Louise präsentiert: Michaels aktuelle Plattentipps 

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Michaels aktuelle Plattentipps

Ab und zu fallen mir bei den für mich interessanten Neuveröffentlichungen ein paar Mikrotrends auf. Dieses Mal sind kurz hintereinander ein paar sehr schöne Alben mit Coversongs von Künstlern erschienen, die eigentlich selber einen guten Ruf als Autoren haben. Gleichzeitig gibt es auch immer genau ein eigenes, neues Lied:
Gregg Allman lieferte kurz vor seinem Tod mit "Southern Blood" ein ganz vorzügliches Album mit ein paar meiner Lieblingslieder ab, die Jazzsängerin Lizz Wright kommt ebenfalls aus dem Süden der USA und hat auf "Grace" etwas unbekanntere, aber trotzdem schöne Lieder gesungen. "Not Dark Yet", das erste Duettalbum der Schwestern Shelby Lynne und Allison Moorer, enthält ebenfalls nur genau ein eigenes Lied, aber viele tolle Coversongs.
(15.10.2017)

Tim Buckley: "Greetings From West Hollywood" (Manifesto, Oktober 2017)
Nachschlag von den Konzerten, die Tim Buckley im September 1969 im legendären Club Troubadour in Hollywood gespielt hat, und von denen es ja schon die CD "Live At The Troubadour 1969", erschienen 1994, gibt. Ich habe sogar (noch) ein Exemplar der Vinylausgabe ergattern können ...
(19.11.2017)
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"Jon Langford's Four Lost Souls" (Bloodshot, Oktober 2017)
Der Mekons-Gitarrist lebt schon lange in den USA, hat mit seiner Zweitband den Waco-Brothers schon viele wilde Countryrockalben veröffentlicht und wurde letztes Jahr vom legendären Bassisten und Produzenten Norbert Putnam in die Muscle Shoals-Studios eingeladen. Das Ergebnis liegt jetzt vor. Der Mann aus Wales hat den Südstaaten-Bastard aus Rock, Blues und Country besser drauf als so mancher Ami!
(12.11.2017)
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Anouar Brahem: "Blue Maqams" (ECM, Oktober 2017)
Anour Brahem aus Tunesien ist ein Meister der arabischen Laute - was allerdings ein Fakt ist, für den ich mich mich eigentlich kaum interessiere, da ich leider keinen Zugang zu traditioneller (oder sagt man klassischer?) arabischer Musik habe. Da er aber schon recht lange beim von mir hochgeschätzten ECM-Label zu hause ist, höre ich immer dann genauer hin, wenn er tiefer in den Jazz eintaucht und mit hochkarätigen Jazzern zusammen arbeitet. Das war vor knapp 20 Jahren so beim Album "Thimar" so, zusammen mit Bassist Dave Holland und Saxophonist John Surmann, jetzt haben sich Brahem und Holland wiedergefunden und werden dabei am Schlagzeug vom Meister Jack DeJohnette unterstützt. Nur der englische Pianist Django Bates war mir bislang nicht bekannt. Ein fantastisches Doppelalbum, die Anschaffung der Vinylausgabe lohnt unbedingt.
(19.11.2017)
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Jolie Holland & Samantha Parton: "Wildflower Blues" (Cinquefoil, September 2017)
Diese beiden Ladies waren mal zusammen bei den wunderbaren The Be Good Tanyas und haben jetzt ein tolles Album herausgebracht. Es wächst bei jedem Hören.
(12.11.2017)
Kamasi Washington: "Harmony Of Difference" (Young Turks, Oktober 2017)
Der Mann hat wohl keinen Sinn für Tonträger von normaler Länge. Sein geniales Debüt "The Epic" von 2015 kam als 3fach-Album mit einer Laufzeit von fast drei Stunden daher. Der Nachfolger ist jetzt nur eine EP von knapp 30 Minuten Länge, kostet aber auch nur schlappe 10 Oiros - selbst auf Vinyl. Und ist natürlich musikalisch wieder von allererster Güte und kaum weniger episch als der Vorgänger. Pflichtkauf für den Jazzfan.
(31.10.2017)
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Simon Joyner: "Step Into The Earthquake" (BB*Island/Ba-Da-Bing!, Oktober 2017)
Manch ein Singer/Songwriter singt besser als Simon Joyner - wenn man denn vereinzelten Kritikern glauben will. Kaum einer schreibt bessere Songs - und die Texte sind einfach nur großartig. Höhepunkt des prallen Doppelalbums von 80 Minuten Länge (wie sich das gehört!) sind die 20 Minuten des letzten Liedes mit dem wunderbaren Titel "I Dreamed I Saw Lou Reed Last Night", irgendwo zwischen den Kakophonien von "White Light White Heat", den Gitarrenausbrüchen von Syd Barrett bei den frühen Pink Floyd und Neil Young'schem Gegniedel einzuordnen, was natürlich für mich ein Hochgenuss ist.
