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Michaels aktuelle Plattentipps

Zwischenzeitlich habe ich die Tipps der ersten Jahreshälfte schon mal nach 2016 wegsortiert. Kannst Du hier wiederfinden.
(10.08.2016)

Laura Marling: "Semper Femina" (Kobalt/More Alarming, März 2017)
Die britische Sängerin, Gitarristin und Songschreiberin Laura Marling ist nach meinem Wissensstand erst Mitte bis Ende 20, hat aber schon mindestens fünf großartige Alben veröffentlicht. Inzwischen schätze ich ihre musikalische Qualität so hoch ein, dass ich mir ein neues Album ungehört kaufen kann. Auch bei "Semper Femina" wurde ich nicht enttäuscht. Produziert vom Amerikaner Blake Mills, der aus dem Dawes-Umfeld stammt.
(13.03.2017)
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Christian Scott: "Stretch Music" (Lonestar/Ropeadope, Okt. 2015 * Juni 2016)
Das neue Album des grandiosen Trompeters erschien auf CD in den USA zwar schon Ende 2015, ist aber auf Vinyl anscheinend nur über ein deutschen Kleinlabel ab letztem Sommer erhältlich - und wurde leider erst vor wenigen Tagen von mir aufgestöbert. Meiner Meinung nach sein bestes seit "Yesterday You Said Tomorrow". Neu in seiner Band ist Elena Pinderhughes, eine junge, hübsche und überaus virtuose Flötistin. Man(n) und Frau verzeihe mir diesen Anflug von Sexismus.
(12.03.2017)
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Spidergawd: "IV" (Crispin Glover, Feb. 2017)

Spidergawd stammen aus Norwegen und machen Hardrock - und sind somit eigentlich so gar nicht meine Baustelle. Weil aber zwei der vier bislang beteiligten Musiker hauptächlich bei meinen Helden Motorpsycho spielen habe ich mich trotzdem für die Band interessiert. Bassist Bent Saether ist auf dem neuen, vierten Album aber nicht mehr dabei (im vergangenen Jahr wurde er schon beim OBS-Auftritt im Glitterhausgarten durch Hallvard Goardless ersetzt). Drummer Kenneth Kapstad ist zwar weiterhin dabei, hat aber dafür nach zehn Jahren Zugehörigkeit seine Stammband Motorpsycho im letzten Jahr verlassen. Somit kann man Spidergawd also nicht mehr als Motorpsycho-Ableger bezeichnen.
Ansonsten ist alles beim Alten geblieben, vielleicht mit etwas zuviel Hardrock und etwas zu wenig Saxophon für meinen Geschmack. Vielleicht warten wir auch einfach nur auf das nächste Motorpsycho-Album, das für das Jahresende angekündigt ist. Dann ohne Kenneth Kapstad.
(27.02.2017)

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Son Volt: "Notes Of Blue" (Thirty Tigers/Transmit Sound, Feb. 2017)

Jay Farrar bringt alle paar Jahre ein "Bandalbum" heraus. "Notes Of Blue" gefällt mir sogar besser als das, was von seinem Ex-Uncle Tupelo-Kollegen Jeff Tweedy zuletzt mit seiner Kapelle Wilco gekommen ist!
(20.02.2017)

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Chuck Prophet: "Bobby Fuller Died For Your Sins" (Yep Roc, Feb. 2017)

Der Mann ist natürlich eine Legende. Zunächst bei Green On Red, danach mit vielen guten Platten unter eigenem Namen. Auch auf dem neuen Album klingt er so frisch, als wäre es sein erstes und kann diese wunderbare Mischung aus wildem, scheinbar simplem Rock'n'Roll und virtuosem Spiel auf der Gitarre bringen. Ein Master der Telecaster.
(16.02.2017)

Konzerthighlight: Jugendzentrum Karo, Wesel, 12.02.2017: der weltberühmte Gitarrist im kleinen Karo-Club? Kaum zu glauben, aber wahr! Zur Abwechselung war es auch einmal wieder richtig voll dort (und nicht so "überschaubar" wie dann, wenn wir mit W4L dort selber spielen!). Chuck war mit seiner Band in wirklich guter Form und hat einen beindruckenden Gig hingelegt. Das hat gepasst!
(13.02.2017)

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The Desoto Caucus: "4" (Glitterhouse, Jan. 2017)

Album numero cuatro der ehemaligen Begleitband von Howe Gelb (Giant Sand). Nicht nur eine der besten dänischen Americana-Bands (was für ein blöder Satzbeginn!) ...
(08.02.2017)

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Mark Eitzel: "Hey Mr Ferryman" (Decor, Feb. 2017)

Der Meister der großen depressiven Ballade hat in England mit Bernard Butler (Ex-Suede-Gitarrist) ein wirklich gutes Album aufgenommen. Das hat durchaus die Klasse der alten Sachen vom American Music Club ...
(08.02.2017)

