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Das deutsche Jazzlabel ECM entstand in den frühen 70ern und  ist in Hinblick auf Klang und Coverästhetik durchaus mit Blue Note und Impulse vergleichbar: es gibt einen wieder erkennbaren grafischen Stil, vielleicht sogarso  etwas wie einen "ECM-Sound", wofür sicherlich Musiker wie Jan Garbarek, Gary Burton, Ralph Towner, John Abercrombie, Keith Jarrett, Egberto Gismonti, Pat Metheny und viele andere stehen.
(08.02.2009)


Mal Waldron Trio: "Free At Last" (ECM 1001, 24. Nov. 1969)
Die legendäre erste Veröffentlichung von ECM. Klavierlegende Mal Waldron, den wir als Jazznovizen damals nur wegen seiner Mitarbeit bei Embryo kannten, im Trio mit dem deutschen Bassisten Isla Eckinger und dem mir unbekannten Trommler Clarence Becton. Die Musik? Keine typische ECM-Musik (die gab 1969 natürlich noch nicht!), kein Freejazz (wie vielleicht der Titel assozieren könnte), sondern typische Waldron-Musik mit dem kantigen Sound: keiner spielte die Akkorde mit der linken Hand so wie Mal Waldron. Ein ganz wunderbares Album, das ich spät, aber nicht zu spät entdeckt habe!
(04.06.2010)
Chick Corea: "Return To Forever" (ECM 1022, 03. Feb. 1972)
Auf dieser Platte brachte Corea die USA und Brasilien zusammen: sein eigenes wunderbares Fender-Rhodes-Piano, Stanley Clark am Kontrabass und Joe Farrell mit Flöte und Sopransaxofon, kombiniert mit Airto Moreiras Schlagzeugspiel (normalerweise spielt er Perkussion) und dem Gesang von Flora Purim. Die Songs (z. T. mit Texten von Neville Potter) wurden Klassiker des Latin-Jazz: "Crystal Silence", "La Fiesta", "What Game Shall We Play Today" und "Sometime Ago".
Gary Burton & Chick Corea: "Crystal Silence" (ECM 1024, 06. Nov. 1972)
Die Platte klingt genau so, wie sie heißt: wunderbare Piano-Vibraphon-Duette von zwei Meistern.
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Dave Holland Quartet: "Conference Of Birds" (ECM 1027, 30. Nov. 1972)
Ein frühes Hai-light der Labelgeschichte von ECM: der damals noch recht junge englische Bassist Dave Holland spielt erstmalig als Bandleader zusammen mit drei Größen der amerikanischen improvisierten Musik: an den Blasinstrumenten (diverse Saxphone, Querflöte, Klarinette, wahrscheinlich auch Oboe) sind Sam Rivers und Anthony Braxton zu hören, an den Trommeln, Becken und dem Marimbaphon Barry Altschul. Ich bin zwar kein echter Kenner der Szene, aber zumindest mir ist keine Platte bekannt, auf der Anthony Braxton dermassen "schön" (und deshalb auch zugänglich) klingt. Richtig gut ist die Platte aber vor allem wegen Holland, seinem Bass und seinen Kompositionen.
(18.10.2009)
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Dave Liebman: "Lookout Farm" (ECM 1039, 10.-11. Okt. 1973)

(09.02.2017)
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Jan Garbarek - Bobo Stenson Quartet: "Witchi-Tai-To" (ECM 1041, 28. Nov. 1973)
Ende der 70er war ich in einer heftigen Jazzphase, in der ich mit meinen Kumpels vor allem ECM-Platten gehört habe (und damals den Punk verschlafen habe - aber das ist eine andere Geschichte). Jan Garbarek und Bobo Stensons Platte mit dem Titelsong aus der Feder von Jim Pepper und dem Revolutionslied "Hasta Siempre" ist mir aus dieser Zeit besonders gut in Erinnerung.
Eberhard Weber: "The Colours Of Chloë" (ECM 1042, Dez. 1972)
Das deutsche Erfolgsjazzlabel ECM ist kein Hort des deutschen Jazz, sondern klar international orientiert. Heisst: (natürlich) USA, aber auch Skandinavien. Einer der wenigen damaligen Produktionen unter Federführung eines einheimischen Musikers war diese Platte des Bassisten Eberhard Weber. Bereits bei seinem ECM-Debüt saß Langzeitpartner Rainer Brüninghaus an den Keyboards (also nicht nur am akustischen Piano) und Peter Giger hinter den Trommlen. "Colors Of Chloë" ist sogar nach meinem Wissenstand eines der erfolgreichsten ECM-Alben überhaupt (unter vielen erfolgreichen!)
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John Abercrombie: "Timeless" (ECM 1047, 21. Juni 1974)
Für ECM-Verhältnisse eine relative rockige Produktion - und dass, obwohl der Gitarrist John Abercrombie hier nur von Jack DeJohnette am Schlagzeug und Jan Hammer an der Orgel begleitet wird. Letzterer leistet mit seinen Füssen auf den Orgelpedalen als Bassistenersatz fantastische Schwerstarbeit.
Paul Motian: "Tribute" (ECM 1048, Mai 1974)
Das Album des Schlagzeugers vom amerikanischen Keith Jarrett Quartet hatte ich in den späten 70ern aus der Grabbelkiste vom Weseler Kaufhof gezogen, zu einer Zeit, als "Jazz" im Allgemeinen und "ECM" im Besonderen noch etwas Neues für mich waren. Neben den Platten von Pat Metheny, Jan Garbarek, Gary Burton und Ralph Towner aus dieser Zeit war mir dieses Abum damals aber viel zu spröde, sodass es schnell und kaum gehört im Plattenschrank verschwand. Jetzt habe ich es nach langer Zeit mal wieder herausgekramt und finde es ganz vorzüglich. Paul Motian und sein Kollege Charlie Haden legen kongeniale Rhythmen vor, die mir leider wenig bekannten Gitarristen Sam Brown und Paul Metzke spielen darüber sehr interessante Sachen, ab und zu ist auch das Altsaxofon von Carlos Ward dabei. Mal wieder genau die für mich richtige Mischung aus freiem und eher konventionellem Jazz.
