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Michaels Favoriten 2012

Jahresrückblick etc.

Weitere Nachzügler von 2012 sind zu vermelden: mit Dead Can Dance möchte ich euch etwas leicht düsteres näherbringen, dazu eine Platte vom Niederrhein: der Sänger und Songschreiber Stefan Honig kommt aus Düsseldorf, die Plattenfirma sitzt in Rees. Aus der Vergessenheit zurückgeholt wurde die wohl beste deutsche Jazzsängerin Inge Brandenburg.
(13.01.2013)

Das Album des Jahres

#1: Kid Kopphausen: "I" (Trocadero, Aug. 2012)

Nils Koppruch, ehemaliger Chef von Deutschlands bester "Alternative-Country-Band" Fink, hat mit seinem Kollegen Gisbert zu Knyphausen eine Band gegründet. Zwei gestandene Singer/Songwriter machen Mucke auf Deutsch von der allerbesten Art. Da kann - für meinen Geschmack - eigentlich nur der andere Hamburger mit Vornamen Nils, Niels Frevert, mithalten! Die handsignierte LP gab es bei meinem Anleinhändler des Vertrauens mit CD als Beigabe zu einem ziemlich günstigen Kurs! Mehr zur Musik gibt es in Kürze.
(26.08.2012)

Wunderbar! Ein erster (?) Favorit für den Jahressieg! Noch ein witziges, wenn auch unbedeutendes Detail: es wird eine Vibraphonette eingesetzt, ein kleines italienisches Vibraphon aus den frühen 60ern, von dem ich zuvor noch nie etwas gehört hatte, eingebaut in einen Koffer mitsamt der Motoren und natürlich drei anschraubbaren Beinen. Ich habe direkt bei Juch-Hu-Tjub nach einem Video gesucht und bin sogar fündig geworden. Klingt toll, sieht toll aus. Ach, wie gerne hätte ich sowas zuhause! Und vielleicht auch noch ein Mellotron dazu? Ich glaube, ich fange an zu fantasieren ...
(17.09.2012)

Eigentlich sollte hier bald mein euphorischer Konzertbericht aus dem Düsseldorfer ZAKK stehen. Gestern wollte ich die Karten bestellen und finde den Hinweis: "Tournee abgesagt". Ohne böse Hintergedanken schaue ich auf der Webseite der Band nach und lese dort mit Schrecken: "Nils Koppruch ist am 10. Oktober friedlich entschlafen".
Gerade habe ich mir im Auto auf dem Weg von der Arbeit nach Hause das ganze Album noch einmal angehört. Auf dem Hinweg ging das noch nicht. Die wunderschönste Musik - und ich mußte richtig losheulen. Bye Nils, rest in peace.
(18.10.2012)

Meine Nummer Eins heißt auch schon so: "I". Natürlich nicht beste Platte über den Mitleidsbonus, sondern weil es absolut verdient ist. Das sieht auch mein musikalischer Bruder im Geiste, Heino Walter so. Sogar beim Rolling Stone ist man der Platte gewogen: immerhin #7 in den Jahrescharts der Redaktion!
(24.12.2012)

Konzerthighlight: 19. OBS-Festival, Beverungen, 24.05.2015: Gisbert zu Knyphausen und die Kid Kopphausen Band als Surprise-Act am Sonntagmorgen auf dem Orange Blossom Special: ich war total überrascht und dermaßen gerührt, dass ich mir ein paar Tränen nicht verkneifen konnte. Das war wohl mein Konzertereignis 2015!
(31.05.2015)

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Highlights des Jahres

#2: Motorpsycho and Ståle Størlokken: "The Death Defying Unicorn" (Stickman, Feb. 2012)
Ich habe keine Ahnung, wie Motorpsycho es schaffen, schon wieder so ein Monster von einem Album vorzulegen! Wieder ist es ein Doppelalbum (über 80 Minuten!), dieses Mal zusammen mit dem Keyboarder Ståle Størlokken und der Unterstützung von Bläsern und Streichern erschaffen, das man ungestraft Konzeptalbum nennen darf und das allen Progrockern zeigt, wo der Hammer hängt. Bestes Motorpsycho-Album aller Zeiten? Vielleicht! Bestes Album 2012? Schon möglich!
Ich werde nach weiterem intensivem Hören bald sicherlich meine Verzückung in noch mehr Worte packen und Euch bis dahin erstmal mit einem kleinen provokanten (?) Namechecking trösten: Motorpsycho klingen auf diesem Album wie eine Kreuzung aus Motörhead (ohne Lemmys "Gesang") und King Crimson (ca. 1970).
Eigentlich braucht ein motorpsychodelisches Progrock-Konzeptalbum ja ein buntes Fantasy-Artwork. Dem besonderen Motorpsycho-Humor ist es aber zu verdanken, dass dieses innen und nicht aussen auf der Hülle zu finden ist.
(17.02.2012)

Konzerthighlight: Stollwerck, Köln, 17.04.2012: Das war ein wirklich großartiges Konzert! Zwar waren Motorpsycho schon immer eine der besten Livebands die ich kenne, aber zusammen mit dem Keyboarder Ståle Solbakken (sorry, das ist ein ganz anderer Norweger mit Köln-Bezug) lassen sich kaum noch Superlativen finden. Deshalb vielleicht nur ein paar kleine, vielleicht unwichtige Eindrücke: Keyboarder Ståle Størlokken trat mit echter Hammond-Orgel und im weißem Rick-Wakeman-Gedächtnis-Umhang auf, Sänger Bent Sæther hatte tolle Bässe dabei, u.a. einen historischen 8saiter, bei dem ihm prompt eine Saite riss (bei 8 Saiten wohl nicht so schlimm). Gitarrengott H.M. Ryan hatte die berühmte Gibson-Doppelhalsgitarre im Einsatz. Der den Altersdurchschnitt der Band stark senkende Trommler Ken Kapstad hatte ein riesiges, weißes Schlagzeug mit doppelter Basstrommel, die er im Unterschied zu vielen Metallern auch sinnvioll einsetzen konnte. Nach etwa zwei Stunden und ohne Atempausen war das Doppelalbum komplett durchgespielt und es gab noch Zugaben. Die erste, "Starhamer" vom ebenfalls grandiosen Album "Heavy Metal Fruit", konnte ich mir noch anhören, dann musste ich leider los, um noch die letzte Straßenbahn zu erwischen. Meine Ohren klingelten den ganzen Weg nach Hause und auch noch am nächsten Morgen. Aber ich war zufrieden.
(18.04.2012)

Der Spitzenplatz für meine Lieblinxnorweger stand eigentlich lange fest und meine Begeisterung vom Frühjahr ist nicht erblasst. Das konnten nach diesem perfekten Doppelalbum und dem Wahnsinnskonzert dann auch wirklich nur Kid Kopphausen übertrumpfen.
(31.12.2012)

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#3: Flowerpornoes: "Ich Liebe Menschen Wie Ihr" (GIM, Nov. 2012)

Tim Liwa habe ich als Songschreiber immer schon geschätzt, im Grunde bereits seit den frühen Tagen der Flowerpornoes in den "guten alten 80ern" - sowohl in qualitativer, als auch in quantitativer Hinsicht. Bei den zahlreichen Soloalben war ich zwar nicht immer aufmerksam dabei, bei den spärlicher gewordenen Bandalben aber schon. Das "Comeback"-Album "Wie Oft Musst Du Vor Die Wand Laufen Bis Der Himmel Sich Auftut?" vor etwa 5 Jahren kam sehr überaschend und war schon sehr gut. Und jetzt kommt "Ich Liebe Menschen Wie Ihr", ist noch überraschender und noch viel besser! Die Texte sind großartig (so wie immer!), die Songs gut, aber es ist vor allem ein Bandalbum, dem man anhört, dass Liwa, Keyboarderin Birgit Quentmeier, Bassist Markus Steinebach und der neue Drummer Guiseppe Mautone (ein echter Italiener?) im Studio richtig gut zusammengearbeitet haben und richtig gut zusammenklingen. Nicht "gut" im klassischen Sinne wie bei Prefab Sprout oder Steely Dan, sondern eher "genial schlampig", was aus meinem Munde natürlich als Kompliment gemeint ist. Das war auf dem Vorgängeralbum noch nicht so.
(18.11.2012)

Ein richtig gutes Flowerpornoesalbum - das war dann doch eine kleine Überraschung. Zwar stand ich Tom Liwa und seiner Band schon immer wohlwollend gegenüberstand, aber in der Vergangenheit waren die Alben meist nur im Bereich von "geht so" bis "ganz gut" anzusiedeln. Das eine oder andere Mal mußte ich die Band wegen schlampig gespielter Konzerte auch schon mal vor meinen noch kritischeren Freunden in Schutz nehmen. Aber jetzt stimmt alles - und "genial schlampig" ist das immer noch. Zum Glück.
(31.12.2012)

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#4: Graham Parker & The Rumour: "Three Chords Good" (EMI/Primary Wave, Nov. 2011)

Nach über 30 Jahren ein neues Album einer der besten britischen Pubrockbands in Originalbesetzung! Graham Parker hat es tatsächlich geschafft, ein komplettes Album mit Liedern in bester Tradition von "Heat Treatment" und "Squeezing Out Sparks" zu schreiben und dafür die komplette Band der ersten Stunde wieder zusammenzuholen: Brinsley Schwarz und Martin Belmont an den Gitarren, Bob Andrews an den Tasten, Andy Bodnar am Bass und Steve Goulding hinter den Trommeln. Zwar hat keiner der Beteiligten noch sonderlich viel Haare oben auf dem Kopf (nur Brinsley fällt da ein ganz klein wenig aus dem Rahmen!), aber die Burschen spielen so gut und so frisch, als wäre es immer noch 1976, als Pubrock starb und Punkrock geboren wurde! Nostalgie? Nein. Eher zeitlose, gute Rockmusik. Wunderbar.
(15.12.2012)

Alte Männer machen gute und frische Musik - gut zu wissen und gut zu hören, dass so was geht. Da kann man gut gelaunt - und vielleicht auch etwas gemein - ausrufen: "Joe Cocker: f### Dich in´s Kn##!"
(31.12.2012)

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#5: Garland Jeffreys: "The King Of In Between" (Big Lake/Luna Park, Juni 2011 * Mai 2012)

Völlig überraschend und mit seinem ersten Album seit 1997 ist einer meiner Lieblinx-New-Yorker (weit vor Lou Reed, der hier sogar bei einem Lied im Hintergrund mitgrummelt) zurückgekehrt. Ich kenne kaum einen Künstler, der dermassen überzeugend die unterschiedlichsten Stile (vor allem Rock, Folk, Soul und Reggae) zusammenbringen kann. Welcome back, Matador! Und lass uns bitte nicht bis 2027 auf die nächste Platte warten.
(10.05.2012)

