Waiting For Louise präsentiert: Michaels Favoriten aus 2004 
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Michaels Favoriten 2004

Jahresrückblick

Lange sah es so aus, als würde die Kandidatenliste für die Platte des Jahres 2004 recht kurz ausfallen, während im vergangenen Jahr Lucinda Williams schon früh als meine Favoritin feststand.

Das Album des Jahres

Brian Wilson: "Smile" (Nonesuch/Brimel, Okt. 2004)
Was habe ich mich auf diese Platte gefreut! Im Sommer angekündigt mit dem Veröffentlichungstermin für den 04. Oktober. Sofort im September vorbestellt. Grosse Vorfreude. Dann am vergangenen Montag eine Email, dass der Versand raus ist. Gröere Vorfreude. Am Dienstag nix in der Post. Bisschen nervös. Am Mittwoch auch nix in der Post. Noch nervöser. Am Nachmittag im Plattenladen gewesen. CD in die Hand genommen. Noch nervöser geworden. Einfach mitnehmen, statt noch länger auf Post warten?
Ich hab's dann natürlich gelassen - und heute morgen war endlich mein CD-Paket da! Sofort aufgelegt und der wunderschönen Musik gelauscht. Sicherlich waren viele Leute skeptisch, wenn man eine 37 Jahre alte Platte, die niemals fertig wurde und deren Scheitern wohl auch mit ein Grund für die für lange Jahre andauernde schlechte mentale Verfassung des Protagonisten war, dann doch von ihm einfach (?) mit der aktuellen Begleitband als Beach Boys-Ersatz neu einspielt wird. Aber wesentliche Fragmente des Gesamtwerks (als solches muss man das wohl sehen!) sind ja wohlbekannt, da scheibchenweise auf den Beach Boys-Platten, die statt "Smile" nach Pet Sounds erschienen, veröffentlicht: vor allem natürlich der Riesenhit "Good Vibrations" oder der Folgehit "Heroes And Villains" auf dem damaligen Ersatz "Smiley Smile". Mein Lieblingsstück ist aber "Surf's Up": es haut mich jedes mal um, wenn ich dieses Lied höre. Mehr musikhistorische Details bitte in der Zitatsammlung nachlesen!
(07.10.2004)
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weitere Highlights des Jahres ...

The Finn Brothers: "The Finn Brothers" (EMI/Parlophone, Aug. 2004)
Auf das Album warte ich schon fast drei Jahre, denn bereits auf der DVD "7 Worlds Collide" von Neil Finn wurde diese erneute Zusammenarbeit der Brüder nach dem eher kargen, aber trotzdem schönen "Finn" von 1995 und der kurzzeitigen Mitgliedschaft von Tim bei Neils Crowded House auf deren Meisterwerk "Woodface" von 1991 angekündigt. Allerdings hat es von den 2-3 angekündigten Liedern von damals nur "Edible Flowers" auf das neue Album geschafft: ein Meisterwerk brüderlichen Wechselgesangs. Wie bei erfolgreichen Crowded House-Zeiten wurde auch wieder mit Mitchell Froom zusammengearbeitet: die (kommerziellen) Ansprüche sind also deutlich höher als bei den "Homerecordings" von "Finn". Ob das Album jetzt aber die Klasse von "Woodface" hat (wie einzelne euphorische Fans behaupten) kann ich so schnell nicht beurteilen. Das ist aber auch völlig unerheblich, denn wenn die Finn-Brüder zusammen komponieren, spielen und singen, so ist das auf jeden Fall ein Genuss. Und für mich eines der wenigen echten Highlights im laufenden Jahr so weit!
(28.08.2004)
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The Soundtrack Of Our Lives: "Origin Vol.1" (Warner, Okt. 2004

2004 ist ein gutes Jahr für Rock "Made In Sweden": Da fallen vielen Leuten natürlich in erster Linie die Hives, mit denen ich mich aber bisher noch nicht beschäftigt habe, ein. Die sind wahrscheinlich auch ziemlich gut, aber Hypes nerven mich eher als dass sie mich neugierig machen. Im Sommer gab's in Haldern den genialen Nicolai Dunger zu sehen und zu hören - und eben die Kapelle von Ebbot Lundberg, den vielleicht noch der eine oder andere von Union Carbide Productions kennt. Die waren auch sehr gut, lagen ein bisschen in Richtung MC5 und Stooges, aber die "neue Kapelle" (ich will sagen: auch TSOOL haben auch schon wieder ein paar Jährchen und Platten auf dem Buckel!) ist jetzt richtig klasse. Live waren sie in Haldern total überzeugend mit ihrem tief in den 70ern verwurzelten Rockmusik ohne ein einziges Gramm Nostalgie.

Auf die Platte habe ich voller Ungeduld bis heute warten müssen, denn sie kam von einem Herren, der vom Körperumfang her eine gewisse Ähnlichkeit mit Herrn Lundberg hat.
(24.12.2004)

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Nicolai Dunger: "Here's My Song, You Can Have It... I Don't Want It Anymore /Yours 4-Ever" (Virgin/Dolores, März 2004)
Die Platte habe ich auch schon ein paar Wochen im Regal und fand sie auch direkt sehr schön, aber erst nach seinem tollen Auftritt beim Haldern Openair hat es "so richtig gefunkt"! Dieser junge Mann aus Schweden schreibt wunderbare Songs, singt richtig gut (der Van Morrison-Vergleich ist gar nicht so daneben!) und sucht sich immer wieder neue und interessante Partner für die Zusammenarbeit. Dieses mal sind es Mitglieder der amerikanischen Band Mercury Rev, was dann auch sehr schön zusammenpasst. In meiner Begeisterung habe ich mir auch zwei ältere Veröffentlichungen zugelegt, die z. Z. bei Amazon verramscht werden: "Tranquil Isolation", die eher karge Zusammenarbeit mit Will Oldham (Palace Music, Bonnie "Prince" Billy) von 2002 und besonders "Soul Rush" von 2001, aufgenommen mit schwedischen Jazzmusikern (u. a. vom Esbjörn Svensson Trio), das man ohne rot zu werden mit Astral Weeks in einem Atemzug nennen darf.
(21.08.2004)
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Jim Lauderdale: "Headed For The Hills" (Dualtone, Mai 2004)
Endlich: heute in der Post war nach wochenlangem Warten das neue Werk meines Lieblinxsongschreibers (zumindest in der Abteilung "Nashville i.w.S.") mit 13 neuen Liedern - und alle zusammen mit Grateful-Dead-Texter Robert Hunter geschrieben! Gab's bisher nur einzelne Kollaborationen, entstand jetzt ein ganzes Album, auf dem Hunter zwar nicht mitspielt oder mitsingt (hat er bei den Dead ja auch nie gemacht!), aber für die hohe Qualität des Liedmaterials (irgendwo zwischen Country, Bluesgrass und Singer/Songwriter) mit zuständig ist. Neben den Liedern selber ist die Umsetzung auch wunderbar gelungen: fast durchweg bluesgrassig-akustisch und nur spärlich mit E-Gitarre, Keyboards(!) und Pedalsteel, und nur ein einziges mal mit Schlagwerk. Obwohl sich die Grossen der "alternativen" Nashvilleszene die Klinke in die Hand gaben klingt das ganze Album wie aus einem Guss. Hier das obligatorische Namedropping: Harmonien von Emmylou Harris, Allison Moorer, Gillian Welch und Buddy Miller, Saitenzauberei von Darrell Scott, Tim O'Brien, Bryan Sutton, David Rawlings, Bucky Baxter u. a...
(09.09.2004)
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Paul Weller: "Studio 150" (V2, Sept. 2004)
Ich kann mich zwar jetzt nicht mehr konkret erinnern, ob ich Paul Weller bei meiner neuen Themenseite "Singer/Songwriter covern selber" bereits im Hinterkopf hatte - aber auf jeden Fall ist das hier ein gelungenes Beispiel dafür. Ich mag es sehr, an bekannten Songs neue Facetten zu entdecken - und auch neue Songschreiber kennen zu lernen. Ohne in die Credits der Platten zu gucken hätte ich so manche Juwele der Popmusik wohl nicht entdeckt! Was leistet der gute Paul nun in dieser Hinsicht? Die Ausführung ist (wie immer bei ihm) ganz ausgezeichnet. Die Songs? Bekanntes in interessanter Bearbeitung (z.B. Bob Dylans "All Along The Watchtower", Tim Hardins "Don't Make Promises" und Neil Youngs "Birds") und viel Unbekanntes (eher aus der Soulecke). Wiederentdeckungen? Gil Scott-Herons "The Bottle" habe ich schon seit Ewigkeiten im Plattenregal und muss ich wohl unbedingt auch im Original mal wieder auflegen. Irgendwas zu meckern? Eigentlich nicht. Das Noel Gallagher-Cover brauche ich persönlich zwar nicht, allerdings klingt's Gott sei Dank nicht nach Oasis. Nur auf der Bonus-DVD gibt es dann noch "Family Affair" von Sly & The Family Stone als Audiotrack mit mehr oder weniger beweglichen Bildern, das ich jetzt leider gar nicht beim Autofahren hören kann...
(15.09.2004)
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Penelope Houston with Pat Johnson: "Pale Green Girl" (DBK, April 2004)
Völlig überraschend kam diese Platte zu mir!!! In den USA bereits im April erschienen und von meinem Hauslieferanten Glitterhouse bisher verschwiegen (warum?) gibt es nach langen Jahren von verunglückten Major-Veröffentlichungen und obskuren Indie-Samplern endlich wieder was Neues von der Frau, die mich durch ihre Platte "The Whole World" von 1993 mal tief beeindruckt hatte und einer der wichtigsten Auslöser war, meinen eigenen Versuch in akustischer Musik (=W4L) ernsthaft zu betreiben. "Pale Green Girl" ist zwar mehr Pop und Rock als Folk, statt Mandoline und Melodica gibt's von ihrem musikalischen Partner Pat Johnson (Ex-The Wellsprings Of Hope) E-Gitarren und auch mal Keyboards, aber doch so wunderbar geraten, dass ich da wohl einen weiteren ernsthaften Kandidaten für die Platte des Jahres gefunden habe...
(02.07.2004)
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Allison Moorer: "The Duel" (Sugar Hill, April 2004)

