Das Album des Jahres
weitere Highlights ...
| The Beach Boys: "Holland" (Brother, Jan. 1973) |
Eigentlich waren die Beach Boys damals auf dem Tiefpunkt ihre Karriere
(Brian Wilson war ein hilfloses Drogenwrack), als irgend jemand die verrückte
Idee hatte, in Holland ein Platte aufzunehmen, wozu ein ganzes Studio
in Einzelteilen von Kalifornien in die Nähe von Hilversum geschafft
wurde (ihr solltet mal den interessanten Bericht
über das Entstehen der Platte lesen!). Trotz all der widrigen Umstände
entstand eine wunderschöne Platte - und sogar Brian Wilson
war dabei. Sie enthält mit "Sail On Sailor" eines meiner
absoluten Lieblingsstücke von ihm. Neben dem harten Kern um Brian,
Carl Wilson, Dennis Wilson, Mike Love und Alan
Jardine gehörten zu dieser Zeit auch die beiden südafrikanischen
Musiker Ricky Fataar (Schlagzeug) und Blondie Chaplin (Gitarre)
fest zur Band.
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| Frankie Miller: "Once In A Blue Moon" (Chrysalis, Jan. 1973) |
"This first album by Scotland's Frankie Miller features pub-rock favorites Brinsley Schwarz
as his backup band. That alone is reason enough to own this
record. Add to that a nice batch of songs (mostly originals) and you have
an enjoyable album." (Jim Worbois, All Music Guide)
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| Bruce Springsteen: "Greetings From Asbury Park" (Columbia, Jan. 1973) |
Das Debütalbum von Bruce hatte ich Mitte oder Ende der 70er mit meinem
alten Phillips-Tonbandgerät mitgeschnitten. Die Bänder existieren
lange nicht mehr, sodass ich auch diese akustischen Grüße ewig
nicht mehr gehört habe. Kürzlich kam mir das Album aber im MP3-Format
unter die Finger, wobei mir aufgefallen ist, was für ein tolles Album
ich da jahrelang verdrängt habe. Jedes der Lieder ist anders, jedes
ist klasse. Im Nachhinein nicht nachvollziehbar, warum Bruce nicht bereits
mit diesem Album den großen Durchbruch schaffte. Merkwürdigerweise
bin ich trotzdem selber nie zum großen Springsteen-Fan geworden,
obwohl ich "Born To Run"
und besonders "Darkness On The
Edge Of Town" - und im Grunde auch dieses hier - für gr0ßartige
Alben halte. Aber irgend wie war mir der Mann ab den 80ern einfach zu
präsent. Oder seine Alben wurde (aus meiner Sicht) einfach nur schlechter.(12.02.2009) |
| "Atlantis" (Vertigo, Feb. 1973 |
Atlantis waren im Grunde die runderneuerten Frumpy:
zu Sängerin Inga Rumpf, Keyboarder Jean-Jacques Kravetz
und Bassist Karl-Heinz Schott kamen Gitarrist Frank Diez
und Trommler Curt Cress, die Jahre später dann zur Créme
der Deutschrock-Mucker gehörten und oft bei solchen Herrschaften
wie Udo Lindenberg und Peter Maffay zu sehen und zu hören waren.
Curti hielt es damals aber nicht lange bei Atlantis und war bereits bei
der anstehenden Englandtournee durch niemand anderen als Udo Lindenberg
ersetzt worden, der beim zum Jahresende erscheinenden Nachfolgealbum "It's
Getting Better" aber seinen Platz schon wieder für Ringo
Funk (Ex-Jeronimo, falls das jemanden interessiert) geräumt hatte.
Die Platte verkaufte sich damals kurioserweise schlechter und war weniger
beliebt als das zeitgleich veröffentlichte posthume Livealbum von
Frumpy, was Frau Rumpf und ihren treuen Gesellen sicherlich mit
lachendem (wegen der zusätzlichen Einnahmen) und weinendem Auge (wegen
der offensichtlichen Missachtung der musikalischen Weiterentwicklung der
Band durch die Kundschaft) gesehen haben.Zurück zur Musik: aufgenommen Ende 1972 in England mit dem Produzenten John Burns (Genesis), poppiger und gleichzeitig jazziger (bzw. funkiger!) als Frumpy, wie immer toller Gesang von Inga, tolles Gitarrenspiel, tolle Tastenklänge von Jean-Jacques und Gastmusiker Jean Roussel (sonst bei Cat Stevens, u.a., auch Franzose wie Herr Kravetz?). Teilweise klingt's wie Traffic, was vielleicht auch daran liegt, dass deren Congamann Rebop Kwaku Baah mit im Studio war.
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| "The Byrds" (Elektra/Asylum, Feb. 1973) |
McGuinns letzte Byrdsbesetzung hatte gerade ihr Abschiedskonzert gegeben (Clarence
White, der kurz darauf bei einem Autounfall verstarb, Chris Hillman
und Joe Lala als Ersatz für die gekündigten Skip Battin
und Gene Parsons), als durch David Geffen (der damals für
das neue Asylum-Label alle möglichen Leute unter Vertrag nahm - sogar
Bob Dylan) das Angebot für
eine Byrdsplatte in Originalbesetzung (Roger McGuinn, David
Crosby, Gene Clark, Chris Hillman und Michael Clarke)
kam. Obwohl diese Platte sicher nicht den Vergleich mit den alten standhält
und alle bis auf den Trommler Michael Clarke je 2 Songs beitragen, die
meist schwächer als vergleichbare Titel von Soloplatten sind, fallen
3 Coverversionen positiv auf "For Free" von Joni Mitchell,
"Cowgirl In The Sand" und "See The Sky About To Rain"
von Neil Young. Nicht zuletzt wegen der schlechten Kritiken wurde
diese Reunion nicht verlängert. Aus der zeitlichen Distanz finde
ich aber, dass die Platte durchaus ihren Charme hat. |
| "Guru Guru" (Brain, Feb. 1973) |
Viertes Album von Deutschlands bestem Gitarrentrio und bereits das zweite für
das Kultlabel Brain. Weil die Band im nächsten Jahr zu Atlantic
wechselte, was wohl als eine große Ehre angesehen wurde, aber kommerziell
gnadenlos in die Hose ging, brachte Brain dann den 10-DM-Billigsampler
"This Is Guru Guru" als Kombination jeweils der Hälfte
von Album Nr. 3 (dem genialen "Känguru")
und diesem hier heraus, den ich mir stattdessen kaufte: damals kosteten
normale LPs immerhin 22 DM und der "Elektrolurch" war ja schließlich
dabei! Deshalb steht dieses Album mit dem wunderschönen Cover erst
jetzt, mit 30 Jahren Verspätung, als CD-Wiederveröffentlichung
in meinem Plattenschrank! So weit ich weiß haben die drei Atlantic-Platten
von 1974/75 immer noch nicht den Sprung in das CD-Zeitalter geschafft.(April 2004) |
| Gypsy: "Brenda & The Rattlesnake" (United Artists, Feb. 1973) |
[Man |
The Fish (Barry Melton, 1975) |
Doing A Moonlight (Alkatraz, 1976) |
Silver Pistol (Brinsley Schwarz, 1975) |
In Search Of Space (Hawkwind, 1971) |
Down By The Jetty (Dr. Feelgood, 1974) |
Lost And Found]
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| Little Feat: "Dixie Chicken" (Warner, Feb. 1973) |
Album #3 dieser Klasseband hatte ich doch bislang glatt in meiner Favoritenliste vergessen! "Alles fügte sich zusammen bei Little Feats drittem Album. Die erweiterte Besetzung gab der Band ein geschmeidigeres, rhythmisches Fundament, über dem Slide-Gitarrist Lowell George einige seiner stärksten Nummern entfalten konnte. Gemeinsam entwickelten sie diesen maßgeschneiderten erdig-schweren, bluesigen Studiosound. Im Titelstück, aber auch in "Fat Man In A Bathtub" und "Two Trains" verarbeiteten Little Feat komplizierteste Rhythmen mit klagendem Backgroundgesang und scharfzüngigen Wortspielen zu einer absolut überzeugenden Soulrock-Melange. In vielerlei Hinsicht ist Dixie Chicken ein naher Verwandter des ein Jahr älteren Exile On Main Street von den Stones. Wenn auch etwas verschlossener daherkommend als das Stones-Meisterwerk, sind doch die Highlights auf Dixie Chicken ohne weiteres auf gleichem Niveau." (Steve Stolder , Amazon-Redaktion) |
| Traffic: "Shoot Out At The Fantasy Factory" (Island, Feb. 1973) |
Dieses Traffic-Album scheint außer mir keiner zu mögen - so what.
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| John Martyn: "Solid Air" (Island, Feb. 1973) |
Für mich eine der besten Martyn-Platten. Vor allem der Titelsong hat es mir
angetan. In der Begleitung überzeugen Danny Thompson am Kontrabass,
sowie Fairport Conventions Dave Pegg (bg)
und Dave Mattacks (dr). Von den Liedern seien noch "May You
Never", "Don't Want To Know About Evil" und "Man In
A Station" erwähnt, die später von Eric Clapton,
Santana, Dr. John und Ian Matthews
gecovert wurden.
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| Fairport Convention: "Rosie" (Island, März 1973) |
1972 war ein hartes Jahr für die Band. Nach "Babacombe
Lee" hatte das einzige verbliebene Urmitglied Simon Nicol
die Band verlassen und ließ drei frustrierte Daves zurück (Swarbrick,
Mattacks und Pegg), doch schließlich fand man guten
Ersatz mit zwei Nicht-Engländern: dem amerikanischen Gitarrenvirtuosen
Jerry Donahue und dem australischen Sänger und Akustikgitarristen
Trevor Lucas. Lucas war der Ehemann von Ex-Mitglied Sandy
Denny und spielte mit Sandy und Jerry auch schon in der kurzlebigen
Band Fotheringay zusammen. Insgesamt
wurde der Stil der Band wieder etwas offener, mit etwas weniger Folk.