Kann man scheinbar unverträgliche Zutaten mischen, ohne einen Potpourri der Beliebigkeit zu erschaffen? Mit den richtigen Songs, der richtigen Stimme und der richtigen Haltung in jedem Fall!
(31.12.2012)

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#6: Donald Fagen: "Sunken Condos" (Reprise, Okt. 2012)

Von Donald Fagen kann man sich ungehört ein neues Album kaufen und wird nicht enttäuscht - mehr muß ich eigentlich nicht sagen.
(14.10.2012)

Kann man mit perfekten Zutaten etwas erschaffen, dass nicht steril und beliebig klingt? Vielleicht nur, wenn man Donald Fagen ist.
(31.12.2012)

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#7a: Tindersticks: "The Something Rain" (City Slang/Lucky Dog, Feb. 2012)

Auf neue Alben der Tindersticks kann man sich immer freuen und sie dann auch ungehört kaufen. Diese Band kann anscheinend keine schlechten Platten aufnehmen. Ob es sich allerdinx um eines der besten Alben der Band handelt kann ich nach dem ersten Hören noch nicht sagen. Ist aber eigentlich auch egal.
(17.02.2012)

Chris Robinson hat es mit seiner Bruderschaft ja durch einen kleinen Trick in meine Jahrescharts geschafft: zwei gute Alben mit hoher Substanz schaffen quasi gemeinsam den Sprung in´s Finale. Tinderstick haben im November "The Somthing Rain" nochmal als Livealbum "San Sebastian 2012" herausgebracht und mich dadurch nochmal an die hohe Qualität des Studioalbums erinnert. Fast schon aussortiert ging es also doch nochmal auf das erweiterte Treppchen!
(24.12.2012)

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#7b: Tindersticks: "San Sebastian 2012" (City Slang/Lucky Dog, Nov. 2012)
Das komplette Album "The Something Rain", aufgenommen am 23. März diesen Jahres in Spanien. Klingt richtig gut und gibt es nur als Einzel-Vinyl oder als Bonus-CD zusammen mit einer Neuauflage der Studioversion. Pech also, wenn man sich bislang die schnöde CD gekauft hatte!
(23.12.2012)
#8: Patti Smith: "Banga" (Columbia, Juni 2012)

Ein neues Patti Smith-Album hatte ich gar nicht auf dem Zettel, also war ich sehr angenehm überrascht, als ich vom neuen Album erfahren habe. Zwar habe ich mich bei Neuerscheinungen in letzter Zeit meistens für die Vinylausgabe entschieden, aber bei Banga gibt es eine Special Edition der CD für eine minimale Zusatzinvestition von einem Oiro als Hardcoverbuch, gebunden in Leinen und mit Schutzumschlag, zusätzlichen Photos und Texten.
Aber das Wichtigste: Die Musik auf Banga ist wirklich gut. Vielleicht kein neues "Horses", aber auf jeden Fall besser als die neue Platte von Neil Young, die ich gar nicht erst beabsichtige, in meine Plattensammlung einzureihen. Dafür waren seine letzten Werke zu wenig nach meinem Geschmack. Schau´n wir doch mal, ob ich diesen Verzicht durchhalten kann.

Ach ja - Patti covert hier zum Abschluß Neils "After The Goldrush".
(26.06.2012)

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#9a: Chris Robinson Brotherhood: "Big Moon Ritual" (Silver Arrow, Juni 2012)
Schwer nach den Grateful Dead, ca. "Europe 72" bzw. "Wake Of The Flood", klingen der Ex-Black Crowes-Sänger und sein fleissiger Assistent Neal Casal, beide inzwischen genauso wie Bob Weir mit Jerry Garcia-Gedächtnis-Vollbart, auf ihrem neuen Doppelalbum, das bei deutlich über einer Stunde Laufzeit gerade mal 7 Lieder hat. Was mich natürlich nicht wirklich stört, wie Ihr Euch vielleicht denken könnt. Der Küchenchef empfiehlt die Vinylausgabe, garniert mit MP3-Gutschein.
(29.06.2012)
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#9b: Chris Robinson Brotherhood: "The Magic Door" (Silver Arrow, Sept. 2012)

Ich grüble gerade, ob die "Magische Tür" denn jetzt sogar noch besser ist als das "Großer Mond Ritual", der im Juni erschienene und in den gleichen Sessions aufgenommene vorzügliche Vorgänger.
(21.10.2012)

Nicht unbedingt besser, aber gleich gut! Beide zusammen schaffen in 2012 auf jeden Fall den Jahressieg im Mannschaftszeitfahren oder im Staffellauf! Einziger Konkurrent war ja Neil Young mit "Americana" und "Psychedelic Pill".
(25.11.2012)

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#10: Heidi Happy: "Hiding With Wolves" (Silent Mode, März 2012)

Die junge Dame aus der Schweiz wurde mir von meinem Kumpel Wulf während unseres gemeinsamen Trips durch die Weiten von Kalifornien nähergebracht. Während Heidi vor allem durch Stimme, Gitarrenspiel und Songwriting beindrucken kann, wird die Platte letztendlich durch die Orchestrierung aus der Spielklasse von Robert Kirbys Beiträgen zu den ersten beiden Nick Drake-Alben zu einem echten Genuss. Wenn ich jetzt angestrengt doch noch einen Makel finden soll: der Künstlername Heidi Happy hätte mich im Plattenladen trotz des gelungenen Covers wohl vom Reinhören in die Platte abgehalten.
(07.07.2012)

Wäre ich eine Frau, wirklich talentiert und hätte das nötige Geld, um ein Orchester zu bezahlen, dann würde meine Musik vielleicht so klingen, wie die von Heidi!
(29.11.2012)

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#11: Aimee Mann: "Charmer" (V2/SuperEgo, Sept. 2012)
Aimee Mann gehört für mich zu den Künstlern, von denen man/frau sich eine neues Album ungehört kaufen kann: es gibt definitiv keine schlechte Aimee Mann-Platte - und auch "Charmer" mach da keine Ausnahme. Beim ersten Hördurchgang fehlte mir zwar der erhoffte sehr gute Ohrwurm, aber beim zweiten Durchlauf war ich doch wieder zufrieden: Vielleicht ist kein neues "Save Me" dabei, aber wirklich alle 10 Titel sind gut. Kein einziger Ausfall. Wer kann sowas schon bieten, heutzutage? Ok, das Cover ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig - aber doch auch nicht so daneben, dass es auf die Seite "Ugly Covers" gehört.
(23.09.2012)
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#12: Brokof: "Side By Side" (Goldrausch, Okt. 2012)

Das neue Album meiner allerneuesten Entdeckung aus Berlin. Man kann sofort hören, daß sich die Band in den letzten beiden Jahren nach der Debüt-EP "a/b" und der CD "Softly, Softly, Catchee Monkey" in großen Schritten weiterentwickelt hat. Auch hier mehr Details in den nächsten Tagen ...
(04.11.2012)

Ich erfahre gerade von meinem STTS-Kollegen Mathias, dass Brokof am 18. Januar des neuen Jahres im Weseler JZ Karo zu Gast sein werden. Da bin ich natürlich dabei.
(06.11.2012)

Auch wenn ich mich eigentlich auf 10 Platten für meine Highlights des Jahres beschränken wollte, so möchte ich doch diese tolle Platte diese noch realativ neuen Band mit dazu nehmen. Statt Detailanalysen zur Platte (kauft Euch die Platte gefälligst selber und hört sie Euch an!) möchte ich lieber ein Loblied auf den Mut und Ehrgeiz der Band anstimmen: die vier Musiker haben nicht nur zusammen tolle Platten produziert, sondern auch ein eigenes Tonstudio und ein eigenes Plattenlabel aufgebaut. Ich wünsche ihnen dafür allen nur erdenklichen Erfolg!
(07.01.2013)

Konzerthighlight #1: JZ Karo, Wesel, 18.01.2013: Sänger/Gitarrist Fabian Brokof und Gitarrist/Keyboarder Arne Bergner waren bereits zum zweiten mal im Karo zu Gast, dieses Mal allerdinx ohne Rhythmusgruppe und ohne Keyboard. Es wurde aber auch so ein schöner Auftritt, denn gute Songs müssen auch alleine zu Gitarrenbegleitung funktionieren - was die Brokof-Lieder natürlich tun. Witzigerweise haben die beiden mich nach dem Gig angesprochen statt umgekehrt, wie es sich eigentlich gehört, denn sie hatten tatsächlich meine kleinen Bemerkungen auf diesen Seiten über ihre schönen Platten gelesen und sich sehr darüber gefreut! Fabian wollte sogar eine W4L-CD haben, die ich ihm natürlich zugeschickt habe, wenn auch ohne eigene Ambitinen "entdeckt" zu werden. Aus dem Alter bin ich doch eher raus ...
(20.01.2013)

Konzerthighlight #2: Kulturhaus, Nürnberg, 10.04.2013: Beruflich hat es mich die Woche über mal wieder nach Nürnberg verschlagen. Da schaue ich natürlich, ob es abends eine Alternative zum Abhängen im Hotel gibt. Für den 10. April war Andrea Schroeder angekündigt, deren Glitterhouse-Debüt mir zwar gefallen, wenn auch nicht aus dem Sessel gehauen hat. Beim Betreten des schönen Gebäudes in der Nürnberger Altstadt lese ich auf dem Plakat: "Support Fabian Brokof", mit dem ich ja schon im Januar in Wesel ein Schwätzchen halten konnte. Dieses mal habe ich Fabian angesprochen, der sich an unser Treffen erinnern konnte (und Mathias schön grüßen läßt!) und sich freute, in Nürnberg ein bekanntes, wenn auch überraschendes Gesicht zu sehen. Ansonsten haben die Brokof-Lieder auch mit nur einer Gitarre sehr gut funktioniert. Zur W4L CD habe ich, schüchtern wie ich nun mal bin, nicht weiter nachgefragt, obwohl mich seine Meinung natürlich interessiert hätte.
(16.04.2013)

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auch gut ...

