Zurück Frisch ausgepackt Unten

Michaels aktuelle Plattentipps

Die meisten Platten des letzten Jahres sind wegsortiert und findet Ihr hier!
(10.02.2020)

Laura Marling: "Song For Our Daughter" (Chrysalis/Partisan, Juli 2020)
Diese britische Sängerin ist seit etwa 10 Jahren dabei (bzw. veröffentlicht seit dieser Zeit unter ihrem Namen) und spielt inzwischen in ihrer eigenen Liga. Ganz große Singer/Songwriter-Kunst. Ein wichtiger Unterstützer dabei ist Produzent und Multiinstrumentalist Ethan Johns. Ein eher nebensächliches Detail: das Label Chrysalis ist wohl wieder aus der Versenkung auferstanden. Ich erinnere mich an Platten von Jethro Tull, Ten Years After und Gentle Giant aus den 70ern und zuletzt an Blue Aeroplanes-Platten aus den 90ern.
(2020-08-02)
[Blue Aeroplanes | Ethan Johns]
Mehr ...
Bob Dylan: "Rough And Rowdy Ways" (Thirty Tigers/Sham, CD: Juni 2020 * Vinyl Juli 2020)
Ähnlich wie bei Neil Young haben mich Bob Dylans Veröffentlichungen der letzten Jahre kaum interessiert. Dann gab es im Mai im Internet urplötzlich dieses tolle, 15minütige "Murder Most Foul" zu hören und die alte Begeisterung war wieder da. Natürlich habe ich mir das kurz darauf angekündigte neue Album sofort bestellt. Ein wenig ärgerlich war nur, dass die Vinyl-Version erst im Juli kam, während es CD und Download schon ab Juni gab. Jetzt ist die Platte endlich da - und meine Begeisterung ist bereits wieder ein wenig abgekühlt. Eigentlich sind die Lieder ganz gut, aber es macht im Moment nicht "Klick" bei mir. Da muss ich noch mal ran. Vielleicht höre ich noch mal in "Tempest" rein, die letzte Platte mit eigenen Lieder von 2012, die mir damals doch gut gefallen hatte. Und auf der es auch schon ein tolles Lied mit Überlänge gab, wenn ich mich richtig erinnere.
(23.07.2020)