Kein Nachteil. Das Titelstück ist eine der schönsten Lieder,
die Dave Swarbrick je geschrieben hat. |
| "Christmas At The Patti" (United Artists, März 1973) |
Das war wohl eine tolle Weihnachtfete damals am 19.12.1972 in Cardiff/Wales,
als sich Man, Dave Edmunds
und andere Bands aus deren Dunstkreis versammelt hatten. Mit dabei waren
noch: Help Yourself, Ducks
Deluxe und die damals von Man abtrünnigen Deke
Leonard und Martin Ace. Das ganze wurde auf einem heute sehr
raren 10"-Doppelalbum festgehalten.
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| Gram Parsons: "GP" (Reprise, März 1973) |
Grams Solodebüt nach dem Ausstieg bei den Flying Burrito Brothers und einer fast zweijährigen Pause, die er gerüchteweise kiffend bei den Aufnahmesessions der Stones für "Exile On Mainstreet" in Frankreich verbracht hatte, kann man als gelungen betrachten: er heuerte die Musiker der Elvis Presley-Band an (alles Nashville-Spitzenkönner wie James Burton und Glen D. Hardin) und wählte als Gesangspartnerin Emmylou Harris. Im September 1973 verstarb er leider kurz nach den Aufnahmen zum zweiten Album, welches dann erst posthum erschien. Emmylou führte mit den o. g. Musikern als "Hot Band" sein Erbe weiter. ähnlich wie bei Velvet Underground verkauften sich beide Platten damals sehr schlecht, inspirierten aber viele andere Musiker dazu, an der Verbindung von Country und Rock'n'Roll weiter zu arbeiten, sodass Gram Parsons heute zurecht (?) als Urvater dieses Genres gilt ("es wurden damals zwar nicht viele Platten verkauft, aber jeder der es tat gründete anschließend eine Band..."). ähnlich wie bei Tim Buckley, Jimi Hendrix und anderen
Künstlern hat der frühe Tod natürlich zur Legendenbildung
beigetragen. Zyniker würden sagen, er hatte durch den "Abgang"
auf dem künstlerischen Höhepunkt die "Glück",
keine schlechte Platten veröffentlichen zu können. Ich halte
das für Blödsinn: hört euch die Platten von Parsons an
und lasst euch von der wunderschönen Musik überzeugen (es
gibt übrigens beide Soloalben zusammen auf einer CD: das ist so,
als würde Atlantic "Led Zeppelin III" und "Led Zeppelin
IV" auf einer CD herausbringen!)
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| John Cale: "Paris 1919" (Reprise, März 1973) |
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Anspieltipps: "Andalucia" (eines seiner besten Lieder!), "Hanky Panky Nohow" und "Half Past France". |
| Terry Callier: "What Color Is Love" (Cadet, März 1973) |
Cover Girls]
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| Led Zeppelin: "Houses Of Holy" (Atlantic, März 1973) |
Das erste Album, das ich von Led Zep damals wahrgenommen habe und deshalb
für mich auch wichtiger als die Alben 1-4. Enthält mit "Rain
Song", "Ocean", "The Song Remains The Same" und
dem Reggae "D'yer Make'er" ein paar echte Killertracks. Außerdem
ist das ein geniales Cover.
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| Terry Reid: "River" (Atlantic, März 1973) |
Zu Terry Reid "Karriere" kann man nur sagen: was für eine Verschwendung von Talent! Einer der besten britischen Rocksänger hat es nach einem Hitalben in den späten 60ern in England seit den 70ern bis heute in seiner Wahlheimat USA nur zu vier Platten gebracht, die teilweise genial (wie diese) und teilweise nicht ganz so genial waren, aber in jedem Fall kommerzielle Flops. In der 73er Truppe spielte übrigens David Lindley seine unnachahmliche Slidegitarre!
Eine kleine Anekdote am Rande: Jimmy Page wollte Terry Reid als Sänger für die späten Yardbirds gewinnen. Dieser lehnte aber wegen seiner "Solokarriere" ab und empfahl stattdessen den damals völlig unbekannten Robert Plant. Dieser wurde zwar nicht der neue Yardbirds-Sänger, aber ...
Terry Reids leider nur sehr schmales Gesamtwerk habe ich komplett auf Vinyl, aber lange nicht mehr gehört. Darunter gibt es mit "River" auch einen absoluten Klassiker. Da musste dann natürlich das remasterte Reissue her! Auch nach den englischen Blättern Mojo (Tim Buckley-Vergleiche) und Uncut ein Meisterwerk. Auch wenn der Glitterhousemensch das "nicht wirklich verstanden" hat. Trotzdem danke für's Importieren. (2003-09-14)
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| King Crimson: "Larks' Tongue In Aspic" (Island/E.G., März 1973) |
Auf dem fünften Album versammelte Robert Fripp eine komplett neue
Truppe um sich: Bill Bruford (dr), John Wetton (voc,bg),
David Cross (vio) und Jamie Muir (perc). Auch der Texter
Peter Sinfield war nicht mehr dabei. Diese Besetzung hielt relativ
lange (zumindest der Kern Fripp/Bruford/Wetton war auch auf dem nächsten
Album "Red" zu hören) und produzierte hier ein schräg/schönes Werk.
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| Pink Floyd: "Dark Side Of The Moon" (EMI/Harvest, März 1973) |
Kürzlich aus völlig unerfindlichen Gründen für mich wieder entdeckt:
Pink Floyd in den frühen bis mittleren 70ern. Vor allem mein
Lieblinxalbum "Wish You Were Here",
das erste, das ich mir damals angeschafft hatte, dann vielleicht etwas
überraschend "Relics",
die Resteverwertung von 1971 mit den frühen Singles von Syd Barrett,
aber eben auch diesen ersten "Megaseller". Wenn man das Album
nicht zu oft hört, dannist es wunderschön. Leider lief es damals
permanent und überall und hat mich, wie ich eben so bin, schnell
genervt.(05.01.2009) |
| Eagles: "Desperado" (Elektra/Asylum, April 1973) |
Der zweite Streich der Adler, immer noch toll (weil immer noch mit Bernie Leadon!),
noch vor ihrer Superstarperiode ab "Hotel California".
Neben dem wunderschönen Titelsong (von Don Henley gesungen)
liebe ich besonders heiß und innig Glenn Freys "Tequila
Sunrise".
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| Pete Sinfield: "Still" (Manticore, Mai 1973) |
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| Kevin Ayers: "Bananamour" (EMI/Harvest, Mai 1973) |
Damals ist dieses doch recht schräge Album noch komplett an mir vorbei gegangen: somit hier also eine "späte Entdeckung". Ayers spielte mal Bass bei Soft Machine, war aber für deren Entwicklung hin zum Jazzrock nicht zu haben. Er schied aber wohl nicht im Streit, denn seine ehemaligem Kollegen Robert Wyatt und Mike Ratledge sind hier als Gäste dabei. Stattdessen wandelte er sich zum Singer/Songwriter mit viel schön/schrägem britischen Charme und Humor, wodurch seine markante Stimme wesentlich besser zum Tragen kam (schön tief und wohl sehr sexy - soweit ich das als Mann beurteilen kann!). Unter den Songs ragen das 8minütige "Decadence", Nico gewidmet und auf's heftigste nach den Velvet Underground klingend, das folkige "Shouting In A Bucket Blues" mit treibender Akustikgitarre von Herrn Ayers und einem schönen Gitarrensolo von Steve Hillage, sowie die 6/8-Soulballade "When Your Parents Go To Sleep" (scharfe Bläser, die in meiner remasterten CD so richtig reinknallen, und ein affenscharfer Chor mit 2 Mädelz und einem Burschen: klingt verdammt nach Otis Redding - also eine verdammt hohe Messlatte!) heraus. Einziger nervender Punkt und auch eine Premiere: meine erste CD mit Kopierschutz: als wenn mit Kevin Ayers-Raubkopien in großem Stil Geschäfte zu machen wären! Zumindest läuft die CD nach anfänglichem Ruckeln in meinem PC. |
| Paul Kantner, Grace Slick & David Freiberg: "Baron von Tollbooth & The Chrome Nun" (RCA/Grunt, Mai 1973) |
Die Platte habe ich mir eigentlich nur wegen des tollen Covers und Titels
gekauft, da ich kein so großer Jefferson
Airplane-Fan bin, als dass ich auch alle "Nebenprojekte"
der Leute besitzen muss. Es stellt sich aber heraus, dass es fast ein
"richtiges" Airplane-Album, sogar eins der besseren, ist. Immerhin
war David Freiberg (Ex-Quicksilver
Messenger Service) zuletzt auch JA-Mitglied (als Ersatz für Marty
Balin). Bei einzelnen Songs sind sogar die JA-Kollegen und Hot
Tuna-Separatisten Jorma Kaukonen und Jack Casady dabei.
Die meisten Gitarrenparts werden aber vom damals hyperfleißigen
Jerry Garcia und dem späteren Jefferson Starship-Crewmitglied
Craig Chaquico gespielt. |
| Tom Waits: "Closing Time" (Elektra/Asylum, Mai 1973) |
Waits Debüt hatte noch nichts von dem wüsten Stil der späteren
Jahre (z.B. "Swordfishtrombones"), ist aber trotzdem eine gelungene
Singer/Songwriterplatte mit vielen bekannten Liedern: "Ol' 55"
(von den Eagles gecovert), "Martha"
(einer der wenigen Songs, den Tim Buckley je gecovert hat!) und
"Rosie" (haben die Beat Farmers mal aufgenommen).