Laura Gibson: "La Grande" (City Slang, Jan. 2012)
Vor etwas mehr als zwei Jahren hatte "Beasts Of Seasons", das zweite Album dieser wunderbaren Sängerin aus Portland/Oregon (woher sonst?), mein musikalisches Herz erwärmt, nachdem ich sie im Duisburger Steinbruch im Vorprogramm von Alela Diane kennengelernt hatte. Jetzt liegt der Nachfolger auf meinem Plattenteller, wie immer bei City Slang mit MP3-Gutschein. Beim ersten Hören bin ich aber trotz all der postiven Besprechungen noch nicht so richtig begeistert, denn Laura hat die karge Instrumentierung des Vorgängers gegen eine recht experimentelle Begleitung ausgetauscht, die einen fast an Tom Waits denken lässt. Grundsätzlich mag ich solche Rumpelklänge ja sehr, aber bei Mrs. Gibson stören sie mich doch ein wenig. Warten wir mal ab ...
(21.01.2012)
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Penelope Houston: "On Market Street" (Glitterhouse, Jan. 2012)
Die Ankündigung einer neuen Platte von Penelope Houston, meiner "Folk-Queen" aus den frühen 90ern, war schon eine schöne Überraschung. Sofort wurde das für den 5. Januar des kommenden Jahres angekündigte Album - natürlich als Vinylausgabe - in Beverungen geordert - und kam sogar schon heute mit der Post! Grosse Freude!!!
(29.12.2011)
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Me And Cassity: "Appearances" (Tapete, Jan. 2012)
Nach vielen Jahren hatte Dirk Darmstaedter bereits zu Begin des Jahres mal wieder ein Album unter dem Pseudonym Me And Cassity herausgebracht - aber irgendwie ist mir das zum Jahresstart wohl entgangen. Jetzt gab es bei den Glitterhäuslern als Sonderaktion einen großen Teil des Katalogs vom famosen Tapete-Label, zu dessen Chefs Dirk gehört, für kleines Geld zu erwerben und ich hab da mal kräftig zugeschlagen: neben der mir bislang unbekannten Band Pollens, die ich hier bald vielleicht auch noch vorstellen werde, und der Vinylausgabe von Niels Freverts vorletztem Album "Du Kannst Mich An Der Ecke Rauslassen" von 2008 war das eben auch dieses Album. Ich kann soviel sagen: da hatte ich bisher ein ganz wunderbares Album übersehen! Details zu den Beteiligten Musikern entnehmt Ihr bitte den zusammengestellten Rezensionen vom Info-Link weiter oben. Übrigenz: Die LP gab es für einen Supersparpreis zusammen mit der CD. So mag ich das inzwischen sehr.
(28.10.2012)
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Nada Surf: "The Stars Are Indifferent To Astronomy" (City Slang, Jan. 2012)
Kann man in diesen Tagen noch altmodischen "Alternative Rock" oder "Power Pop" hören? Klar - wenn die Band und die Songs gut sind. Zwar gibt es beim New Yorker Trio Nada Surf keine Überraschungen zu hören, aber gute, laute und trotzdem entspannte Rockmusik.
Besonders gut haben mir die Bonustracks gefallen, die beim MP3-Download der Platte zusätzlich dabei waren (Ihr wisst ja inzwischen: bei City Slang gibt's das Vinyl immer mit MP3-Download-Gutschein!): fünf erstaunlich gut produzierte Akustikdemos, die fast besser sind als die "offiziellen" Versionen mit E-Gitarre. Da wünsche ich mir, Nada Surf wären etwas bekannter und MTV wäre noch relevant und hätte noch die Unplugged-Sendereihe im Programm!
(17.02.2012)
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The Soft Hills: "The Bird Is Coming To Earth" (Tapete, Jan. 2012)
Eine neue Band aus Seattle mit ihrem Debütalbum beim geschmackssicheren Hamburger Tapete-Label. Folkrock i.w.S. mit mehrstimmigem Gesang gibt es darauf zu hören, der wegen des eingesetzten Halls leider um den Vergleich mit den Fleet Foxes nicht drum herumkommt. Da ich diese aber mag und sie auch weder den Chorgesang noch Hallgeräte erfunden oder patentiert haben und auch die Songs von The Soft Hill wirklich gut sind, soll uns das mal egal sein. Ein kleiner Geheimtipp: bei die Vinyl-Ausgabe gibt es die CD gleich mit dazu.
(17.02.2012)
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Einar Stray: "Chiaroscuro" (Sinnbus, Jan. 2012)
Vor ein paar Tagen hab ich auf ARTE einen Konzert des jungen Norwegers mit seiner Band gesehen, das mich so überzeugt hat, dass ich sofort die Platte heranschaffen musste. Der Infotext beim Onlineversand schwafelt was von Songwriterpop mit Progrock-Elementen und führt als Referenzen u.a. Kate Bush, Bright Eyes und Godspeed You! Black Emperor an. Käte Busch kann ich nicht heraushören (vor allem, weil ich mich mit der Dame kaum auskenne), Conor Oberst klingt für mich zwar anders, hat aber teilweise ähnlich komplexe Lieder. Der Hinweis auf meine allerliebsten progressiven Kanadier beruht wohl darauf, dass eine Cellistin und eine Geigerin jeweils fest zur Besetzung gehören. Da aber bei "Chiaroscuro" der Gesang und das Klavier von Einar im Mittelpunkt stehen würde ich als Referenz eher Silver Mt. Zion anführen, was ja im Prinzip nichts anderes ist als Godspeed mit Gesang. Insgesamt ist die Musik von Einar Stray aber doch nicht ganz so extravagant wie die meiner Lieblinxkanadier. Eine gute Referenz wäre deshalb wohl eher Konstantin Gropper mit seiner Band Get Well Soon.
Das Vinyl kommt natürlich mit MP3-Gutschein daher. Ach ja - Hanna Furuseth, die Lady mit der Geige, hat mich in dem Konzert nicht nur durch ihr Spiel beeindruckt, aber das führt hier jetzt zu weit.
(07.07.2012)
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Kettcar: "Zwischen Den Runden" (Grand Hotel van Cleef, Feb. 2012)
Rock in Deutsch von einer Band, der man immer gerne ihr Normalsein (vielleicht sogar ihre Langweiligkeit?) vorgeworfen hat, die aber klar zu den Besten dieser Sparte in diesem unseren Lande gehört. Das Unspektakuläre steht der Band sogar ganz ausgezeichnet. Mit Texten (wie immer) vom Feinsten und einer Musik, die immer besser und ausgefeilter wird, ohne in's Muckertum oder das Westernhagen'sche abzudriften.
(17.02.2012)
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Lambchop: "Mr. M" (City Slang, Feb. 2012)
Nach Laura Gibson, Nada Surf und den Tindersticks ist das bereits die vierte gute Platte vom Berliner City Slang-Label im neuen Jahr. Und im Prinzip könnte ich an dieser Stelle meinen Text zur neuen Tindersticks-Platte einfach wiederholen.
Das Doppelalbum kommt mit MP3-Code für das komplette Album und 5 weiteren Liedern und einer DVD vom Konzert zum City Slang-Jubiläum von 2010. Absolut lohnenswert.
(24.02.2012)
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Mark Lanegan Band: "Blues Funeral" (4AD, Feb. 2012)
Nach vielen, vielen Jahren endlich wieder eine Platte meines Lieblingsgrantlers, der mich schon durch seine einzigartige Stimme bei den Screaming Trees und den Gutter Twins begeistern konnte. Selbst die gelegentlichen Trommeln aus dem Computer, am schlimmsten bei der "Ode To Sad Disco", die genauso furchtbar klingt wie sie heißt, können mich nicht abhalten, das Album zu geniessen. Diese Stimme! Ganz gegen meine Gewohnheiten hier mal ein provokanten "Namechecking": Mark Lanegan klingt hier wie eine Kreuzung aus John Lee Hooker und Depeche Mode. Kommt im wunderschönen Vinyldoppelalbum zum Aufklappen (!) und natürlich mit MP3-Gutschein daher!
(05.02.2012)

Konzerthighlight: Stollwerck, Köln, 14.03.2012: Wenn ich ganz ehrlich bin: ein echtes Highlight war das Konzert, das wegen des anscheinend unterschätzten Publikumandrangs vom winzigen Luxor in das Bürgerhaus Stollwerck verlegt wurde, nicht. Dafür hat die Band zu sehr mit Mittelmaß dahergerockt. Mr. Lanegan war - wie immer - recht wortkarg zwischen den Liedern. Vielleicht war ich auch nur schlecht drauf. Oder einfach nur zu müde.

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Rich Robinson: "Through A Crooked Sun" (Circle Sound, Okt. 2011 * Thirty Tigers, Feb. 2012)
Zufällig habe ich dieses Soloalbum des Ex(?)-Black Crowes-Gitarristen entdeckt. Er hat zwar keine so herausragende Stimme wie sein Bruder Chris Robinson, ist aber natürlich ein richtig guter Gitarrist, der hier fröhlich den Gitarrenrock der frühen 70er aufleben lässt, nicht unähnlich dem, was sein Bruder oder Jonathan Wilson tun. Zum Kern seiner Begleitband (Drummer Joe Magistro und Keyboarder Steve Molitz) kommen ein paar interessante Gäste mit schönen Einlagen: Multisaiten-Ass Larry Campbell zaubert an der Pedal Steel und Warren Haynes liefert ein paar weitere, schöne Gitarrenspuren ab. Etwas überraschend, aber sich wunderbar einfügend, ist der Auftritt des legendären deutschen Jazz-Vibraphonisten und Pianisten Karl Berger.
(22.03.2014)
Die Türen: "ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ" (Staatsakt, Feb. 2012)
Vor ein paar Tagen wollte ich mir kränkelnd die Wartezeit bei meinem Hausarzt etwas verkürzen und habe mir - in Ermangelung von Alternativen - in der Friedrichsfelder Lottobude seit längerer Zeit mal wieder den Musikexpress gekauft. Die beiliegenden CDs in den Musikzeitschriften, so muß ich gestehen, höre ich mir wegen der für meine Ohren teilweise nicht sehr verträglichen Liedzusammenstellungen oft gar nicht mehr an. Diesesmal gab es aber etwas Ungewöhnliches: mehr oder weniger bekannte deutsche Künstler und Bands covern digital-exklusiv (bedeutet: im Handel gibt es von dem Sampler nur die Vinylausgabe) zum 10jährigen Bestehen der Berliner Band Die Türen deren aktuelles Album "ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ", natürlich von A bis Z (dieses Wortspiel kann ich mir natürlich nicht verkneifen!). Weder von der Band, deren Mitglieder angeblich aus Borken (!) in Westfalen stammen sollen, noch von "ABC..." hatte ich zuvor je etwas gehört. Dieser Tributsampler hat mir dann trotz der unterschiedlichsten musikalischen Ansätze der beteiligten Bands so gut gefallen, vor allem wegen der fantastischen deutschen Texte, dass ich mir sofort auch die Vorlage kaufen mußte. Das frisch bei mir eingetroffene Original ist sogar noch besser als die schon gelungenen Coverversionen (vor allem, weil jetzt auch musikalisch alles aus einem Guss ist!), sodass ich jetzt dankbar sein muß für meinen kleinen gesundheitlichen Ausfall an jenem Morgen, ohne den ich diese tolle Band vielleicht nie kennengelernt hätte.
(14.10.2012)
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Bowerbirds: "The Clearing" (Dead Oceans, März 2012)
Das dritte Album dieser wunderbaren kleinen Folkband. Direkt der erste Höreindruck war sehr angenehm - demnächst mehr dazu.
(12.03.2012)
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"Simone Felice" (V2, März 2012)
Als Trommler der Felice Brothers ist Simone Felice ganz offensichtlich noch nicht ausgelastet und deshalb ein ganz ausgezeichnetes Beispiel für singende & komponierende Schlagzeuger. Die Vinylausgabe gibt es im Übrigen zu einem erschwinglichen Kurs inklusive CD.
(27.06.2012)
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Michael Kiwanuka: "Home Again " (Polydor, März 2012)