(11.06.2010)
Jan Garbarek/Keith Jarrett: "Belonging" (ECM 1050, 25. April 1974)
Eine der ersten ECM-Jazzplatten, die ich Mitte der 70er gehört habe und immer noch einer meiner Favoriten aus dieser Zeit. Der amerikanische Wunderpianist Keith Jarrett nahm zusammen mit dem norwegischen Saxofonisten Jan Garbarek und dessen skandinavischer Rhythmusgruppe (Palle Danielsson am Bass und Jon Christensen am Schlagzeug) einige seiner besten Stücke auf. Gefällt mir besser als sein viel berühmteres Solo-Live-Doppelalbum "The Köln Konzert"!
Steve Kuhn: "Trance" (ECM 1052, 11./12. Nov. 1974)
Ebenfalls eine der mir schon lange bekannten ECM-Platten, die ich aber erst kürzlich aus zweiter Hand erworben habe. Mit Steve Swallow am E-Bass, dem unermüdlichen Jack DeJohnette am Schlagzeug. Dazu kommt - eher ECM-untypisch - die Perkussionistin Sue Evans. Steve Kuhn selber überzeugt an akustischem und elektrischem Piano.
(13.03.2014)
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Ralph Towner & Gary Burton: "Matchbook" (ECM 1056, Juli 1974)
Wunderschöne Gitarren-Vibraphon-Duette. Die Lieder stammen fast alle aus der Feder von Meistergitarrist Towner, dazu mit "Brotherhood" sogar ein seltenes eigenes Lied von Gary Burton und der Mingus-Klassiker "Goodbye Pork Pie Hat". Bei drei der Towner-Kompositionen handelt es sich sogar um Oregon- oder Winter Consort-Klassiker: "Icarus" findet man auch auf dem gleichnamigen Album vom Paul Winter Consort, "Song For A Friend" und "Aurora" kennt man von Oregons Meisterwerk "Distant Hills". "Drifting Petals" gibt es dann wenige Monate später in einer weiteren Version auf Towners Album "Solstice". Ich finde es immer wieder spannend, solche Lieder in unterschiedlichen Varianten zu hören.
(09.02.2010)
Ralph Towner: "Solstice" (ECM 1060, Dez. 1974)
Meine erste selbst gekaufte ECM-Platte. Wunderbarer kammermusikalischer Jazz(?) des Gitarristen/Pianisten von Oregon, zusammen mit dem deutschen Bassisten Eberhard Weber und den Norwegern Jan Garbarek und Jon Christensen an Saxofon bzw. Schlagzeug.
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John Abercrombie/Dave Holland/Jack DeJohnette: "Gateway" (ECM 1061, März 1975)
Ein Highlight aus meiner Spät70er-ECM-Phase. Für ECM-Verhältnisse recht "fetzig". Das heißt natürlich nicht, es wäre Freejazz oder Jazzrock oder dieser oft furchtbare "Fusionsound". Einfach nur ein gutes Gitarren-Trio. Interessanterweise stammen die Kompositionen fast vollständig von der Rhythmusgruppe Holland/DeJohnette, die beide zuvor bei Miles Davis gespielt hatten, obwohl Gitarrist John Abercrombie ja eigentlich der "Chef" hier ist. Zumindest wird die Platte im Laden meist unter "A" einsortiert. Miles Davis und Jimi Hendrix hätten ihre Freude daran gehabt. Ja gut - Miles weilte 1975 noch unter uns und hatte vielleicht sogar wirklich seine Freude daran. Ich meine das ja auch nur in einem übertragenem Sinne. Klangtechnisch oder so.
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Collin Walcott: "Cloud Dance" (ECM 1062, März 1975)
Collin Walcott war (er ist leider vor einigen Jahren in der DDR mit dem Auto tödlich verunglückt!) und ist für mich auch heute noch der einzige europäische bzw. US-amerikanische Musiker, der sich ernsthaft, erfolgreich und hauptsächlich mit den indischen Instrumenten Sitar und Tabla auseinandergesetzt hat. Zuerst Ende der 60er in der Band "Winter Consort" vom Sopransaxofonisten Paul Winter aktiv und danach und bis zu seinem Tode (welches Jahr weiß ich leider gerade nicht) mit Ralph Towner, Glen Moore und Paul McCandless als Oregon erfolgreich, veröffentlichte er auf dem deutschen Jazz-Kultlabel ECM mehrere Projektalben, z.B. unter dem Namen Codona mit Don Cherry und Nana Vasconcelos, aber auch sehr schöne Soloalben. Auf "Cloud Dance" hatte er eine wunderbare Band um sich geschart: Gitarrist John Abercrombie, Bassist Dave Holland und Trommler Jack DeJohnette, die ja mehr oder weniger zeitgleich ohne ihn auch noch das Album "Gateway" aufgenommen haben.