Das 5. Album von Shelby Lynnes kleiner Schwester wirkt gegenüber den 3 Studioalben wie ein Bruch und ist quasi eine Art Neubeginn auf kleinerem Label nach der MCA/Universal-Phase, die ja im Vorjahr mit einem schönen Livealbum samt DVD endete. Allerdings konnten wir da schon ihre Interpretation des Neil-Young-Klassikers "Don't Cry No Tears" hören. Jetzt hat Sie diese deutlich rockigere, straightere Richtung verstärkt: der Opener "Ain't Giving Up On You" klingt mit seinen zwei angezerrten Rhythmusgitarren und dem schweren Groove von Bass und Schlagzeug ganz extrem nach Crazy Horse und ist absolut gelungen! Balladen gibt es natürlich weiterhin, aber die kernigen Midtempo Rocker stehen ihrer kräftigen Stimme doch ganz ausgezeichnet.
Gute Songs, knappe Arrangements , ein kompaktes Bandgefüge ohne irgendwelche bekannten Gastmusiker und eine dichte Live-im-Studio-Produktion sorgen für ein stimmiges und durchgehendes Country-Rock-Feeling. Bis auf den hier auch als Trommler fungierenden Produzenten R.S. Field, der auch schon das Livealbum betreute und den ich schon von mehreren Sonny Landreth-Platten her kannte, ist mir der Rest der Band völlig unbekannt: Gitarrist Adam Landry und Bassist John Davis.
(07.07.2004)

Graham Parker: "Your Country" (Evangeline/Bloodshot, April 2004)

Von Herrn Parker habe ich lange nichts mehr gehört - und dann kommt "out of the blue" dieses wunderschöne "LoFi"-Singer/Songwriter-Album, spartanisch im Gitarre/Bass/Schlagzeug-Trio aufgenommen! Zeitgleich mit Elvis Costello (eigentlich sogar etwas eher!) startete er Mitte der 70er, mitten im Punkrocktrubel, seine Karriere als "Graham Parker & The Rumour" und wurde dann fälschlicherweise oft als "New Wave" verkauft (diesen Unsinn machte man damals auch mit Mink DeVille!). Manch einer wird sich vielleicht an seinen Rockpalastauftritt oder den "Hit" (im weiteren Sinne) "Hey Lord, Don't Ask Me Questions" erinnern.
Die Musik ist klassischer Graham Parker, nur mit weniger (finanziellem) Aufwand produziert und (inzwischen offensichtlich) ohne Ambitionen für den groen Durchbruch. Spannend ist es auch das Booklet des zugegebenermaen etwas hässlichen Covers zu lesen. Voller interessanter Querverweise, die euch als Parker-Novizen vielleicht das Album schmackhaft machen können oder zumindest meine Begeisterung anschaulicher machen:

  • dem englischen Vertriebslabel Evangeline verdanken wir auch das gelungene Comeback von Man
  • das Stammlabel Bloodshot aus Chicago ist seit einigen Jahren die Heimat angesagter "Alt-Country"-Acts, wie den Waco Brothers von Jon Langford und hat auch das Solodebüt von Ryan Adams veröffentlicht
  • Bassist Tom Freund habe ich mal live als Ersatzmann für Alejandro Escovedo bei den Setters aus Austin/Texas gesehen
  • Don Heffington begann bei Lone Justice, ist angesagter Studiotrommler in L. A. und Nashville, leistet sich aber auch gelegentlich die Zusammenarbeit mit "schrägen" Künstlern wie Mark Olson/Victoria Williams
  • Bei einem Lied hat er Lucinda Williams als Duettpartnerin dabei
  • und dann gibt's auch noch als einzige Coverversion, sowieso selten bei Graham Parker, "Sugaree" von Jerry Garcia, dass ich gerade gestern selber für die neue W4L-CD abgemischt habe!

Wen wundert es nun noch, dass ich mich bei dieser Platte sehr "heimisch" fhle? Ein Kandidat für mein Album des Jahres!
(30.04.2004)

Ein kleiner Klick auf "Info" bringt Euch zu der witzigen Geschichte, wie Graham Parker, den bisher niemand als Deadhead verdächtigt hat, zu "Sugaree" gekommen ist!
(16.05.2004)

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Lucky Jim: "Our Troubles End Tonight" (Sony/Skint, Mai 2004)
Die Platte hat schon ein paar Monate auf dem Buckel, soll aber nicht vergessen werden: englischen Duo (Sänger/Gitarrist/Songschreiber und Trommler/Keyboarder/Produzent) bringt auf HipHop-Label eine reinrassige Singer/Songwriterplatte im Geiste der 70er heraus!
(21.08.2004)
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Brian Wilson: "Gettin In Over My Head" (Rhino/Brimel, Juni 2004)
Im Vorfeld gab's ein paar schlechten Kritiken - und die Gaststars sind nicht wirklich "cool" (Sir Elton, Slowhand und Macca). Aber wisst Ihr was: das ist mir scheiegal, denn ich liebe seit meinem Petsoundsurknall vor einigen Jahren Brians Musik über alles und kann mich auch über das neue Werk wie Bolle freuen! Zwar brauch ich Elton John nicht so unbedingt, der hier den Opener "How Could We Still Be Dancin'" dominiert, der auch noch einen etwas platten Text hat - aber wegen der Texte hörte man sich ja schlielich auch nicht die Beach Boys an! Direkt danach kommt der Hammer: "Soul Searchin'", das der eine oder andere von Euch vielleicht schon vom schönen Solomon-Burke-Comebackalbum kennt, ist ein "posthumes Duett dank modernster Studiotechnik" von Brian und seinem verstorbenen Bruder Carl Wilson, um dessen alte Gesangsspur aus den 90ern von einem nie fertig gestellten Beachboys-Comebackversuch Brian eine komplette neue Aufnahme aufbaute. Zum Herzerweichen schön!!! Ansonsten singt Brian alle Chöre selber und macht das sehr gut (wo er doch angeblich nicht mehr so gut singen kann!)
(01.08.2004)
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Der gute Rest ...