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| "Copperhead" (Columbia, Mai 1973) |
Copperhead gab's nur eine Saison. Es war der Versuch, um den Gitarrenhexer John
Cippolina eine erfolgreiche Truppe aufzubauen. Woran die ganze Sache
dann trotz dieser einen tollen Platte scheiterte, ist mir unklar: auf
jeden Fall wurden sie vor dem (großen?) Durchbruch von ihrer Plattenfirma
wie eine heiße Kartoffel wieder fallen gelassen und das war's dann. |
| Dr. John: "In The Right Place" (Atlantic, Mai 1973) |
Dr. John aus New Orleans war bekannt als der Voodoo-Priester des Rock,
aber eigentlich ein ziemlich guter Blues- und Soulpianist und -sänger.
Auf dieser Platte war er weg von den Verkleidungsmätzchen der Vorjahre
und lieferte mit dem Produzenten Allen Toussaint und den Meters
(Organist Art Neville, Bassist George Porter, Gitarrist
Leo Nocentelli und Trommler Zigaboo Modeliste) als Begleitband
eine überzeugende Platte mit zwei seiner wichtigsten heutigen Konzertklassiker
ab: "Right Place, Wrong Time" und "Such A Night".
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| Gong: "Flying Teapot" (Byg/Virgin, Mai 1973) |
Teil 1 "The Radio Gnome Invisible Trilogy".
Teil 2, "Angel's Egg", kam schon wenige Monate später.
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| Can: "Future Days" (United Artists/Spoon, Juni 1973) |
Die dritte Produktion Deutschlands bester Rockband mit dem japanischen "Sänger"
Damo Suzuki war m. E. die letzte Großtat der Band. Danach
ließen sie ein wenig nach (was allerdinx bei Musikern solchen Kalibers
immer noch mehr ist, als andere je schaffen werden!). |
| Van Morrison: "Hard Nose The Highway" (Warner, Juni 1973) |
Dieses Morrison-Album hat es mir nicht leicht gemacht! Gekauft habe ich es erst
lange nachdem ich die beiden Killeralben Tupelo
Honey (von 1971) und Veedon Fleece
(von 1974) schon als Doppelalbum hatte (vielleicht kennt der eine
oder andere von euch ja noch diese "Twoofer"-Doppelalben: "Two
Originals Of ..."). Auf jeden Fall schien für mich dazwischen
lange Zeit erstmal kein Platz für mehr Van Morrison zu sein. Als
ich mir die Platte dann irgendwann doch mal billig gekauft habe (wahrscheinlich
bei Zweitausendeins"), schreckte mich zuerst der klassische Chor
in der Eröffnungsnummer "Snow In San Anselmo" ab. Danach
kommt aber die schöne Singleauskopplung "Wild Love", die
auch auf Tupleo Honey gepasst hätte.
Und im Titelstück läuft Van schließlich doch noch zu Höchstform
auf. Insgesamt vielleicht nicht Vans Meisterwerk - aber immer noch besser
als das, was die meisten anderen "Künstler" so rauslassen!
Und wie gefällt euch das schöne Covergemälde? So was gibt's
heute leider nicht mehr! |
| Pink Fairies: "Kings Of Oblivion" (Polydor, Juni 1973) |
Dies ist bereits das dritte Album des britische Heavy-Blues-Rock-Trios,
aber das erste mit dem neuen Sänger/Gitarristen Larry Wallis.
Eine Band, die "Pink F." heißt und auf dem Cover fliegende
Schweine hat: höre ich da jemanden "geistigen Diebstahl"
rufen? Bedenke er doch bitte das Erscheinungsjahr dieser "Könige
der Vergessenheit". Nomen est omen. Leider.(13.07.2008)
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| Carlos Santana & John McLaughlin: "Love Devotion Surrender" (Columbia, Juni 1973) |
Auch ich konnte damals bei Veröffentlichung mit dem Album nichts anfangen,
denn es geht hier beim gemeinsamen Album der Gitarrenstars aus den Sparten
Rock und Jazz um eine Hommage an den großen John Coltrane,
von dem "A Love Supreme"
und das wunderschöne "Naima"
gespielt werden. Gleich vier Drummer sind zu hören: Billy
Cobham und Jan Hammer vom Mahavishnu
Orchestra, Mike Shrieve von Santana sowie Jazzer Don Alias.
Wer sich jetzt wundert, warum Jan Hammer nicht hinter den Keyboards saß,
der sollte wissen, das die Orgel von einem der allerbesten bedient wird:
Larry Young. Laßt Euch auch nicht von der
Guru-Frömmerlei abschrecken, an der ich selber eigentlich nichts
störendes finde, solange hier nicht bekehrt werden soll, denn es
geht um nichts als Musik. OK - die weißen Anzüge sehen ziemlich
beknackt aus. Aber: was soll's?(04.09.2009) |
| Gila: "Bury My Heart At Wounded Knee" (Warner, Juli 1973) |
Ganz anders als beim titellosen Debüt von 1971 klang die Band dann zwei Jahre später: Conny Veit war ohne seine alten Mitmusiker aus beruflichen (?) Gründen nach München gezogen und inzwischen Mitglied beim Studioprojekt Popol Vuh von Florian Fricke. Zusammen mit Fricke, Popol Vuh-Trommler Daniel Fiechelscher und seiner singenden Freundin Sabine Merbach nahm er für die große Plattenfirma Warner dieses Album unter dem alten Bandnamen auf. Statt langer, rockiger Instrumentalpassagen gab es hier kurze, teilweise folkige Songs, bei denen der Gesang und die Texte über die nordamerikanischen Indianer und ihre Vertreibung durch die Weißen im Mittelpunkt standen.
(2008-07-13)
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| Krokodil: "Sweat And Swim" (Bellaphon/Bacillus, Juli 1973) |
Fünftes und letztes Album der besten Schweizer Rockband. Und wie schon bei "An Invisible World Revealed", ihrer letzten Arbeit für Liberty, ein Album ohne Grenzen und kommerzielle Kompromisse, dieses mal sogar als Doppelalbum. Die Spannbreite ist für Krautrockbands jener Zeit (wir wollen, weil es Schweizer sind, natürlich nicht wirklich von einer Deutschrockband sprechen!) sehr breit: zwischen 17-minütigen Bluesrockjams und kurzen Folksongs ist alles möglich. Neben den guten eigenen Songs gibt es sogar drei Coverversionen, ungewöhnlich sowohl für die Band, also auch für das ganze Genre damals: man musste ja immer "kreativ" und "eigenständig" sein. Da durfte man ja schließlich nicht covern. Auch nicht Elvis Presley ("That's Alright Mama", eigentlich ein Blues von Arthur Crudup), Bob Dylan ("Talking World War III Blues") und Kris Kristofferson ("Billy Dee"). Auf Anraten der Plattenfirma wurde diese Tatsache auf dem Cover auch etwas "verschleiert": nach dem Hinweis "all titles written by Krokodil, published by Bellver, except..." erfolgt für die oben genannten drei Lieder nur der Hinweis auf den jeweiligen Musikverlag. Es wird also nicht ganz gelogen!
Aufgenommen wurde in Vierkanal-Quadrophonie, 1973 der letzte Schrei und heute im Zeitalter von Dolby-5-Punkt-Dingenskirchen längst vergessen, im damaligen "Hightec" Studio von Dieter Dierks, zur Unterstützung holte man sich den Keyboarder Veit Faiden, den Gitarristen Rainer Marz und auch Ex-Sänger/Geiger Hardy Hepp hinzu. Insgesamt eine schöne Rockplatte, die ich lange nicht mehr gehört habe! (2015-01-20) Das letzte Album der besten schweizer Rockband aller Zeiten hatte ich mir zwar schon vor etwa 10 Jahren auf CD besorgt, aber jetzt gibt es doch tatsächlich eine Vinyl-Wiederververöffentlichung, wo ich trotz des Preises jenseits der 20 Oiro-Grenze nicht nein sagen konnte! (2015-09-04)
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| Deke Leonard: "Iceberg" (United Artists, Juli 1973) |
Der Ausstieg des Man-Gitarristen im letzten Jahr brachte 2 sehr
schöne, aber nicht sonderlich erfolgreiche Soloalben. Er fehlte deshalb
kurioserweise auf den beiden besten Man-Alben: "Be
Good To Yourself, At Least Once A Day" von 1972 und dem im September
1973 erscheinenden "Back Into The Future"),
was aber keine falschen Rückschlüsse bedeuten soll, denn diese
beiden Soloalben sind durchaus gelungen. Es gab auch wohl keinen Krach
untereinander, denn die alten Man-Kollegen sind alle mit dabei, genauso
wie die Musiker von Help Yourself,
mit denen er bei der Weihnachtsparty "Christmas
At The Patti" spielte. Im nächsten Jahr brachte das Personalkarussell
Deke dann wieder zurück zu seiner Stammband und er blieb diesmal
dabei ...
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| The Allman Brothers Band: "Brothers And Sisters" (Capricorn, Aug. 1973) |
Slidegitarrengott Duane Allman und Bassist Berry Oakley waren beide im Harley-Himmel
und obwohl man mit dem Ende der Band rechnete, hatten sie plötzlich
mit Ramblin Man und dem Instrumentalsong Jessica (kennt wohl jeder von
WDR2) ihre größten Hits. Man hatte Duane Allman bewusst nicht
durch einen neuen Gitarristen ersetzt, sondern mit Chuck Leavell
einen begnadeten Pianisten in die Band genommen, Sänger Greg Alman
konzentrierte sich auf die Hammond und gelegentliche Ausflüge an
die akustische Gitarre. Bei den Trommlern (zwei wie bei den "seelenverwandten"
Grateful Dead!) blieb alles beim alten, am Bass mit Lamar Williams
natürlich ein neuer Mann. Der verbliebene Gitarrist Dickey Betts
aber übernahm die vakante Führungsrolle und so geriet dieses
vierte und erfolgreichste Album deutlich countrylastiger, ohne natürlich
das Southern Feeling zu verlieren. Eines der klassischen Allman Studioalben
und #1 in US-Charts. |
| "Maria Muldaur" (Reprise, Aug. 1973) |
An dieser Platte liebe ich das, was ich auch an vielen Emmylou Harris- und Linda Ronstadt-Alben so schätze: Klasse Songs (durchweg Fremdmaterial, meist unbekannt, sodass man neue und unbekannte alte Songschreiber entdecken kann) und virtuose aber sehr relaxte Begleitmusiker, die immer songdienlich spielen.