Enrico Rava: "The Pilgrim And The Stars" (ECM 1063, Juni 1975)
Dies ist das ECM-Debüt des bekanntesten italienischen Jazztrompeters, das man zur Zeit innerhalb der "Touchstone"-Serie günstig erstehen kann. Im Prinzip ist das zwar eine typische ECM-Platte mit den üblichen Verdächtigen - hier sind das neben Rava der Gitarrist John Abercrombie und die skandinavische Rhythmusgruppe Palle Danielsson (bass) und Jon Christensen (drums), die sonst meist bei Jan Garbarek zu hören sind - aber es "rockt" doch teilweise ganz schön. Oder klingt manchmal wie eine Blue Note-Hard-Bop-Platte aus den 60ern. Auch das Cover ist nicht im typischen, abstrakten ECM-Stil: ich lese gerade im Booklet, das es auch nicht von der sonst bei ECM häufig eingesetzten Barbara Wojirsch stammt, sondern von dem mir unbekannten Guiseppe Pino. "The Pilgrim... " gefällt mir trotzdem (oder deshalb?) sehr gut.
(28.02.2009)
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Keith Jarrett: "The Köln Konzert" (ECM 1065, 25.01.1975)
Wenn es so etwas wie ein "Jazz-Hitalbum" gibt, das ist es vielleicht das hier: Keith Jarrett solo, live in Köln, herausgekommen auf einem Doppelalbum, auf dem aber nur drei Seiten bespielt sind. Dieser Platte konnte man sich damals kaum entziehen -  OK, natürlich nur in gewissen "intellektuellen Kreisen". In der Dorfdisco wurde man damit natürlich nicht "belästigt".
Eberhard Weber: "Yellow Fields" (ECM 1066, Sept. 1975)
Ich habe den Bassisten Eberhard Weber eigentlich immer gerne gehört, vornehmlich auf den Alben anderen Kollegen beim Hauslabel ECM, z.B. auf "Watercolors" von Pat Metheny, "Passengers" von Gary Burton oder "Solstice" von Ralph Towner. "Yellow Fields" ist sein zweites ECM-Album, drei Jahre nach dem überraschend erfolgreichen "Colours Of Chloë". Da es zur Zeit ziemlich viele ECM-Titel für kleines Geld gibt, fiel mir auch diese CD in die Hand, an die ich mich von früher eigentlich nicht erinnern konnte. Mit dabei Rainer Brüninghaus an den Tasten (viel Rhodes-Piano!), dem leider dieses Jahr verstorbenen Charlie Mariano, sowie dem wunderbaren Jon Christensen aus Norwegen am Schlagzeug. Ohne besonders große Erwartungen, außer an die immer hohe musikalische Qualitäten dessen was diese Leite immer abliefern, habe ich zugegriffen - und bin extrem positiv überrascht: das Album ist nicht nur GUT, sondern SEHR GUT! Vor allem kenne ich es anscheinend doch von früher, denn mir kamen alle vier Lieder ziemlich bekannt vor. Irgend einer meiner Kollegen muss die Platte also früher schon gehabt haben ...
(23.11.2009)
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Kenny Wheeler: "Gnu High" (ECM 1069, Juni 1975)
Das erste Album des Kanadiers für das ECM-Label, Wheeler nur am Flügelhorn und im Quartett mit den allerbesten Kollegen: Dave Holland am Bass, Jack DeJohnette am Schlagzeug und Keith Jarrett am Piano. Letzterer liefert hier als ungewöhnlich zurückhaltender Begleiter eine seiner aus meiner Sicht allerbesten Leistungen überhaupt ab. Perfekte ECM-Musik.
(09.04.2009)
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Gary Burton Quintet: "Dreams So Real" (ECM 1072, Dez. 1975)
Mit Neuzugang Pat Metheny, der hier zusammen mit seinem ehemaligen Gitarrenlehrer Mick Goodrick einen wunderbaren Gitarrenklangteppich webt, wurde aus dem Burton-Quartett ein Quintett. Alle Kompositionen stammen von Carla Bley.
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Pat Metheny: "Bright Size Life" (ECM 1073, Dez. 1975)
Das Solodebüt des damals noch sehr jungen Gitarristen, im Trio mit Bob Moses am Schlagzeug und Jaco Pastorius am Bass eingespielt.
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John Abercrombie & Ralph Towner: "Sargasso Sea" (ECM 1080, Mai 1976)
Eine meiner ersten ECM-Platten, damals direkt bei Neuerscheinung erstanden. Ich kann mich sogar erinnern, dass wir mit mehreren Leuten in der Wuppertaler Börse waren, um diese beiden Gitarristen live zu erleben.
(09.02.2010)
Gary Burton Quartet & Eberhard Weber: "Passengers" (ECM 1092, Nov. 1976)
Zu Burtons Band gehörten damals der Bassgitarrist Steve Swallow, der noch sehr junge Pat Metheny an der Gitarre und Dan Gottlieb an den Trommeln. Unterstützt wurden sie vom deutschen Bassisten Eberhard Weber. Die doppelte Besetzung der Bassposition gibt diesem Album einen interessanten Klang.
Steve Kuhn and Ecstasy: "Motility" (ECM 1094, Jan. 1977)
Ein weiteres, ausgezeichnetes Album des Pianisten, diesesmal zusammen mit dem Bassisten Harvie Swartz, dem Sax0fonisten und ausgezeichnten Flötisten Steve Slagle und dem eher unbekannten Drummer Michael Smith.
(13.07.2014)
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Ralph Towner Solstice: "Sound And Shadows" (ECM 1095, Feb. 1977)
Auch die zweite Zusammenarbeit von Towner mit Jan Garbarek, Jon Christensen und Eberhard Weber nach dem wunderbaren Album "Soltice" von 1974 gehört zu den besten Sachen, die bei ECM herausgekommen sind!
(23.08.2012)
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Collin Walcott: "Grazing Dreams" (ECM 1096, Feb. 1977)
Auch das zweite Soloalbum des Table- und Sitarspielers von Oregon gehört zu den Highlights im ECM-Katalog. Alleine schon das Lesen der Besetzungsliste macht neugierig: Gitarrist John Abercrombie war schon beim Vorgänger "Cloud Dance" dabei. Mit Trompeter und Flötist Don Cherry gründete er wenig später das Trio Codona. Bassist Palle Danielsson überzeugt bereits auf vielen ECM-Alben (vor allem den von mir sehr geschätzen Alben "Belonging" und "Witchi-Tai-To"!). Nur den brasilianischen Schlagzeuger Dom Um Romao konnte man in diesem "Dunstkreis" bislang eher selten beobachten.