Ausnahmsweise mal wieder eine Platte, die sowohl mir gefällt als auch vielen anderen Leuten. Singer-Songwriter-Musik zwischen Jazz und Folk, also gar nicht mal so weit weg von Terry Callier oder von mir aus auch von Bill Withers. Gute Stimme, gute Songs.
(08.05.2012)

Den Titelsong gibt es auch schon auf einer wunderschönen Zehn-Zoll-EP vom Januar!
(20.05.2012)

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Lee Ranaldo: "Between The Times And The Tides" (Matador, März 2012)
Sonic Youth fand ich in den späten 80ern und 90ern mal richtig toll, besonders auf dem Meisterwerk "Daydream Nation", habe sie dann aber Ende des letzten Jahrtausends ein wenig aus den Augen & Ohren verloren, obwohl die Band qualitativ eigentlich nie nachgelassen hat. Vielleicht wurde es mir einfach zuviel, was da an Musik auf mich zugekommen ist? Egal. Auf jeden Fall wurde ich jetzt wieder aufmerksam, als das erste Soloalbum des Gitarristen dieser Band angekündigt wurde, das nur "konventionelle Rockmusik" enthalten soll. Bitte jetzt nicht falsch verstehen: ich mag guten Krach und habe keine Scheu vor Experimenten, aber es ist mir immer wieder ein Vergnügen, wenn ich Künstlern zuhören kann, die zwar knietief in der Avantgarde stecken, aber trotzdem eine Ader für wunderschöne (Pop-) Songs haben. Letztendlich kommt man aber doch zur Gretchenfrage: sind die (einfachen) Lieder von Lee Ranaldo gut? Sehr sogar!
Und dann vielleicht noch ein wenig Namedropping: Wilcos Gitarrengott Nels Cline ist dabei, ebenso Sonic Youth-Trommler Steve Shelley und Jazz-Keyboarder John Medeski.
(15.04.2011)
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Rue Royale: "Guide To An Escape" (Eigenproduktion, Feb. 2011 * Sinnbus, März 2012)
Vor einiger hatte ich das amerikanisch/englische Lebens- und Künstlerpaar Brooklyn und Ruth Dekker bereits im Weseler JZ Karo gesehen und mir auch ihre vorzügliche, in Eigenregie produzierte Debüt-CD von 2008 besorgt. Ihre erste richtige Langspielplatte hätte ich aber fast verpasst. Zwar konnte man "Guide To An Escape" wohl schon ab Februar 2011 digital über die Bandwebseite beziehen, aber erst im Frühjahr 2012 hatte das kleine, aber feine Berliner Label Sinnbus, das uns schon den Norweger Einar Stray nähergebracht hat, eine richtige Schallplatte veröffentlicht. Natürlich wieder voll mit wunderbarer Musik. Und natürlich mit MP3-Gutschein.
(11.11.2012)
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Father John Misty: "Fear Fun" (Bella Union, April 2012)
Hinter dem väterlichen Pseudonym verbirgt sich Josh Tillman, der Insidern vielleicht als (inzwischen Ex-) Trommler der Fleet Foxes bekannt ist. Vor seiner Zeit bei den Füchsen hatte er aber bereits eine ganze Reihe von Solo-Alben unter seinem eigenen Namen veröffentlicht (z.B. das wunderbare folkige "Year In The Kingdom"), aber "Fear Fun" ist wesentlich rockiger und deutlich aufwändiger produziert. Es wirkt eher wie eine Bandplatte, obwohl die meisten Instrumente von Josh und Produzent Jonathan Wilson gespielt wurden. Die Vinylausgabe hat als Bonus die komplette CD dabei.
(30.07.2012)
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Great Lake Swimmers: "New Wild Everywhere" (Nettwerk, April 2012)
Diese kanadische Folkband um den Singer/Songwriter Tom Dekker hatte ich bereits mit dem Vorgänger "Lost Channels" von 2009 schätzen gelernt. Das limitierte Doppelvinyl kommt zwar ohne MP3-Gutschein, aber mit Bonustracks gegenüber der schnöden CD. Wie sich doch die Zeiten ändern - das war mal umgekehrt!
(15.04.2011)
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Horse Feathers: "Cynic´s New Year" (Kill Rock Stars, April 2012)
Das dritte Album von Justin Ringle ist zwar schon vor ein paar Monaten herausgekommen, aber irgendwie bin ich erst jetzt darüber gestolpert. Es ist gelungen, so wie schon der Vorgänger "Thistled Spring" von 2010. Und ebenfalls wieder als Vinyl mit dem dazugehörigen MP3s weiter zu empfehlen!
(10.09.2012)
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Rolf & Joachim Kühn Quartet: "Lifeline" (Universal/Impulse!, April 2012)
Insider wissen natürlich, dass die Kühn-Brüder bereits 1967 als erste (?) deutsche Künstler auf dem legendären Jazzlabel Impulse eine Platte herausgebracht hatten. Jetzt gibt es den überraschenden Nachfolger - überraschend vor allem, weil hier nicht altersgerecht "vor sich hin geswingt wird", wie etwa dann, wenn Altersgenossen wie Max Greger heutzutage noch musizieren, sondern weil Klarinettist Rolf Kühn (über 80!), sein etwas jüngerer Bruder Joachim Kühn am Piano zusammen mit einer Rhythmusgruppe auf Weltniveau (Trommler Brian Blade und Bassist John Patitucci) ein wirklich gutes, herrlich unkommerzielles Jazzalbum aufgenommen haben.
(01.06.2012)
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Bonnie Raitt: "Slipstream" (Proper, April 2012)
Seit über 40 jahren macht Bonnie Raitt Platten. Meistens sind die sogar recht gut - so wie diese hier.
(08.05.2012)
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Mariee Sioux: "Gift For The End" (Almost Musique, April 2012)
Mariee Sioux Sobonya stammt wie Alela Diane Menig aus der kleinen kalifornischen Städtchen Nevada City, tritt wie diese unter ihrem doppelten Vornamen auf (also von Spiessern wie mir im Plattenregal unter "M" und nicht unter "S" einzusortieren!) und war mir bisher nur als Gastsängerin auf deren Platten aufgefallen. Zu geniessen gibt es auf ihrem Debütalbum hauptsächlich akustischen Singer/Songwriter-Stoff mit viel "Hippie-Gefühl" und sogar indianischen Elementen. Somit hätte die Platte auch 1972 veröffentlicht werden können und ist natürlich genau nach meinem Geschmack. Alela tritt zwar nicht selber als musikalischer Gast in Erscheinung, dafür aber ihr Papa Tom Menig und Mariees Papa Gary Sobonya. Generationsübergreifendes Musizieren in der Familie - vielleicht doch ein kleiner Unterschied zwischen 1972 und 2012?
(29.04.2011)

Konzerthighlight: Steinbruch, Duisburg, 17.05.2012: Wegen der tollen Platte hatte ich mir von dem Konzert wohl doch zu viel versprochen. Ich fand's zwar irgendwie "ganz gut", war aber nicht so begeistert wie ich erhofft hatte. Kein Vergleich zu den Auftritten von Alela und Laura Gibson an gleicher Stelle. Von Platte und Konzert begeistert waren dagegen einige andere Leute, wie mir ein Bekannter berichtete, den ich wenige Tage später im Plattenladen traf. So bleibe ich also mit meinem etwas unzufriedenen Gefühl wohl ganz alleine zurück. Gut für die anderen und gut für Mariee, die auf jeden Fall eine tolle Platte gemacht hat. Da waren sich schließlich alle einig.
(20.05.2012)

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Loudon Wainwright III: "Older Than My Old Man Now" (Proper, April 2012)
Papa Loudon und Sohn Rufus bringen fast zeitgleich neue Alben heraus. Die Musikpresse interessiert sich natürlich mehr für den Sohnemann, den ich zwar auch ganz gerne höre (ausser wenn er gerade Opernmusik macht oder aus dem Piaf-Songbook singt), aber ich bin doch mehr mit der Musik vom Vater vertraut und fühle mich da mehr zu hause - auch auf die Gefahr hin, dadurch weniger "cool" zu sein bzw. zu wirken.
Loudons neues Werk ist tatsächlich eines seiner besten und wieder einmal ist die ganze Familie und der Freundeskreis dabei: Ex-Frau Suzzy Roche, die Kinder (Rufus Wainwright, Martha Wainwright, Lucy Wainwright Roche und Lexie Kelly Wainwright), alte Freunde wie Chaim Tannenbaum und viele andere. Sogar John Scofield lässt bei einem Lied seine Gitarre erklingen. Am bizarrsten ist ein Gesangsduett über Sex (bzw. dessen Fehlen) im Alter mit Barry Humphries, den der eine oder andere vielleicht auch als Dame Edna kennt.
(08.05.2012)
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Gravenhurst: "The Ghost In Daylight" (Warp, Mai 2012)
Vor ein paaren Jahren hatte ich mich schon mal an dieser Stelle lobend über das Gravenhurst-Album "Western Lands" geäußert, auf dem der Engländer Nick Talbot äussert geschmackvoll folkige Klänge in der Nick Drake-Tradition mit maßvoll rockigeren Klängen aus den 80ern (Talbot ist Fan von The Smiths) und modernen Klängen (Warp ist eigentlich ein Label für elektronische Musik - soweit ich das weiß) zusammenbrachte. Danach hatte ich ihn etwas aus den Augen und Ohren verloren und bin erst jetzt durch die Zehn-Zoll EP "The Prize" wieder aufmerksam geworden. Auch "The Ghost ..." ist voll von zeitlos schöner Singer/Songwriter-Musik (nennen wir es ruhig so), wobei die rockigen E-Gitarren im Unterschied zu den Akustikgitarren kaum noch stattfinden. Stattdessen klingt es manchmal bei den elektronisch angereicherten Liedern ein wenig nach Krautrock á la Neu. Oder eher nach Kraftwerk? Auf jeden Fall nach Düsseldorf (kleiner Witz!)
(12.07.2012)
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Mickey Hart Band: "Mysterium Tremendum " (360° Promotion, Mai 2012)
Mickey Hart war einer der beiden Trommler der Grateful Dead. Auf vielen Soloalben hat er sich kompetent mit Weltmusik und vielem Obskuren beschäftigt und dafür sogar zwei Grammies gewonnen. Das neue Album rockt dagegen erstaunlich "normal" und wurde sogar mit einer kompletten Band eingespielt, zu der als einzige bekannte Gesichter Widespread Panic-Bassist Dave Schools und der afrikanische Perkussionist und Mickeys Langzeitpartner Sikiru Adepoju gehören. Die meisten Lieder sind sogar mit Gesang und die meisten Texte stammen sogar vom Cheflyriker der Dead, Robert Hunter. Das klingt alles richtig gut und trotzdem nicht nach den alten Dead-Platten. OK - das Cover ist Geschmackssache.
(10.05.2012)
Here We Go Magic: "A Different Ship" (Secretly Canadian, Mai 2012)

