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Michaels Favoriten 2002

Das Album des Jahres

Kim Richey: "Rise" (Lost Highway, Okt. 2002)

Ihr Album Nr. 4 und das Debut für Lost Highway. Produziert hat Bill Bottrell (Sheryl Crow, Shelby Lynn).
(25.11.2002)

Schwere Entscheidung: aber für mich das Album des Jahres! Nachdem ich im Frühjahr bereits das Album "Bitter Sweet" von 1997 im 2nd-Hand-Laden gefunden habe und schwer begeistert war ("I'm Alright" ist einer der neuen Highlights im W4L-Programm!) ist Kim Richey meine persönliche Entdeckung des Jahres.
(22.12.2002)

Ich habe gerade beim surfen im Netz lesen müssen, dass Kim Richey bei ihrem neuen Label Lost Highway schon wieder rausgeflogen ist! Das Ganze ist ein absoluter Hohn, denn "Lost Highway" verkauft sich ja selber als ein Nashville-Label der etwas anderen Art - und macht dann mal jemand wie Kim Richey so ein tolles Albums, dass eben nicht in das normale Country-Programm passt, ist das auch nicht richtig. Hoffentlich war's da nicht mit Kim Richey's Musik-karriere!
(12.01.2003)

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weitere Highlights ...

Kelly Willis: "Easy" (Rykodisc, Aug. 2002)

"2002er Album, ihr zweites für Ryko, nach dem denkwürdigen und über und über (und immer wieder zu Recht) gelobten What I Deserve. Konnte sie für den Vorgänger aus dem Schutz des Fast-Unbekannten frei arbeiten, unterstützt von einer Riege an bekannten Namen um sich herum geschart, standen die Dinge diesmal anders: Man hatte von der reinen Klarheit ihrer Songs und vor allem ihrer Stimme sehr wohl Notiz genommen, die Erwartungen sind dementsprechend hoch. Aber egal wie hoch: Sie werden nicht enttäuscht. Gepflegtes Akustik-Country- bis Bluegrass-Handwerk mit sämtlichen liebgewonnen Zutaten (Weissenborn, Mandoline, Steel Guitar, Banjo, Geige) umwebt, -spielt und –sorgt eine Stimme, die schlicht das vokale Pendant zum Gitarren-Twang ist. Ob allein oder gebettet in die Harmony-Vocals von Amy Farris, Bruce Robison, Vince Gill oder Dan Tyminski – diese Stimme weiss ihre ehrlichen, nachfühlbaren Melodien derart zu klar darzureichen, dass das Herz lächeln muss.
Ein Großteil der Stücke stammt diesmal aus Willis’ eigener Feder (darunter zwei Co-Kompositionen mit Gary Louis bzw. John Leventhal) und bietet stets neue, gefühlvolle Ideen, um sich dem Hard-Core-Country zu nähern. In dieses Konzept fügen sich auch die Coverversionen von den Bruce Robison-, Paul Kelly, Kirsty MacColl- und Marcia Ball-Originalen, die zum Teil seit Jahren zu Willis’ Bühnen-Repertoire zählen. Und weil ein solches, von Wurzel-Liebe & Handwerk geprägtes Konzept neben der perfekten Stimme auch der richtigen Hände zur Umsetzung bedarf, fanden sich an Kelly’s Seite u.a. Mark Spencer (Blood Oranges), Chuck Prophet, Lloyd Maines, Ian McLagan, Bruce Robison, John Ludwick (Charlie Robison), Rafael Gayol (Jon Dee Graham, Flatlanders), Chris Thile und Alison Krauss zu den Aufnahmen ein. Nahtloser hätte das Wohlfühlen von einer Platte wie What I Deserve nicht weitergegeben werden können."(Glitterhouse)

"Her sinous, sensuos, booming, caressing voice is as comfortable sliding through slow blues as it is belting hot honky-tonk" (Playboy)

Dass die Beweggründe des Playboys für seine Euphorie vielleicht nicht rein musikalische sind, kann man(n) gut verstehen. Auch ohne Hormonebleibt zu sagen: Tolle Platte. Tolle Frau.
(24.11.2002)

Peter Wolf: "Sleepless" (Epic/Artemis, Sept. 2002)
Dieses Album kommt völlig überraschend! Weder konnte man damit rechnen, dass der ehemalige Sänger der J. Geils Band überhaupt eine Platte herausbringt - noch eine dermassen gute! Der Stil liegt irgendwo zwischen Country, Blues und Soul und hat kaum was mit den üblen Mainstream-Ergüssen der ehemaligen R&B-Truppe J.Geils Band aus den 80ern zu tun (Remember "Centerfold"?). Ich würde das Werk am ehesten mit den Rolling Stones in ihrer frühsiebziger Country(blues)phase vergleichen - nicht nur, weil Mick Jagger und Keith Richards mitmischen!
(15.10.2002)

Auch gut ...