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| "Ougenweide"(Polydor/Zebra, Aug. 1973) |
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| Stevie Wonder: "Innervisions" (Tamla Motown, Aug. 1973) |
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| Tim Buckley: "Sefronia" (Discreet, Sept. 1973) |
Das vorletzte Album. Und angeblich nicht mehr so toll. Mir gefällt es
aber immer noch gut genug: besser ein schwächeres Album von Tim Buckley
als ein gutes von so manch anderem "Künstler". Immerhin
mit der Studioversion von "The
Dolphins" von Fred Neil,
das er ja live schon seit längerem im Programm hatte. Und "Martha"
vom damals noch relativ unbekannten Songschreiber Tom Waits. |
| Kevin Coyne: "Marjory Razor Blade" (Virgin, Sept. 1973) |
Mein Grabbelkisten-Highlight! Dieses Doppelalbum habe ich mir mal vor langen Jahren neuwertig für sage und schreibe 99 Pfennig gekauft - und jetzt noch mal als CD für ungeheure 9 Oiro. Virgin war damals übrigenz sowas wie ein "Independent-Label" und begann erst allmählich, dank Mike Oldfield und seinen "Tubular Bells", Geld zu verdienen. Da konnte man es sich offenbar leisten, so unkommerzielle Künstler wie Captain Beefheart und den englischen Poeten Kevin Coyne im Stall zu haben. Der bringt es nach diesem Solodebüt sogar noch auf weitere 7 Alben bei Virgin bis 1980. Neben "Matching Head And Feet" von 1975 (damals mit Andy Summers in der Begleitband!), das meine erste Coyne-Erwerbung war, ist mir dieses Doppelalbum aber immer am liebsten geblieben.
(2006-01-28)
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| Grateful Dead: "Wake Of The Flood" (Grateful Dead, Sept. 1973) |
Die erste Veröffentlichung auf dem bandeigenen Plattenlabel - eine
wunderbare Platte (ich bin als verkappter "Deadhead" da aber
wohl nicht besonders objektiv). Deshalb hier nur ein paar Fakten: die
erste Platte nach dem Tod von Pigpen und auch die erste Studioproduktion
mit dem neuen Keyboarder Keith Godchaux, der hier auch zum ersten
und einzigen mal in seiner Deadzeit singt ("Let Me Sing Your Blues
Away"). Ebenfalls neu dabei seine Frau Donna Jean Godchaux als
Chorsängerin (sie tritt aber kaum in Erscheinung und war wegen ihrer
Rolle in der Band auch immer ein Diskussionspunkt für Fans). Von
Jerry Garcia gibt es mehrere gute Songs ("Half-Step Missisppi...",
"Stella Blue" und "Row Jimmy"), nur die Single "Eyes
Of The World" ist nach meiner Geschmack etwas schwächer. Von
Bob Weir hören wir eine mehrteilige "Weather Report
Suite", Bill Kreutzmann muss z. Z. ohne seinen Trommelpartner
Mickey Hart auskommen, Phil Lesh ist am Bass wie immer genial,
aber mal wieder ohne eigene Songs und Gesangsversuche. Ungewöhnlich
ist die große Anzahl von Gastmusikern (Doug Sahm, Matt
Kelly, Vassar Clements, Martin Fierro u.a.). Das Album
wurde übrigens von der Band Jazz Is Dead komplett gecovert
("Laughing Water", Zebra 1999)!
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| Ian Matthews: "Valley Hi" (Elektra, Sept. 1973) |
Nach der kurzen ersten Plainsong-Episode
zog es Ian nach Kalifornien. Dort nahm er unter der Produktionsaufsicht
von Ex-Monkee Michael Nesmith diese Platte mit einer seiner besten
Eigenkompositionen ("Keep On Sailing") auf. Seine größte
Stärke lag aber in der Interpretation von Liedern anderer Autoren:
"These Days" (Jackson Browne), "Seven Bridges Road"
(Steve Young) und weitere Lieder von Richard Thompson, Randy Newman, Don
Gibson und Michael Nesmith. |
| Man: "Back Into The Future" (United Artists, Sept. 1973) |
Dieses Doppelalbum ist eine der bekanntesten Man-Platten geblieben. Eine
Platte live, die andere im Studio zeigten Micky Jones, Terry
Williams, Phil Ryan, Will Youatt und den Neuzugang Tweke
Lewis (Ex-Wild Turkey) auch
künstlerisch klar im oberen grünen Bereich. Nur Deke Leonard
war nicht dabei (er kehrte aber zum nächsten Album "Rhinos,
Winos + Lunatics" von seinem erfolglosen Soloausflug "Iceberg"
zurück). Von dieser Platte stammt der Konzertklassiker "C'mon".
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| Poco: "Crazy Eyes" (Epic, Sept. 1973) |
Schönes Album der Band, die in ihrem Marktsegment "Countryrock" immer
im Schatten der Eagles stand und zweimal den
Bassisten abtreten musste. Sänger/Gitarrist Richey Furay
war mal bei Buffalo Springfield
und gründete zusammen mit Pedalsteeler Rusty Young und Drummer
George Grantham die Band. Bassist Timothy B. Schmitt kam
für den zu den Eagles abgewanderten
Randy Meisner und löste ihn später auch dort wieder
ab (Poco = Farmteam der Eagles?), Gitarrist Paul Cotton war für
Jim Messina (zusammen mit Furay in der letzten Buffalo Springfield-Besetzung
und später mit "Loggins & Messina" erfolgreich) dazu
gestoßen. Erwähnenswert sind zwei schöne Coverversionen,
die zu meinen absoluten Lieblingssongs gehören: "Brass
Buttons" von Gram Parsons (dessen eigene Version erst
im nächsten Jahr auf "Grievous
Angel" posthum veröffentlicht wird) und das wunderschöne
"Magnolia" von J.J.Cale.
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| Popol Vuh: "Seligpreisung" (Kosmische Musik, Sept. 1973) |
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| Lou Reed: "Berlin" (RCA, Sept. 1973) |
Das Album nach "Transfomer"
- eine schwere Hypothek, da "Walk On The Wild Side" kaum zu
toppen war. Trotzdem eine gute Scheibe. |
| Jesse Colin Young: "Song For Juli" (Warner, Sept. 1973) |
Wenn ich einem Marsmenschen erklären müsste, was gute Laidback-Musik
ist, würde ich ihm möglicherweise das zweite Soloalbum des ehemaligen
Sängers der Youngbloods
(kennt die überhaupt noch jemand?) vorspielen. |
| Neil Young: "Time Fades Away" (Reprise, Sept. 1973) |
Nach der kommerziell erfolgreichen "Harvest" erschreckte Neil Young viele Fans mit den folgenden Platten. Auch ich konnte damals mit "Time Fades Away" nichts anfangen. Erst im Nachhinein wurde mir die Qualität dieses Albums klar. Die fast durchweg neuen Songs wurden alle live aufgenommen, was wohl auch für das damalige Publikum gewöhnungsbedürftig war, die natürlich lieber die "Hits" gehört hätten. Nur "Journey Through The Past", eine schöne Klavierballade, kannte der eine oder andere schon, der den merkwürdigen gleichnamigen "Spielfilm" von Neil Young gesehen oder den ebenso merkwürdigen Soundtrack gehört hatten. Gibt's immer noch nicht auf CD! Nachtrag: Inzwischen sind das Meisterwerk "On
The Beach", der Flickenteppich "American
Stars 'N Bars" sowie die eher unwichtigen Alben "Reactor"
und "Haws & Doves" als Silberlinge erschienen. Nur "Time
Fades Away" und der krude Soundtrack "Journey Through The
Past" fehlen auch weiterhin! |
| Atlantis: "It's Getting Better" (Vertigo, Okt. 1973) |
Kaum mehr als ein halbes Jahr ist vergangen seit dem Debütalbum "Atlantis"
- und es geht tatsächlich noch besser! Inga Rumpf ist gesanglich
in Topform und nicht nur auf dem Cover in übergröße neben
ihren Jungs. Aber auch die haben es natürlich drauf an ihren Instrumenten.