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Michael Chapman: "50" (Paradise Of Bachelors, Jan. 2017)

5o Jahre musiziert der englische Sänger und Gitarrist nun schon im Schatten bekannterer Kollegen, was vielleicht auch erklärt, warum er ganz "unverbraucht" rüberkommt, also immer noch gut & spannend ist. Jetzt hat er erstmals in den USA aufgenommen, unterstützt von deutlich jüngeren Musikern aus der Indie-Szene (u.a. Steve Gunn und James Elkington). Nur Sängerin Bridget St. John ist ebenfalls ein Kind der 6oer und 70er und aus England. Viele der Lieder gab es schon auf anderen Alben des Künstlers, da die aber kaum einer kennt fällt das nicht weiter auf. Eine wirklich gute Platte, die mir großen Appetit darauf macht, meine leider noch großen Lücken in der eigenen Michael-Chapman-Sammlung zu schließen.
(08.02.2017)

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Brent Cash: "The New High" (Marina, Jan. 2017)

Neue Platten vom Marina-Label sind rar geworden. Die Herren des kleinen & feinen Hamburger Labels veröffentlichen scheinbar nur dann noch etwas, wenn es von ihren Lieblingskünstlern Brent Cash (misteriöser Multiinstrumentalist aus Athens/Georgia) oder David Scott (Kopf und einziges Mitglied der schottischen Band The Pearlfishers) alle Jubeljahre etwas Neues zu veröffentlichen gibt. Beide Künstler stehen für perfekten Pop in der Beach-Boys-Tradition und sind eher öffentlichkeitsscheu bzw. geben selten bis gar keine Konzerte. Also gibt es wohl auch keine Konzerte zur Präsentation von "The New High". Mutiges Label, tolle Künstler.
(08.02.2017)

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Tift Merritt: "Stitch Of The World" (Redeye/Yep Roc, Jan. 2017)

Ich weiß zwar nicht, was uns Tift mit der großen Trommel in der Astgabel sagen will, aber es ist mir auch ziemlich egal, denn bereits seit ihrem grandiosen Debüt "Bramble Rose" von 2002 verfolge ich die Karriere dieser tollen Sängerin aus dem Grenzbereich Country/Indipendent-Rock. Zeitlos gute Singer/Songwriter-Musik mit toller Begleitband (Marc Ribot an der Gitarre, Jennifer Condos am Bass, Eric Heyman an der Hawaiigitarre und Jay Bellerose am Schlagzeug) und Sam Beam (Iron & Wine) im Produzentensessel.
(08.02.2017)

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Neil Young: "Peace Trail" (Reprise, Dez. 2016 * Jan. 2017)

Neil Young ist einer meiner alten Helden, in einer Liga mit Bob Dylan und Van Morrison. In den letzten Jahren habe ich aber mit seiner aktuellen Musik doch ein wenig gefremdelt, um es mal etwas freundlicher zu formulieren. Vor dem Erwerb der einen oder anderen seiner neuen Platten habe ich mich teilweise geärgert, weil die Vinylversion viel zu teuer gewesen wären und ich mich mit der profanen CD begnügt habe (z.B "Psychedelic Pill"), teilweise war ärgerlich, dass ich sie nach Erwerb doch nicht gut fand. Die letzten Werke habe ich dann ganz ignoriert, bzw. höchstens online mal kurz reingehört und dann für mich abgehakt.
"Peace Trail" erschien im letzten Dezember völlig überraschend, aber ein paar Details haben mich wieder etwas neugieriger gemacht: das Album wurde weitestgehend live im Trio mit Drummerlegende Jim Keltner (mit dem es meines Erachtens keine schlechte Platte gibt!) und dem irischen Bassisten Paul Bushnell (mir bislang unbekannt, wird aber als als Studiomusiker hoch gehandelt und hat u.a. im Kultfilm "The Commitments" mitgewirkt) eingespielt und basiert im Wesentlichen auf Neils akustischer statt der elektrischen Gitarre. Beim Onlinehändler meines Vertrauens habe ich dann mal vorsichtig reingehört und war zwar nicht begeistert, aber auch nicht abgeschreckt. Weil es die verspätete Vinylausgabe dann zu einem normalen Preis gab (also nicht deutlich über 30, sondern nur knapp über 20 Oiro) habe ich mir seit langem mal wieder eine neue Neil Young-Platte bestellt.
Jetzt drehte sich die Platte gerade zum ersten Mal auf meinem Plattenteller und ich bin leider doch wieder etwas ratlos: einerseits klingt es ganz schön, vor allem das rumpelige Schlagzeug von Jim Keltner, ausserdem sind die Songs zwar nicht vom alten "Harvest" oder wenigstens "Silver & Gold"-Kaliber, aber eben auch nicht so schlecht wie etwa auf "Fork In The Road". Aber die zusätzlich eingespielten Overdubs von Joe Yankee (so nennt sich Neil vor allem wenn er als Regisseur seiner Konzertfilme aktiv ist) haben es "in sich": das Harmonium im eröffnenden Titelsong finde ich noch ganz gut und die E-Gitarren-Einwürfe sind zwar wie zuletzt gewohnt schlampig, aber doch auch irgendwie passend (vor allem, weil nur spärlich vorkommen!). Viele Lieder werden aber von einer total verzerrten Mundharmonika ruiniert. Das klingt für mich nicht spannend, sondern einfach nur schräg. Im letzten Lied "New Robot" gibt es dann noch Vocodereffekte, die mich etwas ratlos machen, auch wenn sie nicht so sehr nerven wie die Mundharmonika. Schließlich wird das Lied nicht musikalisch beendet oder ausgeblendet, sondern einfach mitten im Spiel der Musiker plötzlich abgeschnitten! Ich dachte zuerst, mein Plattenspieler sei kaputt oder habe sich einfach abgeschaltet. Positiv kann man sagen: so etwas traut sich wohl nur Neil Young!
(29.01.2017)