Kerri Powers: "You, Me And A Redhead" (Leopard Skin, 2001/2002)

"das ist eine der aufregendsten neuen Entdeckungen im Frauen-Americana-Lager der jüngeren Zeit! Powers legt mit diesen fulminanten 11 Tracks ein geradezu überragendes Album hin, das man sich zum Beispiel von einer Tift Merritt sehnlichst gewünscht hätte! Stimmlich und stilistisch begibt sich die junge Frau aus Boston auf die Spuren von Shelby Lynne und Mary Chapin Carpenter, Rory Block und Kelly Willis, mit klaren Spuren von Tammy Wynette und Patsy Cline, die sich eindrucksvoll durch Gesang und Texte ziehen. Kraftvoll und verwundbar zugleich besteht sie mit Bravour ihre Frauensicht der Dinge in Songs wie 'Hard Road I Ride', 'Battle Row', 'Don't Tell Me', '4 Wheel Drive'. Ihre cajun-getränkte "mein-Truck-ist-mir-näher-als-meine-Liebe"-Hymne 'F-150' ist der perfekt inszenierte Rollentausch - immerhin aus eigener Erfahrung! Aber nicht nur wegen solcher Stories überzeugen ihre Songs, sie sind clever und punktgenau, wiedererkennbar und sehr erdnah - mit ganz viel Southern Flair. Genau wie die exzellente Produktion von Crit Harmon, der bereits mit Arbeiten für Martin Sexton, Catie Curtis und besonders an der Seite von Mary Gauthier auffiel. Feat. Harmon (E-Gitarre) und Steve Sadler (akustische, elektrische, Lap Steel Gitarren, Dobro) an den Saiten, dazu ein Keyboarder/Akkordionspieler sowie die Rhythm Section der Swinging Steaks!" (Glitterhouse)

Dem kann ich nur zustimmen! Obwohl es müßig ist auszukegeln, ob Kerri oder Tift die Krone gehört. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass einer der beiden Gitarrenspieler mit Begeisterung einen dieser alten Fender-6string-Bässe, durch einen Fender-Vibrato gejagt, einsetzt. Das hat nix mit diesen saudämlichen 5saitern für Fachblattmucker zu tun. Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere von euch noch an "Hank The Knife & The Jets"?
(15.10.2002)

"Poet - A Tribute To Townes Van Zandt" (Catfish, Jan. 2002)
Es gibt inzwischen (zu) viele posthum veröffentlichte Livealben von ihm und auch mehrere Tribute-Alben über ihn: die meisten sind auch ganz ordentlich (bei diesen Songs kein Wunder!). Jetzt gibt es aber endlich ein richtig gutes Tribut, eingespielt von den richtigen Leuten! (07.07.2002)
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Chris Cacavas: "Bumbling Home From The Stars" (Normal, Feb. 2002)

Bumbling Home From The Stars Waren die neuen Lieder auf dem Konzert gestern im Weseler JZ Karo für mich noch etwas gewöhnungsbedürftig, so klingen sie hier auf der neuen Studioproduktion jetzt absolut überzeugend. Glitterhouse schreibt:

"Den Titel seines letzten Albums „Anonymous“ hat Chris Cacavas etwas zu wörtlich genommen, denn fast 4 Jahre ist er in der Anonymität eines Day-Jobs verschwunden. Gut das er wieder da ist, denn kann auch mit seinem 6. Album durchweg überzeugen.
Ähnlich wie beim Vorgänger verzichtet er hier auf allzu stürmische Gitarrenfeuer, die einem etwas sensibleren Songwriting weichen mußten, ohne jedoch auf elektrische Gitarre und eine kräftige Rhythmusgruppe ganz zu verzichten. Auch scheint er die Liebe zum Piano wiedergefunden zu haben, denn mit dem Instrument fiel er uns vor Jahrzehnten bei Green On Red erstmals positiv auf."

(03.03.2002)

Norah Jones: "Come Away With Me" (Blue Note, Feb. 2002)
Spät entdeckt, aber nicht zu spät! Ein wunderbares Album, das nicht schon alleine deshalb schlecht sein muss, weil so viele Leute es offensichtlich sehr mögen. Und der Nachfolger von 2004 "Feels Like Home" ist sogar noch besser, nur eben nicht mehr so überraschend.
(Feb. 2004)
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Veranda Music: "Look Of Joy" (iXiXeS, Feb. 2002)

Es gibt vier Arten von Bands, welche die Songs anderer Leute "nachspielen":

Oldiebands, die alte Hits in feuchtfröhlicher Runde und auf Stadt- und Schützenfesten präsentieren ('Spielt doch mal "Take Me Home Country Roads..."', 'Wir wollen "Sexy" hören...', "Sweet Home Allabamma!"). Da reicht es oft, wenn das Publikum die Lieder wiedererkennen kann.

Top40-Kapellen, die die aktuellen Charts rauf und runter spielen und manchmal sogar besser sind als das Original.

Revivalbands, die sich akustisch und zum Teil auch optisch ganz dem Werk eines Künstlers verschreiben, mal ehrfürchtig, mal parodistisch. Es gibt zahlreiche solcher Truppen für jeden Geschmack und in jeder Spielklasse.

Und es gibt, Gott sei Dank, noch andere Bands, die die Songvorlagen anderer Autoren interpretieren, zelebrieren, verfremden und weiterentwickeln.

