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Michaels Favoriten 2020

Jahresrückblick etc.

Die besten Platten des Jahres sind ausgewählt ...
(26.12.2020)

Das Album des Jahres

#1: Louis Philippe & The Night Mail: "Thunderclouds" (Tapete, Dez. 2020)
Monsieur Philippe heisst eigentlich Philippe Auclair, lebt als Franzose in England und war mir als Keyboarder auf einigen Platten in den 80ern aufgefallen, zum Beispiel beim "King Of Luxembourg". Außerdem soll er Buchautor und Fussballreporter sein. Naja - auf jeden Fall taucht da plötzlich dieses Album vom coolen Hamburger Tapete-Label auf und ich bin begeistert! Mir fallen die Beach Boys, Burt Bacharach und eine kleine, aber feine schottische Band ein, die auch bei einem Hamburger Label veröffentlicht: "The Pearlfishers".
(2020-12-25)

Im September aufgenommen und gerade erst vor wenigen Wochen veröffentlicht ist das erste Soloalbum seit vielen Jahren des in England lebenden französischen Sängers und Pianisten meine überraschende Nummer 1 des Jahres. Zeitlose Popmusik im Geiste der 60er und 70er, an große Namen wie Brian Wilson (Beach Boys), Burt Bacharach oder The Free Design (für Eingeweihte!) erinnernd.
(2020-12-26)
[King Of Luxembourg | THe Pearlfishers]

Die Jahrescharts: Platz28im Rolling Stone!

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Highlights des Jahres

#2: Laura Veirs: "My Echo" (Bella Union, Okt. 2020)
Definitiv meine Lieblings-Singer-Songwriter-Lady der letzten Jahre - und wie immer Kandidatin für das Album des Jahres!
(2020-11-06)

In den letzten Jahren gehörten die Veröffentlichungen der Sängerin aus Portland/Oregon immer zu meinen Jahresfavoriten. „My Echo“ finde ich vielleicht nicht ganz so großartig wie die Vorgängeralben (es fehlen die mich augenblicklich begeisternden „Hits“), aber es reicht trotzdem für einen Platz auf dem Treppchen. Interessanterweise hat sie das Album, wie gehabt, mit ihrem Ex-Mann, dem Schlagzeuger und Produzenten Tucker Martine, aufgenommen, von dem sie zuvor geschieden wurde.
(2020-12-26)
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#3: "Shelby Lynne" (Thirty Tigers/Everso, Mai 2020)
Auf das neue, titellose Album von Shelby Lynne freue ich mich schon, seit ich es im März bestellt habe. Wie erhofft ist es großartig - schon nach den ersten Tönen, die ich höre, ist mir das klar. Was einem sonst noch sofort auffällt? Bis auf wenige Ausnahmen ist es sehr sparsam instrumentiert und fast ganz alleine von ihr eingespielt. Shelby beherrscht inzwischen scheinbar jedes Instrument, wenn auch nicht immer virtuos (z.B. die Einlage am Saxofon), aber immer genau richtig für den Song. Den kompletten Gesang hat sie ebenfalls übernommen, nur sechs der neun Texte stammen nicht von ihr selbst, sondern von der Autorin Cynthia Mort. Das gab's bisher nicht bei Shelby Lynne, wenn ich das jetzt richtig einschätze. Was es mit der Gesichtsmaske (?) auf sich hat, das habe ich noch nicht recherchieren können. Auf jeden Fall sieht auch das bei ihr stilvoll aus im Gegensatz zu vielen Mitmenschen. Ich schweife ab ...
(2020-05-22)