(31.10.2017)
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Shelby Lynne & Allison Moorer: "Not Dark Yet" (Thirty Tigers/Silver Cross, CD: August, Vinyl: Oktober 2017)
ENDLICH ein gemeinsames Album der beiden Schwestern, die zu den Besten gehören, was es im Bereich Country gibt. Aber beide machen schon lange keine typische Nashville-Musik mehr, sondern zeitlose Singer/Songwriter-Musik der Extraklasse. Hier gibt es neun Coversongs, von den Louvin Brothers, über Dylan bis hin zu Nirvana, aber nur ein gemeinsames Original. Als Produzent ist Teddy Thompson dabei, Sprössling vom Richard & Linda. Das ist alles richtig gut, aber wie toll wäre erst ein gemeinsames Album mit eigenen Liedern?
(20.10.2017)
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Lizz Wright: "Grace" (Universal/Concord, Oktober 2017)
Jazz, Gospel und Folk, kaum jemand bringt das so gut zusammen wie die Sängerin Lizz Taylor. Aber auch Produzent Joe Henry ist (wie immer) zu loben.
(20.10.2017)
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Gregg Allman: "Southern Blood" (Universal/Rounder, Oktober 2017)
Ich liebe natürlich die Allman Brothers und habe auch das eine oder andere Soloalbum der Beteiligten im Regal. Greggs Tod im Frühjahr war natürlich nicht der eigentliche Grund, mir dieses Album zu kaufen, aber zwei der gecoverten Lieder haben bei mir einen ganz banalem Kaufreflex ausgelöst, sodass ich keine Chance zu Widerstand hatte: "Black Muddy River" von den Grateful Dead und "Once I Was" von Tim Buckley. Aber eigentlich ist das ganze Album gelungen. Lied für Lied.
(16.10.2017)
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Hiss Golden Messenger: "Hallelujah Anyhow" (Merge, Oktober 2017)
M.C. Taylor, der Kopf hinter dem Projekt, ist echt fleissig, denn der wunderbare Vorgänger "Heart Like A Levee" ist gerade mal ein Jahr alt. Die Band ist auch für das neue Album mehr oder weniger zusammengeblieben, zu nennen sind vor allem die Brüder Brad und Phil Cook, die ja auch schon unter dem Bandnamen Megafaun oder solistisch musikalisch tolle Musik im Spannungsbereich Rock/Blues/Folk/Country abgeliefert haben.
(20.10.2017)
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Godspeed You! Black Emperor: "Luciferian Towers" (Constellation, September 2017)
Alle paar Jahre gibt es ein neues Album der kanadischen Untergrundhelden des Postrocks (oder wie nennt Ihr so etwas?). Und wie immer finde ich es gut, kann es aber nicht wirklich in Worte fassen.
(30.09.2017)
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The Dream Syndicate: "How Did I Find Myself Here?" (Anti, September 2017)
Eher zeitlos als altmodisch ... das gelungene Comeback der legendären Band um Steve Wynn, der ja selber nie weg vom Fenster war.
(28.09.2017)
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Random Willson & Brokof: "Brother Equal" (Goldrausch, September 2017)
Die auf diesen Seiten von mir schon mehrfach gewürdigte Berliner Band Brokof begleitet auf diesem Album den amerikanischen Sänger Greg Northrop, der aus New York stammt, den es aber wie viele Künstler inzwischen nach Berlin verschlagen hat. Aus der alten Heimat gibt es zum typischen Brokof'schen Folkrock als Schmankerl ein paar in New York aufgenommene Töne von den Bläsern der Dap Kings zu hören.
(27.09.2017)
Mark Olson: "Spokeswoman Of The Bright Sun" (Glitterhouse, September 2017)
Wunderschöner, sparsamer, herzergreifender Folkrock aus der Mojawe-Wüste vom ehemaligen Sänger der Jayhawks, zusammen mit seiner Partnerin Ingunn Ringvold, die mit ihrer Harmoniestimme und Streicherklängen aus dem Mellotron verzaubert.
(15.09.2017)
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Neil Young: "Hitchhiker" (Reprise, September 2017)
Eine frisch ausgegrabene Soloaufnahmesession von 1976 hat mich bei Mr. Young rückfällig werden lassen. Fast alle Lieder sind bekannt und auf späteren Alben in anderen Versionen veröffentlcht worden: Nur "Campaigner" war bereits 1977 auf der wunderbaren Werkschau "Decade" zu hören. Und da auch das Vinyl mal nicht überteuert war, konnte ich ohne große Skrupel zugreifen ...
