Zurück Covergirls Unten

Noch eine Themenseite! Coverästhetik ist für die Wirkung von Musik nicht zu unterschätzen. Da die Männerwelt eine der wichtigsten Zielgruppen von (Rock-)Musik ist, findet man(n) auch immer wieder Plattencover mit hübschen Mädchen. Matthew Sweets Platte "Girlfriend" ist mir damals (1991) auch zuerst wegen des Covers aufgefallen, erst danach habe ich die wunderbare Musik entdeckt. Gleiches gilt für "L'amour, Demure, Stenhousemuir" von Biff Bang Pow (eine CD-Kompilation, ebenfalls von 1991): beides mal schaut dich die Lady mit sinnlich-lässig-distanzierter Arroganz (?) an. Oder sagt man(n) dazu lasziv?  Wenn man(n) nicht völlig ignorant ist, dann schmilzt man(n) dahin!
Die Verbindung zwischen den beiden Platten war mir damals schon intuitiv klar, aber erst jetzt lässt sich daraus etwas "Sinnvolles" machen. Hier also Plattencover mit folgenden Kriterien:

  • auf dem Cover ist eine attraktive Person weiblichen Geschlechts abgebildet (da gibt's viele Platten)
  • aber kein billiges "Sex-Sells"-Bildchen, sondern es muss "künstlerisch wertvoll" sein (es werden weniger)
  • das Covergirl musiziert nicht selber (so fallen also leider alle Platten von Kylie Minogue oder den Bangles raus!)
  • die Musik hält das Versprechen des Covers in qualitativer Hinsicht (da fallen wieder sehr viele Platten raus!)

Rivulets: "I Remember Everything" (JellyFant, Sept. 2014)
Das Label JellyFant aus Oberhausen ist erst seit kurzem auf meinem Radar, Dank Björn Kleinhenz. Dort fiel mir auch diese Band auf, die ich bisher nicht kannte. Da hatte natürlich auch mit dem wunderbaren Cover zu tun, das auch noch auf meine Seite "Cool Smokers" passt. Sparsamer und wunderschöner Singer/Songwriter-Folkrock von einem gewissen Nathan Amundson aus Denver, Colorado. Erinnert mich ein wenig an Galaxy 500 bzw. Damon & Naomi.
(31.12.2015)
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Nick Waterhouse: "Holly" (Innovative Leisure, März 2014)
Total angesagter Retro-Soul aus San Francisco.
(März 2014)
Euros Childs: "Cheer Gone" (Wichita Recordings, 2008)
Euros Childs war Sänger und Hauptsongschreiber der Band Gorky's Zygotic Mynci aus Wales, die zu unrecht fast vergessen sind. "Cheer Gone" ist das bislang einzige seiner zahlreichen Soloalben, das ich mir inzwischen besorgen konnte. Die Musik darauf passt sehr schön zum Cover - bzw. umgekehrt: das verhuschte Cover gibt den Cgharakter der Musik sehr schön wieder. Mehr wird hier nicht verraten.
(Januar 2013)
Spain: "The Soul Of Spain" (Glitterhouse, 2012)
Wie immer bei Spain gibt es auch ein liebreizendes Covergirl zu bewundern.
(Mai 2012)
Donald Byrd: "Slow Drag" (Blue Note, Mai 1967)
... und noch eine sowohl optisch als auch musikalisch wundervolle Blue-Note-Platte! Dieses mal von Trompeter Donald Byrd, hier bei einer seiner letzten akustischen Sessions vor seiner erfolgreichen Funk-Phase, zusammen mit Sonny Red (Altsaxofon),  Cedar Walton (Piano), Walter Booker (Bass) und Trommler Billy Higgins.
(02.03.2008)
Kim Salmon: "Hey Believer" (Glitterhouse/Red Eye, Nov. 1994)
Ich habe keine Ahnung, wer die junge Dame mit der Gitarre ist, aber den australischen Gitarristen wird der eine oder andere von den Scientists oder den Beasts Of Bourbon kennen. "Hey Believer" ist sein Solodebüt, auf dem er aber bei den meisten Liedern von der Band "STM" unterstützt wird, hinter der sich 2/3 der Dirty Three (Geiger Warren Ellis und Trommler Jim White) und Kontrabassist Andrew Entsch verbergen. Die CD wurde damals ohne große Resonanz von Glitterhouse in Europa veröffentlicht und ist schon lange aus den Katalogen gestrichen. Irgendwo zwischen Rock, Country und Krach einzuordnen. Als Gitarrist ist Kim Salmon begnadet, als Sänger nicht ganz so beeindruckend. Deshalb mag ich diese CD schon sehr, bin aber ansonsten eher den Beasts Of Boubon zugetan, bei denen ja der wunderbare Tex Perkins singt. Gibt's die eigentlich noch?
Warren Ellis und Jim White spielen auf jeden Fall immer noch zusammen, u. a. bei den Bad Seeds von Nick Cave oder als Studiomusiker für Marianne Faithful, wie zuletzt auf deren wunderbaren Album "Easy Come Easy Go".
(17.12.2008)
Canyon: "Empty Rooms" (Okt.2002)
"Empty Rooms comes like an oasis in the desert for Canyon. Their last effort, an Insound Tour Support EP, was a lackluster collection of countrified slowcore songs as carelessly created as they were largely received. This album finds the five-piece creating a wonderful, high-fidelity recording of ten psych-rock gems. The opening "Sleepwalker" sweeps singer John Wall's vocals with a A Storm in Heaven-era Verve flange while sparse but effective drumming recalls that of Mimi Parker in Low. The same magic comes on "Mansion on the Mountain" and "Head Above." Tracks like "Ten Good Eyes" and "Radio Driver" slip from this reverby trip to recall the band's more Neil Young-influenced beginnings. It's hard to tell on songs like these which is greater: the desire to emulate that broken-down Springsteen sound or to repaint an indie sound with homemade color. When these two elements are surmounted, as on the organ-drenched "Lights of Town," Canyon escapes the gravity of its influences, instruments, and collective past to become a truly great band. That said, Empty Rooms is not the best these D.C. rockers have in them. Look forward to the next one from Canyon. It might just be great."
(allmusic.com)
Laurindo Almeida: "Acapulco '22" (Tower, 196?)