Immer wieder erstaunlich, wie selbstverständlich Collin Walcott mit seinen indischen Instrumenten Weltmusik-Klischees vermeidet und richtig guten Jazz entstehen lässt.
(22.06.2010)
Pat Metheny: "Watercolours" (ECM 1097, Feb. 1977)
Ab dem zweiten Album hatte Pat Metheny im Prinzip seine Band zusammen: Keyboarder Lyle Mays und Trommler Dan Gottlieb sind auch auf dem Nachfolger "Pat Metheny Group" von 1978 zu hören. Nur der Bass ist hier noch "kommissarisch"  in den Händen von Eberhard Weber.
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Kenny Wheeler: "Deer Wan" (ECM 1107, Juli 1977)
Eine der ersten ECM-Platten, die ich damals, kurz vor dem Abitur, bei einem Schulkollegen gehört habe: Eine wunderbare akustische Jazzproduktion des kanadischen Flügelhornspielers, begleitet von den Gitarristen John Abercrombie und Ralph Towner, dem Bassisten Dave Holland, dem Schlagzeuger Jack DeJohnette und dem Saxofonisten Jan Garbarek.
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"Pat Metheny Group" (ECM 1114, 1978)
Für mich ist das die Sommermusik schlechthin: Nach zwei Soloalben hatte Metheny mit Pianist Lyle Mays, Bassist Mark Egan und Drummer Danny Gottlieb endlich eine feste Truppe zusammen. Im Frühjahr 1978 kam ich auch in den Genuss, sie im Foyer des städtischen Museums Münster vor vielleicht 100 Leuten live zu sehen: das war wirklich ein Erlebnis!
Die Musik der Band wurde in den Jahren danach immer perfekter und auch bombastischer, was nicht grundsätzlich schlimm ist, aber leider nicht mehr meinen Geschmack traf. Es gibt die PMG im Übrigen immer noch (und immer noch mit Lyle Mays!), aber ich habe aufgehört, mich dafür zu interessieren. Wenn ich heute Pat Metheny höre, dann eher die puren Jazzproduktionen, die er ab und zu macht, etwa "80/81" oder "Rejoicing", aber eben nicht die neuen "PMG"-Scheiben. Da wird mir zu viel gesungen und es klingt zu sehr nach Kitsch und "World Music".
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Keith Jarrett: "My Song" (ECM 1115, Nov. 1977)
Gleiche Besetzung wie "Belonging" und eigentlich genauso schön - aber irgendwie bislang von mir übersehen!
(Sept 2009)
Egberto Gismonti: "Sol Do Meio Dia" (ECM 1116, Nov. 1977)
Eine weitere, feine ECM-Platte. Damals konnte man, einmal auf den Geschmack gekommen, fast blind alles von dem Label kaufen (habe ich natürlich nicht getan). Gismonti ist ein brasilianischer Gitarrist und Pianist, der auf eigentümliche Weise Jazz, Klassik und die Musik seiner Heimat (Bossa Nova, Indio-Musik) miteinander verbindet. Begleitet wird er dabei - wie (fast) immer - vom Perkussionisten Nana Vasconcelos, gelegentlich unterstützt von den üblichen ECM-Verdächtigen Ralph Towner, Collin Walcott und Jan Garbarek.
Ralph Towner: "Batik" (ECM 1121, 1978)
Ausgezeichnete Trioplatte des von der Gruppe Oregon bekannten Gitarristen und Pianisten. Seine Partner sind hier der Bassist Eddie Gomez und der Schlagzeuger Jack DeJohnette. Besonders gelungen finde ich das erste Stück "Waterwheel", das Towner fast zeitgleich auch mit seiner Stammband herausbrachte (1978 auf dem Studioalbum "Out Of The Woods" und 1979 auf dem Livealbum "In Performance").
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"Terje Rypdal / Miroslav Vitous / Jack DeJohnette" (ECM 1125, Juni 1978)
Dieses titellose Album ist erst im Rahmen der billigen Touchstone-Serie (40 klassische ECM-Alben für jeweils weniger als 10 Oiro im Pappcover) unter meinen Radar gekommen. Ein selbst für ECM-Verhältnisse fantastischer Sound, in dem alle drei Protagonisten etwas abrufen, das nach meiner bescheidenen Meinung zu ihren jeweiligen Bestleistungen gehört. Beindruckend ist u. a., wie DeJohnette in dieser ziemlich "unrhythmischen" Musik dermaßen toll Schlagzeug spielen kann. Der wahre Meister der Becken!
(15.04.2009)
Pat Metheny: "New Chautauqua" (ECM 1131, Aug. 1978)
Pat Metheny solo, bzw. besser gesagt: im Mehrspurverfahren an diversen Gitarren und am Bass. Das ist sicherlich nicht die typische ECM-Herangehensweise, wo man immer glaubt, den Raum wahrnehmen zu können, in dem live aufgenommen wurde. Trotzdem ist das eine schöne Platte mit wunderschönen Melodien. Folk-Jazz?