Zu dieser vierten Art gehört das Hamburger Trio Veranda Music, das auf dieser Platte scheinbar unvereinbare Zutaten zusammenführt. Etwas neuere Lieder vom Gun Club (Jeffrey Lee Pierce), Palace Music (Will Oldham), den Pixies (Frank Black) und Depeche Mode auf der einen Seite, aber auch von Matching Mole (Robert Wyatt), Joan Armatrading und Caetano Veloso aus den 70ern. Sogar "Water Of Love" von den Dire Straits gelingt (das Lied ist aber auch von deren tollen ersten Platte und nicht von einer der unsäglichen späteren Bombastproduktionen Mark Knopflers). Nur "Father And Son" von Cat Stevens will mir nicht so recht schmecken, da bin ich wohl aus meiner Jugendzeit vorbelastet. Diese Platte musste ich mal eine Zeitlang jeden Abend mindestens 10x hören, da eine Lady, die ich damals sehr verehrt habe, nun mal gerne Cat Stevens hörte (das taten damals fast alle Ladies) und ungern die Platte auf dem Plattenspieler wechselte oder umdrehte. Was tut man(n) nicht alles für ein bisschen Zuneigung ...
(03.03.2002)

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Chris Cacavas: "Kneel" (Return To Sender, März 2002)

KneelWas für einige merkwürdige Veröffentlichungspolitik? Kurz nach "Bumbling Home From The Stars" erschien auf Normals Speziallabel "Return To Sender" bereits die nächste Platte von Chris, dieses mal als limitierte Mailorder-Only-CD. Der Mann scheint in seiner kreativen Pause zumindest mit dem Songschreiben nicht aufgehört zu haben.
(21.03.2002)

Dolly Varden: "Forgiven Now" (Undertow, April 2002)
Leider habe ich diese Platte zu spät für die Jahresliste 2002 entdeckt, bzw. bin erst jetzt vom "musikalischen Bruder im Geiste" Frankie von den Craving Hands drauf gestoßen worden! Tatsächlich eine Platte, auf der JEDER Song gut ist, teilweise hatte ich das Gefühl die Lieder in ihrer Selbstverständlichkeit schon lange zu kennen. Zweites Highlight neben dem Songwriting ist natürlich der Männlein/Weiblein-Doppelgesang von Steve Dawson und Diane Christiansen á la Gram & Emmylou oder Chris & Carla von den Walkabouts. Und natürlich sind die Steeleinlagen vom "Gaststar" Al Perkins (wie immer) wunderbar.
(09.11.2003)
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Wilco: "Yankee Hotel Foxtrot" (Nonesuch, April 2002)

"Eigentlich hätte dieses Album schon letztes Jahr bei ihrem alten Label erscheinen sollen, doch dort bekam man angesichts einer - angeblich - fehlenden radiotauglichen Single kalte Füße, und die Band stand auf einmal ohne Plattenfirma da. Dabei ist die Sorge des Labels sogar ein wenig nachzuvollziehen. Bisher wurden Wilco immer als Americana- oder Countryband vermarktet, doch damit hat "YHF" überhaupt nichts mehr zu tun. Unter Mithilfe von Mischpult-Wizard Jim O'Rourke wagen sich Wilco an ein soundtechnisch sehr innovativ-ambitioniertes Popkonzept, das alten Helden wie Big Star ebenso viel schuldet wie deutschen Avantgardisten à la Neu! oder Can. Klingt nach Drahtseilakt, ist aber keiner, denn auf dem vierten Album des inzwischen in Chicago heimisch gewordenen Quartetts finden sich mit "Jesus, Etc.", "I'm The Man Who Loved You" oder "Reservations" eine ganze Reihe der besten Songs von Mastermind Jeff Tweedy überhaupt, und die machen "YHF" in jeder Hinsicht zu einem Highlight für jeden Popfan mit Köpfchen." (Carsten Wohlfeld, Haldern)

Spätestens bei dem vorletzten Lied "Poor Places" mit der Telefonstimme, die immer "Yankee, Hotel, Foxtrot" wiederholt, haben sich die Jungs deutlich vom "Americana-Sound der Anfangszeit abgesetzt. Und dann am Ende diese Piano-Ballade! Was wohl die "No-Depression"-Jünger dazu sagen? Mir gefällt's auf jeden Fall!
(22.04.02)

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Bruce Robison: "Country Sunshine" (Continental Recors Service/Boars Nest, April 2002)

Das aktuelle Album des Singer/Songwriters aus Austin/Texas habe ich leider zu spät für meine Jahrescharts entdeckt. Es entstand mit Hilfe seiner Gattin Kelly Willis und einigen guten Freunden wie Amy Noelle Farris (Chor), Dan Drugmore (Steelgitarren u.a. Saiteninstrumente), Pete Wasner (Klavier und echtes Wurlitzer-Piano!), Ex-Face Ian MacLagen an der Orgel (hängt schon seit einigen Jahren in Austin ab) und Schlagzeuglegende Kenny Malone. Nachdem einige Hutträger seine Songs in die Countrycharts hievten hatte Robison genug Zeit und Geld, um dieses schwer abgehangene Album selbst aufzunehmen und zu veröffentlichen. Dabei ging er keine Nashville Kompromisse ein.
Die Platte hat doch wirklich ein wunderschönes nostalgisches Cover. Und gefällt mir (fast) so gut wie "Easy", das neue Werk seiner Frau, bei dem er ja auch schon kräftig mitmischte. Wo wir übrigens gerade beim Familientratsch sind: Bruder Charlie Robison, ebenfalls ein bekannter Singer/Songwriter, ist mit Emily Erwin (jetzt Emily Robison), einer der beiden Dixie Chicks-Schwestern, verheiratet. Während Bruce mit der anderen Schwester (Marty Seidel) für das Album einen Song verfasst hat. Und natürlich auch einen mit seiner Frau. Mein Lieblingslied ist hier allerdings "What Would Willie Do", eine witzige und völlig unpeinliche Hommage an Willie Nelson.
(23.02.2003)