Besonders schön gefallen mir die fast jazzigen Passagen auf dem Fender-Rhodes
E-Piano von Monsieur Kravetz. Auch Dieter Bornschlegel,
der Nachfolger von Frank Diez an der Gitarre (und bald darauf selber schon
wieder weg vom Fenster...), macht seine Sache sehr gut. Atlantis waren vielleicht sogar besser als ihre Vorgängerband Frumpy, bekamen aber leider nie die gleiche Anerkennung. Vielleicht weil sie ganz bewusst nicht versuchten "deutsch" zu klingen, also "krautrockig", sondern eher "international"? Das höchste Lob von Snobs war damals: "für eine deutsche Band ganz gut!". Auch ich muss zugeben, dass ich mich dieser Haltung nicht ganz entziehen konnte und kann aus der Distanz heraus jetzt klar sagen: tolle Band. Sie hätten richtig groß werden können. (Dez. 2006) |
| Brinsley Schwarz: "Please Don't Ever Change" (United Artists, Okt. 1973) |
Zwar nicht mein Lieblinxalbum der Pubrockband um den Sänger, Bassisten
und Songschreiber Nick Lowe, aber eben trotzdem ein gutes Album
... |
| Jackson Browne: "For Everyman" (Asylum, Okt. 1973) |
Jacksons zweiter Geniestreich, besser produziert als der Vorgänger, gute bis
sehr gute Songs (z.B. "Take It Easy", die Kollaboration mit
Eagle Glenn Frey oder "These Days", das Nico
schon ein paar Jahre vorher mit Jackson aufnahm). In der Begleitband erstmalig
sein langjähriger musikalischer Partner David Lindley. |
| Caravan: "For Girls Who Grew Plumb At Night" (Decca/Deram, Okt. 1973) |
Die einzige englische Band aus der "Progrock"-Ecke neben Van
Der Graaf Generator, für die ich mich wirklich erwärmen
kann. Wahrscheinlich tut man der Band aus Canterbury mit diesem Etikett
aber sowieso nur Unrecht.
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| Genesis: "Selling England By The Pound" (Charisma, Okt. 1973) |
Leute, bitte nicht wundern! Diese Platte hat wenig mit der furchtbaren Hitfabrik aus
den 80ern und 90ern, mit und ohne Phil Collins, zu tun. Der trommelte
damals zwar schon bei der Band (sogar ziemlich gut!), durfte auch bei
einem Luied singen, Hauptsänger war aber Peter Gabriel, von
dem ich zwar auch kein Fan bin, der aber immerhin kein Hitparadenfuzzi
mit Seichtigkeiten im Programm ist. Man nennt so was heutzutage Progressive-Rock
- und da kann ich eigentlich auch überhaupt nicht drauf: Trotzdem
mag ich diese Platte, wenn vielleicht auch nur aus nostalgischen Gründen.
Wie auch immer: inzwischen kann ich das zugeben, ohne mich zu genieren.
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| John Martyn: "Inside Out" (Island, Okt. 1973) |
Dieses schöne John Martyn-Album sollte allmählich mal neu auf CD veröffentlicht
werden, denn meine alte Kassettenkopie gibt langsam aber sicher ihren
Geist auf! |
| New Riders On The Purple Sage: "Panama Red" (Columbia, Okt. 1973) |
Das "Hitalbum" der Band. Eigentlich war die Band ja nur als Testfeld
für die Pedalsteel-Experimente von Jerry Garcia gedacht, doch
dann kam das beim Publikum so gut an, dass mehr daraus wurde. Der viel
beschäftigte Jerry wurde deshalb auch auf dem nächsten Album
durch Buddy Cage ersetzt. Herausragend zwei Songs, die Peter
Rowan für die Band schrieb: der Titelsong und "Lonesome
L.A. Cowboy". Neben dem Sänger John Dawson taten sich
jetzt auch den anderen Bandmitglieder (Gitarrist David Nelson,
Drummer Spencer Dryden und vor allem Bassist Davd Torbert)
als Songschreiber hervor. |
| Walter Wegmüller/Die Kosmischen Kuriere: "Tarot" (Ohr, Okt. 1973) |
Ein esoterisch angehauchtes, damals von mir überhaupt nicht wahrgenommenes Doppelalbum aus der Krautrockzeit über Tarot-Karten, gesprochen vom Schweizer Dichter (?) Walter Wegmüller, organisiert und produziert vom (zu Recht!) sehr kontrovers diskutierten Rolf-Ulrich Kaiser und seiner "Muse" Gille. Das sollte eigentlich Warnung genug sein, um diesem "Werk" aus dem Weg zu gehen, wenn mich da nicht die illustre Besetzungsliste der Begleitband neugierig gemacht hätte. Das waren alles Musiker aus den Bands, die Kaiser damals auf seinen Labels Ohr und Pilz unter Vertrag hatte: Keyboarder Jürgen Dollase, Schlagzeuger Harald Großkopf und Bassist Jerry Berkers von Wallenstein, "Multiinstrumentalist" Walter Westrupp vom Duo Witthüser & Westrupp (ich kann ihn hier aber nur mit ein paar sehr charmanten Blockflötentönen heraushören!), Klaus Schulze am prähistorischen Synthesizer, sowie Manuel Göttsching und Hartmut Enke von der ebenfalls elektronisch orientierten Band Ash Ra Tempel, die sich hier aber beide sehr kompetent als Rockgitarristen präsentieren. Diese "Allstarband" entwickelt hinter den vorgetragenen Texten und in längeren Instrumentalpassagen eine spannende Musik im Grenzbereich von Rock, Folk und Elektronik.
Die Wirkung der anscheinend ernsthaft gemeinten - und mich eher irritierenden - Texte wird durch den Vortrag von Wegmüller mit seiner nicht zu überhörender Schwyzerdütsch-Einfärbung - und einmal von Jerry Berkers mit holländischem Akzent - doch angenehm gemildert. "Kosmische Weisheiten" klingen mit Schweizer Akzent für meine Ohren eben nicht mehr ganz so pathetisch. Eher lustig. Außerdem haben damals ja auch englische Bands wie Hawkwind Ähnliches in der Verbindung von Kosmos, Poesie und Rock'n'Roll gemacht. Mich würde eigentlich nur noch interessieren, was die teilweise doch eher bodenständigen Musiker ("bodenständig" für Hippieverhältnisse - zumindest würde ich die drei beteiligten "Wallensteine" so einschätzen!) wohl selber von dem von Herrn Kaiser verpassten Bandnamen "Kosmische Kuriere" gehalten haben. Mehr oder weniger zeitgleich entstanden im Studio vom legendären Dieter Dierks im Kölner Vorort Stommeln auch die von mir sehr geschätzten Alben "Mother Universe" von Wallenstein, "Unterwegs" von Jerry Berkers und "Bauer Plath" von Witthüser & Westrupp! Das Original auf Doppelvinyl aus den 70ern, mit echten Tarotkarten, soll heutzutage angeblich unbezahlbar sein. Die Doppel-CD vom französischen (!) Label Spalax (ohne Karten) ist aber über das Internet immer noch zu bekommen. Aufgeschlossenen Geistern mit Sinn für das Kuriose, aber auch mit Sinn für musikalische Substanz, kann ich diese CD nur wärmstens empfehlen! (2008-08-03) |
| Billy Cobham: "Spectrum" (Atlantic, Nov. 1973) |
Das Solodebüt des angeblich besten Jazzrockdrummers aller Zeit - und deshalb eigentlich
für mich erst Recht kein Grund, diese Platte zu mögen, weil
Jazzrock ja nie so ganz mein Ding war und ist. Aber dieser Platte (die
schon seit Mitte der 70er besitze!), ist einfach klasse, daran führt
kein Weg vorbei. Das liegt zum einen an den guten Komposition (eine Nummer
wurde später sogar von Massive
Attack zum Hit verarbeitet!) und der Produktion von Mr. Cobham (während
sein virtuoses Schlagzeugspiel oft einen Tacken übertrieben ist),
zum anderen aus der tollen Band, die eben Jazz UND Rock drauf hatte: Jan
Hammer aus alten Mahavishnu-Orchestra-Tagen an E-Piano und Synthesizer,
L.A.-Studiobassist Lee Sklar, der Mann mit dem ZZ-Top-Rauschebart,
den man damals eher von Jackson Browne- und James Taylor-Platten und heute
von Phil Collins-Konzerten kennt, dazu der damals gerade mal 22jährige
Gitarrist Tommy Bolin, der wenig später Richie Blackmore bei
Deep Purple ersetzte (auf "Come And Taste The Band" von
1975) und ein Jahr danach den frühen Drogentod starb.
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| Elliott Murphy: "Aquashow" (Polydor, Nov. 1973) |
Das Debüt eines der unterbewertetsten Singer/Songwriter aus den USA.
Er hatte damals wie viele seiner Kollegen (z.B. Loudon
Wainwright III) den Stress, der neue "Bob Dylan" sein zu
müssen. Was er natürlich nicht war. Seine wahren Fans hat er
inzwischen in Europa gefunden, wo er nun schon lange lebt und regelmäßig
schöne, aber kommerziell unbedeutende Alben herausbringt.
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| Nektar: "Remember The Future" (Bellaphon/Bacillus, Nov. 1973) |
Diese Platte hatte ich lange vergessen und erst kürzlich wieder entdeckt.
Vier in Hamburg ansässige Engländer zeigten mit den beiden ganzseitigen
Teilen der Suite "Remember The Future" (solch überlange
Songmonster galten damals als sehr stilvoll!) ihren bekannteren Kollegen
von Pink Floyd und Yes, wo der Hammer hängt.
In Deutschland waren sie damit die kleinen Könige und konnten in
England und den USA zumindest einen Achtungserfolg erzielen. Bei allen
berechtigten Berührungsängsten gegenüber dem, was man heute
"Progrock" nennt, ist das hier aber trotzdem eine schöne
Platte, mit in der großen Suite versteckten wunderschönen kleinen Popsongs!
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| Bonnie Raitt: "Takin' My Time" (Warner, Nov. 1973) |
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| Santana: "Welcome" (Columbia, Nov. 1973) |
Das jazzigste Album der Band hatte damals viele "normale" Fans eher
überfordert, dabei ist es doch eine wunderschöne Platte. Fest
dabei als Sänger und Jodler (!) ist Leon Thomas, der schon
auf dem Meisterwerk "Karma"
von Saxophonist Pharoah Sanders seine Stimme erhoben hatte. Weitere
Gäste aus der Jazzecke: John McLaughlin, Airto Moreira,
Flora Purim und Herbie Mann. Da verwundert es vielleicht
auch nicht mehr, dass das Titelstück von John Coltrane stammt. |
| Ringo Starr: "Ringo" (Apple, Nov. 1973) |
Das ist schon ein klein wenig kurios, wie ich auf dieses Album gestoßen bin, denn ich bin eher ein mittelprächtiger Beatles-Fan und habe mich bisher wenig für das Solowerk der Fab Four interessiert, besonders wenig für das ihres lustigen Trommlers.