Auf dem Cover sieht es so aus, als würde Shelby eine Atemmaske tragen, was im vergangenen Mai auf die meisten wohl gleichzeitig prophetisch und auch verstörend wirkte und den Verkaufszahlen des Albums sicher nicht gut getan hat. Trotz allem eine tolle Platte mit einem spröden Charme, denn all die großartigen Lieder hat die Sängerin mir der Nashville-Vergangenheit fast ganz alleine aufgenommen: alle Gesänge, fast alle Gitarren, Bässe, das Schlagzeug, das Klavier, sogar einmal Saxofon. Letzteres zwar nicht wirklich brillant, aber doch sehr mutig. Tolle Sängerin, tolle Frau.
(2020-12-26)
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#4: Someday Jacob: "Oxygen Will Flow" (Haldern Pop, Mai 2020)
Das ist bereits das vierte Album der Folkrockband aus Bremen - und die wird immer besser! Die Songs von Jörn Schlüter sind zeitlos schön, die Arrangements und Instrumentierung ebenfalls. Jedenfalls für Fans der Musik aus den 60ern und 70ern.
(2020-07-26)

Fast komplett unter dem Radar hat sich diese Band aus Norddeutschland um den Sänger und Songschreiber Jörn Schlüter zu einer der allerbesten im Lande und darüber hinaus entwickelt. Zeitloser, internationaler Gitarrenpop der ersten Liga.
(2020-12-26)
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#5: Jonathan Wilson: "Dixie Blur" (Bella Union, März 2020)
Für sein viertes Soloalbum ging Jonathan Wilson im vergangenen Mai für ein paar Tage nach Nashville. Bei der Produktion wurde er von Multiinstrumentalist Pat Sansone (Wilco, The Autumn Defense) unterstützt. Außerdem sind ein paar der besten Mucker der Stadt dabei, u.a. Fiedler Mark O'Connor, Blasinstrumente Spezialist Jim Hoke und Gitarrist Kenny Vaughn. Der Klang der Aufnahmen ist großartig, was sicherlich viel mit dem Spiel der großartigen Musiker zu tun hat, allerdings liefert mir der erste Höreindruck keine wirklich großartigen Melodien - aber das kommt vielleicht noch beim nächsten Hören. Wie immer (?) gibt es einen Coversong: dieses mal ist es 'Just For Love' von Quicksilver Messenger Service aus der Feder von Dino Valenti.
(2020-03-10)

Wenn überhaupt, dann kennt man den Multiinstrumentalisten und Sänger meist als Produzenten und Begleiter anderer Künstler, zum Beispiel hat er auf der letzten Tournee von Roger Waters den Dave-Gilmour-Job gehabt. Sein eigenes, neues Album klingt aber nicht nach Pink Floyd, sondern deckt so ziemlich alle Spielarten des Westcoast-Rocks der 70er ab. Extrapunkte gab es wie immer für die coole Coverversion: dieses Mal ist es „Just For Love“ von Quicksilver Messenger Service.
(2020-12-26)
[Quicksilver Messenger Service | The Autumn Defense | Wilco]
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#6: Laura Marling: "Song For Our Daughter" (Chrysalis/Partisan, Juli 2020)
Diese britische Sängerin ist seit etwa 10 Jahren dabei (bzw. veröffentlicht seit dieser Zeit unter ihrem Namen) und spielt inzwischen in ihrer eigenen Liga. Ganz große Singer/Songwriter-Kunst. Ein wichtiger Unterstützer dabei ist Produzent und Multiinstrumentalist Ethan Johns. Ein eher nebensächliches Detail: das Label Chrysalis ist wohl wieder aus der Versenkung auferstanden. Ich erinnere mich an Platten von Jethro Tull, Ten Years After und Gentle Giant aus den 70ern, an Waterboys-Platten aus den 80ern und zuletzt an Blue Aeroplanes-Platten aus den 90ern.
(2020-08-02)

Es ist erstaunlich, dass diese englische Sängerin schon in ihren Zwanzigern es geschafft hat zu einer der ganz großen ihrer Kunst zu werden. Jedes ihrer inzwischen schon zahlreichen Alben ist besser als sein Vorgänger.
(2020-12-26)
[Blue Aeroplanes | Waterboys | Ethan Johns]

Die Jahrescharts: Platz22im Musikexpress und Platz4im Rolling Stone!