Ein weiteres musikalisches Highlight (neben Heidi Happy) vom Soundtrack zu unserem Kalifornientrip vom letzten Monat. Mein Reisegefährte Wulf legt sich jetzt schon auf "Platte des Jahres" fest und auch ich denke zumindest darüber nach! Jedes der Lieder ist gut, die stilistische Spannbreite (innerhalb der Koordinaten des "Gitarrenrocks") dabei enorm. Darüber muss auf jeden Fall nochmal ausführlicher philosophiert werden, spätestens zum Jahresende, wenn es wirklich um die Wurst und die Plätze geht ...
(12.07.2012)

Gerade läuft Track #9, "Miracle Of Mary", und lässt mich vor allem wegen der Stimme und der Gitarre von Bandchef Luke Temple sehr sentimental an die Verlaines zurückdenken, jene neuseeländische Band aus den 80ern, die mich einmal sehr begeistert hatte. Beim ersten Blind-Date-Hören im Auto, unterwegs auf einem kalifornischen Highway, hatte mich seine Stimme auf Track #2, "Hard To Be Close", noch an Nick Lowe erinnert.
(13.07.2012)

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K.: "History Grows" (Eigenproduktion, Mai 2012)
Karla Schickele ist die Bassistin von Ida, seit einigen Jahren eine meiner Lieblingsbands, von denen es seit etwa vier Jahren leider nichts Neues zu hören gibt. Deshalb habe ich mich natürlich sehr über die bereits dritte CD ihres "Nebenprojekts" gefreut, bei dem Karla von Ida-Schlagzeugerin Ruth Keating und dem gelegentlich ebenfalls in den Besetzungslisten von Ida auftauchenden Gitarristen Matt Sutton unterstützt wird. Neben guten eigenen Liedern von Karla gibt es am Ende der CD auch vier interessante Coverversionen zu hören: "Passionate Kisses" von Lucinda Williams, "Jump, Baby, Jump" von der mir bisher leider unbekannten Bluessängerin Jessie Mae Hemphill (also nicht die Mungo Jerry-Nummer!), "For Me" von Julie Doiron (mir ebenfalls unbekannt) und sogar "Baker Street" von Gerry Rafferty als spröde Soloversion am Klavier, das so ungewöhnlich "unpoppig" darherkommt, dass man die blöde Saxofonmelodie vom Original garnicht mehr dazu singen kann, wodurch dieses im Grunde doch schöne Lied wieder "befreit" und hörbar gemacht wird.
P.S.: ist das jetzt schön oder schade, dass Karla bei der CD ganz ohne Plattenlabel auskommt bzw. auskommen muß?
(18.08.2012)
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Smoke Fairies: "Blood Speaks" (V2, Mai/August 2012)
Jessica Davies und Katherine Blamire, zwei noch recht junge englische Ladies, die singen, Gitarre spielen und Songs schreiben, mit ihrem zweiten Album, das dem bisher von ihnen gebotenen Folk (diese Stimmen!) und Blues (diese Slidegitarren!) jetzt ein rockigeres Fundament mit E-Gitarren, Keyboards, Bass und Schlagzeug gönnt. Die CD kam zwar schon im Mai heraus, aber auf die Vinylausgabe mit Bonus-CD musste man und frau bis zum August warten.
(18.08.2012)
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Spain: "The Soul Of Spain" (Glitterhouse, Mai 2012)
Josh Haden hat seine alte Band nach einer langen Pause mit neuen Musikern reaktiviert und fröhnt wieder der erhabenen Langsamkeit. Zwar gibt es mit dem dritten Lied sogar einen mittelschnellen Rocker mit einer leider ziemlich doofen Akkordfolge und einem ziemlich platten Text ("I want to feel your love, because your love is for everyone"), aber danach wird es mit "All I Can Give" zum Glück wieder richtig gut. Natürlich sind auch Joshs liebreizende Drillingsschwestern (!) Petra, Rachel und Tanya als singende und fiedelnde Gäste dabei. Und wie immer bei Spain gibt es auch ein liebreizendes Covergirl zu bewundern.
(08.05.2012)

Konzerthighlight: 16. Orange Blossom Special, Beverungen, 27.05.2012: Eigentlich ein sehr schönes Konzert - wenn nicht als letzte Zugabe dann doch noch der oben erwähnte Rocker gekommen wäre. Aber es sei den Junx verziehen.
(31.05.2012)

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Adele & Glenn: "Carrington Street" (Glitterhouse, Juni 2012)

Bassistin Adele Pickvance und Trommler Glenn Thompson, die ehemalige Rhythmusgruppe der Go-Betweens und von Robert Forster, mit ihrem Debütalbum als Duo (von Glenn Thompson gab es bereits vor fünf Jahren ein Soloalbum unter dem Bandpseudonym Beachfield). Geboten wird wunderschöner, altmodischer (besser gesagt: zeitloser) Gitarrenpop. Für mich als Go-Be-Fan war das natürlich ein Pflichtkauf. Die Vinylausgabe inkl. CD gab's für einen Aufpreis von einem schlappen Oiro zur vinylfreien CD-Ausgabe.
(12.08.2012)

Ein Lied von Adele Pickvance hat mich sogar zu Tränen gerührt: "Auntie Nelly" erzählt von einer haschrauchenden, exzentrischen alten Dame, die von ihrer Verwandschaft weggesperrt wird und dann eingeht. Wunderbar todtraurig im wahrsten Sinne des Wortes!
(17.09.2012)