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Collin Walcott/Don Cherry/Nana Vasconcelos: "Codona" (ECM 1132, Sept. 1978)
Ein interessante Kombination von Musikern fand sich zu diesem Projekt zusammen: Collin Walcott, Tabla- und Sitarspieler von Oregon, Trompeter Don Cherry (hat schon mit allen Jazzgrößen von John Coltrane bis Ornette Coleman gespielt) und der brasilianische Perkussionist Nana Vasconcelos (Langzeitpartner von Egberto Gismonti)
John Abercrombie Quartet: "Arcade" (ECM 1133, Dez. 1978)
Ein eher unbekanntes Album des ameikanischen Gitarristen, auf dem er recht konventionell von einem Klaviertrio, bestehend aus Richie Beirach, dem tschechischen Bassisten George Mraz und dem Schlagzeuger Peter Donald begleitet wird. Diese LP steht schon seit der Neuerscheinung Mitte 1979 in meinem Plattenschrank, blieb aber für mich lange blass gegenüber solchen Meisterwerken wie "Timeless" und "Gateway", dabei ist das eigentlich ein richtig gutes Album, fast schon von Pat-Methenischer Leichtigkeit. Dazu gehören natürlich auch gute Melodien mit hohem Ohrwurmfaktor, die ich teilweise noch mitsinen kann, obwohl ich die Platte vor dem heutigen Tag locker 10 - 15 Jahre nicht mehr aufgelegt hatte!
(13.06.2010)
Tom van der Geld: "Path" (ECM 1134, Feb. 1979)
Der amerikanische Vibraphonist nahm in den 70ern ein paar schöne, wenn auch unspektakuläre Alben für ECM auf, hier zum Beispiel im akustischen Trio mit seinen Landsleuten Bill Connors an der Gitarre und Holzbläser Roger Jannotta. Auch eines der Alben, das damals in meiner allgemeinen ECM-Begeisterung und Dank des damals für ECM-Verhältnisse günstigen Preises von unter 10 Mark den Weg in meine Plattensammlung fand. Die Anschaffung hat allemal gelohnt. Damals hielt ich den Mann sogar für einen Holländer. Inzwischen ist er hauptsächlich als Professor an der Musikhochschule Mannheim aktiv.
(14.06.2010)
Mick Goodrick: "In Pas(s)ing" (ECM 1139, Nov. 1978)
Ein eher unbekanntes, aber sehr schönes Album aus dem Hause ECM. Mick Goodrick war zuvor Gitarrist im Gary Burton Quintet und wurde wohl in diesem Zusammenhang "genötigt", auch mal selber in die "erste Reihe" zu wechseln. Ansonsten ist er eher als Gitarrenlehrer bekannt: einer seiner prominentesten Schüler war Pat Metheny, mit dem er für einige Zeit sogar zusammen bei Burton spielte (z.B. auf "Dreams So Real" von 1976) und der ihn dort dann ablöste (auf "Passengers" von 1977).
Auf "In Pas(s)ing", einer seiner wenigen Arbeiten unter eigenem Namen, wird er unterstützt von zwei begnadeten Rhythmikern, die auf vielen ECM-Produktion dieser Zeit zu hören waren: Trommler Jack DeJohnette und Bassist Eddie Gomez. Seltener im ECM-Umfeld zu finden ist dagegen der Brite John Surman an Sopran- und Baritonsaxofon, sowie der Bassklarinette.
Fünf lange und luftige Goodrick- oder Bandkompositionen sind zu hören: Kein Freejazz, kein Mainstream-Jazz, auch kein Jazzrock, sondern einfach nur herrliche Musik.
(18.07.2006)
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Double Image: "Dawn" (ECM 1146, Okt. 1978)
Ungewöhnlich an diesem Quartett war die Besetzung mit zwei Vibraphon- bzw. Marimbaphonspielern, dazu Bass und Schlagwerk. David Friedman und Dave Samuels gehörten damals in der zweiten Reihe (also nach Gary Burton!) zu den bekanntesten Vertretern ihres Instruments. David Friedmann war übrigenz in jungen Jahren einer der wichtigsten Begleitmusiker von Tim Buckley (zu hören auf den Meisterwerken "Happy Sad" von 1969, "Blue Afternoon" von 1970 und besonders auf dem genialen posthumen Livealbum "Dream Letter") , auch wenn ich das damals noch nicht wusste. Inzwischen ist er - so weit ich weiß - Jazzprofessor irgendwo in Deutschland und unterschlägt den Buckley-Abschnitt seiner Karriere in der Biographie auf seiner Webseite. Tim Buckley - zu trivial für "richtige Jazzer"???
(14.06.2010)
Charlie Haden, Jan Garbarek & Egberto Gismonti: "Magico" (ECM 1151, Juni 1979)

Diese Platte scheint nach einem sehr beliebten Jazzrezept gekocht zu sein: bringe drei Könner auf ihrem Instrument zusammen und lasse in dieser neuen Kombination etwas "Neues" entstehen. Zumindest etwas qualitativ Hochwertiges, sodass zumindest die jeweiligen Fans interessiert sind!

Wie auch immer: Ein gelungenes Gipfeltreffen von drei Spitzenkönnern im typischen ECM-Sound. Gute Zutaten liefern eben ein gutes Gericht...

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Jack DeJohnette: "Special Edition" (ECM 1152, März 1979)
Dies ist eine für ECM-Verhältnisse relativ "fetzige" Platte. Zusammen mit dem Bassisten Peter Warren, den beiden Spitzensaxofonisten Arthur Blythe (alt) und David Murray (tenor) lieferte Schlagzeuger (und Pianist!) DeJohnette eine Hommage an die Saxofonisten Eric Dolphy und John Coltrane.
Steve Kuhn / Sheila Jordan Band: "Playground" (ECM 1159, Juli 1979)
Das Steve Kuhn Trio, neben dem kanadischen Pianisten Steve Kuhn sind das Bassist Harvie Swartz und Drummer Bob Moses, haben sich mit der legendären Jazzsängerin Sheila Jordan , die schon in den 50ern mit Charlie Parker gesungen hat und in den 60ern ihr Debüt bei Blue Note veröffentlicht hat, zusammengetan und eine ganz wunderbare Musik erschaffen.
