheidung! Anscheinend ist das wirklich das beste Album der Band seit den glorreichen alten Tagen! Aus der Zeit gefallener, zeitloser Progrock, ganz ohne Pathos und ohne Bombast.
(29.01.2017)
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John Abercrombie Quartet: "Up And Coming" (ECM, Jan. 2017)
Seit über 40 Jahren nimmt der Gitarrist bereits Platten für das Münchener Label ECM auf - vielleicht nicht mehr so beeindruckende bzw. relevante wie damals "Timeless" und "Gateway", aber immer noch wunderbare! Im Quartett mit Marc Copland (Klavier), Drew Gress (Bass) und Joey Baron (Schlagzeug).
(18.01.2017)
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The Flaming Lips: "Oczy Mlody" (Bella Union, Jan. 2017)
Bei den Flaming Lips bin ich eigentlich immer neugierig, wenn ein neues Album erscheint. Allerdinx brauche ich dann meist auch eine gewisse Zeit um festzustellen, ob es mir auch wirklich gefällt. Selten, dass mir eine dermassen schräge und (trotzdem relativ) erfolgreiche Band untergekommen ist. Ach ja - Miley Cyrus soll irgendwo auf der Platte zu hören sein. Falls das jemanden interessiert.
(23.01.2017)
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Bohren & Der Club Of Gore: "Black Earth" (Wonder, März 2005 * Play It Again Sam, Jan. 2017)
Nach "Black Earth" habe ich mir jetzt auch noch dieses Album von 2005 besorgt!
(16.01.2017)
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The Blue Aeroplanes: "Welcome, Stranger!" (ArtStar, Jan. 2017)

Das erste Album des neuen Jahres ist ein richtiger Kracher! Zwar kommt die Platte erst am kommenden Freitag heraus, aber bei der Online-Bestellung der Vinylausgabe war direkt der komplette Download des Albums verfügbar. Für irgendwas muss das Internet ja gut sein ...
(03.01.2017)

Heute kam die Platte per Luftpost aus England in Spellen an ... und ich bin noch begeisterter als zuvor! Der Klang der Band ist richtig gut, fast wie live aufgenommen. Und auch die Lieder gehören zum Besten was die Band seit ... sehr vielen Jahren gemacht hat. Das ist locker in der Liga von "Swagger" und "Beatsongs", ihren Klassikern aus den frühen 90ern.
(11.01.2017)

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