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The Beach Boys: "That's Why God Made The Radio" (Capitol/Brother, Juni 2012)
Ein hässliches Cover und weitestgehend schlechte Kritiken - keine guten Voraussetzungen, um hier das neues Beach Boys-Album zum 50. Bandjubiläum anzupreisen, aber ich will es trotzdem tun. Vor allem mag ich natürlich die Stimmen von Brian Wilson, Mike Love, Al Jardine und Bruce Johnston, unterstützt durchgängig von Jeffrey Foskett aus der aktuellen Brian Wilson Band, besonders im textlosen Eröffnungslied. Die darauf folgenden Lieder sind größtenteils zwar nur durchschnittlich und reichen nicht an meine Favoriten von "Pet Sounds", "Surf's Up" und "Holland" heran, aber dann am Ende, bei den Titel 10 bis 12, wird es doch noch richtig gut: vor allem "Pacific Coast Highway" ist wunderschön. Ausserdem weiß ich inzwischen, wovon die Junx reden bzw. singen, denn "Drivin' down Pacific Coast Highway out on Highway One" war ich höchstpersönlich noch vor wenigen Tagen mit meinem Kumpel Wulf, von der Moro Bay über Big Sur bis nach Monterey. Nach so einer Fahrt muß man die Beach Boys einfach mögen.
(29.06.2012)
Christian Scott: "Christian aTunde Adjuah" (Concord, Juni 2012)
Vor zwei Jahren hatte mich sein Album "Yesterday You Said Tomorrow" schwer begeistert - jetzt gibt es mit (fast) gleicher Quintettbesetzung sogar ein Doppelalbum von ihm. Auch hier ist die Musik auf allerhöchstem Niveau, wenn auch der Überraschungseffekt fehlt. Beim ersten Hören von CD 1 dachte ich noch: "Na ja - vielleicht ein wenig überambitioniert und unfokussiert", aber dann kommt CD 2 - und alles ist wieder gut.
(18.08.2012)
Punch Brothers: "Who's Feeling Young Now?" (Nonesuch, Juli 2012)
Die Besetzung der Band ist mit Gitarre, Mandoline, Standbass, Geige und Banjo zwar streng nach Bluegrass-Vorschriften, aber nicht die Musik. Ich nenne es mangels besserer Ideen mal salopp und etwas ungelenk Acoustic-Singer/Songwriter-Prog-Rock (Ihr dürft jetzt lachen!). Oder ich mache es mir durch Namechecking etwas einfacher: eine Mischung aus dem legendären David Grisman Quintet (natürlich wegen der Bluegrass-Besetzung, aber vor allem wegen der musikalischen Qualität), den Beatles (wegen der großen Gewichtung von Songs und mehrstimmigem Gesang) und Radiohead (Eingeweihte wissen, warum). Chef der Truppe ist der Mandolinen-Virtuose Chris Thile, der schon mit 13 Jahren sein erstes, gelungenes Soloalbun herausgebracht hat und danach in der vorzüglichen Band Nickel Creek (nicht Nickelback, Ihr Deppen!) gespielt hat. Normalerweise langweilt mich Virtuosenmusik, aber das hier ist so gut und trotzdem so entspannt gemacht, dass ich nur begeistert bin.
(14.10.2012)
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Dead Can Dance: "Anastasis" (Play It Again Sam, Aug. 2012)
Gothic mit Irish Folk- und Balkan Folk-Elementen, dazu vor allem Keyboards und Drum-Combjuder als Instrumente: in der Regel ist das nichts für mich und ein wichtiger Grund, einer Band bzw. einer Platte erst gar nicht zuzuhören. Dead Can Dance, ein australisches Duo, bestehend aus Lisa Gerrard und Brendan Perry, die ich bisher nur von ihren Beiträgen zum ersten This Mortal Coil-Album "It'll End In Tears" kannte, bilden da aber eine Ausnahme, denn Stimmen, Songs und Sounds sind einfach nur wunderbar.
Nach etwa 15 Jahren haben die beiden sich also wieder zusammengetan und dieses "Comeback"-Album aufgenommen. Zwar lausche ich gerade nur einer CD-Kopie, die mir ein Freund gebrannt hat, aber mir gefällt's so gut, dass ich mir die richtige Schallplatte noch schnell selber bestellt habe. Das ist vielleicht Quatsch, aber so mag ich's eben.
(13.01.2013)
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Bill Fay: "Life Is People" (Dead Oceans, Aug. 2012)
Sein letztes reguläres Album "Time Of The Last Persecution" erschien 1971. Da der englische Sänger und Pianist aber ein paar einflussreiche Fans hat, u.a. Jeff Tweedy von Wilco, gibt es nun doch tatsächlich eine neue Platte von ihm. Zur Abwechselung war die CD mal wieder deutlich günstiger als die Vinylausgabe, sodass ich mich mit dem faden Silberling zufrieden gegeben habe. Aber wie schon der berühmte Komponist Sepp Herberger sagte: "Wichtig ist auf dem Platz", besser gesagt: wichtig ist die Musik. Dazu mehr in Kürze.
(26.08.2012)
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James Yorkston: "I Was A Cat From A Book" (Domino, Aug. 2012)
Als niedliches Zehn-Zoll-Doppelalbum kommt das neue Werk des schottischen Singer/Songwriters daher, in wenigen Tagen weitestgehend live eingespielt mit einer akustischen Begleitband, irgendwo zwischen Folk und Jazz. Das geht durchaus in Richtung "Astral Weeks" oder "Five Leaves Left", ohne dass man gleich von einem Meisterwerk sprechen muß. Ist aber trotzdem sehr schön.
(10.09.2012)
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Dinosaur Jr.: "I Bet On Sky" (Play It Again Sam, Sept. 2012)
Von J Mascis, Lou Barlow und Murph kann und will man nichts Neues erwarten: mitten in den 80ern haben die drei mal den Grunge erfunden bzw. vorweggenommen (bzw. Popsongs mit Krachsound kombiniert) und das Gitarrensolo rehabilitiert. Jetzt, beim zweiten Album der wiedervereinigten Urbesetzung, wird der eigene Stil gepflegt.
(02.01.2013)
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Bob Dylan: "Tempest" (Columbia, Sept. 2012)
Was kann man zu Bob Dylan noch großartig Neues sagen? Schon am Veröffentlichungstag gab es bei Amazon bereits mehr als 10 Lobpreisungen von Dylanologen zu lesen, denen zugehörig zu sein ich mich bislang nicht verdächtig gemacht habe und deren feinen Analysen ich auch nichts hinzufügen kann und möchte. Zum Kauf hat mich schließlich nicht der in der Presse angekündigte Hinweis auf das beste Dylan-Album seit Jahrzehnten überredet (O.K. - vielleicht ein bisschen), sondern ganz schnöde der erschwingliche Preis für das Veröffentlichungsformat Doppelvinyl inklusive CD.
Und wie ist "Tempest" denn nun? Ziemlich gut! Deutlich abwechslungsreicher als die letzten, sehr "altmodisch blueslastigen" Alben (die auch nicht schlecht waren, aber eben doch sehr blueslastig und manchmal musikalisch etwas langweilig!), denn endlich gibt es wieder interessante Melodien zu den wie immer interessanten Texten. Der Titelsong kommt sogar auf satte 14 Minuten und hat gefühlte 40 Strophen zum Thema "Titanic" zu bieten, was zugegebenermaßen nicht gerade mein Lieblinxthema ist (ich habe es bisher sogar vermeiden können, mir den Spielfilm anzuschauen!), und kommt natürlich nicht an die Klasse von "Sad Eyed Lady Of The Lowlands" von Blonde On Blonde heran (wie soll das auch gehen?), aber insgesamt ist das schon eine wirklich gute Platte - und um Klassen besser als die aktuellen Alben einiger Altersgenossen aus der gleichen Liga, zum Bleistift besser als die neue Platte von Neil Young.
(10.09.2012)
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Get Well Soon: "The Scarlet Beast O'Seven Heads" (City Slang, Sept. 2012)
Das dritte Album von Konstantin Gropper kommt genauso so opulent daher wie es schon die beiden Vorgänger taten. Die angekündigte Inspiration durch italienische Horror-B-Movies hat aber zum Glück nicht dazu geführt, dass wir hier Morricone für Arme geboten bekommen. Manchmal fehlt mir bei all den komplexen Zutaten aber die eine oder andere wirklich schöne und tragende Melodie. Aber vielleicht muß ich da nur genauer und öfter hinhören. Insgesamt überwiegt aber schon beim ersten Hören der positive Eindruck.
(10.09.2012)
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Honig: "Empty Orchestra" (Haldern Pop, Sept. 2012)
Das zweite Album von Stefan Honig aus Düsseldorf mit schöner Singer/Songwriter-Mucke in in englischer Zunge und einer Instrumentierung, so wie ich es mag - nämlich eine gute Mischung aus akustischen (viel Gitarre, aber auch Mandoline, Banjo, etc) und analog-elektrischen Instrumenten (da darf die E-Gitarre auch mal rocken!). Zufällig bei Juch-Hu-Tjub gefunden und gleich die Platte (mit CD!) geordert. Da wäre mir fast ein Highlight des Jahres 2012 entgangen!
(13.01.2013)
Catherine Irwin: "Little Heater" (Thrill Jockey, Sept. 2012)
10 Jahre hat Catherine Irwin bis zu ihrem zweiten Soloalbum vergehen lassen, aber man kann das ihrer archaisch klingenden Musik nicht anhören, die immer schon im besten Sinne alt - besser gesagt zeitlos - war. Das war auch schon so, als sie noch mit Janet Bean in der Band Freakwater gespielt hat.
Produziert wurde "Little Heater" von Tara Jane O'Neil, einer von mir ebenfalls hochgeschätzten Musikerin. Unterstützt wurde sie von drei Mitgliedern der von mir sogar sehr hoch geschätzten Band Ida (Dan Littleton, Liz Mitchell und Geigerin Jean Cook), sowie Will Oldham. Trotzdem ist das hier ganz alleine Catherines Party.
(26.09.2012)
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Rickie Lee Jones: "The Devil You Know" (Universal/Concord, Sept. 2012)
Die bereis dritte CD ausschließlich mit Coverversionen einer der wichtigsten amerikanischen Singer/Songwriter-Ladies. Karg instrumentiert, aber trotzdem sehr gut. Andere hätten sich mit solch einer Liedauswahl (z.B. das oft gecoverte "The Weight" von The Band oder dem Stones-Klassiker "Sympathy For The Devil" sicherlich viel schwerer getan. Oder sogar blamiert.
(14.10.2012)
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Brad Mehldau Trio: "Where Do You Start" (Nonesuch, Sept. 2012)
Mit "Time Has Told Me" gibt es hier bereits die nach meinem Wissensstand dritte Coverversion eines Liedes von Nick Drake von einem der angesagtesten Piano-Trios im Jazz. Da musste ich natürlich zuschlagen - und bin sehr angetan von der ganzen CD, die fast ganz auf Coversongs setzt: neben Nick Drake gibt es noch "Hey Joe" von Billy Roberts (ja, das ist selbstverständlich das Hendrix-Stück, stammt aber von jenem Mr. Roberts!), ein paar Jazz-Klassiker (z.B. "Airegin" von Sonny Rollins), zweimal Brasilien (Chico Buarque, Toninho Horta), etwas von Elvis Costello ("My Baby Play Around" vom Album "Spike"), Sufjan Stevens, ja sogar was von den eher blöden Hardrockern Alice In Chains, die vielleicht doch gar nicht so blöd sind bzw. waren, wenn ich mir die vertrackte Nummer im 7/8-Takt jetzt so anhöre. Eine verwegene These: das Mehldau-Trio - eines der besten Piano-Trios im zeitgenössischen Jazz neben Jarrett/DeJohnette/Peacock und E.S.T.?
(21.10.2012)
Beth Orton: "Sugaring Season" (Anti, Sept. 2012)
Die englische Sängerin und Songschreiberin war zu Gast in Portland, Oregon, bei Tucker Martine, einem Geheimtipp für gute Produktionen, und hat dort ihr neues Album aufgenommen. Die Begleitband ist große Klasse (Drummer Brian Blade, Bassist Sebastian Steinberg und Keyboarder Rob Burger, dazu so exquisite Gäste wie Marc Ribot und Laura Veirs). Zwar gefällt mir "Sugaring Season" nicht ganz so gut wie das, was Tucker Martine in schöner Regelmäßigkeit mit seiner Frau Laura Veirs zaubert, aber ist doch sehr schön geworden.
(14.10.2012)
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Andrea Schröder: "Blackbird" (Glitterhouse, Sept. 2012)

Vor gerade mal knapp 3 Monaten veröffentlicht und bereits jetzt zum Schnäppchenpreis von 11,75€ zu beziehen ist das Debütalbum (die Vinylausgabe sogar inkl. CD!) der Berliner Sängerin. Das ist zwar schön für mich, hat aber irgendwie auch einen komischen Beigeschmack von Räumungsverkauf. Gleiches gilt unter anderm auch für die neuen Glitterhouse-Alben von Spain, Caroline Keating und Adele & Glenn. Penelope Houstons LP bekommt man sogar für unterirdisch niedrige 8,75€. Na ja - vielleicht ist das ja auch nur Weihnachtsmildtätigkeit!
Noch was zur Platte von Andrea Schröder, die ich mir ohne den Sonderpreis wahrscheinlich gar nicht gekauft hätte: produziert von Chris Eckman und deshalb den Walkabouts, vor allem dann, wenn der Gesang von Carla Torgeson kommt, auch gar nicht so unähnlich. Etwas düsterer Folkpop, aber eigentlich doch sehr schön.
(23.12.2012)

Ich habe lange überlegt, an welche Künstlerin aus deutschen Landen mich das auch noch erinnert. Dann fiel es mir wieder ein: Barbara Gosza!
(25.12.2012

Konzerthighlight: Kulturhaus, Nürnberg, 10.04.2013: Berufich hat es mich die Woche über mal wieder nach Nürnberg verschlagen. Da schaue ich natürlich, ob es abends eine Alternative zum Abhängen im Hotel gibt. Für den 10. April war Andrea Schroeder angekündigt,unterstützt von dem von mir sehr geschätzten Fabian Brokof. Zwei Arbeitskollegen, die ich eigentlich zum Mitkommen überreden wollte, war Andreas Musik allerdinx zu "depressiv". Da ich "depressive Musik" der "optimistischen Musik" aus künstlerischen Gründen zumeist vorziehe, bin ich also allein hingegangen. Das Konzert war ganz schön, keinesfalls "depressiv", eher melancholisch, vielleicht ein wenig düster. Außerdem hätte ich mir etwas mehr Kommunikation aus Richtung Künstlerin hin zum Publikum gewünscht, aber Andrea Schroeder machte keinen arroganten, sondern eher einen leicht schüchternen Eindruck. Nicht unsympathisch also.
(16.04.2013)