Missiouri: "... In Voodoorama" (Tapete, Jan. 2004)
Drei Keyboarder mit Vorliebe für Frühsiebziger-Analog-Sounds und ein Pedalsteelspieler aus Oberfranken machen Countrymusik! Eine merkwürdige Idee? Wenn man's hört klingt's aber sehr logisch!
Nach der (Frühsiebziger!)-Singer/Songwriter-Hommage von Dirk Darmstaedter und Bernd Bergemann vom vergangenen Jahr ist das bereits die zweite Platte vom jungen Hamburger Label Tapete innerhalb kurzer Zeit, die mich begeistert. Da kommt wohl noch einiges Gute aus Hamburg auf uns zu!
(28.02.2004)
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Joss Stone: "The Soul Sessions" (Virgin/S-Curve, Jan. 2004)
Wer hier immer nur Obskures erwartet, den muss ich enttäuschen: es gibt eben ab und zu auch mal "populäre" Musik, die mir gefällt. Nachdem ich ein Lied ohne Ansage im Radio gehört habe, war klar, dass ich diese Platte unbedingt haben musste!
(28.02.2004)
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Chris Eckman: "The Black Field" (Glitterhouse, Feb. 2004)
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The Flatlanders: "Wheels Of Fortune" (Blue Rose/New West, Feb. 2004)
Das ist schon eine verdammt gute Truppe! Die drei inzwischen etwas gesetzteren Herren gehören sicherlich zu den besten Singer/Songwritern in Texas, wenn nicht sogar aus den ganzen USA. Warum passen sie aber so gut zusammen? Alle drei haben auf Soloalben bewiesen, dass sie in Punkto Komposition Gitarre und Gesang auch für sich alleine stehen können - aber zusammen sind sie ein Klasse für sich. Wobei jeder von den dreien auf je einem Gebiet der Erste unter Gleichen ist: Jimmy Dale Gilmore ist dabei sicherlich der beste Sänger trotz/wegen seiner merkwürdig nasalen Tenorstimme. Das erste Flatlandersalbum von 1972 wurde ja unter dem Name "Jimmy Dale Gilmore & The Flatlanders" veröffentlicht. Joe Ely ist der "kompletteste Musiker" von den dreien, sein "musikalischer Horizont" geht deutlich über die Akustikgitarre als Begleitinstrument hinaus. Er hat oft genug bewiesen, dass er sich auch als "Rocker" gut macht. Und locker in die Spielklasse von Steve Earle (auch so ein Country/Rock-Bastard) gehört. Heimlicher und irgendwie unscheinbarer Held der Platte ist aber für mich aber Butch Hancock, der einfach die besten Songs schreibt. Aus seiner Feder stammen z.B. "If You Were A Bluebird" (bereits von Emmylou Harris, Toni Price und natürlich Joe Ely und J.D.Gilmore veredelt), sowie der Schmachtfetzen "She Never Spoke Spanish To Me" (gibt es - Überraschung! - von Ely, den Texas Tornados und bestimmt noch vielen anderen).
(21.03.2004)
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Julia Hülsmann Trio With Anna Lauvergnac: "Come Closer" (Act, Feb. 2004)

"Celebrating Randy Newman"

Ich muss zugeben, dass ich erst über die Randy Newman-Connection auf diese Platte aufmerksam geworden bin. Das deutsche Jazzlabel Act war mir völlig unbekannt, die Pianistin Julia Hülsmann kannte ich nur dem Namen nach. Interessanterweise ist Siegfried E. Loch Betreiber des Labels: im (zarten) Alter von 25 Jahren wurde er 1965 Chef der deutschen Filiale von United Artists/Liberty in München (wir haben ihm solche Bands wie Can, Amon Düül II und Krokodil zu verdanken!), später dann Deutschland-Chef und noch später sogar Europachef von WEA, bevor er vor ca. 10 Jahren dieses (inzwischen scheinbar) recht erfolgreiche Independent-Jazzlabel gründete. Da werde ich sicherlich weiterforschen: nach ECM das erste Jazzlabel aus Deutschland, dass mich mit seinem "Stallgeruch" auch auf andere seiner Künstler neugierig macht!
(28.02.2004)

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Norah Jones: "Feels Like Home" (Blue Note, Feb. 2004)

Auch diese Platte ist natürlich kein Geheimtipp. Schon das Debüt "Come Away With Me" hatte mir eigentlich recht gut gefallen, obwohl es nie in der Rubrik "Frisch Ausgepackt" aufgetaucht ist. Immerhin hatte es bis zum letzten Herbst gedauert, bis ich die Platte endlich auch zu hause hören konnte, da ich die Kopplung mit dem Konzertvideo "Live In New Orleans" als Weihnachtsgeschenk für mein Schwesterlein gekauft hatte. Drei Gründe sprachen diesmal aber für eine sofortige Anschaffung:
- das Video stellte sich als absolut gut heraus, vor allem musikalisch, aber es ist auch wegen Miss Jones ist in ihrer "schüchternen" Art visuell ziemlich beeindruckend.
- bei den Aufnahmen zu "Feels Like Home" waren Levon Helm und Garth Hudson, zwei meiner alten Helden von The Band, dabei (auf "Live In New Orleans" wird sogar "Bessie Smith" von Basement Tapes gecovert!)
- mit der Coverversion "Be Here To Love Me" wird posthum Townes Van Zandt, auch einer meiner Helden, geehrt.

Jetzt wo die Platte bei mir läuft, bin ich total begeistert. Es ist zwar kein Hit vom "I Don't Know Why"-Kaliber dabei, was vielleicht gar nicht so schlecht ist, denn so wird das bei mir sicherlich eine Platte mit Langzeitwirkung. Und viel Wurlitzer-Piano. Falls das jemanden interessiert.
(28.02.2004)

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Lambchop: "AwCMon/NoYouCMon" EMI/Labels/City Slang, Feb. 2004)
Ich habe gewisse Schwierigkeiten, die Sache mit den zwei eigenständigen Alben nachzuvollziehen, denn ich habe die beiden wohl nicht mit der "vollen Konzentration", wie der Mann aus dem Glitterhaus verlangt, angehört. Für mich sind die Gemeinsamkeiten deshalb viel deutlicher zu herauszuhören als irgendwelche feinen Unterschiede. Tja - korrektes Rezipieren gelingt halt nicht jedermann. Aber das, was ich da so unfachmännisch höre, gehört für mich zu der angenehmsten Hintergrundmusik, die mir in letzter Zeit begegnet ist. Und hat diesen Kunstansatz für's Genieen überhaupt nicht nötig. Auch wenn der korrekt-musikalische Rezipient sich bei meinem Lambchop-Zugang wohl vor Grauen schütteln wird...
(14.03.2004)
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Laura Veirs: "Carbon Glacier" (Bella Union, Feb. 2004)
Das vierte Album der Sängerin, die ich leider erst seit "Saltbreakers", Album #6, auf dem Radar habe. Aber auch auf "Carbon Glacier" ist schon alles da, was ich an dieser Songschreiberin liebe ...
(22.03.2010)
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Bonnie Prince Billy: "Sings Greatest Palace Music" (Domino, März 2004)
Ich höre zwei Arten von "Popmusik" zur Zeit besonders gerne: Lo-Fi-Geschrammel und rustikale Countrymusik. Hauptsache, die Lieder sind gut. Und wenn so was zusammenkommt, wie jetzt bei Will Oldham (="Palace Music" = "Bonnie Prince Billy"), so findet ich diese Idee auf jeden Fall interessant. Die Band ist erstklassig besetzt (aus der 1. Nashville-Liga, wie z.B. Stuart Duncan an Fiedel und Mandoline!) und die Songs von Oldham wären nicht wirklich gute Songs, wenn man sie durch "richtig gespielte" Begleitung zerstören könnte! Die offensichtlich live eingespielten Basictracks der Profis wurden dann noch mit Keyboard-, E-Gitarren- und Gesangsoverdubs von alten Kollegen aus der "Alternative-Szene" angereichert (vor allem Leute aus dem Lambchop-Umfeld). Auerdem singt Will Oldham nach wie vor recht "eigentümlich" und nicht wie die "richtigen" Sänger, die von den Nashville-Cracks sonst begleitet werden. Also alles halb so schlimm für die alten Fans. Und Will's Vollbart (Coverrückseite) sieht nach wie vor scheie aus, was sogar ich als Bartträger feststellen muss!
(04.04.2004)
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Grant Lee Phillips: "Virginia Creeper" (Cooking Vinyl, März 2004)
Zwar schon vom letzten Jahr, aber für mich noch neu, da erst kürzlich von meiner Schwester als Geburtstagsgeschenk bekommen. Grant Lee Phillips hatte mal einen Hit mit der Band Grant Lee Buffalo ("Fuzzy") und ist seit einigen Jahren solo unterwegs. Beim mir leider nicht bekannten Vorgängeralbum soll er mit Computerrhythmen experimentiert haben und ist dafür hart kritisiert worden - und hat jetzt mit diesem akustischen Singer/Songwriter-Album wohl auch ein wenig Abbitte geleistet. Ein wunderschöne Platte ist das geworden! Der eine oder andere von euch kennt Mr. Phillips vielleicht vom (Fern-) Sehen, denn er spielt in der ausgezeichneten Serie "Gilmore Girls" (die sich jeder Musikfreak ansehen sollte!) den Dorfbarden mit regelmäßigen Kurzauftritten auf dem Dorfplatz von "Stars Hollow" und gelegentlich sogar eine kleine Sprechrolle!
(10.04.2005)
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Me And Cassity: "Between Wake And Sleep" (Tapete, März 2004)

Dies ist bereits das dritte (bzw. scheinbar sogar vierte?) Album vom Ex-Jeremy-Days-Frontmann Dirk Darmstaedter. Viel erzählen will ich aber gar nicht: lest am besten die Konzertkritik von Frank Ipach im "Home Of Rock" (der Link ist auf der Infoseite zu finden), denn Frankie & ich waren vor kurzem beim Auftritt von Darmstädter und seinem Gitarrenspieler Dave Storey in einer kleinen Düsseldorfer Altstadtkneipe. Das war ziemlich klasse, auch ganz ohne Bandunterstützung.
(04.04.2004)

"Erfreulich verfeinert und elektrifizierter (…) überrascht der notorische Pilzkopf mit netten Details (Frauenstimmen, Bläser, Violine, Cello). Und immer wieder diese unerwartet schönen Momente zwischen Melancholie und Wehmut. Zeitlos schöne Songs. Respekt." (Musik Express)

... über das Lob hat sich der Dirk sicherlich gefreut, auch wenn "die Bläser" nur aus dem Trompeter Jan-Peter Kloepfel bestehen und überhaupt kein Geiger dabei ist ... aber egal!