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#7: James Elkington: "Ever-Roving Eye" (Paradise of Bachelors, Mai 2020)
James Elkington stammt zwar aus England, lebt und spielt aber wohl schon länger in Chicago, u.a. bei Eleventh Dream Day. Sein Gitarren- und Kompositionsstil erinnert mich an die besten Momente von Bert Jansch, John Renbourn oder ihrer Band Pentangle aus den 60ern und 70ern. Sein zweites Soloalbum hält mühelos das Niveau des Debüts "Wintres Woma".
(2020-05-25)

Ein britischer Gitarrist, der in seiner Wahlheimat Chicago/USA zu einem der ganz großen seiner Zunft heranwächst. Und die heißt: Englische Folkgitarre mit Jazzelementen und gelegentlichem Gesang in der Tradition von Bert Jansch und John Martyn.
(2020-12-26)
[Pentangle | Eleventh Dream Day | Wintres Woma]
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#8: Tunng: "Tunng Presents ... Dead Club" (Full Time Hobby, Nov. 2020)
Ein Doppelalbum mit Musik und Textbeiträgen, manche sagen dazu auch Podcast, zum Thema Tod und Sterben. Auf so etwas kann nur meine Lieblinxband aus dem Grenzbereich Folk & Elektronik (der zugegebenermaßen bei mir ziemlich überschaubar ist!) kommen. Ziemlich gelungen - finde ich bereits nach dem ersten Hördurchgang!
(2020-11-13)

Ich tue mich normalerweise mit Musik, die am Laptop entsteht, schwer. Diese Band aus England schafft es aber, Folk- und Rockinstrumente mit Drumloops und Soundeffekten so zu kombinieren, dass es sehr organisch rüberkommt – und mir sehr gut gefällt. Letztendlich zählen gute Songs. Auch wenn die vom Tod handeln.
(2020-12-26)
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#9: Motorpsycho: "The All Is One" (Stickman, Aug. 2020)
Wie machen die das nur? Jedes Jahr auf Tour (OK - 2020 wohl nicht) und mindestens ein Album, des Öfteren auch mal ein doppeltes, so wie dieses hier. Und immer gut.
(2020-09-11)

Ich habe keine Ahnung, wie dieses Trio aus Norwegen es jedes Jahr schafft, ein monumentales, großartiges Album zu kreieren – oft genug sogar ein doppeltes, so wie dieses. Vielleicht die beste Rockband der Welt?
(2020-12-26)
[The Tower | The Crucible]
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#10: The Apartments: "In And Out The Light" (Talitres/Riley, Sept. 2020)
Bereits das dritte Album seit dem Comeback vor fünf Jahren von der Band um den australischen Sänger und Songschreiber Peter Walsh. Perfekte, zeitlose Musik. Seelenbalsam.
(2020-09-25)