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The Sea And Cake: "Runner" (Thrill Jockey, Sept. 2012)
Eigentlich müßte ich bei dieser Band aus Chicago nur meine Worte zu "The Moonlight Butterfly", der letzten Platte vom vergangenen Jahr, wiederholen. Zuverlässlichkeit kann auch was Schönes sein. Vor allem auf so hohem Niveau!
(26.09.2012)
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Mark Eitzel: "Don't Be A Stranger" (Decor, Okt. 2012)
Wie schön! Nach vielen Jahen mal wieder ein Album vom Chef des American Music Club! Wenn ich richtig informiert bin, so ging es Mark Eitzel in den letzten Jahren gesundheitlich nicht gut, aber jetzt scheint er wieder auf dem richtigen Weg zu sein. Ausserdem soll die für Eitzel-Verhältnisse recht "fette" Produktion von einem Fan bzw. Freund bezahlt worden sein, der unerwartet zu Geld gekommen war. Eine schöne Geschichte, aber eigentlich nicht wichtig, denn was zählt ist folgendes: die Platte ist wirklich schön geworden. Die gute Produktion bietet dem begnadeten Sänger und Songschreiber endlich mal wieder einen angemessenen Rahmen, um sein Talent zu zeigen. Bloß wird das Ergebnis (wie immer) nicht genug Leute interessieren, um damit groß rauszukommen. Was Mark Eitzel vermutlich auch gar nicht besonders wichtig ist. Ich höre und genieße.
(14.10.2012)
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Fink: "Wheels Turn Beneath My Feet" (Ninja Tunes, Okt. 2012)
Neues Livealbum des vom Elektronik-Tüftler zum Singer/Songwriter mit Akustikgitarre gewandelten Fin Greenall. Ein Livealbum der besseren Art, weil es nicht einfach die "Hits" zusammenfasst, sondern eine schöne, eigene Stimmung kreiert. Ich empfehle Euch wärmstens die CD-Sonderausgabe in Buchform mit tollen Fotos und interessanten Begleittexten.
(14.10.2012)
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Godspeed You! Black Emperor: "'Allelujah! Don't Bend! Ascend!" (Constellation, Okt. 2012)
Völlig überraschend kommt nach 10 Jahren Pause das neue Album von Kanadas bester Instrumentalrockband heraus - obwohl man eigentlich nicht von einer Pause sprechen kann, denn der Kern der Band, Gitarrist Ephrim Menuck, Bassist Thierry Amar, Geigerin Sophie Trudeau und Drummer Aidan Girt, haben in dieser Zeit ja einige tolle Alben mit ihrer "Zweitband" Silver Mount Zion herausgebracht - und über dieses "Nebenprojekt" habe ich Godspeed ja schließlich auch vor ein paar Jahren erst kennengelernt. Was bekommen wir hier nun vom Original zu hören? Zwei beeindruckende, jeweils 20minütige Tracks auf einer LP, dazu zwei jeweils 6minütige Tracks auf einer Single. Das Ganze noch ergänzt durch Downloadcodes für MP3s.
Der erste der beiden Zwanzigminüter erinnert mich doch tatsächlich - ich trau mich kaum, es zu sagen - an Hawkwind, und zwar an das geniale "You Shouldn't Do That" vom legendären Album "In Search Of Space", was mich sehr gefreut hat. Während ich das hier schreibe läuft im Fernsehen gerade die Ford-Reklame mit der tollen Nummer "Master Of The Universe" vom gleichen Hawkwind-Album. Was soll uns die Koinzidenz sagen? Ich habe keine Ahnung!
(24.11.2012)
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The Grateful Dead: "Spring 1990: So Glad You Made It" (Rhino/Grateful Dead, Okt. 2012)
Ich bin ein großer Fan der Band, würde mich aber nicht als "Deadhead" bezeichnen. Dafür mag ich viel zu viel andere Musik, die nichts mit Batikhemden und extralangen Jams zu tun hat. Trotzdem habe ich mir zur Abwechselung mal wieder eine der inzwischen zahllosen Live-CDs gekauft. "Spring 1990" stammt aus der Zeit des letzten, noch zu Lebzeiten von Jerry Garcia erschienenen Livealbums "Without A Net", bietet eine schöne Liedauswahl und hat mir beim Hören mal wieder viel Freude bereitet.
Wenn's dann doch was zu Meckern geben soll: das war zwar sicherlich die letzte richtig gute Tournee der Band, geschuldet dem sich danach rapide verschlechternden Gesundheitszustand von Jerry Garcia, aber bereits hier sind seine Gesangsbeiträge (im Unterschied zu seiner Gitarrenarbeit!!!) nicht immer gelungen, um es mal vorsichtig zu formulieren. Ein anderer Musiker bekommt hier dagegen mehr Aufmerksamkeit als sonst: Keyboarder Brent Mydland war zum letzten mal dabei, denn wenig später verstarb er (ein Schicksal, das vor ihm bereits zwei Dead-Keyboarder ereilte!). Seine Beiträge als Sänger sind für mich immer ein wenig zwiespältig: zwar ist er sicherlich der technisch beste der Band, aber als Leadsänger habe ich mich nie an seine zwar kräftige, aber auch sehr hohe Stimme gewöhnen können. Sein Keyboardspiel ist ebenfalls virtuos, aber leider klingt sein Instrument viel zu sehr nach den bösen 80ern. Mehr Hammond-Orgel und richtiges Klavier hätte ich mir gewünscht. Letzteres gab es dann wieder auf der Herbsttournee 1990, auf der ich die Band dann sogar selber in der Essener Grugahalle gesehen habe: für den verstorbenen Mydland saß Bruce Hornsby am Konzertflügel, während Ex-Tubes-Keyboarder Vince Welnick die "moderneren" Tasteninstrumente bediente. Trotz all der Kritik eine schöne Platte, sogar lohneswert für Nicht-Deadheads.
(14.10.2012)
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John Hiatt: "Mystic Pinball" (New West, Okt. 2012)
Eigentlich einer meiner Helden aus den späten 70ern, den ich aber erst als Begleiter von Ry Cooder (auf "The Slide Area" von 1982) kennengelernt habe. Alle damals schon existierenden oder noch kommenden Soloalben habe ich mir dann -teilweise ungehört- gekauft und war eigentlich nie enttäuscht. Highlight dabei sicherlich "Bring The Family" von 1987, eine Platte für die Ewigkeit. In den letzten Jahren hatte sich meine Liebe zu Hiatt aber ein wenig abgekühlt: mir waren die fast im Jahrestakt erscheinenden Alben irgendwie zu routiniert, fast schon langweilig. Aus keinen besonderen Gründen habe ich dieses Mal aber doch wieder zugeschlagen (naja - vielleicht weil die Vinylausgabe nicht teurer war als die CD und ein schönes Cover hat?). Jetzt beim Hören bin ich durchaus zufrieden: sicherlich kein neues "Bring The Family", aber doch sehr gelungen. Das beste Hiatt Album seit soundsovielen Jahren? Vielleicht. Irgendwie ist mir diese Frage aber nicht wirklich wichtig, denn wirklich schlecht war auch keines seiner vielen Alben in den vergangenen Jahrzehnten.
(14.10.2012)
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Caroline Keating: "Silver Heart" (Glitterhouse, Okt. 2012)
Charmantes Debüt der kanadischen Sängerin, Songschreiberin und Pianistin.
(02.01.2013)
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Van Morrison: "Born To Sing - No Plan B" (Blue Note/Exile, Okt. 2012)
Auch Van The Man läßt sich inzwischen mehr Zeit für neue Platten. "Born To Sing", Album Numero 35 laut Angaben bei allmusic.com, folgt 4 1/2 Jahre auf "Keep It Simple" und ist eher ein durchschnittliches Van-Morrison-Werk: zwar deutlich besser als das Meiste in den letzten Jahren, aber eben lange nicht so gut wie "Astral Weeks" oder "Common One". Aber das heißt bei einem so großartigen Künstler wie Van Morrison natürlich trotzdem: die Platte ist gut. Jeder Ton ist im Grunde wie erwartet, aber eben auch sehr schön und angenehm zu hören. Das Cover finde ich potthässlich (diese Brille!!!), wenn auch nicht ganz so potthässlich wie "Pay The Devil" vor ein paar Jahren.
Was kann man an Besonderheiten berichten? Vielleicht, dass Van mehrmals selber Saxofon und Klavier, aber keine Mundharmonika und nur einmal Gitarre spielt? Oder dass nur seine reguläre Tourband dabei ist und dass auf Gastmusiker oder Chorsängerinnen ganz verzichtet wird? Oder dass er vertriebstechnisch wieder bei Blue Note (also Mutter EMI) gelandet ist? Alles nur Nebensächlichkeiten, denn hier geht es natürlich in erster Linie um Van, seine Stimme und seine Vorstellung von Celtic Soul.
(03.10.2012)
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Sorry Gilberto: "Construction Work & Stormy Weather" (Goldrausch, Okt. 2012)
Ein Duo aus Berlin, bestehend aus Sänger/Gitarrist Jakob Dobers und der charmanten Anne von Keller, die ebenfalls singt und ab und zu Bass oder ein paar andere niedliche Instrumente spielt, mit ihrem dritten Album, erschienen auf dem Goldrausch-Label der Brokof-Kapelle, die hier auch mitmischt und woher ich Sorry Gilberto letztendlich auch kenne. Charmanten Low-Fi-Pop auf Englisch gibt es zu hören, der mir sehr gut gefällt, auch wenn das Englisch der beiden Protagonisten manchmal etwas holprig daherkommt. Aber eigentlich ist das egal, denn die beiden sind dabei immer sehr charmant und halten ihre Musik sehr luftig, ohne zu sehr nach Homerecording zu klingen. Manchmal kommen sie mit einer Gitarre und zwei Stimmen aus, manchmal gibt es Streicher oder es wird ein prähistorischer Drum-Computer, ein Billig-Keyboard oder ein Glockenspiel eingesetzt. Ganz selten ist sogar eine komplette Band mit Drums & Bass zu hören.
(25.11.2012)
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Temple Of L.I.B.: "Second Flush" (September Gurls, Okt. 2012)
Nach "My Name Is Magic" von 2010 ist das bereits das zweite Album von Limo, bürgerlich Stefan Lienemann, Ex-Shiny Gnomes-Gitarrist, Ex Fit & Limo-Duopartner, unter dem "Bandpsyeudonym" Temple Of L.I.B. Wie schon beim Vorgänger spielt Limo fast alle Instrumente selber. Dabei entstand wieder dieser wunderbare "Hippie-Folk", wobei sogar eine passende Coverversion dabei ist: das eher selten zu hörende "Mountains Of The Moon" vom dritten Grateful Dead-Album "Aoxomoxoa". Passt sehr gut.
(09.11.2014)
Martha Wainwright: "Come Home To Mama" (V2, Okt. 2012)
Das ist nach meiner Schätzung ungefähr Album Nummer drei oder vier der Tochter von Loudon Wainwright III und Kate McGarrigle. Nach dem ersten Hördurchlauf kann ich leider noch nichts Schlaues sagen. Da mir aber bisher alle ihre Alben gut gefallen haben will ich mit meinen schlauen Bemerkungen noch ein wenig warten ...
(04.11.2012)
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"Till Brönner" (Universal/Verve, Nov. 2012)
Deutschlands erfolgreichster Jazzmusiker und Castingshow-Juror mit einem neuen Album - eigentlich ist diese Nachricht eher was für das Feuilleton als für diese Seite mit meinen Lieblinxplatten. Allerdinx weiß der vereinzelte Leser meiner schlauen Bemerkungen, dass ich gelegentlich durchaus Gefallen an seiner Musik gefunden habe, etwa beim L.A.-Album "Oceana" oder beim Brasilien-Album "Rio". Jetzt war zu lesen, dass Till Brönner, ganz ohne Gesangseinlagen und Gaststars, ein "reines Jazzalbum" herausgebracht hat, das eine Hommage an den scheinbar kitschigen Sound der späten 60er und frühen 70er vom legendären CTI-Label sein soll, besonders an sein Idol Freddie Hubbard. Da ich diesen sanften "Kommerz-Jazz" mit viel Fender-Rhodes-E-Piano und den gelegentlichen Streicherhintergründen inzwischen durchaus zu schätzen weiß, habe ich mal wieder reingehört - und bin total begeistert! Ganz klar das beste (mir bekannte) Till Brönner-Album bislang! Tolle Flügelhornsoli ohne Kraftmeierei von Chef persönlich, dazu ein Wahnsinns-Rhodes von Roberto di Goia und, meine persönliche Entdeckung, tolle Soli und Klänge vom dänischen (?) Bläser Magnus Lindgren an Tenorsaxofon, Flöte und Bassklarinette. Da sei auch die Weihnachtsplatte vom letzten Jahr (?) verziehen.
(02.12.2012)
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Neil Halstead: "Palindrome Hunches" (Sonic Cathedral, Nov. 2011)
Neil Halstead war mal Sänger und Gitarrist der englischen Gitarrenpopband Slowdive und deren countrylastigem Nachfolger Mojave 3 und hat mit "Palindrome Hunches" bereits sein zweites (oder sogar drittes?) Soloalbum veröffentlicht, das eher in die Folkecke gehört und mir sehr gut gefällt. Da hab ich in den letzten Jahren wohl nicht mehr richtig aufgepasst, denn als letztes Halstead-Album kam mir von Mojave 3 das Album "Spoon & Rafter" in die Finger, was ja auch schon wieder fast 10 Jahre her ist.
(15.12.2012)
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The Staves: "Dead & Born & Grown" (Atlantic, Nov. 2012)
Leider erst vor kurzem von mir entdeckt und deshalb zu spät für die Jahresliste 2012 ist das aktuelle Album der drei englischen Schwestern Camilia, Emily und Jessica Staveley-Taylor, die mich in ihrem Harmoniegesang manchmal an die von mir heißgeliebten Roches - Schwestern erinnern, allerdinx ohne deren Tendenzen zu schaurig schönen Tönen.
Sparsam und luftig produziert wurde "Dead & Born & Grown" vom legendären Glyn Johns und dessen Sohn Ethan. Und auch hier bleibt eine kleine Frage von mir: wie kommt man bei Atlantic Records eigentlich auf so eine Band? Etwa wegen der Fleet Foxes? Oder wegen Mumford & Sons? Ich habe keine Ahnung.
(02.03.2013)
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Buddy Miller and Jim Lauderdale: "Buddy and Jim" (New West, Dez. 2012)
Fast schon ein Gigantentreffen! Buddy Miller, der aktuell beste Produzent, Gitarrist und (mit gewissen Abstrichen) Sänger aus Nashville, zusammen mit Jim Lauderdale, einem der besten Songschreiber und (wegen der großen Konkurrenz mit Abstrichen) besten Sänger aus Nashville, aufgenommen an drei Tagen im vergangenen August. Das Ergebnis ist durchaus als gelungen zu bezeichnen, auch wenn überhaupt nicht versucht wird, hier etwas Gigantisches zu erschaffen. Für meinen Geschmack vielleicht etwas zu viel Twang, Rockabilly und 50er-Jahre im Klangspektrum, aber trotzdem doch ganz schön, vor allem wenn es doch mal eher nach Folk klingt.
(23.12.2012)
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Nettle River: "Persolizer" (Nettle River, Dez. 2012 * März 2013)
Dieses exklusive Vinyl-Doppelalbum der 6köpfigen Band aus Dortmund und Waltrop gibt es seit Weihnachten '12 bei der Band, in ausgesuchten lokalen Läden, sowie seit März '13 im Glitterhaus zu erwerben. Als ich in deren Katalog was von Waltrop las, da fielen mir natürlich Namen wie Ferryboat Bill, Well Well Well und die Sons Of Jim Wayne ein. Von den beteiligten Musikern (2 Ladies, 4 Typen) hat zwar keiner bei diesen Bands gespielt, aber zwei der Junx sollen schon beim Jim Wayne Swingtett, den Vorläufern von Jims Söhnen, mitgemischt haben, allerdinx kenne ich mich da nicht wirklich aus und kann das auch nicht bestätigen. Geboten werden auf den 4 Plattenseiten von "Persolizer" satte 27 Lieder in knapp 90 Minuten, wobei alle Bandmitglieder als Sänger, Songschreiber und Multiinstrumentalisten fleissig waren. Stilistisch kann man das weitestgehend als "Country" bzw. Country-Rock bezeichnen, aber es hat zum Glück nichts mit Cowboyhüten und Truckern zu tun - na ja: mit dem "Chicka-Boom", das Johnny Cash vor seiner Zeit mit Rick Rubin zelebrierte, wird für meinen Geschmack etwas zu oft eingesetzt. Das sollten Nettle River vielleicht besser den heimischen Cowboyhut-Kapellen überlassen. Den Rest finde ich aber ziemlich gut.
(17.03.2013)
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The Jazz Butcher: "Last Of The Gentleman Adventurers" (Fire, 2012 * Feb. 2016)
Hach wie schön - das Spätwerk einer meiner liebsten Gitarrenbands der 80er, erschienen auf limitierter CD vor vier Jahren mehr oder weniger unter Ausschluß der Öffentlichkeit und auch von mir nicht wahrgenommen, ist jetzt auf Vinyl neu herausgekommen. Pat Fish und sein Gitarrist Max Eider haben es immer noch drauf, aber interessieren wird es auch dieses mal wohl kaum jemanden.
(20.03.2016)
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Schade drum ...