(14.01.2013)
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Pat Metheny: "80/81" (ECM 1180/81, 29. Mai 1980)
Ein wunderbares Jazz-Doppelalbum (!) des ehemaligen Gitarrenwunderkinds, zusammen mit den Jazzlegenden Charlie Haden (Bass), Jack DeJohnette (drums) und den Saxofonisten Dewey Redman und Michael Brecker. Gefällt mir sehr viel besser als Methenys Aufnahmen mit der Pat Metheny Group aus dieser Zeit.
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Pat Metheny & Lyle Mays: "As Falls Wichita, So Falls Wichita Falls" (ECM 1190, Sept. 1980)
Ungewöhnlich düster sowohl für ECM-Verhältnisse als auch für Pat Metheny ist dieses Album, dass er zusammen mit Pianist Lyle Mays und Perkussionist Nana Vasconcelos aufgenommen hat.
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Steve Eliovson/Collin Walcott: "Dawn Dance" (ECM 1198, Jan. 1981)
Kürzlich habe ich mal herumgegoogelt und geschaut, was es denn neben Oregon und Codona noch so alles von dem leider viel zu früh verstorbenen Tabla- und Sitarspieler gibt. Dabei entdeckte ich dieses Album, das Collin Walcott zusammen mit dem mir bisher völlig unbekannten Akustik-Gitarristen Steve Eliovson eingespielt hat. Wegen des nicht unbescheidenen Kaufpreis von knapp 20 Oiro hatte ich für einen Moment gezögert - aber zum Glück nur für einen Moment. Sonst wäre mir diese wunderschöne Musik, irgendwo zwischen Folkpicking und typischem ECM-Sound (Towner & Abercrombie), entgangen. Über Steve Eliovson lässt sich auch über das scheinbar allwissende Internetz wenig erfahren: "Dawn Dance " blieb anscheinend das einzige Album des höchstwahrscheinlich aus Südafrika stammenden Gitarristen.
(22.08.2011)
"Gallery" (ECM 1206, Mai 1981)
Diese anscheinend immer noch nicht als CD vorliegende Platte habe ich kürzlich in einem dieser Internetforen entdeckt, in denen Fans vergessene Musikschätze wieder zugänglich machen. Bei "Gallery" handelt es sich um eine offensichtlich nur kurze Zeit existierende Band - bzw. besser gesagt: ein Projekt - von mehr oder weniger bekannten Musikern aus dem ECM-Umfeld: Holzbläser Paul McCandless kennt man natürlich von der Band Oregon, Vibraphonist Dave Samuels und Trommler Michael DiPasqua waren zuvor in der Band Double Image, Cellist David Darling gehört nach meinem Wissensstand auch in das weitere Oregon-Umfeld, spielte u.a. beim Paul Winter Consort mit allen anderen Oregon-Musikern, kurioserweise dort ohne Paul McCandless und hat auch selber bei ECM veröffentlicht. Nur Bassist Ratso Harris ist mir unbekannt. Wie klingt das Ganze? Genau so, wie es die Zutaten erwarten lassen. Eigentlich sogar noch besser, denn sonst würde ich diese Platte hier ja nicht extra erwähnen!
(20.06.2010)
Jack DeJohnette's Special Edition: "Album Album" (ECM 1280, Juni 1984)
Aus der Platte "Special Edition" von 1979 entstand die Band Special Edition, wobei ich im Moment nicht weiß, die wievielte Veröffentlichung das hier von dieser Truppe ist. Von der alten Besetzung ist noch David Murray (Tenorsax) dabei, während am Bass Rufus Reid und am Alt- und Sopransaxofon John Purcell zu hören sind. Darüberhinaus macht Tuba- und Baritonsaxofon-Legende Howard Johnson aus dem Quartett ein Quintett. Neben vier neuen DeJohnette-Songs gibt es diesesmal eine Hommage an Thelonius Monk ("Monk's Mood" kommt im feinen Bläserarrangement von Howard Johnson sogar fast ohne den Chef aus!) und eine Neuauflage von "Zoot Suite" dem Highlight von "Special Edition". Einmal spielt DeJohnette im Overdub-Verfahren sehr schön Klavier, ein anderes mal dagegen "Keyboard". Wenn ich jetzt daran erinnere, dass die Aufnahmen von 1984 stammen, dann könnt Ihr Euch höchstwahrscheinlich vorstellen, ob ich das mag oder ob's mir dabei eher graust. Insgesamt trotz alledem eine schöne Platte, vielleicht nicht mehr so special wie die erste "Special Edition", ausserdem mit einem für ECM-Verhältnisse nicht wirklich gelungenem Frontcover. Wahrscheinlich hätte Barbara Wojirsch diesen Overall, den Jack trägt und der überhaupt nicht zur Garderobe seiner Frau (?) und seiner Töchter (?) passt, aus heutiger Sicht ein schmerzhaftes Echo aus den 80ern, nicht durchgehen lassen, wenn sie für das Design verantwortlich gewesen wäre. Andererseits ist es auch ganz nett, mal die Familie von Jack kennenzulernen.
(04.06.2010)
Marc Johnson: "Bass Desires" (ECM 1299, Mai 1985)
Nach langer Zeit mal wieder eine Jazzplatte von ECM, die es in meine Liste schafft. Vielleicht liegt's an der klassischen "Rockbesetzung" mit zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug? Auf jeden Fall schreibt Johnson wunderbare Musik und liefert zusammen mit dem Weather Report-Drummer Peter Erskine eine großartige Grundlage, auf der sich die beiden Gitarrenmeister Bill Frisell und John Scofield ausbreiten können.