Ich habe mir heute im Auto bei einer Spazierfahrt noch mal das komplette Album angehört und bin jetzt ein wenig "gnädiger" gestimmt. Die Texte sind natürlich - wie immer - über jeden Zweifel erhaben. Außerdem singt der gute alte Bob eigentlich ganz gut (er hat in den letzten Jahren ja viel mit alten Sinatra-Liedern herumprobiert!). Nur finde ich die Musik eben nicht durchgängig gut und spannend. Ich höre keine überragenden Melodien, die der Mann ja bekanntlich drauf hat, sondern altmodisch Konventionelles zwischen Blues und Popmusik vergangener Zeiten. Richtig nervig sind nur die Chöre ("hmmm") in einzelnen Liedern, die mich irgendwie an "Tränen Lügen Nicht" von einem Schlagerheini aus den 70ern, dessen Name mir gerade nicht einfällt, erinnern.
(2020-07-24)
[Tempest]
Mehr ...
The Jayhawks: "XOXO" (Thirty Tigers/Sham, Juli 2020)
Das neue Jayhawks-Album ist insofern etwas Besonderes, dass nicht mehr Gary Louris alleine (oder ganz früher mal: zusammen mit Mark Olson als Doppelspitze) gesanglich und kompositorisch im Mittelpunkt steht. Es klingt wirklich spannend zu hören, wie Bassist Marc Perlman, Drummer Tim O'Reagen und Pianistin Karen Grotberg diesen "Job" ausfüllen. Es mag sein, dass die drei das nicht so gut drauf haben wie Gary Louris, aber ich finde, dass das dem Album trotzdem gut tut, auch wenn vielleicht nicht so viele Songs mit "Hitpotential" dabei sind wie bisher.
(2020-07-24)
Mehr ...
Someday Jacob: "Oxygen Will Flow" (Haldern Pop, Mai 2020)
Das ist bereits das vierte Album der Folkrockband aus Bremen - und die wird immer besser! Die Songs von Jörn Schlüter sind zeitlos schön, die Arrangements und Instrumentierung ebenfalls. Jedenfalls für Fans der Musik aus den 60ern und 70ern.
(2020-07-26)
Mehr ...
Rufus Wainwright: "Unfollow The Rules" (BMG, Juli 2020)
Ich gestehe: als alter Sack habe ich mich für die Musik von Rufus zuerst nur interessiert, weil ich die Musik seiner Eltern sehr mag (Kate McGarrigle und Loudon Wainwright III). Manches fand ich gut, anderes war mir zu kitschig oder zu bomastisch. Aber ähnlich wie Jeff Buckley seinen Vater Tim in der Popularität überholt hat, so gelang das auch Rufus. Viele seiner Fans kennen die Musik der Eltern vielleicht garnicht. Unfollow The Rules ist das erste Album von ihm das ich nicht nur gut, sondern sehr gut finde.
(2020-07-18)
[Kate & Anne McGarrigle| Loudon Wainwright III]
Mehr ...
Neil Young: "Homegrown" (Reprise, Juni 2020)
Einer meiner großen Helden aus den 70ern - gar keine Frage. Aber mit seinen neuen Sachen fremdle ich doch ein wenig. Das merke ich immer dann, wenn Neil eines seiner vielen unveröffentlichen Alben aus früheren Zeiten herausbringt. Nach "Hitchhiker" (erschienen 2017, Aufnahmen von 1976) ist das nun "Homegrown" mit Aufnahmen Ende 1974, Anfang 1975, die damals nicht veröffentlicht wurden. Beide Male mit einigen Liedern, die dann auf anderen Alben "recycled" wurden. Stattdessen erschien 1975 das Livealbum "Tonight's The Night". War das damals die richtige Entscheidung? "Homegrown" gefällt mir ganz gut. Allerdings kennt man die besten Lieder bereits vom "Recycling", zum Beispiel "Love Is A Rose" in der Coverversion von Linda Ronstadt (bereits 1975 auf dem Album "Prisoner In Disguise" erschienen) und von Neil selber vom tollen Sampler "Decade". Und manches klingt doch ein wenig unfertig. Also sage ich es mal so: "Homegrown" ist im Jahre 2020 bei mir sehr willkommen. Aber auf das geniale Album "Tonight's The Night" möchte ich dann doch nicht verzichten.
(2020-07-04)
[Prisoner In Disguise| Decade | American Stars 'n Bars | Hawks And Doves | Ragged Glory | Hitchhiker]
Mehr ...
John Scofield: "Swallow Tales" (ECM, Juni 2020)
Das ist tatsächlich Scofields Debüt bei ECM! Im Trio mit seinem Mentor Steve Swallow an der Bassgitarre, Komponist aller Titel, und Drummer Bill Stewart entstand ein wunderbares Album.
(2020-06-26)
[ECM]
Mehr ...
Teddy Thompson: "Heartbreaker Please" (Thirty Tigers/Chalky Sounds, Mai 2020)
Der Sproß des Thompson-Clans ist jetzt als Solokünstler auch schon 20 Jahre dabei - wie schnell doch die Zeit vergeht! Seine letzten beiden eigenen Alben fand ich leider nur so mittelprächtig ("Little Windows", das Duett-Album mit Kelly Jones von 2016 war mir zur sehr "Nashville" und der Vorgänger "Bella" von 2011 etwas zur sehr Pop im Sinne der Everly Brothers). Vor knapp drei Jahren fand ich seine Arbeit als Produzent für die Schwestern Shelby Lynne und Allison Moorer aber ziemlich gut. Und "Heartbreaker Please" ist endlich wieder gute Singer/Songwriter-Mucke, ganz nach meinem Geschmack.
(2020-06-20)
[Bella | Thompson | Little Windoes| Shelby Lynne & Allison Moorer]
Mehr ...
Husten: "Wohin Wir Drehen" (Kapitän Platte, April 2020)
Das ist bereits die dritte oder vierte EP dieser "Allstar"-Band. OK - Gisbert zu Knyphausen ist ja schon seit ein paar Jahren einer meiner Favoriten. Und Moses Schneider ist - so weit ich weiß - ein angesagter Indie-Produzent, u.a. für Die Höchste Eisenbahn. Aber vom "Dünnen Mann" habe ich zuvor noch nie gehört. Kürzlich kam mir ein Video der drei unter die Augen und Ohren - und jetzt beim Hören dieser EP (bzw. einseitig bespielter LP mit Kunstwerk auf der Rückseite - oder umgekehrt?) bin ich total begeistert. Absolut in der Spielklasse von der bereits erwähnten Höchsten Eisnbahn. Natürlich bin ich jetzt auch schon neugierig auf die anderen EPs der Band.
(2020-06-15)
[Gisbert zu Knyphausen | Die Höchste Eisenbahn]
Mehr ...