Neulich kam nachts bei Bayern3 das komplette Bangla Desh-Konzert, das George Harrison damals organisierte und in dem auch Ringo seinen Solospot mit "It Don't Come Easy" hat. Ich hatte plötzlich Lust, die Nummer auf der Gitarre zu spielen und habe im Internet recherchiert: heraus kam, dass es sich um eine eigentlich albumlose Single von 1971 handelt, immerhin Platz 4 in den Charts, die aber später als Bonusdreck auf der CD-Version seines dritten Albums von 1973 landete. Das Album, an das ich mich noch wegen der Singles "You're Sixteen" und "Photograph" erinnerte aber nie als Ganzes gehört habe, hatte erstaunlich gute Kritiken und stellt wohl den kommerziellen und künstlerischen Höhepunkt von Ringo in der Nach-Beatles-Ära dar. Alle anderen Ex-Beatles mischten als Musiker und Autoren mit, sogar meine Helden von The Band waren vollständig dabei, ebenso die "üblichen Verdächtigen" (Billy Preston, Jim Keltner, Klaus Voorman, Nicky Hopkins, etc.). Nur Leon Russell muss wohl verhindert gewesen sein. Gerade höre ich das Album zum ersten Mal als solches - und mag es sehr! "You're sixteen, you're beautiful, and you're mine!" (2009-07-07)
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| Embryo: "We Keep On" (BASF, Dez. 1973) |
Jetzt nicht wundern, aber in den frühen 70ern hat sich auch dieser
Chemiegigant aus Ludwigshafen mal für ein paar Jahre als Plattenfirma
versucht! Vielleicht um den eigenen Vinylabsatz zu erhöhen? Oder
weil man sich sagte: "Wir können Vinyl machen, also sind
wir ja auch eine Plattenfirma!"? Keine Ahnung - ist ja auch egal.
Auf jeden Fall gab es damals zum Teil recht obskures Zeug aus Ludwigshafen:
ich erinnere mich an das inzwischen ultra rare, aber nicht unbedingt gelungene
Debütalbum von Conny Veits Band Gila, außerdem hatte
man das Stuttgarter Jazzlabel MPS von Joachim-Ernst Behrend
im Vertrieb. Aber ich schweife ab! Auch die deutschen "Ethno-Jazz-Rocker"
Embryo haben dort mal veröffentlicht. Zwar hab ich "We Keep
On" damals nicht gehört (ich besaß nur 2 Billig-Kompilationen
vom Brain-Label), aber es jetzt als CD-Wiederveröffentlichung
von einem Plattenlabel aus Andorra (!) neu für mich entdeckt.Wie bei einer "richtigen Jazzplatte" sollte man hier Aufnahmezeitpunkt (Dez. 1972) und Besetzung erwähnen: neben Bandgründer und einzigem Dauermitglied Christian Burchard (Schlagzeug, Vibraphon) sind das Langzeitgitarrist Roman Bunka, Keyboarder Dieter Miekautsch und der damals in Deutschland beheimatete Saxofonist Charlie Mariano. Da alle damaligen Embryoplatten eine hohe musikalische Qualität hatten, ist der "internationale Durchbruch" , den die Band angeblich mit diesem Album schaffte, sicherlich auf dieses prominente (Teilzeit-)Bandmitglied zurückzuführen. Guter Hippie-Kiffer-Jazzrock! (24.06.2004)
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| Gong: "Angels Egg" (Virgin, Dez. 1973) |
Teil 2 von "The Radio Gnome Invisible Trilogy".
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| Gary Burton & Chick Corea: "Crystal Silence" (ECM, 1973) |
Die Platte klingt genau so, wie sie heißt: wunderbare Piano-Vibraphon-Duette von zwei Meistern.
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| Commander Cody & His Lost Planet Airmen: "Country Casanova" (MCA/Paramount, 1973) |
Auch auf ihrem dritten Album brachte diese achtköpfige Hippietruppe wieder
ihre ungewöhnliche Mischung aus Swing, Country und Rock'n'Roll. Wie
immer gab es ein tolles Cover! |
| Country Gazette: "Don't Give Up Your Day Job" (United Artists, 1973) |
Ein Wühltischentdeckung! Dieses Quartett, entstanden aus den Resten von
"Dillard & Clark",
stand für hochkarätigen Bluegrass kalifornischer Prägung,
also durchaus mit offenen Ohren für Rock und Pop, was sich auch in
der Songauswahl widerspiegelt: Lieder von Stephen Stills, Don McLean,
Elton John (der schrieb damals tatsächlich schöne Lieder!),
aber eben auch vom Meister Bill Monroe. Bekanntestes Bandmitglied dürfte
der Geiger Byron Berline gewesen sein, neben Banjospieler Alan
Munde, Bassist Roger Bush und Gitarrist Kenny Wertz. |
| Dobie Gray: "Drift Away" (MCA, 1973) |
Schlimm genug, dass man das extra erwähnen muss: es gibt schwarze
Sänger, die sich sehr kompetent an Countrymusik (i.w.S.) versuchen.
Neben Ray Charles und Charlie Pride muss da unbedingt der
Texaner Dobie Gray genannt werden, der mit dem Titelsong, komponiert
von seinem Produzenten Mentor Williams, einen Welthit landet, der
viel gecovert wurde, u. a. von Humble
Pie und - so weit ich weiß - auch von den Rolling Stones.
Irgendwo habe ich auch mal gelesen, dass mit "Drift Away" eine
der ersten "Americana"-Platten aufgenommen wurde. Ob man diese
Album jetzt tatsächlich so hoch hängen muss, bleibt mal dahingestellt
- Außerdem scheinen die Unterschiede zwischen Country und Soul im
Süden der USA dann doch nicht so gross zu sein, wenn man etwa an
solche Sänger und Songschreiber wie Tony
Joe White, Eddie Hinton und
Donnie Fritts denkt (von dem hier
die wunderbare Ballade "We Had It All" gecovert wird).Begleitet wird Dobie Gray von der Créme de la Créme der Nashville-Musikszene: David Briggs (keyb), Mike Leech (bg), Reggie Young (g), Troy Seals (g), Kenny Buttrey (dr) und Weldon Myrick (pedal steel). Es ist wohl kaum überraschend , dass Briggs, Malone und Young auch bei Ton Joe Whites aktuellem Album zu hören sind! (11.04.2006)
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| "Gryphon" (Transatlantic, 1973) |
Gryphon waren eine sehr obskure Gruppe. Auf ihrer ersten Veröffentlichung
spielten sie in der Besetzung Richard Harvey (Blockflöte,
Keyboards), Brian Gulland (Fagott), Graeme Taylor (Gitarre)
und David Oberle (Perkussion) eine sehr von Klassik (bzw. Barock)
und Folk geprägte, aber eigenständige (meist) instrumentale
Musik, in der vor allem der virtuose Blockflötenspieler herausragte.
Es sollten bis 1977 noch 4 weitere Alben folgen, in der sich die Musik
hin zu so etwas wie "Progrock" entwickelte.
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| Claire Hamill: "October" (Island, 1973) |
Bei den Aufnahmen zu ihrem zweiten und letzten Album für Island war Claire Hamill gerade erst 18 geworden. Paul Samwell-Smith (Ex-Yardbirds-Bassist und Cat Stevens-Erfolgsproduzent) sorgte für einen Folksound, der etwas kompakter daherkommt als auf dem Debüt "One House Left Standing" von 1971. Nur der Bluesrocker "You Got Me Running" von Jimmy Reed will für mich irgendwie nicht dazupassen.
Nach Ende ihrer ersten Solo-Karriere, Ende der 70er/Anfang der 80er, soll sie sogar mal bei Wishbone Ash mitgewirkt haben. Danach wechselte sie ins New-Age-Fach.
(2010-04-22)
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| Heads Hands & Feet: "Old Soldiers Never Die" (Atco, 1973) |
Der Schwanengesang einer der besten britischen Bands der frühen 70er. Das wollte damals
kaum jemand hören. Sänger Tony Colton konzentrierte sich
fortan wieder auf seine Tätigkeit als Produzent (er hat auch alle
drei HHF-Alben vorzüglich in Szene gesetzt!), Bassist Chas Hodges
wechselte zum Klavier und wurde eine englische Pubrock-Semi-Legende im
Duo Chas & Dave (mit Dave Peacock). Nur den Leadgitarristen,
Keyboarder und zweiten Leadsänger Albert Lee wird der eine
oder andere von Euch durch sein späteres Mitwirken u.a. bei Emmylou
Harris, Eric Clapton, u.v.a., sowie durch gelegentliche Soloalben
kennen.(31.12.2007) |
| Garland Jeffreys (Atlantic, 1973) |
Das völlig unbekannte und titellose Debütalbum des New Yorker Singer/Songwriters,
der in seiner Heimat weitestgehend unbekannt, in Europa zumindest einem
kleineren Publikum bekannt ist: da gab's mal mit "Matador" einen
kleineren Hit und ein paar Fernsehauftritte, woher ich den Mann dann ja
auch kannte. 1973 gab's aber noch keinen "Matador" und dieser
erste Versuch, Singer/Songwriter-Musik mit Reggae zu mischen, war kommerziell
gesehen ein Fehlgriff. Dabei hatte Atlantic sogar die Produzentenlegende
Michael Cuscuna und die besten Studiocracks der Stadt finanziert
(u. a. Saitenzauberer David Bromberg, Dr. John, Jazzbassist Richard
Davis, Vibraphonist Mike Manieri, Saxofonist David "Fathead"
Newman, den Gospelchor The Persuasion, Bassist Chuck Rainey
und Drummer Bernard Purdie), ließ ihn danach aber wieder
fallen. Nach meinem Wissensstand gibt es die Platte auch immer noch nicht
auf CD, sodass ich mir jetzt erstmal eine CDR von meiner alten und schon
ein wenig zerkratzten Vinylplatte gemacht habe, die ich mal Ende der 70er/Anfang
der 80er für lächerliche 3,30 DM aus einer Grabbelkiste gezogen
habe. Erst jetzt weiß ich die Qualität dieser Aufnahmen richtig
zu schätzen!(18.02.2006) |
| Antonio Carlos Jobim: "Jobim" (MCA, 1973) |
Warnung: die Platte ist mit einem Orchester aufgenommen! Sehr viele Geigen. Also nix für harte Rock'n'Roller. Eher für Freunde schöner Melodien. Und die gibt's bei Tom Jobim, einem der besten Songschreiber populärer Musik, den es je gab (no kidding!), natürlich én masse!