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John Abercrombie / Dave Holland / Jack DeJohnette: "Gateway: Homecoming" (ECM 1562, Dez. 1994)
Vor ziemlich genau 25 Jahren nahmen diese drei Ausnahmemusiker bereits ein Album namens "Gateway" auf - für mich nach wie vor eine der besten ECM-Platten aller Zeiten. Eigentlich war das nicht zu toppen, auch wenn alle drei Musiker seitdem reihenweise ausgezeichnete Alben veröffentlicht haben und auch immer wieder - zumindest zu zweit - zusammengearbeitet haben. Deshalb ging dieses Album wohl auch bei der Erstveröffentlichung spurlos an mir vorbei - vielleicht auch, weil mich ECM-Neuerscheinungen in den 90ern grundsätzlich wenig interessiert haben.
Seit einiger Zeit hat aber auch das ECM-Label (notwendigerweise?) das Niedrigpreissegment des immer weiter schrumpfenden Tonträgermarktes für sich entdeckt, weshalb man jetzt z.B. dieses Album für weniger als 10 Oiro erstehen kann. Beim Hören stelle ich jetzt fest, dass es sich um ein wirklich gutes Album handelt! Hätte ich mir damals die Mühe gemacht zuzuhören, dann wäre mir das wohl 1995 schon aufgefallen.
Ach ja: was etwas diffus bleibt für mich, ob es sich hierbei nun um das Album "Homecoming" des Band Gateway oder das Album "Gateway Homecoming" der drei beteiligten Musiker handelt. Aber das ist natürlich ein rein akademisches Problem und völlig nebensächlich: ich denke mal, es wird in meinem Plattenregal seinen Platz unter "A" wie "Abercrombie" finden, damit es nicht ganz einsam und alleine unter "G" zwischen Melody Gardot und Marvin Gaye herumstehen muß. Obwohl: ich würde mich in der Nachbarschaft díeser beiden Künstler sicherlich sehr wohl fühlen!
(07.11.2009)
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Anouar Brahem: "Thimar" (ECM 1641, März 1997)

"Thimar" ist das erste Album des tunesischen Oud-Spielers Anouar Brahem, für das ich mich interessiere - ich gebe zu, weil es mit zwei hochkarätigen Jazzmusikern eingespielt ist: mit Bassist Dave Holland und Sopransaxophonist/Baßklarinettist John Surman. Es gefällt mir sehr gut, sodass ich mich demnächst vielleicht sogar noch an ein paar weitere Alben des Mannes heranwagen will, wovon es bei ECM ja eine ganze Menge gibt.
(07.09.2014)

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Charles Lloyd: "Voice In The Night" (ECM 1674, Mai 1998)

Nach langer Zeit habe ich mir mal wieder eine ECM-Neuerscheinung gekauft. Jan Garbarek zusammen mit einer Kirchenorgel oder Ähnliches ist eben nicht (mehr) mein Ding.
Tenorsaxofonist Charles Lloyd war mir bisher nur namentlich ein Begriff, doch Gitarrist John Abercrombie, Drummer Billy Higgins und Bassist Dave Holland sind natürlich alte Bekannte. Beim Hören kam eine angenehme nostalgische Stimmung auf, mit Erinnerungen an Teetrinken im Musikkeller von einem Schulkollegen zu Oberstufenzeiten Ende der 70er und das Entdecken einer neuen Welt: der Jazzmusik. Vielleicht rümpfen ja ein paar Puristen und Snobs jetzt die Nase, aber ohne ECM wäre ich wohl kaum zum Jazz gekommen.

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Robin Williamson: "The Seed At Zero" (ECM 1732, März 2000)
Entwarnung! Dieses Album ist zwar auf dem "Esotherik-Jazz-Label" ECM erschienen, aber unser lange verschollener alter Held und Hälfte des ebenfalls lang vergangenen Kultduos The Incredible String Band singt hier - vielleicht nicht mehr ganz so vital wie vor 30 Jahren, aber immer noch sehr spannend. Texte von großen Dichtern, wie z.B. Dylan Thomas, hat er dafür vertont und trägt sie allein von seiner Gitarre begleitet vor. Ebenfalls außergewöhnlich, daß nicht von ECM-Mastermind Manfred Eicher selber, dem Vater des ECM-Sounds, sondern vom Engländer Steve Lake (natürlich nicht Greg Lake, wie ich in einer Kritik lesen mußte!) produziert wurde.
Ein wunderschönes Album, das völlig "out of the blue" zu uns kam! Dank dafür an die Herren Eicher und Lake.
Und das mir hier keiner was von seinem "Fast-Namensvetter" Robbie quatscht!
Miroslav Vitous: "Universal Syncopations" (ECM 1863, März 2003)
Kürzlich erst als Sonderangebot erstanden, auch wenn ich mir die CD eigentlich beim Erscheinen vor sechs Jahren schon kaufen wollte, aber es dann doch wieder vergessen hatte!
Der tschechische Bassist Miroslav Vitous, in den frühen 70ern mit Joe Zawinul und Wayne Shorter Gründer von Weather Report, schafft es - wohl als einer von sehr wenigen Musikern - solche musikalischen Schwergewichte wie Jan Garbarek, Chick Corea, John McLaughlin und Jack DeJohnette zu einer augezeichneten, "Fast-Schon-Mainstream"-Jazzproduktion zu versammeln, bei der keiner der Beteiligten durch solistische Ergüsse nervt: keine esoterischen Klanglandschaften von Garbarek, keine Klavierakrobatik oder Jazzfussion von Corea, keine Hochgeschwindigkeitssoli von McLaughlin. Eigentlich müssen sich nur die beiden Herren der Rhythmusgruppe nicht zurückhalten.