The Good Life: "Lovers Need Lawyers" (Saddle Creek, März 2004)
Von der Band wei ich nicht viel: sie stammen wie Bright Eyes aus Oklahoma und veröffentlichen ihre Platten auf dem gleichen Label. Gekauft habe ich mir diese 7-Track-EP dieser mir zu dem Zeitpunkt noch völlig unbekannten Band eigentlich nur deshalb, weil es sich um eine eine 10-Zoll-SCHALLPLATTE handelt.
Für die jüngeren unter Euch: vor den MP3-Playern gab's mal CDs, davor Schallplatten aus VINYL in gro als Langspielplatten (12 Zoll) und in klein als Singles (7 Zoll). Und noch viel früher waren Schallplatten noch aus Schellack und 10 Zoll im Durchmesser. Manchmal können sich die Künstler oder Marktstrategen dann nicht entscheiden - 7 Lieder mit insgesamt 20 Minuten sind eben zu kurz für LPs und zu lang für Singles: eben EP,. Maxisingles oder Minialbum genannt. Je nach Geschmack. Und so etwas gibt es dann gelegentlich auch heutzutage noch im 10-Zoll-Format für Vinylfreaks zu kaufen. Und so was finde ich eben irgendwie niedlich. Und man entdeckt dabei manchmal sehr interessante Musik.
Ach ja, The Good Life, das Vehikel von Sänger/Songschreiber Tim Kasher, spielen etwas, das man früher mal schlicht und einfach "Rockmusik" nannte. Kein Punk, kein Metall, kein Schrammelpop, kein Folk: ROCKMUSIK.
Wahrscheinlich hätte diese Schallplatte ohne das Hype um Oklahoma-Bands nicht den Weg nach Europa und sogar in den Mediamarkt von Duisburg-Müxlü gefunden. Aber wahrscheinlich stand die Platte da schon seit letztem Jahr herum.
(04.12.2005)
Natalie Merchant: "The House Carpenter's Daughter" (in-Akustik/Myth America, März 2004)
Die Ex-Sängerin der 10,000 Maniacs ist seit letztem Jahr wie viele andere groe Künstler "vertragsfrei", wie man/frau so schön sagt. Ob freiwillig oder nicht, wei ich leider nicht. Auf jeden Fall brachte sie im vergangenen September exklusiv über ihre Webseite dieses Album mit alten Folksongs heraus, dass jetzt endlich auch einen Vertrieb (zumindest hier bei uns) gefunden hat. Beim ersten Hören ging die Platte noch irgendwie ohne tiefen Eindruck zu hinterlassen durch meine Gehörgänge. Es hat eine gewisse Zeit gebraucht, bis ich entdeckt habe: eine wunderschöne Platte! Wer Fairport Convention covert ("Crazy Man Michael" vom Klassiker "Liege & Lief") kann kein schlechter Mensch sein. Und ich muss mal wieder meine alten Sandy Denny-Platten rausholen.
(21.07.2004)
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The Creekdippers (Mark Olson/Victoria Williams): "Mystic Theatre" (Glitterhouse, April 2004)
Ich liebe die Musik der Jayhawks, besonders die mit dem Gesangs- und Gitarrendoppel Mark Olson/Gary Louris, natürlich auch die späteren Jayhawks ohne Mark. Vor allem aber hat es mir Victoria Williams mit ihrer "ungewöhnlichen" Stimme und den tollen Songs angetan. Bisher waren die Creekdippers ja eher das Pseudonym von Olson, genauso wie die "Palace Brothers" und "Me And Cassity" auch keine richtigen Bands sind. Inzwischen bildet das Ehepaar Olson/Williams auch ein musikalisch gleichwertiges Paar. Das könnte vielleicht (Achtung: Spekulation!) daran liegen, das Mrs. Williams keinen Solokünstlervertrag mehr hat, denn 3 der Lieder sind von ihr gesungen und komponiert und im Gegensatz vom Rest auch nicht von Olson, sondern Don Heffington produziert und auch nicht mit den Musikern der anderen "Olson-Tracks" aufgenommen worden!
Wie auch immer! Auf jeden Fall sind die beiden jetzt auf Europatournee und spielen übernächste Woche, am 19.05., bei uns im Weseler Karo! Einen Tag bevor wir mit unserer W4L-Truppe nach Plauen aufbrechen! Perfektes Timing! Selten habe ich mich in letzter Zeit schon im Vorfeld so auf ein Konzert gefreut - da fällt mir nur Emmylou in Düsseldorf im vergangenen Jahr ein.
(01.05.2004)
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Jerry Garcia & David Grisman: "Been All Around This World" (Acoustic Disc, April 2004)
Ungefähr die fünfte CD aus den gemeinsamen musikalischen Aktivitäten der beiden von 1991 bis kurz vor Jerrys Tod (1995?) und nach Angaben von Grisman wohl die letzte Veröffentlichung. Da einzelne der posthumen CDs (nur ein titelloses Album erschien bereits zu Lebzeiten von Jerry 1991) wohl nur was für echte Deadheads sind, hatte ich keine allzu groen Erwartungen und die Platte auch nicht sofort gekauft (Acoustic Discs sind nicht die billigsten!).
Vor wenigen Tagen kam mein alter Kumpel Jürgen vorbei und brachte mit als verspätetes Geburtstagsgeschenk dies Album, das so schön ist, dass es auch auerhalb der nach meiner neuesten Erkenntnis leider doch nicht ganz so musikalisch freigeistigen Deadheadszene (siehe W4L in Plauen 2004) seine Freunde finden sollte! Danke, Jürgen (es ist im Übrigen sehr mutig, mir als notorischem Musiksnob eine CD zu schenken: entweder hab ich sie schon oder mag sie nicht)
(13.06.2004)
Charlie Musselwhite: "Sanctuary" (Real World, April 2004)
Einer der besten Bluesharperspieler unseres Planeten, aufgenommen im Studio von Peter Gabriel (auch gesponsort von Herr G.?), produziert von John Chelew, dem wir auch so wunderbare Alben wie John Hiatts "Bring The Family" und Norma Winstones Album von 1996 zu verdanken haben.
Loretta Lynn: "Van Lear Rose" (Interscope, Mai 2004)

Ich bin eigentlich kein White Stripes-Fan. Ein Freund hatte mir zwar mal eine Sicherheitskopie von "Elephant" gemacht - und ich find es auch nicht wirklich schlecht - ich bin nur eben nicht begeistert! Der basslose Sound (den Jack White auch nicht erfunden hat, sondern den z.B. die Cramps oder die Jon Spencer Blues Explosion schon lange pflegen bzw. pflegten) hält mich vom Hören ab. Das ist eben zu sehr gegen meine Hörgewohnheiten und meinen Geschmack.

Zurück zum eigentlichen Thema: Jack White, der Liebling aller Kritiker, ist groer Fan der alten Dame der Countrymusik und hat ihr neues Album also produziert - und sogar mit einem Bassisten eingespielt! Vielleicht hätte Loretta bei einem authentischeren White-Stripes-Sound auch nicht mitgemacht. Zwar kannte ich bisher nicht sehr viel von Loretta Lynn, aber die Kombination der beiden erschien mir sinnvoll, wenn ich auch den Vergleich zum Gespann Johnny Cash/Rick Rubin für einen extrem hohen Maßstab hielt. Jetzt ist die CD da und läuft gerade: und ich bin sehr erfreut über das was ich da höre!
(24.06.2004)

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John Martyn: "On The Cobbles" (Independiente, April 2004)
Neulich im Auto von meinem guten Freund Wulf. Wie immer läuft gute Musik. Ich höre John Martyn, kenne aber das Lied nicht! Es klingt sogar ein wenig nach den 70ern, als Herr Martyn noch gerne auf seiner akustischen Martin spielte (sein Künstlername ist tatsächlich ganz banal auf seine Vorliebe für diese tollen Gitarren zurückzuführen!), aber ich kenne das verdammte Lied nicht. Gedächtnislücke? Alte, aber neu veröffentlichte Outtakes aus den 70ern? NEIN, aber ein (fast) neues Album vom letzten Jahr. Die Freude ist riesengro, denn so richtig viel gute Musik kam da bei ihm in den letzten Jahren für meine Geschmack nicht zusammen. Zuviel Keyboards und Phil Collins - mehr muss ich wohl nicht sagen.
Übrigenz sind gerade alle alten Island-Alben von Herrn Martyn zu günstigen Preisen wiederveröffentlicht worden. Bei "Bless The Weather" (1971) hab ich dann noch mal zugeschlagen, neben "Solid Air" (1973) und "One World" (1977) mein absoluter Favorit.
(17.12.2005)
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Patti Smith: "Trampin'" (Columbia, Mai 2004)
Patti Smith muss ich im Pantheon meiner alten Helden wohl immer höher hängen, denn im Gegensatz etwa zu Neil Young ist auch das neueste Album mal wieder ganz wunderbar geworden. Und ich muss wieder ganz sentimental an das letzte Haldern-Open-Air zurückdenken, wo sie mit ihrer Band einen grandiosen Auftritt hingelegt hatte und vorher auf dem Festivalgelände 2 Meter vor mir vorbeispazierte... Ach ja...
(13.06.2004)
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Neal Casal: "Return In Kind" (Fargo, Juni 2004)

Auf seiner neuesten CD kann man "nur" Fremdmaterial hören - was für einen ausgezeichneten Songschreiber wie Neal Casal auch eher ungewöhnlich ist. Und sicherlich ging es nicht darum, eine Schreibblockade zu überbrücken, sondern die eigenen Vorlieben zu präsentieren. Und wer so wunderschön (halb)vergessene Songschreiber wie Gene Clark vorstellt ("With Tomorrow" vom Album "White Light") und Lieder und Autoren bringt, die ich (noch) nicht kenne, der hat meine Aufmerksamkeit!