Ach ja, ..., manchmal wünscht man(n) sich doch, Brasilianer zu sein!
(30.12.2007)

"Another in the long line of samba records to come out of Brazil and embrace the more contemporary sounds of the American airwaves. But, you get a nice version of Misirlou and some very talented fretwork on the part of the rotating second guitarists. And the cover ain't too hard on the eyes either." (www.tralfaz-archives.com)

Bobby Hutcherson: "Happenings" (Blue Note, 1967)
... und noch eine sowohl optisch als auch musikalisch wundervolle Blue-Note-Platte! Dieses mal vom Vibraphonisten Bobby Hutcherson zusammen mit Herbie Hancock (Piano), Bob Cranshaw (Bass) und Trommler Joe Chambers. Neben fünf Hutcherson-Originalen gibt es auch eine schöne Version von Hancocks "Maiden Voyage" zu hören.
(17.12.2006)
Terry Callier: "What Color Is Love" (Cadet, März 1973)
Tja - habe ich da jetzt gegen die "No-Sex-Sells"-Regel verstoßen? Vielleicht. Aber auf jeden Fall ein schönes Foto und - vor allem - eine tolle Platte von Terry Callier, dem besten Singer/Songwriter im Grenzbereich Folk/Jazz/Soul!
(August 2006)
The Horace Silver Quintet: "The Cape Verdean Blues" (Blue Note, 1965)
Immer gut für tolle Cover ist auch das Jazzlabel Blue Note, obwohl "Cape Verdean Blues" nicht unbedingt das typische Blue-Note Cover hat. Das Foto wurde von Reid Miles geschossen. Das Horace Silver Quintet war eine der erfolgreichsten Combos des Labels in den 6oern.
(27.04.2006)
The Bathers: "Kelvingrove Baby" (Marina, Feb. 1997)
Hinter dem Bandprojekt "The Bathers" versteckt sich der ausgezeichnte schottische Singer/Songwriter Chris Thompson, der in den 90ern beim Hamburger Marina-Label drei wunderbare Platten, alle mit wunderschönen Covern, herausgebracht hat. Das Label Marina wird u.a. vom Designer Stefan Kassel geleitet, der (natürlich) alle Plattenhüllen seiner kleinen Firma mit einem hohen Wiedererkennungswert selber gestaltet hat. Ich werde mal stöbern, ob ich da nicht noch die eine oder andere Perle für diese Seite finde...
(07.07.2005)
Herb Alpert & Tijuana Brass: "Whipped Cream & Other Delights" (A&M, 1965)
Da kam ich jetzt wirklich in's Grübeln,denn das ist natürlich ein "Sex Sells"-Cover. Aber billig? Vielleicht. Aber irgendwie doch schön. Und ein Klassiker unter den LP-Covern. Und die Qualität der Musik? "Easy Listening" nennt man sowas heutzutage. Da ich inzwischen Sergio Mendes & Brasil 66 sehr gerne höre sollte ich auch hier vielleicht mal den Versuch wagen...
(24.07.2004)
Matthew Sweet: "Girlfriend" (ZOO, 1991)
Die Lady auf dem Cover schaut dich an und du bist hin und weg! Hinter diesem Angriff auf die Sinne steckt eine der schönsten Gitarrenrockplatten von einem der unterbewertetsten Singer/Songwritern der letzten Jahre.
Das Foto stammt aus den 5oern und soll von einem berühmten Fotographen sein. Ich werd's demnächst mal genauer recherchieren.
Biff Bang Pow! "L'amour, Demure, Stenhousemuir" (Creation, 1991)
Biff Bang Pow war die "Hobbyband" von Alan McGee, dem Chef des Creation-Labels (Weather Prophets, Jazzbutcher, Teenage Fanclub und natürlich OASIS).
Belle & Sebastian: "Fold Your Hands Child, You Walk Like A Peasant" (Jeepster, 2000)

Belle & Sebastian sind eine kleine & feine Band aus Glasgow/Schottland, die sehr viel Wert auf Covergestaltung legt, wobei sich die Musiker selber nie zeigen, sondern Freunde und Bekannte auf der Plattenhülle abbilden. Alle Platten der Band sind auch schon am Coverstil zu erkennen. Letzte Woche, am 10. August 2002, hat die Band übrigens eines ihrer raren Gastspielen in unseren Breiten gegeben, und zwar auf dem wiedermal tollen Halderner Open Air!