ECM-Musik hat für mich in diesem Jahrtausend nicht annähernd mehr den Stellenwert wie vor ca. 30 Jahren - aber die "Universal Syncopations" gefallen mir doch ganz ausgezeichnet!
(08.10.2009)
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Ralph Towner & Paolo Fresu: "Chiaroscuro" (ECM 2085, Okt. 2008)
Ab und zu entdecke ich noch mal eine neue ECM-Platte bzw. sie wird mir wärmstens empfohlen, wie in diesem Fall. Zu Ralph Towner muss ich eigentlich nicht viel sagen: seit den 70ern viele (meistens) tolle Platten mit seiner Band Oregon, dazu viele (meistens) gute Soloalben bei ECM, oft im Duett mit anderen Künstlern (ich denke da gerne zurück an Alben mit John Abercrombie, Gary Peacock oder Gary Burton). Hier ist sein kongenialer Partner der sardische Trompeter Paolo Fresu, der mir bisher leider völlig unbekannt war. Zu hören ist dabei typische kammermusikalische ECM-Musik - und das ist durchaus positiv gemeint! Schön ist auch, dass Towner inzwischen auf den Einsatz seines Synthesisers verzichtet, der mir den Genuss mancher Oregon- und Soloalben verleidet hat. Schön wäre dagegen vielleicht eine Klaviernummer gewesen: etwas, was er nämlich auch ganz ausgezeichnet kann. Das höre ich auch viel lieber als zum Beispiel Keith Jarrett, wenn der sein Zweitinstrument, das Sopransaxofon, auspackt. Andererseits möchte ich natürlich nicht auf Towner an der Gitarre verzichten. Oder Jarrett am Klavier.
(09.02.2010)
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Charles Lloyd Quartet: "Mirror" (ECM 2176, Dez. 2009)
Nach Ewigkeiten habe ich mir mal wieder eine aktuelle ECM-Veröffentlichung gegönnt! Schon seit vielen Jahren verwöhnt uns der inzwischen über 70jährige Saxofonist Charles Lloyd aus Kalifornien mit ausgezeichneten Alben beim Münchener Wohlklanglabel ECM, allerdings hatte ich zuletzt vor über 10 Jahren zugegriffen (beim 99er Album "Voice In The Night" mit John Abercrombie, Dave Holland und Bill Higgins). Zufällig las ich vor ein paar Wochen vom neuen Album. Die neuen, unbekannten Begleiter (Pianist Jason Moran, Bassist Reuben Rogers und Trommler Eric Harland) konnten mich natürlich nicht neugierig machen, aber einige der Titel klangen interessant: "Caroline No" vom Beach Boys-Meisterwerk "Pet Sounds" (für die Lloyd in den 70ern im Studio oft aktiv war!), sowie zwei Monk-Kompositionen. Ich habe online kurz reingehört, war sehr angetan und habe die CD sofort bestellt: jetzt lausche ich einem - ich traue mich das kaum nach 2-3 Hördurchläufen zu sagen - Meisterwerk, dessen spirituelle Stimmung (ich kann es nicht besser beschreiben!) mich stark an Coltranes Meisterwerk "A Love Supreme" erinnert! Ein Kritiker nennt Lloyd neues Quartett sogar eines der aktuell besten Jazzensembles weltweit: dem kann ich nur zustimmen.
(12.10.2010)
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Mathias Eick: "Skala" (ECM 2187, 2011)
Aufgefallen ist mir der norwegische Trompeter/Multiinstrumentalist durch seine Spiel bei Jaga Jazzist und als Gast bei Motorpsycho. Dies ist bereits sein zweites Album als Bandleader bei ECM.
(15.08.2014)
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"Quercus" (ECM 2276, März 2006)
Folk und Jazz der britischen Folk-"Ikone" June Tabor, zusammen mit dem Pianisten Huw Warren und dem Saxophonisten Iain Ballamy. Zwar wurde das Album bereits im März 2006 (!) live (!) aufgenommen und im März 2013 beim Jazz-Edel-Label ECM mit dem gewohnt perfekten Klang veröffentlicht, aber erst kürzlich von mir entdeckt.
(23.05.2014)
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Jakob Bro: "Gefion" (ECM 2381, Nov. 2013)
Der dänische Gitarrist Jakob Bro war mir bislang völlig unbekannt, obwohl er sogar schon auf mehreren ECM-Alben mitgewirkt haben soll (ich glaube bei Paul Motian und Enrico Rava, bin mir da aber nicht sicher). Auf "Gefion" gibt es perfekten ECM-Schönklang, man könnte es sogar ein Klischee nennen, ich nenne es aber lieber perfekten Wohlklang. Die musikalische Unterstützung kommt von dem mir bisher ebenfalls unbekannten amerikanischen Bassisten Thomas Morgan und der norwegischen Schlagzeuglegende Jon Christensen.
(25.10.2016)
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Jack DeJohnette: "In Movement" (ECM 2488, Okt. 2015)
Die Schlagzeug-Legende im Trio mit zwei Söhnen von Legenden: Saxophonist Ravi Coltrane und Bassgitarrist Matt Garrison.
(19.06.2014)
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Jakob Bro: "Streams" (ECM 2499, Nov. 2015)
"Streams" knüpft nahtlos an den Vorgänger "Gefion", am Schlagzeug saß dieses mal Joey Baron.
(31.12.2016)
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John Abercrombie Quartet: "Up And Coming" (ECM 2528, April-Mai 2016)
Seit über 40 Jahren nimmt der Gitarrist bereits Platten für das Münchener Label auf - vielleicht nicht mehr so beeindruckend bzw. relevant wie damals mit "Timeless" und "Gateway", aber immer noch wunderbar! Im Quartett mit Marc Copland (Klavier), Drew Gress (Bass) und Joey Baron (Schlagzeug).
(18.01.2017)
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