Sofort musste ich an Robert Forsters "I Had A New York Girlfriend" und gleich zwei Alben von den Walkabouts denken. Schnell war die Idee einer neuen Webseite geboren: "Singer/Songwriter covern Singer/Songwriter", quasi wie bei "Musician's Musician"!
(23.08.2004)

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Nick Drake: "Made To Love Magic" (Island, Juni 2004)
Das ist natürlich keine wirklich neue Platte, da unser aller Held ja schon lange tot ist. Aber bei Nick Drake macht mich schon ein einziges neues (besser gesagt: neu entdecktes) Lied glücklich. Der Titelsong "I Was Made To Love Magic" ist eigentlich ein Outtake vom Debüt "Five Leaves Left" und gab's schon mal in der Demoversion auf der 80er-Compilation "Time Of No Replay" zu hören. Für die Neuveröffentlichung hat der damalige Arrangeur des geplanten Streicherarrangement, Robert Kirby, dieses neu einspielen lassen und mit der alten Gesangspur kombiniert.
Island setzt wohl nach dem Erfolg von "Pink Moon" in der Golf-Werbung auf ein gewisses kommerzielles Potential und hat das Lied, wie ich hörte, sogar als Single veröffentlicht. Ich glaub, ich werde mir meine erste 7inch seit Jahren zulegen müssen! Mehr Informationen gibt's, wenn Ihr mal auf das kleine "I" klickt!
(20.06.2004)
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The Grateful Dead: "Rockin’ The Rhein With The Grateful Dead" (Rhino, Juni 2004)
Eigentlich fühle ich mich mit Liveaufnahmen einer meiner Lieblinxkapellen schon längst übersättigt. Und so hart drauf wie die (echten?) Deadheads, die ich unlängst in Plauen beim "PITB6" erleben konnte, war ich nie. Mir waren immer die beiden semiakustischen, songorientierten Alben "Working Man's Dead" (über das von einem der Cops in der Serie "Nash Bridges" gerade vor wenigen Tagen in der x. Wiederholung auf VOX so schön philosophiert wurde) und "American Beauty" lieber, als die 39. Live-Version von "I Know You Rider" oder "Dark Star" im Plattenschrank zu haben. Vereinzelt habe ich mir dann auch mal eine der "Dick's Picks"-CDs gekauft - und hab sie nach 1 bis 2 mal hören zumeist schon in mein Archiv überführt ("From The Vaults ... Into The vault") , wofür diese CDs dann doch ein bisschen zu teuer sind.
Trotzdem habe ich mir diese Neuveröffentlichung vom Düsseldorfer Auftritt vom 24.04.1972 aus der Rheinhalle (=Philipshalle?) gekauft- und finde sie trotzdem sehr, sehr schön! OK - das Cover ist eine ausgemachte Scheulichkeit (wer denkt sich so was aus? Ami-Fantasien über Deutschland?), aber alles klingt richtig gut (von den originalen 16-Spur Tapes gemixt und durch HDCD-Mastering tontechnisch aufgefrischt). Die musikalischen Highlights sind sicherlich das dreiviertelstündige "Dark Star", mit einem kurzen "Me And My Uncle" in der Mitte, und die exzellente Version des Rascals-Klassikers "Good Lovin´" (den ich mit den Rusty Nails immer gerne gespielt habe und bei unserem Revivalkonzert am 17.07.2004 auch wieder singen werde!) mit einem gut aufgelegten Pigpen (der leider kurz drauf verstarb) und der mit dieser CD-Box wohl besonders gewürdigt werden soll.
(02.07.2004)
Wilco: "A Ghost Is Born" (Nonesuch, Juni 2004)
Was soll ich hier viel erzählen? Am besten selber die Artikel im Rolling Stone und/oder Musikexpress lesen. Die Wichtigkeit dieser Band für mich (und andere?) kann man gar nicht deutlich genug hervorheben - nach der neuen Patti Smith-Platte ist es erst die zweite Neuerscheinung in diesem Jahr, wo schon vor dem ersten gehörten Ton klar war, dass ich sie umgehend erwerben musste (O. K.: das passiert öfter!) und wo ich sicher war, dass sie auf jeden Fall toll wird (Neil Young: eat your heart out!). Verlässlichkeit kann also auch was Schönes sein. Was übrigenz nichts über die Musik auf "A Ghost Is Born" aussagt, denn Jeff Tweedy und seine Mannen klingen jedesmal anders...
(27.06.2004)
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The Libertines (Rough Trade, Aug. 2004)

Es ist wahrscheinlich ziemlich uncool, an dieser Stelle mit solcher zeitlichen Verzögerung diese Band zu loben. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur sagen, dass ich bei "Hypes" im allgemeinen "beratungsresistent" bin, wie man in Neudeutsch so schön sagt, und es eben bis jetzt gedauert hat, dass dieses Album den Weg in mein CD-Laufwerk gefunden hat. Franz Ferdinand, die anderen "Darlings" der Rockjournalisten, hatte ich mir ja noch bei Veröffentlichung im Frühjahr 2004 (VOR dem Durchbruch!) gekauft und war dann hauptsächlich wegen der 80er-New-Wave-Rhythmen trotz der guten Melodien etwas genervt. Bei den Libertines wollte ich den gleichen Fehler nicht noch mal begehen und habe mich auch nicht von den hohen Platzierungen in allen möglichen Jahrescharts beeindrucken lassen.
Jetzt beim Hören kann ich sagen: tolle und frische Songs und Stimmen (wie bei Franz Ferdinand!), aber eben keine blöden und zickigen 80er Rhythmen, sondern guter, alter Rock! Oder soll man das jetzt Punk nennen? Egal. Besonders schön finde ich diesen "Lennon/McCartney-Effekt": zwei singenden Songschreiber bei klassischer 2-Gitarren-Bass-Drums-Besetzung (JA ICH WEISS: Paul spielte BASS!). Schöne Platte.
(26.02.2005)

PS: das mit "2xG+B+D" machen Franz Ferdinand genauso. Aber da singt, glaube ich, nur einer.

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Tift Merritt: "Tambourine" (Lost Highway, Aug. 2004)
Nicht mehr ganz neu - aber was soll´s. Bei Erscheinen der CD im letzten Sommer hatten mich die Vorbesprechungen, die von "Travelling Wilburys" und "rollenden Gitarren-Rockern" sprachen, noch vom Kauf abgehalten, denn ich wollte mir meine Begeisterung über das wunderschöne Debüt "Bramble Rose" im "Alternative Country-Stil" nicht zerstören. Nun sitze ich hier und höre Album #2 also mit deutlicher Verspätung - und finde das Album einfach nur schön. Die Songs und besonders die Stimme von Mrs. Merritt erstrahlen in jedem musikalischen Umfeld. Auch der "Rockanzug" mit versierten L-A.-Studiomusikern unter der Produktionsregie von George Drakoulias passt: Neal Casal, Mike Campbell, Benmont Tench, Gary Louris u.a. gehören sicherlich eher zu den "Guten" als den "Bösen" im Musikgeschäft. Auffallend auch der tolle Gospel-Chor der Waters-Familie, die schon seit Jahrzehnten dabei ist und anscheinend immer noch gerne singt, wie man am Lachen und Klatschen am Ende vom letzten Lied deutlich hören kann. Und irgendwo soll auch meine Traumfrau (sorry, Tift!) Maria McKee mitsingen...
(18.02.2005)
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Kathryn Williams: "Relations" (EastWeast/Caw, Aug. 2004)