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| Lava: "Tears Are Goin' Home" (Brain, 1973) |
Diese Platte habe ich seit ÜBER DREISSIG JAHREN nicht mehr gehört - und trotzdem konnte ich mich an Vieles (nicht Alles) noch gut erinnern: sehr abwechslungsreicher, untypischer Krautrock, irgendwo zwischen Hawkwind (der Titelsong), Singer/Songwriter-Folkrock ("Holy Fool"), Sing-a-long-Folklore ("Would Be Better You Run") und monotoner Velvet-Underground-Trance (das instrumentale, 10minütige "Piece Of Peace"). Nie wirklich virtuos gespielt, aber immer mit tollen Songideen und originellen Arrangements, sowie einer künstlerischen Lässigkeit, also eben ganz anders als Eloy, Jane und Konsorten. Jedes der 7 Lieder klingt anders und trotzdem passt alles zusammen!
Die Band stammte aus Berlin und war ein loser Verbund von Künstlern aus anderen Bereichen (vor allem wohl Schauspieler, wie z.B Sänger/Gitarrist Stefan Ostertag, oder Werbetexter, wie Multiinstrumentalist Jürgen Knaack), die sich zu diesem anscheinend lockeren Bandgefüge zusammentaten, sich aber danach, als sich ein kommerzieller Erfolg nicht einstellte (da hätte man ja live auftreten oder sogar touren müssen!), als feste (?) Band wieder auflösten und wieder ihren Hauptbeschäftigungen widmeten.
(2008-07-15)
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| Les McCann"Layers" (Atlantic, 1973) |
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| "Marshall Tucker Band" (Capricorn, 1973) |
Nicht wundern, Leute, denn bisher war auf meinen Seiten außer den Allman Brothers kaum "Southern Rock" zu finden. Das wird sich auch nicht grundsätzlich ändern, denn ich bin z.B. kein Lynyrd Skynyrd-Fan (obwohl diese Kapelle ihre Momente hat(te) - aber ich bin ganz klar "Sweet Home Alabama"-geschädigt).
Außer diesem titellosen Debütalbum kenne ich auch kaum was von den Burschen: genau dieses relativ unbekannt gebliebene Album habe ich mir schon vor ca. 30 Jahren gekauft. Mit "Can't You See" gibt's einen kleineren Hit (oder zumindest einen Ohrwurm!), den bei uns damals auch viele Schülerkapellen "gecovert" haben. Wichtigster Musiker war der Leadgitarrist Toy Caldwell, der auch alle Song schrieb, während der Sänger Doug Gray "präsentationstechnisch" etwas blasser rüber kam. Außerdem hatte die Band mit Jerry Eubanks einen hauptamtlichen Bläser, der vor allem Querflöte (!) spielte. Somit war die Truppe schon mal nix für beinharte Molly Hatchet Fans! Auf jeden Fall hab ich jetzt mal meine 30 Jahre alte Platte rausgeholt und wieder angehört. Ob ich mir allerdings die Neuauflage als CD kaufen werde? Keine Ahnung! Schau'n wir mal ... (würde der Franz sagen)
(2003-11-23) |
| John Prine: "Sweet Revenge" (Atlantic, 1973) |
Bereits das dritte tolle Album des Mannes, der uns allen den "Angel From
Montgomery" brachte. Wie immer dabei als Gitarrist Steve Goodman,
selber ein vorzüglicher Songschreiber ("City Of New Orleans"),
dieses mal unterstützt von der vorzüglichen Nashville-Mafia
(Reggie Young, David Briggs, Kenny Malone, Grady
Martin, u.a.) , als Produzent wie immer dabei Atlantic-Legende Arif
Mardin. |
| Willie Nelson: "Shotgun Willie" (Atlantic, 1973) |
Das erste Album, mit dem sich Nelson nach seiner Rückkehr nach Texas
als sog. "Outlaw" einen Namen machen konnte, allerdings nur
ein kurzes Zwischenspiel beim Atlantic-Label, wohl nicht der ideale Ort
für Countrymusik, sei sie auch noch so sehr "outlaw", bevor
er dann bei Columbia mit "Red Headed
Stranger" voll durchstartete. U.a. mit "She's Not For You" und "Whiskey River". |
| Danny O'Keefe: "Breezy Stories" (Atlantic, 1973) |
Ein schreckliches Cover, aber eines der besten Alben eines der unterbewertetsten amerikanischen Singer/Songwriter. Dieses mal wurde in New York mit absoluten Topmusikern aufgenommen: u. a. Dr. John und Donny Hathaway am Piano, den Gitarristen Hugh McCracken und David Bromberg, den Schlagzeugern Bernard Purdie und Steve Mosley, den Bassisten Richard Davis, Kenny Edwards und Hugh McDonald, Perkussionist Airto Moreira, den Bluegrass-Spezialisten Kenny Kosek (Fiedel) und Andy Statman (Mandoline). Produziert wie beim Vorgängeralbum "O'Keefe" vom legendären Arif Mardin. Trotzdem liess sich der Erfolg von "Good Time Charlie Got The Blues" nicht wiederholen.
(2006-06-20) |
| Oregon: "Distant Hills" (Vanguard, 1973) |
Oregon, die auch heute noch aktiv sind, spielen eine unvergleichliche Musik. Hier
finden Jazz, E-Musik, Weltmusik und was weiß ich noch alles (Europa,
Indien, USA) zu etwas Neuem zusammen. Man kann sich dieser Musik am ehesten
mit der Vorstellung der 4 absolut gleichberechtigten Musiker mit ihrem
jeweiligen Instrumenten nähern. Gleicher unter gleichen ist vielleicht
Ralph Towner (Ak. Gitarre, Piano, Trompete). Collin Walcott
spielt Perkussion und indische Instrumente (Sitar, Tablas). Glenn Moore
bedient den Kontrabass (und gelegentlich Piano und Flöte). Paul
McCandless spielt Oboe und Bassklarinette.
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| Saunders, Garcia, Kahn, Vitt: "Live At Keystone" (Fantasy, 1973) |
Jerry
Garcia spielte neben den Grateful Dead auch immer in anderen Bands: Bei
den "New Riders Of The Purple Sage"
gab's Countryrock, bei "Old And In
The Way" war es Bluegrass. Mit der Organisten Merl Saunders
spielte er Jazzstandards, Blues und Dylan-Songs. Mit dabei war damals
bereits John Kahn, später ständiger Bassist in der "Jerry
Garcia Band". Wir hören relaxte, manchmal etwas lang geratene
Improvisationen von Orgel und Gitarre über traditionellem Songmaterial.
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| Judee Sill: "Heart Food" (Asylum, 1973) |
Auch das zweite Album ist voll brillanter Musik. Eine Schande, dass sie damals kaum jemand gehört hat!!! Für mich ist Judee Sill ganz klar die Entdeckung des Jahres, auch wenn sie schon lange nicht mehr unter uns weilt ...
(2006-02-23)
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| Shel Silverstein: "Freakin' At The Freakes Ball" (Columbia, 1973) |
Der Mann war, 1999 verstorben, ein echtes Phänomen, weil er in den unterschiedlichsten künstlerischen Bereichen erfolgreich war: als Jazzmusiker (erstes Album von 1959, so weit ich weiß), als Folksänger, als Cartoonist (im Playboy!), als Kinderbuchautor und Illustrator. Am erfolgreichsten war er nach meiner Einschätzung als Songschreiber für andere Künstler: so stammen von ihm unter anderem der Johnny Cash-Hit "A Boy Named Sue", der Marianne Faithful-Hit "The Ballad Of Lucy Jordan" und fast alle Lieder der ersten drei/vier Alben von Dr. Hook & The Medicine Show (z.B. die Hits "Sylvia's Mother" und "On The Cover Of The Rolling Stone"). Deren Charterfolg muss wohl Columbia dazu veranlasst haben, ihn selber mal wieder im Studio hinter das Gesangsmikrophon zu lassen, was er sehr charmant und verrückt, aber wohl nicht besonders virtuos, macht. Somit gehört wohl Singen nicht zu seinen drei größten Talenten.
Bei der Studioparty war die komplette Dr. Hook-Truppe mit dabei, unter den (natürlich) durchweg selbst komponierten Songs kennt man zumindest den Titelsong, der im Jahr zuvor auch schon auf dem Album "Sloppy Seconds" von Dr. Hook zu hören war.