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Cassandra Wilson: "Belly Of The Sun" (Blue Note, April 2002)
Jim Lauderdale & Ralph Stanley: "Lost In The Lonesome Pines" (Dualtone, Mai 2002)
Gleichzeitig ist mit "Hummingbirds" ist bereits Lauderdales zweite Kollaboration mit Banjospieler Ralph Stanley, dem Altmeister des Bluegrass, und dessen Band "The Clinch Mountain Boys" erschienen (für die erste Kollaboration "I Feel Like Singing Today" von 1999 gab's sogar eine Grammy-Nominierung!). Auch dieses Album ist voller Klassesongs von Lauderdale und mit "Deep Well Of Sadness" und "Oh Soul" sind auch hier zwei Songs in Zusammenarbeit mit Grateful Dead-Texter Robert Hunter dabei. Im Gegensatz zur Klangvielfalt auf "Hummingbirds" wird hier aber Hardcore-Bluegrass gebracht. Das Album bleibt im (zwangsläufigen) Vergleich bei mir momentan nur zweiter Sieger, da ich mich noch nicht ganz an den Gesang von Ralph Stanley gewöhnt habe.
(14.09.2002)
Jim Lauderdale: "The Hummingbirds" (Dualtone, Mai 2002)
Zwei Alben gleichzeitig raus bringen - das ist sicherlich etwas extravagant. Und wenn man nicht Bruce Springsteen oder Guns'n'Roses heißt sicherlich auch kommerziell blödsinnig. Aber bei Herrn Lauderdale kann ich mich so über zwei schöne Alben freuen. Die Zusammenarbeit mit Ralph Stanley hat sicherlich mehr Presse bekommen, aber ich ziehe das Album ohne den Altmeister des Bluesgrass vor.
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Van Morrison: "Down The Road" (Polydor/Exile, Mai 2002)
Musik für die Seele! Altmodischer Blues mit viel Mundharmonika und Hammondorgel, dazu Bläsersätze und Streicher: völlig unspektakulär und sicherlich nicht so "wichtig" wie "Astral Weeks", "Tupelo Honey", "Veedon Fleece" oder "Common One". Trotzdem - während ich hier sitze und die Platte zum zweiten Mal höre - merke ich, wie wunderbar entspannend und schön im wahrsten Sinne des Wortes diese Musik ist! Da will ich gar nicht weiter analysieren. Na ja vielleicht zwei Bemerkungen: Vans Version von "Georgia On My Mind" hält locker mit denen von Willie Nelson auf "Stardust" (1978) oder von "The Band" auf "Islands" (1977) mit. Irgendwann fragt Van dann noch, was aus P.J. Proby und Scott Walker geworden ist: das wollte ich auch schon immer wissen!
(14.05.2002)
The Flatlanders: "Now Again" (Blue Rose/New West, Juni 2002)
Was für ein Comeback! Vor 30 Jahren hatten Jimmie Dale Gimore, Joe Ely und Butch Hancock, die sicherlich zu den besten texanischen Singer/Songwritern gehören, schon mal eine Platte herausgebracht, die aber kein Erfolg wurde.
(07.07.2002)
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Phil Lesh & Friends: "There And Back Again" (Columbia, Juni 2002)

Hier kommt mein Outing: Natürlich nicht, dass ich ein großer Dead-Fan bin- warum sollte man das auch verbergen? - sondern dass ich auf die TV-Serie "Nash Bridges" stehe. Mit den Hauptdarstellern Don Johnson, den ich wegen Miami Vice früher für einen totalen Blödmann gehalten habe, und Cheech Marin, dem mexikanischen Kiffer von Cheech & Chong. Sie spielen dort zwei Cops aus San Francisco, wobei einer ihrer Kollegen ein totaler Deadhead ist. Vor einiger Zeit philosophierte er sogar schon mal über "Working Man's Dead", während im Hintergrund die Platte lief. Diese Woche kamen auf VOX die letzten Folgen der letzten Staffel (schnüff) - mit Phil Lesh in einer Sprechrolle und einem Konzertausschnitt von Phil Lesh & Friends aus dem Fillmore, bei dem sie "Bertha" spielen und ihnen von zwei heißen Motorrad-Girls die Abendkasse geklaut wird. Hach, war das schön. Und vor ein paar Wochen wurde das bereits im Juni erschienene Album sogar in der Wochenendbeilage der NRZ besprochen. Weiß der Henker, wie deren Schreiberling da plötzlich drauf kam - aber egal - ich habe also das Album wieder rausgekramt, das mir bei der Veröffentlichung vor ein paar Monaten noch viel zu sehr nach den Allman Brothers geklungen hatte und mir damals insgesamt zu poppig erschien. Jetzt, mit dem richtigen Schlüsselerlebnis, muss ich sagen: TOLLE PLATTE. Phil Lesh ist der "wahre Bewahrer" der Deadkultur (dieser letzte Satz klingt blöde, wird aber nicht gestrichen).