In der Januar-Ausgabe des deutschen Rolling Stone war "Peace Trail" Album des Monats. Die gute Kritik war einer von mehreren Gründen, die mich dazu bewogen haben, meinen kleinen Neil-Young-Boykott zu beenden. Da stehen schöne Sätze wie Folgendes:

"Es würde sich lohnen, eine Seite lang ausschließlich darüber zu schreiben, wie die Band auf Neil Youngs neuem Album zusammenspielt. Wie Schlagzeuglegende Jim Keltner keinen Groove selbstverständlich hinnimmt, sondern scheinbar diesen Moment neu entwickelt. Wie Bassist Paul Bushnell die Statik des Playbacks berechnet und zwischen Keltner und Young ausbalanciert. Und vor allem wie Young selbst seine Gitarre in der für ihn typischen art scherinbar linkisch spielt, als ränge er mit sich selbst, und doch eine immens unmittelbare Energie erzeugt - und wie das auf "Peace Trail" so direkt zu erleben ist wie schon lange nicht mehr."

Das klingt schön und stimmt meiner Meinung nach auch. Die folgende Bemerkung habe ich dann aber wohl übersehen, bzw. nicht richtig verarbeitet:

"Hier wie bei zwei, drei anderen Liedern bricht in der Mitte eine endlos verzerrte Mundharmonika ins Arrangement, man zieht unweigerlich den Kopf ein."

Genau das habe auch ich getan: den Kopf eingezogen. Und bis zum abrupten Ende der Plattte scheint der Rezensent wohl nicht mehr gekommen zu sein, denn der wird nicht erwähnt. Oder mein Plattenspieler ist doch defekt ...
(30.01.2017)

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John Abercrombie Quartet: "Up And Coming" (ECM, Jan. 2017)
Seit über 40 Jahren nimmt der Gitarrist bereits Platten für das Münchener Label ECM auf - vielleicht nicht mehr so beeindruckende bzw. relevante wie damals "Timeless" und "Gateway", aber immer noch wunderbare! Im Quartett mit Marc Copland (Klavier), Drew Gress (Bass) und Joey Baron (Schlagzeug).
(18.01.2017)
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The Flaming Lips: "Oczy Mlody" (Bella Union, Jan. 2017)
Bei den Flaming Lips bin ich eigentlich immer neugierig, wenn ein neues Album erscheint. Allerdinx brauche ich dann meist auch eine gewisse Zeit um festzustellen, ob es mir auch wirklich gefällt. Selten, dass mir eine dermassen schräge und (trotzdem relativ) erfolgreiche Band untergekommen ist. Ach ja - Miley Cyrus soll irgendwo auf der Platte zu hören sein. Falls das jemanden interessiert.
(23.01.2017)
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The Blue Aeroplanes: "Welcome, Stranger!" (ArtStar, Jan. 2017)

Das erste Album des neuen Jahres ist ein richtiger Kracher! Zwar kommt die Platte erst am kommenden Freitag heraus, aber bei der Online-Bestellung der Vinylausgabe war direkt der komplette Download des Albums verfügbar. Für irgendwas muss das Internet ja gut sein ...
(03.01.2017)

Heute kam die Platte per Luftpost aus England in Spellen an ... und ich bin noch begeisterter als zuvor! Der Klang der Band ist richtig gut, fast wie live aufgenommen. Und auch die Lieder gehören zum Besten was die Band seit ... sehr vielen Jahren gemacht hat. Das ist locker in der Liga von "Swagger" und "Beatsongs", ihren Klassikern aus den frühen 90ern.
(11.01.2017)

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