(14.09.2017)
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Joshua Abrams & National Information Society: "Simultonality" (Glitterbeat/tak:til, April 2017)
Seit Ewigkeiten mal wieder eine Platte, die ich beim zufälligen Hören im Plattenladen (Parallel in Köln!) für mich entdeckt habe. Der US-Amerikaner Josh Abrams ist eigentlich Bassist (u. a für Sam Prekop und auch auf Platten von Gomez und Godspeed You! Black Emperor zu hören), spielt hier aber hauptsächlich auf der Gimbri, einer nordafrikanischen Laute. Seine Mitstreiter sind auch auf Platten von Bonnie 'Prince' Billy und Ryley Walker zu hören, das Plattenlabel gehört zum Weltmusikableger vom Glitterhaus - dieses ganze Namedropping sagt euch zwar nicht, wie die Platte wirklich klingt, aber Ihr könnt sicher sein, dass sie spannend klingt. Mich hat sie völlig begeistert.
(14.09.2017)
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David Rawlings: "Poor David's Almanack" (Acony, August 2017)
Eigentlich ein Muss, vor allem auf Vinyl, was Frau Welch und Herr Rawlings jetzt auch erstmalig anbieten, aber wenn die Platte mit 32 Oiro gleich doppelt so teuer ist wie die CD - dann gibt es für mich leider weiter nur Digitaldiät aus dem Hause Acony. Auch wenn diese tolle Musik geradezu nach Vinyl schreit ... (im übertragenen Sinn natürlich)
(10.09.2017)
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Iron & Wine: "Beast Epic" (Sub Pop, August 2017)
Sam Beam hat sein neues Album eher traditionell produziert, mehr Folk und weniger Breitwandpop wie noch vor ein paar Jahren auf "Kiss Each Other Clean". Die Fachgazetten scheinen es eher langweilig zu finden, aber ich mag es. Tolle Band, im Übrigen ...
(10.09.2017)
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"Hudson" (Motéma, August 2017)
Mit gewissen Signalen bin ich leicht manipulierbar. Gib mir ein paar meiner absoluten Lieblingsjazzer wie Jack DeJohnette und John Scofield, dazu ein paar weitere, meisterliche Spieler wie John Medeski und Larry Grenadier. Gib mir neben unzweifelhaft guten Jams dieser Leute ein paar Songs der größten Singer/Songwriter von Rock und Folk aus den Spät6oern und Früh70ern (Bob Dylans "Lay Lady Lay" und "A Hard Rain's Gonna Fall", Joni Mitchells "Woodstock", den The Band-Klassiker "Up On Cripple Creek" aus der Feder von Robbie Robertson und "Wait Until Tomorrow" von Jimi Hendrix und ich muss die Platte haben ...
(10.09.2017)
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The War On Drugs: "A Deeper Understanding" (Warner/Atlantic, August 2017)
Mein erster Höreindruck: noch mehr 80er-Keyboards als beim letzten Mal. Daran muss ich mich erst einmal gewöhnen ...
(31.08.2017)

Die Eingewöhnung gelingt trotz der vielen Keyboards mit den komischen Sounds ganz gut, sodass bei mir die eigentlichen Songs mehr Aufmerksamkeit bekommen. Ob ich das Album aber richtig gut finde? Eher nur ganz OK ... ganz gut soweit.
(10.09.2017)

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Magnus Lindgren: "Stockholm Underground" (Act, August 2017)
Der schwedische Flötist hat eine Hommage an den legendären Jazzflötisten Herbie Mann aufgenommen. Der Titel bezieht sich natürlich auf dessen Meisterwerk "Memphis Underground".
(31.08.2017)
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Randy Newman: "Dark Matter" (Warner/Nonesuch, August 2017)
Ein neues Album von Mr. Newman - selten geworden in unserer Zeit, aber immer wieder eine gute Sache! Mit der wunderbaren Titelmusik von Monk ("It's Jungle Out There"), die ich schon immer mal abseits des Fernsehers geniessen wollte, und einem Lied über Putin. Erster ist natürlich viel geniessbarer ...
(31.08.2017)
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Zwanie Jonson: "Eleven Songs For A Girl" (Staatsakt, Juli 2017)
Einer meiner liebsten songschreibenden und singenden Trommler ist natürlich Christoph Kähler. Die elf Lieder für ein Mädchen sind bereits sein drittes Album unter eigener Regie, nur sein Künstlername ist noch verbesserungswürdig, wie finde.