Kurzer Hinweis zu den "Friends": waren das bisher dauernd wechselnde Musiker aus Phils Freundeskreis, so hat sich inzwischen eine feste Truppe herausgebildet. Zwei Hexer an den Gitarren: Warren Haynes (Allman Brothers, Government Mule) und Jimmy Herring (covert auch in der Band Jazz Is Dead zusammen mit Billy Cobham, Alphonso Johnson und anderen Jazzrock-Hochkarätern die Songs der Dead), dazu Schlagzeuger John Molo (Ex-Bruce Hornsby & The Range) und der mir unbekannte Keyboarder Rob Barraco.
(30.11.2002)

Missouri/Green Apple Sea: "By The Time I Get To Phoenix" (Return To Sender, Juni 2002)
Missouri stammen aus Nürnberg und spielen als schlagzeug- und bassloses Trio mit Gitarren und alten Analogkeyboards ihre Version amerikanischer Country(?)- bzw. Pop(?)-Musik, am ehesten noch mit den gleichfalls schlagzeuglosen Souled American aus Chicago vergleichbar. Green Apple Sea sind ebenfalls ein Trio, aber in Köln bzw. Münster beheimatet. Auch ihr Sound ist sehr amerikanisch (Gitarre/Bass/Schlagzeug). Soweit ich weiss, haben sich beide Kapellen auf der Deutschlandtournee von Willard Grant Conspiracy als Supportacts kennen- und schätzen gelernt. Zusammen ging man dann mit dem Pedalsteel-Spieler Mano Nelson in's Studio, um für die Mailorder-CD-Serie Return To Sender ein paar eigene Songs und ein paar schöne Coversongs (Nick Drake, Lou Reed) einzuspielen. Obwohl die Veröffentlichungen in dieser Serie (bisher 40 CD's) immer eine hohe Qualität haben, war ich dieses mal doch sehr überrascht: eine richtig, richtig gute Platte, die mich und vielleicht auch euch auf das sonstige Werk beider Bands neugierig macht!
(14.07.2002)
Paul Westerberg: "Stereo"/"Mono" (Interscope/Vagrant, Juni 2002)

„`Stereo´, die Rückkehr ins Gehörtwerden, bietet absolute Authenzität: So wie er früher trank und rockte und es auch danach klang, steht für ihn nun das Alltagsleben im Vordergrund. Kommt dann eine Songidee, geht es nachts ab in den Keller. Überwiegend solo mit akustischer Gitarre, ohne Overdubs, und wenn das Band zu Ende ist, dann endet eben auch schon mnal abrupt der Song. Westerbergs Lieder geraten so weniger spektakulär als früher: `Baby Learns To Crawl´, `Boring Enormous´ ... einer von uns und damit inzwischen leichter zu überhören. Wäre da nicht auch noch die Bonus-CD `Mono´: Elf Tracks seines alter Egos Granpaboy. Elfmal Paule, wie er herzrefrischend rockt und rüpelt, als zöge es ihn wieder mit den Replacements auf die Bühne – die wahre Schokoladenseite des Albums.“ (TIP Berlin)