Und schon wieder jemand, der nur covert! Und schon wieder "Birds" von Neil Young! Und schon wieder Lieder der üblichen Verdächtigen (neben Onkel Neil auch noch "Hallelujah" von Leonard Cohen, "Candy Says" von Lou Reed/Velvet Underground, "Hang On To A Dream" von Tim Hardin, "These Days" von Jackson Browne, bzw. in der Nico-Version) und ein paar "modernere" Überraschungen: z.B. "All Apologies" von Kurt Cobain/Nirvana und "Spit On A Stranger" von Steve Malkmus/Pavement. Deshalb langweilig oder überflüssig? Natürlich nicht. Die Frage ist rein rhetorisch, denn Miss Williams, Engländerin, as far as I know, legt hier zusammen mit ihrer (weitgehend akustischen) Band -Gitarre, Cello, Kontrabass, Perkussion- eine der feinsten Sammlungen von Coverversionen vor, die ich in letzter Zeit gehört habe. Eingerechnet auch die von Paul Weller.
(19.11.2004)

Inzwischen kann ich auch noch mehr von der Dame empfehlen, z.B. "Old Low Light" von 2002.
(06.04.2005)

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American Music Club: "Love Songs For Patriots" (Cooking Vinyl, Sept. 2004)
Vor etwa 1o Jahren hatte der Club seine Tore geschlossen: nach mehreren sehr guten Independent-Alben (z.B. "Everclear" von 1991) gab es noch 2 Versuche beim Major Virgin, die zwar genauso gut waren, aber sich (natürlich) nicht gut genug verkauft haben. Die anschlieende Solokarriere von Sänger/Songschreiber Mark Eitzel war aus meiner Sicht sehr wechselhaft von Interesse (u.a. das sehr schöne "60 Watts Silver Lining" von 1996, ein "kommerzieller" Versuch mit Peter Buck von R.E.M., eine Elektronikplatte, die ich mir gar nicht angehört habe und zuletzt eine CD mit griechischen Musikern und alten AMC-Klassikern. Letztere hatte ich mir kürzlich aus einem Ramschverkauf besorgt und musste feststellen: die altem AMC-Stücke sind richtig klasse! Das dachte wohl auch Herr Eitzel und dachte noch weiter: warum nicht wieder mit den Musikern spielen, die diese Lieder am besten interpretieren können? Egal, was nun die tatsächlichen Beweggründe waren: der alte Club ist fast in Originalbesetzung (neben Eitzel sind das Gitarrist Vudi, Bassist Dan Pearson, Trommler/Produzent Tim Mooney und der neue Keyboarder Mark Capelle) zusammen und liefert eines der besten und gleichzeitig glaubwürdigsten Comebacks des Jahres, denn Television und die Pixies meldeten sich ja leider nur live zurück, ohne neues Material. Das neue Songmaterial von Mark Eitzel hat es in sich, allerdings sind mehrere Hördurchgänge erforderlich, um die Qualität der neuen Lieder zu erkennen. Keine direkten Ohrwürmer, sondern Tiefgang pur.
(28.09.2004)
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Elvis Costello & The Imposters: "The Delivery Man" (Lost Highway, Sept. 2004)
Was soll man zu Elvis Costello noch viel sagen? Ich mag den Mann ja schon ziemlich lange, habe mich ab Mitte der 80er durch seinen damals schon nicht kleinen Backkatalog gewühlt, war dann zu Zeiten von "King Of America" und "Blood & Chocolate" (beide von 1986) auf dem aktuellen Stand und habe seine Karriere danach als Fan mit groem Interesse verfolgt. Dieses Interesse lies allerdings in den letzen Jahren stark nach: viele seiner stilistisch breit gefächerten Veröffentlichungen habe ich mir dann auch gar nicht mehr angehört. Meine bislang letzte Costello-Erwerbung war "Painted From Memory" von 1998, die schöne Zusammenarbeit mit Burt Bacharach, während ich die Wiedergeburt der Attractions ca. 1994 auf "Brutal Youth" im Gegensatz zur Kritikermeinung nicht so toll fand. Die Attractions heien jetzt Imposters und bestehen neben den alten Attraktionen Steve Nieve (keyb) und Pete Thomas (dr) aus Neuzugang Davey Faragher (Cracker, John Hiatt) am Bass. Die Rückkehr zur "Rockmusik", in Verbindung mit den drei hochkarätigen Gästen John McFee an der Pedalsteel (spielte schon auf Elvis Debüt "My Aim Is True" von 1977!) und vor allem meinen beiden Lieblingssängerinnen Lucinda Wiliams und Emmylou Harris hat mich dann doch dazu gebracht, mir die neue Platte ungehört bei der Neuerscheinung anzuschaffen. Nachdem sie jetzt einmal durchgelaufen ist kann ich sagen: gute Platte, ohne offensichtliche Ohrwürmer, die man noch öfter hören kann und muss. Werde ich tun...
Gleichzeitig ist auch noch ein klassisches(?) Orchesterwerk erschienen. Das werde ich mir aber ersparen...
(30.09.2004)
Fairport Convention: "Over The Next Hill" (Compass/Matty Groves, Sept. 2004)
Ich bin schon recht lange ein Fan der besten englischen Folkrockband aller Zeiten - eigentlich schon seit ich mir als Teenie Mitte der 70er das Meisterwerk "Unhalfbricking" gekauft habe. Im meinem Platten- und CD-Regal steht inzwischen so ziemlich jedes Alben der Band und auch die meisten Soloalben von Sandy Denny, Richard Thompson, Iain Matthews und anderen Ex-Fairportlern. Mit einer Unterbrechung von 1979 bis 1983 hat es die Band auch immer gegeben. Auch wenn die Band unter Führung von Gründungsmitglied Simon Nicol (der allerdings von 1973-1976 nicht dabei war) und Bassist Dave Pegg (seit dem Album "Full House" von 1970 ununterbrochen an Bord) sicherlich nicht mehr so hochkarätige Musik abliefert, wie mit Richard Thompson und Sandy Denny, zwei der besten britischen Singer/Songwriter, so mag ich doch auch das Spätwerk der Band unter der Führung von Nicol, Pegg und Trommler Dave Mattacks, letzterer seit Beginn des neuen Millenniums von Gerry Conway ersetzt (der mit Sandy Denny schon bei Fotheringay gespielt hat!). Nur strahlten die Alben der 80er und 90er alle eine gewisse - wie soll ich's jetzt sagen? - "Behäbigkeit" aus, sodass ich sie bislang auch nicht unter meinen Plattentipps aufgeführt habe. "Over The Next Hill", die erste Studioproduktion seit ca. 5 Jahren, klingt aber wieder deutlich besser und frischer. Die "alten Herren" (hab ich schon erwähnt, dass Simon Nicol wie Jürgen von der Lippe aussieht?) scheinen irgendwie "die zweite Luft" bekommen zu haben. Auerdem hat man ganz unpeinlich den einzigen echten "Hit" der Band "Si Tu Dois Partir", die französisch gesungene Version des Bob Dylan-Songs "If You Gotta Go" von den Basement Tapes, neu aufgenommen und dabei sogar einen Schlagzeugbreak des damaligen, leider früh bei einem tragischen Autounfall der Band verstorbenen Martin Lamble mittels moderner Sampletechnik eingefügt.
Dass ich das Album erst jetzt mit einjähriger Verspätung vorstelle, liegt übrigenz daran, dass es bislang nur als überteuerter englischer Import von weit über 20 Euro zu bekommen war und erst kürzlich von mir bei einem Versandhandel zu einem akzeptablen Preis die US-Version entdeckt wurde!
(25.09.2005)
Peter Rowan & Tony Rice: "You Were There For Me" (Rounder, Sept. 2004)
Auf der CD steht zwar" (P) 2004", aber erst in diesem Monat hat die Platte in´s alte Europa gefunden! Wunderbar entspannte akustische Musik, die bedingt durch die Vorgeschichte der Hauptdarsteller schon ein wenig nach Bluegrass klingt - aber eigentlich ist es nur eine einfache Singer/Songwriter-Platte, denn es gibt fast nur neue Orginalsongs von Peter Rowan, die Tony Rice mit seinem fantastischen Gitarrenspiel veredelt. Unterstützung kommt an Kontrabass und Mandoline von Bryn und Billy Bright. Ehepaar oder Geschwister? Müsste ich mal googeln.
(22.02.2005)
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Trespassers William: "Different Stars" (Sept. 2002/Nettwerk, 2004)
Keine neue Platte, aber gerade eben erst entdeckt, als ich im Netz nach der angekündigten neuen Platte von Mazzy Star gesucht habe und dabei einen Artikel fand, in dem jemand sinngemäß schrieb: "Anna-LynnWiliams von Trespassers William wäre noch viel besser als Hope Sandoval". Normalerweise höre ich nicht so unbedingt auf die Meinung wildfremder Menschen, aber weil sich bei Mazzy Star ausser einer - zugegebenermaßen - schönen, aber leider nur rein digitalen Single (noch) nichts tut habe ich doch mal in die Musik der Band von Miss Williams reingehört und dabei ein echtes Kleinod entdeckt. Die Musik ist sehr atmosphärisch, aber vor allem hält die Stimme von Anna-Lynn tatsächlich das, was versprochen wurde!
(17.02.2012)
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Terry Callier: "Lookin' Out" (Verve, Okt. 2004)

Diesen Mann haben viele, so auch ich, erst in seinen späten Jahren entdeckt! Hier nur ganze kurze biografische Hinweise (neugierige Leute klicken bitte auf den Infoschalter!): Terry's Alter liegt wohl über 6o. Erste Karriere in den späten 60ern/ frühen 70ern als Mischung aus Curtis Mayfield und Tim Buckley beim Chess-Label (wenn das ungewöhnlich findet: wieso soll es keine schwarzen Singer/Songwriter geben? Nur weil der Mann akustische Gitarre spielt ist das komisch? What about Bill Withers? Tracy Chapman? Joan Armatrading? So what!