Der Australier Peter Walsh war mal kurzzeitig als Gitarrist bei den Go-Betweens und als Bassist bei den Laughing Clowns, der Band von Ed Küpper (The Saints). Seit einiger Zeit hat er seine eigene Band mit Musikern aus seiner Heimat und Frankreich (wo er anscheinend etwas bekannter ist) und schreibt und singt die traurigsten und schönsten Lieder.
(2020-12-26)
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#11: Teddy Thompson: "Heartbreaker Please" (Thirty Tigers/Chalky Sounds, Mai 2020)
Der Sproß des Thompson-Clans ist jetzt als Solokünstler auch schon 20 Jahre dabei - wie schnell doch die Zeit vergeht! Seine letzten beiden eigenen Alben fand ich leider nur so mittelprächtig ("Little Windows", das Duett-Album mit Kelly Jones von 2016 war mir zur sehr "Nashville" und der Vorgänger "Bella" von 2011 etwas zur sehr Pop im Sinne der Everly Brothers). Vor knapp drei Jahren fand ich seine Arbeit als Produzent für die Schwestern Shelby Lynne und Allison Moorer aber ziemlich gut. Und "Heartbreaker Please" ist endlich wieder gute Singer/Songwriter-Mucke, ganz nach meinem Geschmack.
(2020-06-20)
[Bella | Thompson | Little Windoes| Shelby Lynne & Allison Moorer]
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#12: Maria McKee: "La Vita Nuova" (Fire/Afar, März 2020)
Das erste Album einer meiner liebsten US-Sängerinnen und Songschreiberinnen (vielleicht neben Aimee Mann und Shelby Lynne) seit über 10 Jahren ist sogar ein Doppelalbum geworden - und kam völlig überraschend. Die von ihr und ihrem Mann Jim Akin produzierten Basictracks (alles gespielt von Maria höchstpersönlich außer dem Bass von Gatte Akin und dem Schlagzeug von Tom Dunne) wurden dann noch um ein Orchester erweitert. Über eine Stunde neue Musik und neue Texte von Maria McKee, die ich erst einmal auf mich wirken lassen muss!
(2020-03-15)
[Lone Justice]
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#13: Matthews Southern Comfort: "The New Mine" (MIG, März 2020)
Schon seit langer Zeit einer meiner großen Helden - auch wenn es da in den letzten Jahren nicht mehr so viele Alben von ihm gab, die mich wirklich begeistern konnten. Die niederländische Neuauflage seiner alten Band aus den frühen 70ern wird aber immer besser und das Songwriting ist absolut stimmig. Auf jeden Fall hat er schon lange nicht mehr einen so tollen Einstieg in ein Album hinbekommen: es fängt an mit einer Coverversion von Joni Mitchells "Ethiopia", das von deren Mitt80er-Album "Dog Eat Dog" stammt, einem Album, das ich schon ewig nicht mehr gehört habe. Diese neue Version finde ich fast noch besser als das Original, das doch aus heutiger Sicht etwas zu sehr nach den 80ern klingt, auf jeden Fall für meine Ohren. Eine mutige Entscheidung, ein so gutes Stück aus fremder Feder vor die eigenen Lieder zu setzen. Dass Iain Matthews sehr gut darin ist, fremdes Material zu verfeinern, war immer schon klar. Es folgen auf "Ethiopia" dann aber mit "The Hands Of Time" und "Feed It" zwei bandeigene Lieder, die ich wirklich gut finde. Und auch der Rest fällt kaum ab. Ganz klar das beste Matthews-Album seit vielen, vielen Jahren!
(2020-04-05)
[Iain Matthews]
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#14: Einstürzende Neubauten: "Alles In Allem" (Potomak, Mai 2020)
Das ist tatsächlich das erste Neubauten-Album seit vielen Jahren, das ich mir gekauft habe - und es ist richtig gut! Im Mai war die erste Vinylauflage ruckzuck vergriffen und ich musste bis jetzt warten, bis Nachschub gekommen ist, aber es hat sich gelohnt!
(2020-08-29)
[Haus der Lüge]

Die Jahrescharts: Platz28im Musikexpress!

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Willkommen zurück ...

King Crimson: "Cat Food" (Island, März 1970 * DGM, März 2020)
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Art Taylor: "A.T.'s Delight" (Blue Note, 1960 * Universal/Blue Bote, März 2020)
[Blue Note]
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Elvin Jones: "Mr. Jones" (United Artists/Blue Note, 1973 * Universal/Blue Bote, März 2020)
[Blue Note]
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Dee Dee Bridgewater: "Afro Blue" (Trio, 1974 * Mr Bongo, Juni 2020)
Das rare Debütalbum der Jazzsängerin von 1974, zusammen mit ihren Brüdern Cecil (tp) und Ron (sax), das damals in Japan aufgenommen und auch nur dort veröffentlich wurde. Aufmerksam geworden bin ich kürzlich durch das englische Label Mr. Bongo, von dem schon viele tolle musikalische Schätze gehoben wurden.
(2020-08-10)
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Eigentlich hatte ich gelesen, dass das Marina Label aus Hamburg seinen Betrieb eingestellt hatte. Eine der letzten Veröffentlichungen war das Album "Love & Other Hopeless Things" der schottischen Band The Pearlfishers um den Sänger, Songschreiber und Multiinstrumentalisten David Scott. Jetzt gibt es die grandiosen Alben Nummer Drei, Vier Fünf von Chris Thomson, ebenfalls Sänger, Songschreiber, Multiinstrumentalist und Schotte, und seiner Band The Bathers erstmalig auf Vinyl, so wie es sich für so großartige Musik gehört!
(01.11.2020)
The Bathers: "Lagoon Blues" (Marina, 1994 * Okt. 2020)
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[BestOf1994]
The Bathers: "Sunpowder" (Marina, Mai 1995 * Okt. 2020)
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[BestOf1995]
The Bathers: "Kelvingrove Baby" (Marina, Feb. 1997 * Okt. 2020)
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[CoverGirls]

auch gut ...