Sonya Hunter: "Sun In Mind" (Innerstate, Juli 2002)
Das aktuelle Album dieser Sängerin aus San Francisco ist leider gar nicht mehr in Deutschland veröffentlicht worden. Ich habe meine CD persönlich von Sonya im Austausch mit einer Waiting For Louise-CD bekommen. Traurig, dass es für dermaßen schönen Folkpop keine breite Öffentlichkeit gibt!
Tift Merritt: "Bramble Rose" (Lost Highway, Juli 2002)
Die Jungs von Glitterhouse vergessen in ihrer Lobpreisung (siehe Info) leider zu erwähnen, dass hier als Produzent und Gitarrist Ethan Johns am Werk ist, Sohn der Produzentenlegende Glyn Johns (Eagles, Stones, Joan Armatrading, Steve Miller Band, Faces, John Hiatt, etc.). Er hat schon die letzte Whiskeytown-Platte und beide Ryan Adams-Soloplatten geprägt, was man auch dieser Platte anmerkt. Der Mann hat mich sehr beeindruckt: er ist in Personalunion und auf höchstem Niveau gleichzeitig Produzent, Tonmischer, Gitarrist, Keyboarder und Schlagzeuger! Wer zu Tift Merritt noch einen Vergleich braucht: es klingt ein bisschen wie Ryans "Heartbreaker", aber mit der Stimme von Natalie Merchant (Ex-10.000 Maniacs) - sicherlich keine schlechte Kombination.
(19.07.2002)
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Railroad Earth: "Bird In A House" (Sugar Hill, Juli 2002)
Linda Thompson: "Fashionably Late" (Rounder, Juli 2002)
Mit dieser Platte hat wohl kaum jemand noch gerechnet: 30 Jahre nach ihrer ersten Zusammenarbeit mit Richard Thompson auf dessen Solodebüt, 20 Jahre nach der letzten Duo-Platte "Shoot Out The Light" und 17 Jahre nach ihrem letzten Soloalbum knüpft Linda Thompson nahtlos an "I Want To See The Bright Lights Tonight" an. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Sohn Teddy Thompson und bei einem Lied sogar von Ex-Ehemann Richard Thompson. Dazu kommen viele britische und amerikanische Helden von Folk und Rock, u. a.: Van Dyke Parks, Danny Thompson (db), Richard Greene (vio), Martin Carthy, Eliza Carthy, Rufus Wainwright und Chris Cutler (dr).
(12.09.2002)
Bright Eyes: "LIFTED or The Story is in the Soil, Keep Your Ear to the Ground" (Wichita Recordings, Aug. 2002)
Etwas schwer verdaulicher Pop (?) von Conor Oberst, einem noch recht jungen "Singer/Songwriter" (darf man jemanden heutzutage noch so nennen?) aus Omaha/Nebraska. Das soll da eine sehr langweilige Gegend sein, die einem als einzige Freizeitbeschäftigung das Musizieren lässt. Ich hatte mal in der Mittelstufe einen schrecklichen Englischlehrer aus Nebraska, der mit uns "The Boxer" besprechen wollte, wo wir doch alle, na ja, zumindest die musikalisch Interessierten, Simon & Garfunkel ziemlich scheiße fanden - aber das ist eine andere Geschichte. Zurück zu Bright Eyes. An den Sound habe ich mich jetzt gewöhnt und finde die Platte ziemlich gut (obwohl "spannend" wahrscheinlich das bessere Adjektiv ist. Vermutlich wird die Platte auch jetzt in einigen Jahrescharts von Musikjournalisten auftauchen.
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Solomon Burke: "Don't Give Up On Me" (Epitaph/Fat Possum, Aug. 2002)
Definitiv einer der besten Soulsänger auf dem Planeten. Es gibt sicherlich bekanntere Vertreter des Genres als ihn, aber wenn man Songs von Brian Wilson, Van Morrison oder anderen Meistern der Liedschreibekunst geschenkt bekommt - dann sagt das doch wohl eine Menge! Produzent Joe Henry entwickelt sich immer mehr zu einem Geheimtipp!
David Baerwald: "Here Comes The New Folk Underground" (Lost Highway, Sept. 2002)
Ich habe diese Platte erst recht spät über einen Kollegen kennen gelernt. Bei der Veröffentlichung im Herbst war sie mir doch glatt durch die Lappen gegangen! Deshalb hier jetzt als Nachzügler.
(Jan. 2003)
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Dixie Chicks: "Home" (Columbia, Sept. 2002)
drei starke Mädels! Und seit längerem mal wieder eine sehr erfolgreiche Platte, die ich sehr mag.
Fit & Limo: "Ginnistan" (September Gurls, CD: Sept. 2002, LP: Mai 2003)
Eigentlich wollte ich mir den Kauf dieses Doppelalbum aufgrund des stattlichen Verkaufspreises v0n fast 27€ und einer Lieferzeit, die Geduld erwarten würde, erst einmal verkneifen, hatte es aber auf dem digitalen Merkzettel eines Internethändlers meines Vertrauens notiert. Vor wenigen Tagen war dort zu lesen: Preis 14,99, vorrätig auf Lager. Ein Irrtum? Sofort habe ich bestellt und nach wenigen Tagen ist die Platte tatsächlich zum versprochenen Preis, sogar mir Stammkundenrabatt, bei mir eingetroffen!
"Ginnistan" ist genauso wunderbar wie alle anderen Platten des Nürnberger Duos (Shiny Gnomes-Sänger Limo und seiner damaligen Frau Mrs. Fit) und bringt es auf fast 80 Minuten Länge, darunter das fast 22minütige Klangerlebnis "Upper And Lower Ginnistan". Freakfolk at it's best.
P.S.: Inzwischen wird das Album im Netz wieder zum alten Kurs und mit der alten Lieferzeit angeboten. War das jetzt alles nur Einbildung? Kann man sich Vinyl einbilden? Mein Plattenspieler kommt auf jeden Fall damit klar!
(13.02.2011)
Aimee Mann: "Lost In Space" (V2/Super Ego, Sept. 2002)

Bachelor No.2 hatte mich total umgehauen, als ich es zum ersten mal hörte. Deshalb habe ich mir das neuste Werk meiner Namenscousine (oder sagt man Vetterin?) auch sofort zugelegt - und war dann nach dem ersten Hören irgendwie nicht richtig begeistert. Ich hatte wohl gedacht, da gäbe es noch eine Steigerung seit dem letzten Mal - aber, wenn man ganz ehrlich ist, das war nicht zu erwarten, da das irgendwie ja auch gar nicht besser geht. Wenn man/frau sich das neue Werk in Ruhe anhört merkt man: die alte Spitzenklasse wird bei "Lost In Space" locker gehalten!
(11.10.2002)

Wie man(n) sich doch täuschen kann! Ich hab mir die CD kürzlich noch mal mit in's Auto genommen und bin auf einmal total begeistert von Songs, Stimme und Allem! Keine Ahnung, wie ich das bisher nur "ganz nett" finden konnte!
(07.07.2005)