Selber gehört habe ich ihn erstmals bei seinem grandiosen Comeback nach über 10jähriger "Babypause": Timepiece von 1998, dann aber nicht alle neuen Alben immer mitbekommen. Das neue Werk ist jetzt wieder eine richtig tolle jazzige Singer/Songwriterplatte geworden, aber es sind - ihr werdet euch nicht wundern - mal wieder die Coverversionen, die mich neugierig gemacht haben, die für die beiden Varianten stehen, weshalb ich gute Coverversionen so spannend finde: zum einen das ausgelutschte "kann man eigentlich nicht mehr nachspielen"-Lied, dem überraschendes neues Leben eingehaucht wird, hier vertreten durch den Beatles-Klassiker "And I Love Her". Zum anderen die (Wieder-) Entdeckung eines lange verschollenen Schatzes: hier ist es "What About Me" von Dino Valenti. Kennt Ihr nicht? Quicksilver Messenger Service! Hippiemusik!
(10.11.2004)

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Pat Johnson: "Famous Butterflies" (Flare, Okt. 2004)
Nach zwei beim Bremer Label Strange Ways Mitte/Ende der 90er entstandenen Soloalben (das tolle und von mir jetzt wiederentdeckte "Mooner" und das etwas verunglückte "Invisible Juan") gibt es endlich wieder was Neues von Penelope Houstons musikalischem Partner, der dabei inzwischen wohl die gleiche (musikalische) Bedeutung hat wie Dave Rawlings für Gillian Welch. Im Untertitel heit es untertreibend "Live And Unreleased", was auf eine Resteverwertung, aber keine neue Platte mit einem künstlerischen/stilistischen Zusammenhalt hindeutet. Und tatsächlich stammen 6 der 11 Lieder aus Zeit von 1992-94: eben Liveaufnahmen und Demos mit und ohne seine damalige Band The Wellsprings Of Hope, aber nur ein Lied ist mir bekannt, und zwar der wunderbare "Another Train Blues", den es damals nur auf einer (inzwischen raren) 7"-Single gab! Und auch die an's Ende (!) gepackten 5 neuen Lieder haben es in sich: ein Duett mit Penelope und vier, auf denen der legendäre Byrds-Trommler und Multiinstrumentalist Gene Parsons an Pedal Steel, Banjo und Mandoline sein Können zeigt. Einziger Kritikpunkt also: warum kein komplettes neues Album? Wahrscheinlich ganz banal eine Frage des Geldes!
(09.10.2004)
Buddy Miller: "Universal United House Of Prayer" (New West, Okt. 2004)
Buddy's neuestes Werk. Ob es ein "Meisterwerk" ist (meint man zumindest im Glitterhouse) kann ich noch nicht sagen. Auf jeden Fall ein Buddy Miller (wie eigentlich immer) in Höchstform. Bleibt für mich nur abzuwarten, ob sich die Songs zu Dauerbrennern in meinem Player entwickeln werden...
(23.10.2004)
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"Enjoy Every Sandwich - The Songs Of Warren Zevon" (Artemis, Okt. 2004)

In gewissen versnobten Musikkritikerkreisen genieen Tributesampler keinen besonders guten Ruf - was sicherlich mit der einen oder anderen Veröffentlichung zuviel mit der einen oder anderen mittelmäßigen, schlechten, im besten Fall überflüssigen Coverversion einer an und für sich schon perfekten Vorlage zu tun hat. Aber andererseits sind solche Platten ein gute Möglichkeit, die Qualitäten von Songschreibern zu entdecken. Mit meiner kleinen, aber feinen Kapelle, die ja eigentlich den Aufhänger dieser Webseiten bildet, habe ich viele Lieder unseres Repertoires erst über solche Coverversionen entdeckt - und dann anschlieend oft das Original.
Schlielich und endlich muss man zugeben, dass eine Verbeugung vor dem Werk des vor einem Jahr verstorbenen Warren Zevon längst überfällig war. Wenn jetzt der eine oder andere von Euch erstmals motiviert wird, sich Warren Zevon auch im Original anzuhören, weil Bob Dylan und Bruce Springsteen eine hohe Meinung von ihm haben, dann hat sich diese Platte doch schon gelohnt.

Hier ein Auszug aus der Liste der weiteren Beteiligten: Jackson Browne, Bonnie Raitt, Steve Earle, Don Henley, David Lindley, Ry Cooder, Jennifer Warnes, die Pixies und die Wallflowers. (Dylan Junior!)
(08.11.2004)