(2008-05-16)
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| Staple Singers: "Be What You Are" (Stax, 1973) |
Viele kennen die Gruppe wahrscheinlich nur von ihrer Beteiligung beim
"Last Waltz", dem Abschiedskonzert
von The Band. Dieses Frühsiebzigeralbum hat einen schönen
Sound (viel E-Piano!) und ist halt eines der wenigen, das ich von Pops
Staples und seinen drei Töchtern kenne. Mavis Staples
singt wie immer überirdisch gut. |
| String Driven Thing: "The Machine That Cried" (Charisma, 1973) |
Diese "Saitengetriebene Angelegenheit" ist sicherlich nur eine
(eher unbedeutende) Fußnote in der Rockhistorie. Seit dem titellosen
Vorgängeralbum wurde der Folkrock der Geschwister (?) Chris
Adams (Gesang, Gitarre, Songwriting) und Pauline Adams (Engelsstimme),
dem Bassisten Colin Wilson und dem Geiger Graeme Smith um
einen Trommler erweitert. Die Platte habe ich übrigenz ca. 1975 auf
einem Flohmarkt in London erstanden, aber jahrelang nicht mehr gehört.
Kürzlich gab's dann die Reissue-CD bei Zweitausendeins in der Grabbelkiste,
sodass es mir nicht schwer fiel, erneut zuzuschlagen! Ergebnis: ein paar
sehr schöne Songs von Chris Adams, treibende Rhythmen - und diese
manchmal etwas nervige Geige von Mr. Smith, den ich dann später mal
mit Van Der Graaf live an der Essener PH gesehen habe (Hawkwind
und Van der Graaf im Doppelpack!). Auch da hatte er nicht gerade
"zurückhaltend" seine Geige bedient. Der Mann ist, soweit
ich das beurteilen kann, ein echter Könner auf seinem Instrument,
weiß aber scheinbar nicht immer, wann genug ist. Genau das, was
mich auch an vielen Jazzrockgitarrenalben nervt. Trotzdem eine gute Platte.
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| Sweet Smoke: "Darkness To Light" (EMI/Harvest 1973) |
Sweet
Smoke waren 5 amerikanische Hippies, die in den frühen 70ern
ganz in meiner Nähe in Emmerich (!) gelebt und sogar
beim legendären Harvest-Label von Mutter EMI ein paar Platten
herausgebracht haben. Das Debütalbum "Just
A Poke", aufgenommen im September 1970, bestand aus zwei ganzseitigen
Jams (jeweils über 16 Minuten) und durfte damals in keinem guten
Kifferhaushalt fehlen - und auch wir haben diese Platte damals viel gehört.
Das zweite Album "Darkness To Light" vom Herbst 1972 war damals an mir vorbeigegangen und gibt es zusammen mit "Just A Poke" auf einer CD. Es hat deutlich kürzere Stücke (zwischen 4 und 13 Minuten), klingt weniger nach Grateful Dead und mehr nach Folk und Indien. (23.05.2010) |
| McCoy Tyner: "Enlightenment" (Milestone, 1973) |
Tyner kennen viele nur als den Begleiter von John Coltrane. Für
mich ist er aber einer der besten Jazzpianisten überhaupt. Unglaublich,
welche Kraft und gleichzeitig Feinheit der Mann in sein Spiel legt! Während
sich seine Kollegen Hancock und Corea in den Spät60ern/Früh70ern
vermehrt um Elektrifizierung kümmerten, blieb Tyner beim Konzertflügel,
ohne dabei irgendwie altmodisch zu klingen."Enlightenment" ist zwar "nur" ein Livedoppelalbum vom piekfeinen Montreux-Jazzfestival, aber es enthält keine netten Standards, sondern eine extra komponierte "Enlightenment Suite". Die Begleitband ist vorzüglich: der damals knapp 20jährige Saxofonist Azar Lawrence in bester Coltrane-Manier, am Bass Joony Booth (kenn ich nicht weiter) und am Schlagwerk der "Jazzrockfusionstar" Alphonse Mouzon. Starkes Teil!
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| Marcos Valle: "Previsao Do Tempo" (Odeon, 1973) |
Dies ist das vierte und letzte Album vom brasilianischen Sänger, Songwriter und Pianisten aus der aktuellen Wiederveröffentlichungsreihe vom Light In The Attic-Label. Begleitet wird er hier von Keyboarder José Roberto Bertrami, Bassist Alex Malheiros und Schlagzeuger Ivan Conti, die anschliessend zusammen unter dem Bandnamen Azymuth sehr erfolgreich weitermachten. Marcos Valle glänzt selber vor allem am Fender Rhodes-Piano. Das jazzigste der vier Alben.
(2013-03-03)
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| Velvet Underground: "Squeeze" (Polydor, 1973) |
Vor einiger Zeit konnte ich eine digitale Kopie dieses extrem obskuren
und raren Albums auftreiben, das gerne in fast allen Geschichten über
Velvet Undergriound vergessen wird. Im Grund ist das auch keine wirkliches
Velvet Underground-Album, sondern eher eine nette Folkrock-Soloplatte
von Doug Yule, begleitet nur von - bitte nicht lachen - Ian
Paice - von Deep Purple am Schlagzeug!Wenn man also mal Alles im Zusammenhang mit VU aussen vor lässt - ist das eine kleine, nette, wenn auch sicherlich unwichtige Platte aus den frühen 70ern, der im Grunde viel Unrecht angetan wurde!
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| Tony Joe White: "Homemade Ice Cream" (Warner, 1973) |
Viele kennen den Mann nur von seinem Hit aus den 60ern "A Rainy Night In
Georgia", den wohl so gut wie jeder Crooner schon aufgenommen hat,
oder von seiner Zusammenarbeit als Autor und Gitarrist mit Tina Turner
in den 80ern: da trägt z.B. das Lied "Steamin' Windows"
sicherlich zu seiner Alterssicherung bei. In den frühen 70ern hat
er für Warner drei wunderbar relaxte Alben aufgenommen: "Tony
Joe White." (1971) mit Produzent Peter Asher (Ex-Peter &
Gordon, erfolgreich mit James Taylor und Linda Ronstadt), "The Train
I'm On" (1972) mit den Atlantic-Legenden Jerry Wexler und
Tom Dowd an den Reglern und eben "Home Made Icecream"
(1973), produziert von White selbst zusammen mit Tom Dowd. Die
Begleitband war zu dieser Zeit das Maß aller Dinge in den Studios
von Memphis und Nashville: Norbert Putnam am Bass, David Briggs
an Hammond-B3 und diesem fantastisch klingenden E-Piano, Reggie Young
an der Gitarre und Kenny Malone am Schlagzeug. Nicht zu unterschätzen
ist natürlich Whites eigenes Spiel auf der Gitarre (da hat er ganz
klar seinen eigenen Ton!) und an der Mundharmonika. Das Coverfoto mit
tierischem Backenbart (steht ihm besser als den deutschen Fußballern
bei der WM 74!) und dem lässig geknoteten Jeanshemd erinnert mich
aber auch ein wenig an die Sex- und sonstigen Trashfilme aus dieser Zeit,
die lange Zeit dauernd nachts bei den Privaten liefen. Da kann Tony Joe
natürlich garnix für. |
| David Wiffen: "Coast To Coast Fever" (United Artists, 1973) |
Ein völlig unbekannt gebliebener Singer/Songwriter, für den ich
mich kürzlich zu interessieren begann, weil wir sein bekanntestes
Lied "Lost My Driving Wheel" jetzt bei W4L im Repertoire
haben, das schon von vielen Künstlern gecovert wurde: The Byrds
(auf dem Album "Farther Along" von 1971), Roger McGuinn
(solo), Tom Rush, Cowboy Junkies
und Ray Wylie Hubbard (auf dem neuen Album "Delirium Tremolo"
von 2005). Leider stammt das Lied von seinem anderen Album von 1971,
das ich aber leider bisher nirgendwo auftreiben konnte. Wird sicherlich
noch ein hartes Stück Arbeit. Ach ja: "Coast To Coast Fever"
ist zwar ohne jenes Lied, aber trotzdem eine wunderschöne, folkige
Singer/Songwriter-Perle. Stimmlich erinnert der in England geborene
und in Kanada beheimatete Davd Wiffen ein wenig an jenen Tom
Rush und an David Blue. So
was mag ich im Moment sehr. Produzent der Platte war Bruce Cockburn,
der in den 60ern mit Wiffen zusammen in einer Band gewesen sein soll. Das Suchen nach dem Debütalbum "David
Wiffen" hat dann doch nicht solange gedauert ... |
| Larry Young: "Lawrence Of Newark" (Perception, 1973) |
Larry Young war einer der besten Orgelspieler des Jazz. Nachzuhören
auf diesem eher unbekannten Album aus den 70ern, das unter der Mitwirkung
des Gitarristen James 'Blood" Ulmer entstand. Bekannt wurde
er neben seinem Blue Note-Meisterwerk "Unity" besonders durch
die Mitwirkung in der ersten Besetzung von Tony Wiliams Lifetime,
sowie auf dem Album "Love Devotion Surrender"
von Carlos Santana und John McLaughlin.(27.06.2009)
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| Townes van Zandt: "The Late Great Townes van Zandt" (Tomato, 1973) |
Das letzte Studioalbum vor der langen Pause bis 1978 enthält zwei der
bekanntesten Songs von TVZ: "Poncho & Lefty" (1977 von Emmylou
Harris veredelt und 1982 im Duett von Willie Nelson und Merle
Haggard zu Hit-Ehren gekommen) und "If I Needed You" (1981
von Emmylou und 1998 von Lyle Lovett aufgenommen). Dazu kommen
das wunderschöne "No Lonesome Tune", die Coverversion von
Guy Clarks "Don't Let The Sunshine Fool You" und "Heavenly
Houseboat Blues", die Zusammenarbeit mit dessen Frau Suzanna Clark.
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(2018-03-30)