"Klangliche Veränderungen gegenüber dem Vorgänger haben sicher mit dem Abgang von Bassist Stuart David zu tun, der sich nun auf seine eigene Band, Looper, konzentriert. Davids elektronische bzw. gesprochenen Beiträge bildeten einen wichtigen Kontrast zum mehr retro-orientierten und organischen Teil der Platte. Hier erleben wir Belle & Sebastian deshalb so Sixties-besessen wie nie zuvor. Nur die schwankende Qualität des Songwritings ist ein wenig enttäuschend, aber Fans werden an dieser Platte, die gewiß ihr Geld wert ist, zweifellos Gefallen finden." ("MOJO", UK)

Chris Cacavas: "Pale Blond Hell" (Normal, 1994)
Eine von vielen guten Cacavas-Platten, diesesmal mit der attraktivsten Latzhosenträgerin, die ich je gesehen habe! Ist sie die "Pale Blond Hell"?
Miles Davis Sextet: "Someday My Prince Will Come" (Columbia, 1962)
Bei der Lady handelt s sich meines Wissens um Miles' damalige Ehefrau. Normalerweise hatten farbige Fotomodelle damals auf Plattenhüllen nichts verloren. Auf jeden Fall ein wunderschönes Album mit entsprechender Musik. Zum letzten Mal Miles mit Coltrane.
Drop Nineteens: "Delaware" (Caroline, 1992)

Ich muss zugeben, dass ich nichts über die Band weiss, halt eine Collegerock-Band, die mal für ein Album ein bisschen Aufmerksamkeit bekommen hat. Die CD ist mir tatsächlich wegen des Covers aufgefallen, die Musik ist mittelprächtig, haut einen aber nicht unbedingt vom Hocker.
(April 2001)

Neulich bekam ich eine Email von Stephan Kirchoff, der mich darauf aufmerksam machte, dass das Covergirl eigentlich eine Knarre in der Hand hält. Als ich mir das Cover über Google gezogen habe (ich war zu faul, selber einzuscannen) ist mir das gar nicht aufgefallen (mea culpa!). Da muss wohl irgend ein übermotivierter Pazifist (ich bin eigentlich selber ein Pazifist, nur nicht übermotiviert!) herumretuschiert haben. Ein klarer Fall von Zensur. Wenn Ihr jetzt mal mit der Maus über das Bild geht, könnt ihr vergleichen. Ausserdem habe ich mir die CD seit langem mal wieder angehört. Es ist zwar immer noch keine meiner Lieblingsplatten, aber meine erste Schnellschuss-Bewertung ist deutlich zu negativ und oberflächlich ausgefallen (eben ein Schnellschuss). Eigentlich eine gut rockende Gitarrenplatte.
(August 2003)

Otis Redding: "The Soul Album" (Stax/Volt, 1966)
Damals waren Covergirls nix ungewöhnliches auf den Plattenhüllen - wenn der thematische Bezug auch oft nicht da war. Aber wen interessiert das schon? Zumindest war es nicht mehr ganz so ungewöhnlich, dass das Covegirl nicht blass und blond war.
Roxy Music (Island, 1972)
Roxy Music hatten damals immer irgendwelche hübschen, meist leicht bekleideten Mädels auf dem Plattencover. Ich bin zwar nie ein grosser Fan der Band gewesen, aber das Debütalbum ist auf jeden fall ziemlich klasse. Vor allem war Eno noch dabei.
Spain: "I Believe" (Restless, 2001)
Liebeslieder im Zeitlupentempo, aber kein Kuschelrock, wie das Cover vielleicht suggerieren mag, von Josh Haden, der hier singt, komponiert, produziert und den Bass spielt und dabei von Akustikgitarrist Merlo Pedlowski, Drummer Will Hughes und E-Gitarrist/Keyboarder Shon Sullivan unterstützt wird. Sein Vater ist übrigens der weltberühmte Jazzbassist Charlie Haden. Die Wahl des Instruments und das Talent (fast) wie beim alten Herren, aber musikalisch geht´s in eine völlig andere Richtung. Kann man am ehesten noch mit Mark Kozelek und seinen Red House Painters vergleichen. Das Label Restless hat sich sonst eigentlich eher einen Namen mit Bands aus der Krachfraktion gemacht.
This Mortal Coil: "Blood" (4AD, 1991)
Alle drei Alben von This Mortal Coil, dem Studioprojekt des 4AD-Labels-Chefs Ivo Watts-Russell, kommen für diese Themenseite in Frage, aber auf "Blood" kann man das Covergirl am deutlichsten erkennen!