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Kathryn Williams: "Old Low Light" (EastWest/Caw, Sept. 2002)
Diese englische Folksängerin und Songschreiberin habe ich erst recht spät mit ihrem Coveralbum "Relations" (vom Herbst 2004) entdeckt und "arbeite" mich nun mit Verspätung (und Vergnügen!) durch ihr Frühwerk. Besonders überzeugend finde ich dieses Album, bei dem der von Akustikgitarre, Cello und Kontrabass getragene Klang von "Relations" schon voll entwickelt ist. Und dazu kommen jetzt noch diese gelungenen Eigenkompositionen.
(06.04.2005)
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Johnny Cash: "American IV: The Man Comes Around" (Lost Highway/American, Okt. 2002)
Der Schwanengesang des größten Countrysängers aller Zeiten!
Kasey Chambers: "Barricades & Brickwalls" (Virgin, Okt. 2002)
Thalia Zedek: "You're A Big Girl Now" (Kimchee/Acuarela, Okt. 2002)
Eine "Zwischendurch"-EP der ehemaligen Sängerin von Live Skull und Come mit zwei schönen Coversongs, die jeweils zu meinen Favoriten bei den Autoren gehören: Lou Reeds "Candy Says" und Bob Dylans "You're A Big Girl Now".
(07.06.2009)
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Laura Cantrell: "When The Roses Bloom Again" (Diesel Only, Nov. 2002)
Bei dieser CD weiß ich jetzt nicht so recht, wo ich sie anpreisen soll: eigentlich ist sie nicht wirklich "frisch", aber auf jeden Fall noch kein Fall für die Grabbelkiste. Vor ein/zwei Jahren hatte ich schon mal versucht, die CD bei Glitterhouse zu bestellen - sie war aber leider schon ausverkauft. Jetzt gibt es ein "kleines Hype" um Laura Cantrell, sie gilt als der neue Stern am "Alternative-Country-Himmel", was immer das auch bedeuten soll. Es handelt sich aber in jedem Fall nicht um Nashville-Massenware, sondern um altmodische, handgemachte Musik, also "traditionelle" Country-Musik, so wie sie auch von Gillian Welch gepflegt wird. Elvis Costello soll ein Fan sein und die für eine "Nachwuchskünstlerin" mit über 30 Jahren bereits zu alte Sängerin musste erst von Nashville nach New York "auswandern" (wo sie beim Radio arbeitet) um "entdeckt" zu werden. Zwar schreibt Laura Cantrell auch eigene Lieder, aber es sei besonders eine Coverversion empfohlen, die deutlich macht, warum ich so viel Spaß an solchen Aufnahmen habe: "Conquerer's Song" von Dave Schramm! Tja - die Schramms muss ich mir wohl unbedingt mal wieder anhören! Ebenfalls ein wunderbares Album!
(31.07.2005)
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Beth Gibbons & Rustin Man: "Out Of Season" (Go Beat, Nov. 2002)
Beth Gibbons ist die Stimme der wunderbaren Band Portishead aus Bristol. "Rustin Man" ist das Pseudonym des ehemaligen Talk Talk-Bassisten Paul Webb. Wer den kaum beschreiblichen Sound des Portishead-Debüts "Dummy" noch im Ohr hat (und sich dessen Rhythmus wegdenkt) und sich dann die Orchesterarrangements des letzten Talk Talk-Albums "Laughing Stock" dazu denkt (ohne Mark Hollis Stimme) kann sich vielleicht eine Vorstellung machen. Aber: unbedingt selber hören!
(08.12.2002)
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Godspeed You! Black Emperor: "Yanqui U.X.O." (Constellation, Nov. 2002)
Und hier meine nächster Schatz von Kanadas bestem Bandkollektiv. Dieses vierte und vorerst letzte Album gefällt mir sogar noch besser als "Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven" - vielleicht, weil es etwas zugänglicher ist? Was nicht heißen soll, GYBE! machen plötzlich sowas wie "kommerzielle Musik".
Auch hier handelt es sich um ein Doppelalbum mit lediglich vier Titeln, die ganz ohne Gesang auskommen und wie immer voll von eigentlich unbeschreibbarer Musik sind.
Ach ja - genauso wie bei der Parallelband Silver Mt. Zion ändert sich auch hier der Bandname immer mal wieder, wenn auch nur geringfügig: das Ausrufungszeichen ist vom Ende in die Mitte gerutscht. Was immer uns die Künstler damit auch sagen wollen. Oder auch nicht.
(31.10.2010)
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Hank Dogs: "Half Smile" (SpinArt, Nov. 2002)

Wie schon auf ihrem ersten Werk 'Bareback' von 1998 hält der legendäre Produzent Joe Boyd (u.a. "The Hangman's Beautiful Daughter" und alle anderen Elektra-Alben der Incredible String Band, "Unhalfbricking" und "Liege & Lief" von Fairport Convention, "Five Leaves Left" und "Bryter Later" von Nick Drake, "Fables Of The Reconstruction" von R.E.M., "Shoot Out The Light" von Richard & Linda Thompson, "Hand Of Kindness" von Richard Thompson, das Debüt von Kate & Anna McGarrigle und "The Wishing Chair" von den 10,000 Maniacs) seine schützende Hand auch über das neue Album des Londoner Familien-Trios: Nach meinem etwas dürftigen Kenntnisstand sind das auf dem Cover v.l.n.r.: Piano (Gesang, Gitarre, etc.), Dixie (Tochter von Piano und Andy, noch zu jung, um mitzuspielen), Andy (Pianos Ex-Lover, Multiinstrumentalist) und Lily (Andy's große Tochter, Schlagzeug, Gesang, etc.).
Die Stimmen der beiden Frauen passen perfekt zusammen und es gibt eine Unmenge an Instrumenten zu hören: akustische, elektrische, Pedal Steel und Bassgitarren, Akkordeon, Schlagzeug, Perkussion, Banjo, Mandoline, Autoharp, E-bow, usw. Das ergibt eine beeindruckende, bezaubernde, beseelte, irgendwie gar neuartige Folkmusik mit hauptsächlich melancholischen, verträumten Balladen, gelegentlich aufgemischt von lockeren Midtempostücken.
(01.02.2003)