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Kings Of Leon: "Aha Shake Heartbreak" (BMG/Handmedown, Nov. 2004)
Beim Cover bitte nicht wundern. Wie schon beim letztjährigen Debüt der Burschen ist auch die neue CD zusätzlich als 10"-Doppelalbum, sogar mit Klappcover und aus durchsichtigem Vinyl erschienen - und hat eben im Unterschied zur CD eine weie Orchidee vor schwarzem Hintergrund vorne drauf. Und ist wie die W4L-CDs durchnummeriert: mein Exemplar hat die Nummer 6928 (da werden wir mit Louischen wohl kaum hinkommen!). Jetzt muss ich mich für diese Autofahrmusik doch wieder um eine "CD-Sicherheitskopie" bemühen... Oder einen Plattenspieler für's Auto?
(31.12.2004)
Minnie Driver: "Everything I've Got In My Pocket" (EMI/Liberty, Nov. 2004)
Dürfen Schauspielerinnen Platten aufnehmen? Da ja auch Sngerinnen wie Whitney H., Jennifer L. und zahlreiche andere umgekehrt in Filmen mitspielen, ist das ja wohl nur mehr als fair! Viele tun es dann ja auch, wobei ich es anderen überlasse zu beurteilen, ob sie's lieber lassen sollten (Westernhagen, Ochsenknecht, Herbert G., Savalas, Shatner, Hasselhoff, etc.). Auerdem fällt mir als altem Kinobanausen sowieso kein Film ein, wo Mrs. Driver mitgespielt hat. Sie soll allerdings in Hollywood eine größere Nummer sein.
Musikalisch sieht's bei ihr auf jeden Fall gut aus: sie hat da eine wirklich schöne Platte abgeliefert, die sehr eigenständig ist, wenn auch klar&deutlich in der Singer/Songwriter-Ecke verwurzelt. Sie singt mit schöner Stimme (ähnelt ein wenig der von Natalie Merchant), hat alle Texte und einen groen Teil der Musik selbst geschrieben. Das einzige Cover ist eine gelungene Version von "Hungry Heart" vom Boss. Manche Arrangements klingen -vielleicht aufgrund der beteiligten Musiker (u.a. Jeff Trott, sowie Rami Jaffee und Mario Callire von den Wallflowers)- ein wenig nach Sheryl Crow, was aber angesichts anderer populärer Möglichkeiten der Orientierung (Madonna, Janet Jackson, ...) doch eher als angenehm einzuschätzen ist.
(30.12.2004)
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Fit & Limo: "Terra Incognita " (September Gurls, Nov. 2004)
Bereits mein drittes Vinyl der beiden innerhalb weniger Wochen. Auf "Terry Incognita" werden Mrs. Fit und Limo erstmals von Gästen untersützt. Bernd Witthüser von den legendären "Freakfolk-Veteranen" Witthüser & Westrupp singt nochmals sein eigentlich wunderschönes Lied "Lasst Uns Auf Die Reise Gehn" und bildet dabei den einzigen Schwachpunkt des Albums. Mein Kumpel Wulf aus dem Schwarzwald hatte wohl recht, als er sich vor einiger Zeit über meine neue Begeisterung für die alten Platten von Witthüser & Westrupp wunderte, weil er Bernd Witthüser vor einiger Zeit bei einem ziemlich schwachen Auftritt beim Herzberg-Festival gesehen hatte. Meine eigene YouTube-Recherche hat das jetzt bestätigt: der Typ macht einen leicht durchgeknallten Eindruck, was mich aber überhaupt nicht stört: besser sowas, als jetzt Chef bei der GEMA zu sein, wie der alte Embryo-Bassist Jörg Evers. Was mir aber überhaupt nicht gefällt ist, dass er weder stimmlich noch gitarrentechnisch auch nur ansatzweise an die alten Zeiten anknüpft. Um hier noch weiter abzuschweifen: den "perfekten Althippie" in der heutigen Zeit stellt wohl Evers alter Bandkumpel Christian Burchardt dar: immer noch ganz der Hippie im Herzen und im Outfit, aber musikalisch absolut im Hier & Jetzt.
Egal. Zurück zur Platte, denn die weiteren Gäste sind musikalisch viel interessanter und mir bislang völlig unbekannt: das amerikanische Duo Black Forest / Black Sea, bestehend aus Cellistin Miriam Goldberg und Gitarrist Jeffrey Alexander, deren eigene Musik mich neugierig gemacht hat, der Banjospieler Timothy Renner, der unter zahlreichen Projektnamen eine obskure Platte nach der anderen herausbringt, sowie Steffi und Peter Wolf, die ich nicht kenne. Vielleicht sind das ja Nachbarn der Lienemanns aus Altdorf in Franken.
Musikalisch bleibt sich das Duo Fit & Limo treu, hat aber wohl ein paar weitere Instrumente erworben, denn es werden intensiv eine Harfe, alte Synthesizer, ein Mellotron und sogar ein Chamberlin, der US-Amerikanische Vorläufer des englischen Mellotrons, eingesetzt.
(24.06.2010)
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Loretta: "And The Persuit Of Happiness" (naïv, Nov. 2004)
... ein weiteres der vielen wunderbaren Alben (Nummer 9?) dieser wunderbaren Band aus Stuttgart, das ich mir in letzter Zeit besorgt habe. Begonnen hatte es ja mit den Alben "Goodbye" von 2000 und ""Swimming Pool" von 2001, die ich in der Grabbelkiste eines Weseler Plattenladens entdeckte. "Science Fiction" von 2006 war danach das erste Album, das mich bereits kurz nach der Veröffentlichung verzückt hat, aber dazwischen gab es 2002 noch "La Capitale Des Douleurs" und dieses hier, die ich aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen damals verpasst habe.
Egal. Jetzt kann ich auch diese durchgängig erstklassigen Songs von Andreas Sauer geniessen. Einmal darf sogar Gitarrist Klaus Paul ein eigenes Lied vortragen (mehr von der Art auf seinem Album "Beautiful Ground").
Was ist sonst noch erwähnenswert? Vielleicht die jazzige Trompete von Gastmusiker Sebastian Studnitzky im fränzösisch gesungenen Eröffnungslied "Louis Malle"? Oder das klasse Akkordeon von Stefan Hiss auf "The Disco People"? Klar! Aber am schönsten ist das instrumentale "The Getaway", eine erneute Zusammenarbeit mit dem klassischen Bratschenspieler Ralph Günthner.
(01.01.2010)
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Motorpsycho Presents: "The International Tussler Society" (Stickman, Nov. 2004)
Hinter "The International Tussler Society" verbirgt sich natürlich meine norwegische Lieblingsband Motorpsycho, die zum Septett erweitert hier bereits zum zweiten Mal ihrer Liebe zum Countryrock frönt. Im letzten Jahr erschien der 1993/94 aufgenommene Soundtrack zum Film "The Tussler" mit vielen Coverversionen (u. a. 4 Grateful Dead Songs!), dieses mal sind es nur eigene Lieder, meist von Sänger/Bassist Bent Saether geschrieben, der sich hier aber Charlie Bob Bent nennt. Mit dabei sind auch wieder der Sänger/Pianist Barry Hillien, der Pedalsteeler K.K. Karlsen und der Trommler Lolly Hanks. Neu dazu stie der zweite Trommler Ringo Karlsen, sodass Hakon Gebhardt, der bei Motorpsycho eigentlich für dieses Instrument zuständig ist, sich auf das Banjo konzentriert, das er ja auch in seiner Zweitband HGH schont spielt. Toll anzuschauen ist auch der Film zur Entstehung der Aufnahmen im tiefsten norwegischen Winter (Februar 2004), der ohne Aufpreis sowohl der CD- als auch der Doppelvinylausgabe als DVD beigefügt ist.
(29.12.2004)
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Rufus Wainwright: "Want Two" (Geffen, März 2005/Nov. 2004)

Im November 2004 gab´s schon mal eine Luxusausgabe mit Bonus-Live-DVD als US-Import- und mit mehr als drei Monaten Verzögerung diese heimische "Normalausgabe", die es dann tatsächlich in die Sonderangebotsbroschüre eines heimischen HiFi-Discounters schaffte. So wurde ich für 9,99 Euro angefixt und geniee jetzt diese wunderbare Musik! Nur wie komme ich jetzt an die DVD?

Die Musik? Zwar erinnert die Stimme entfernt an den Papa Loudon Wainwright III (aber da den ja kaum einer noch kennt, hilft das wohl nicht bei der Orientierung. Auf jeden Fall ist das Pop- und auf keinen Fall Rockmusik: zentrale Bedeutung haben die Stimme von Rufus, sein Pianospiel und seine Texte, in denen er sehr offensiv und gleichzeitig völlig unaufdringlich und unaufgeregt sein Schwulsein thematisiert. E-Gitarren und Schlagzeug (1x trommelt Levon Helm, 1x erklingt die Gitarre von Dylan-Begleiter Charlie Sexton) kommen zwar vor, sind aber eben nur zwei von vielen eingesetzten Klangfarben. Orchesterarrangement stammen zum Teil von Van Dyke Parks. Die Familie kommt als Chor zum Einsatz: Mama Kate McGarrigle, Tante Anna McGarrigle, Schwester Martha Wainwright, Kusine Lily Lanken. Grossen Einfluss hatte sicherlich auch Produzent Marius de Vries, der schon mit Björk und Neil Finn gearbeitet hat, und hier wohl für den Zusammenhalt von Tradition und Moderne sorgt. Grosse Platte.
(12.03.2005)

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Charlie Dore: "Sleep All Day And Other Stories" (Black Ink, 2004)
Eine absolute Zufallsentdeckung! Ende der 70er hatte die Dame mal einen kleinen Hit in England mit "Pilot On The Airwaves", war mit ihrem Country-Pop so was wie ein "One-Hit-Wonder". Dann war sie 20 Jahr mehr oder weniger "weg vom Fenster" bzw. aus der ersten Reihe zurückgetreten, indem sie als Auftrags-Songschreiberin im Mainstream-Pop arbeitete (es soll Lieder von ihr in der Version von Celine Dion geben!). Dann jetzt plötzlich diese wunderbare akustische Platte in bester Sandy Denny bzw. Joni Mitchell-Tradition!!!
(2006)
"Ollabelle" (Rounder/Me & My, 2007 * Columbia/DMZ, 2004)
Die Debüt-CD der New Yorker Band Ollabelle ist zwar schon über drei Jahre alt, wurde aber erst Ende letzten Jahres in Europa veröffentlicht. Hier haben sich sechs mehr oder weniger bekannte Musiker zusammengefunden, um eine Art von Americana mit starker Erdung in Blues und Gospel zu produzieren. So kennt man einige der traditionellen Lieder bereits aus dem Repertoire von Ry Cooder ("Jesus On The Mainline") oder Bruce Cockburn ("Soul Of A Man"). Als Koordinaten kann man The Band oder die Staple Singers nennen. Die Stärke der Band liegt im Gesang (alle sechs Musiker singen), aber unter den Instrumentalbeiträgen kann man besonders das Gitarrenspiel von Jimmy Zhivago (mir bislang unbekannt) und das Keyboardspiel von Glenn Patscha (kanadischer Jazz- und Studiomusiker, u. a. bei Ryan Adams und Teddy Thompson im Einsatz) hervorheben. Entdeckt habe ich die Band, weil als eine der beiden Sängerinnen Amy Helm dabei ist, die Tochter von Levon Helm, der selber als Gast seine Trommelstöcke schwingt und die gesamte Band bereits zu seinen auf DVD dokumentierten Midnight Ramble-Sessions eingeladen hatte.
(23.01.2008)
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David Kitt: "The Black And Red Notebook" (Rough Trade, 2004)
Leider kenne ich von dem irischen Singer/Songwriter bisher nur diese geschmackvolle Sammlung mit Coversongs (Lieder u.a. von: Sonic Youth, Toots & The Maytals, den Beatles, R.E.M. und J.J.Cale, um nur die bekannteren Namen zu nennen!). Aber ohne diese "Notizbuch" wäre ich wohl nie auf ihn aufmerksam geworden - nicht weil er schlecht ist, sondern weil es da draußen so viele gute Platten, Sänger und Songschreiber gibt!
(Juli 2006)
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Erstellt: 27.06.2004 Letzte Aktualisierung: 23.04.2016 07:36 25346 Besucher seit dem 27.06.2004
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