(31.08.2017)
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Chris Robinson Brotherhood: "Barefoot In The Head" (Silver Arrow, Juli 2017)
Diese Band ist verdammt fleissig: Zwei Alben in 2012, nur eins in 2014, und wiederum zwei in 2016! Die letzte EP "f You Lived Here, You Would Be Home By Now" mit immerhin 30 Minuten Laufzeit erschien erst im letzten November und jetzt gibt es bereits einen Nachfolger: "Barefoot In The Head" ist vielleicht sogar das beste unter vielen guten Alben, welche die Band bislang abgeliefert hat. Mehr akustische Instrumente als zuvor und einen neuen, festen Bassisten mit Namen Jeff Hill, mit dem Gitarrist Neal Casal bereits bei Hazy Malaze gespielt hat, gibt es darauf zu hören. Es bleibt unter Brüdern eben alles in der Familie.
(13.08.2017)
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Peter Perrett: "How The West Was Won" (Domino, Juni 2017)
Grandios! Ex-Only Ones-Sänger mit seinem zweitem Soloalbum, erschienen völlig "out of the blue" nach knapp 20jähriger Pause, aber trotzdem so frisch, roh und kraftvoll rockend wie in den alten Tagen. An dem Reglern im Konk-Studio der Kinks) saß immerhin Chris Kimsey, dessen Dienste sich gelegentlich auch solche Hochkaräter wie die Rolling Stones sichern.
(15.07.2017)
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James Elkington: "Wintres Woma" (Paradise Of Bachelors, Juni 2017)
Britischer Gitarrist mit Wohnort Chicago mit erstem Soloalbum unter eigenen Namen ...
(15.07.2017)
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Sugarfoot: "The St. Anna" (Crispin Glover, Mai 2017)
Bent Saether von Motorpsycho ist extrem fleissig. Von seiner Stammband erschien vor kurzem mit "Begynnelser" improvisierte Theatermusik auf Doppel-Zehn-Zoll mit CD und DVD, im Herbst kommt ein neues reguläres Album und er hatte auch noch Zeit, mit ein paar Kumpels das bereits dritte Album unter dem Namen Sugarfoot zu veröffentlichen, voll von Countryrock-Perlen, die scheinbar direkt aus den 70ern und aus dem sonnigen Kalifornien stammen, wo sie immerhin ja auch aufgenommen wurden. Da blieb für das Hardrock-Nebenprojekt Spidergawd wohl keine Zeit mehr ...
(15.07.2017)
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dAS bAND: "Eine Andere Option" (Sub Up, Mai 2017)
Ein mir bislang unbekanntes Gitarre/Baß/Drums-Trio aus München mit ihrem zweiten Album als Doppel-Zehn-Zöller - und dann auch noch vom völlig ungekannten bzw. fast vergeßenen Label Sub Up, denen wir in den frühen 90ern ein paar schöne Platten zu verdanken haben, u.a. von den wunderbaren Bay You Know und von FSK. Da war dieser Kauf natürlich Pflicht. Auch wenn ich den Witz mit der fALSCHEN sCHREIBWEISE auch bei mESMO nur bedingt witzig fand, was wohl daran liegt, daß die fESTSTELLTASTE an meinem PC auch zum Feststellen neigt.
(13.07.2017)
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Kathryn Williams: "Songs From The Novel Greatest Hits" (One Little Indian, Juni 2017)
Von Kathryn Williams gab es in den letzten Jahren regelmässig gute bis sehr gute Platten, meist sehr folkig, immer sehr anspruchsvoll, zuletzt auf "Resonator" im Duo mit dem Vibraphonisten Anthony Kerr sogar mit gelungenen Interpretationen von Jazzklassikern. Das neue Album enthält 16 Eigenkompositionen, bei denen die Texte meist von der mir als Literaturbanausen unbekannten Autorin Laura Barnett stammen. Es ist als Ergänzung zu Barnetts neuem Roman "Greatest Hits" gedacht, welcher von der fiktiven Sängerin und Songschreiberin Cass Wheeler und deren Arbeit an einem Album mit ihren größten Erfolgen und die Erinnerung daran handelt. Stilistisch sind die Lieder für Williamßche Verhältnisse recht breit aufgestellt und reichen von sparsamen Folk bis hin zu richtigem Rock. Nur der Jazz bleibt dieses Mal außen vor. Die rockigen Lieder klingen ein wenig nach den Magic Numbers, was natürlich nicht verwundert, wenn man weiß, daß deren Sänger und Gitarrist Romeo Stodart hier als Produzent und Gitarrist mit dabei ist und seine Schwester Michelle Stodart auf den meisten Tracks den Bass beisteuert. Witzigerweise bringt der namentlich nicht genannte Autor des Waschzettels der Plattenfirma hier ein paar Sachen durcheinander. Aber lest selbst unter [Mehr...].
(04.07.2017)
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