Nicolai Dunger: "Tranquil Isolation" (Virgin/Dolores, Dez. 2002)
Ein neues Talent aus Schweden zu Gast bei Will Oldham. Spät entdeckt.
(22.08.2004)
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The Falcons: "Fallen" (Aurora, 2002)

Diese CD ist natürlich nicht neu, aber fand ihren Weg erst vor kurzem zu mir. Ein Dankeschön an das WorldWideWeb. Aber lest selbst, was mir Jim Wood neulich geschrieben hat:

"I have just spent an hour on the waiting4louise site. Brilliant! I guess that you must like the Byrds/Eagles/Parsons as I do. On your website, among the LPs on the 1974 and 1975 pages are the Starry Eyed and Laughing releases. Did you know that Tony Poole playing in a band named the Falcons has released another record in 2002? I bought a copy direct from him - via mail -and can only say that it is really good, and captures the jangle sound but with a good country feel.

... Keep up the good work with the reviews!"

Ich habe schließlich ebenfalls über Email mit Tony Poole Kontakt aufgenommen und mir sowohl die um unveröffentlichtes Material und ein schönes Booklet erweiterte Neuauflage der beiden alten Starry Eyed & Laughing-Alben und natürlich auch die neue CD besorgt. Zu den alten SEAL-sachen brauche ich wohl nichts mehr sagen. Bei den Falcons knüpft Tony Poole zusammen mit dem alten SEAL-Sänger und Bassisten Ian Whitmore nahtlos an die alten Zeiten an. Das will heißen: Gesang und vor allem die 12saitige Ricky klingen so schön wie gehabt oder sogar noch besser. Der Byrds-Einfluss ist immer noch unüberhörbar. Manchmal erinnert es mich aber auch ein wenig an die Schotten von Del Amitri, bei denen ja auch der Bassist singt. Wie schon Jim Wood sagte klingt es ein klein wenig mehr nach Country als damals: Poole und Whitmore hatten eigentlich vor, sich über Demoaufnahmen als Nashville-Songwriter zu etablieren, Aus diesen Plänen wurde zwar nichts, aber es entstand diese neue Band. Nur im Opener "The Devil Made Me Do It" wird etwas zu sehr zum Nashville-Mainstream á la Garth Brooks und Konsorten geschielt, ohne deren produktionstechnische Möglichkeiten zu haben: entsprechend unangenehm klingen Schlagzeug und Keyboards bei dem Stück. Der Rest der CD ist Gott sei Dank wunderschön, sodass man Track #1 wohl als Ausrutscher abhaken kann.

Wenn ich jetzt den einen oder anderen neugierig gemacht habe: wendet Euch direkt an Tony Poole ( ). Im übrigen ist Tony ein sehr netter Mensch, mit dem ich mich sehr schnell und freundlich via Internet ausgetauscht habe.
(17.02.2005)

Loretta: "La Capitale Des Douleurs" (Naïv, 2002)

Americana aus Stuttgart! Eine tolle Band, von der man kaum was mitbekommt und die schon mehrere vorzügliche Alben veröffentlich hat!
(01.11.2009)

Laut Info auf der Webseite von Naïv ist das Album vom britischen Meister Roger Willoughby produziert worden, der auch schon die Weather Prophets und Badly Drawn Boy betreut haben soll. Im Netz lässt sich aber über diesen Mann aber leidern nichts ergoogeln: vermutlich soll das wieder ein kleiner Insiderwitz sein, denn der einzige Herr Willoughby, den ich finden konnte, ist der Name von Rock Hudson in einem Film aus lang vergangenen Zeiten, in dem er einen Mann spielt, der als Verkäufer für Angelbedarf einen Bestseller über den Angelsport schreibt, ohne selber Angeln zu können, worauf dann die typischen komödiantischen Verwicklungen beginnen. Ich kann mich - glaube ich - sogar noch an den Film erinnern.
Zwei Lieder sind noch besonders erwähnenswert: für "Keepsake" scheint als Rhythmus ein Tischtennisspiel (Ping-Pong) gesampelt worden zu sein. Klingt echt schräg. Und mit "Reel Around The Fountain" gibt es eine der seltenen - und natürlich gelungenen - Coversongs der Band, die sowas bei einem eigenen Songschreiber wie Andreas Sauer eigentlich garnicht nötig haben, aber es trotzdem tun. Wahrscheinlich mögen die Jungs das Lied bloss ...
(01.02.2010)

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Nada Surf: "Let Go" (Virgin/Labels, Okt. 2002)
Gefunden in der Grabbelkiste!
(14.10.2005)
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Erstellt: 22.12.2002 Letzte Aktualisierung: 30.01.2017 15:29 21958 Besucher seit dem 22.12.2002
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