Neil Young with Crazy Horse: "Psychedelic Pill" (Reprise, Okt. 2012)
Ich bin ziemlich ratlos, was Mr. Young betrifft: ganz klar einer meiner ganz großen musikalischen Helden, aber in den letzten Jahren doch - zumindest für mich - eher irritierend und manchmal sogar nervend. Natürlich weiß ich zu schätzen, dass er nicht, wie manch anderer meiner "alten Helden", nur eine nostalgische Wiederaufbereitung oller Kamellen abliefert, sondern immer noch frisch und kreativ ist. Aber mir hat das schon seit einiger Zeit nicht mehr so wirklich gut gefallen. Die letzte Veröffentlichung "Americana" habe ich dann konsequenterweise auch ignoriert, aber jetzt bin ich doch wieder dabei, denn alle Kritiker, auch Brieffreund Heino Walter, sind schwer begeistert. Das Covermotiv mag ich, selbst der Titel der Platte geht in Ordnung, aber beim Hören fängt der Ärger (für mich) recht schnell an: "Drifting Back", die 27minütige (!) Eröffnungsnummer, fängt mit Akustikgitarre zwar toll an (so, wie mir Neil, wie ich gestehen muß, immer noch am besten gefällt!), aber schon nach knapp anderthalb Minuten wird in eine elektrische Version übergeblendet, die vom Tempo nicht so richtig dazupassen will (wenigstens empfinde ich das so!) - und das war's dann auch mit schon der folkloristischen Seite von Neil Young auf dieser Doppel-CD. Schade, schade!
Etwas Positives möchte ich aber trotzdem vermelden: wer meine Anmerkungen zu einigen der letzten Veröffentlichungen von Neil kennt, der weiß, dass ich vom Bratz-Sound seiner E-Gitarre und den teilweise mutwillig schlampigen Arrangements und Kompositionen ein wenig genervt bin (siehe z.B. meine Anmerkungen zu "Le Noise" oder vor allem zu "Fork On The Road"). Das ist auf "Psychedelic Pill" wieder deutlich besser geworden. Irgendwo habe ich auch gelesen, dass Neil eine neue Speicherform für Musik unterstützt, deren Name mir zwar gerade nicht einfällt, die aber den "Perfekten Klang" (natürlich neben Vinyl!) konservieren soll. Vielleicht hat er sich Neil diesesmal produktionstechnisch besonders viel Mühe gegeben, um dem neuen Speichermedium gerecht zu werden? Auf jeden Fall hatte ich bei meiner Kaufentscheidung diese Hoffnung und bin auch klangtechnisch nicht wirklich enttäuscht, obwohl ich mir nur die normale CD-Ausgabe leisten wollte, da die Vinylversion viel zu teuer war (FÜNFUNDDREISSIG OIRO, also 70 D-Mark für die sehr viel älteren unter uns, für das Dreifachvinylalbum gegenüber 17 für die Doppel-CD!), weshalb ich das mit dem tollen Klang also nicht wirklich beurteilen kann. Die Musik kommt aber auch beim zweiten Hördurchlauf nicht an alte Zeiten heran. Vor allem von den drei langen Liedern (neben "Drifting Back" sind auch noch "Ramada Inn" und "Walk Like A Giant" jenseits der Viertelstundengrenze!) hat keines das Kaliber vom "Southern Man" oder von "Like A Hurricane".
Ich bin, während ich hier diese frechen Bemerkungen formuliere, hörtechnisch gerade mitten in der zweiten CD angelangt. Und dort kommt mit "For The Love Of Man" doch tatsächlich noch ein kurzes, wunderschönes, kleines Lied daher, das auch gut auf "Freedom" oder "Harvest Moon" gepasst hätte.
Und zum Schluß noch etwas Despiktierliches, um doch noch alle Hardcore-Fans gegen mich aufzubringen: Grete Weiser und Klaus Meine pfeifen besser als Neil (Hallo! Witz! Natürlich ist Grete die Godmother Of Whistling, aber ich habe Neil natürlich weiterhin viel mehr lieb als die Scorpions!). Dass ich kein Fan vom kleinen Klaus aus Hannover bin habe ich ausserdem in der "Ballad Of Blitzen Trapper & The Scorpions", einem der neuen W4L-Songs, klargestellt. Ansonsten ist "Walk Like A Giant" mit Abstand das beste von den neuen monsterlangen Liedern. Sogar trotz seiner extragroßen Portion Gitarrengebratze. Ist aber leider kein neues "Cortez The Killer".
(04.11.2012)
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Erstellt: 28.01.2012 Letzte Aktualisierung: 01.05.2017 11:25 13729 Besucher seit dem 28.01.2012
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