"Bonny Light Horseman" (37d03d, Jan. 2020)
Diese tolle Platte ging im letzten Jahr noch komplett an mir vorbei. Erst die Erwähnung in einem Interview mit den Staveley-Taylor Schwestern hat mich jetzt darauf gestoßen. Auf der Basis alter Folksongs entsteht hier eine wunderbare Musik. Die drei Protagonisten, Sängerin und Songschreiberin Anaïs Mitchell, Fruit Bats-Mastermind Eric Johnson und Multiinstrumentalisten Josh Kaufman, werden gerne als "Indie-Folk-Supergroup" bezeichnet. Mich schreckt so etwas sonst ja eher ab, aber hier stimmt es wirklich. Das Album hätte durchaus eine Chance in der Liste meiner Lieblinxalben 2020 gehabt, aber im Nachhinein werde ich da nichts ändern.
(2021-03-07)
[The Staves]
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Yorkston Thorne Khan: "Navarasa" (Domino, Jan. 2020)
[Oregon | Solid Air | James Yorkston | Everything Sacred | Neuk Wight Delhi All-Stars]
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Jakob Dobers: "Der Rest Vom Licht" (Staatsakt, Febr. 2020)
Wenn ich die Platte im Plattenladen zufällig entdeckt hätte, ich hätte mich höchstwahrscheinlich nicht dafür interessiert: das Cover ist nicht wirklich nach meinem Geschmack und beim Namen des Künstlers hätte es wohl auch nicht sofort geklingelt. Vielleicht wäre mir aber doch der Name des Plattenlabels 'Staatsakt' aufgefallen (gergründet von geschmacksicheren und geschmacksmutigen Jungs aus Borken/Westfalen, die aber schon lange in Berlin zuhause sind, auch bekannt unter dem Bandnamen 'Die Türen'). Oder mir wäre doch noch eingefallen, dass Jakob Dobers auch Teil des wunderbaren Berliner Duos 'Sorry Gilberto' mit der Schauspielerin Anne von Keller war, wo es diese schöne Schrammelgitarre auch schon gab, damals aber mit englischen Texten.
(2020-03-12)
[Sorry Gilberto | Die Türen]
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Agnes Obel: "Myopia" (Universal/Deutsche Grammophon, Febr. 2020)
Die dänische Sängerin und Pianistin mit Wohnort Berlin habe ich vor etwa 10 Jahren über die Zehn-Zoll-EP "Riverside" kennengelernt. Ich mag diese gespenstische Musik sehr gerne - auch wenn sie mir immer noch etwas fremd ist: im Vordergrund das Klavier und der Gesang wie aus eine anderen Welt, dazu ein paar Perkussionseffekte, etwas Elektronik und ein paar Streicher. Bis auf den Gesang erinnert mich das ein wenig an den ebenfalls in Berlin beheimateten Nils Frahm - aber, wie gesagt, mit dieser Art von Musik kenne ich micht besonders gut aus ...
(2020-03-01)
[Riverside | Nils Frahm]

Die Jahrescharts: Platz43im Musikexpress!

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Puss N Boots: "Sister" (Blue Note, Feb. 2020)
[Feels Like Home | Wilcovered]
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"The Third Mind" (Yep Roc, Febr./Juni 2020)
Ex-Blasters-Gitarrist Dave Alvin spielt zusammen mit Leuten aus dem Camper-Van-Beethoven-Umfeld und dem Drummer von Richard Thompson Lieder von Alice Coltrane, Fred Neil, Bonnie Dobson, der Paul Butterfield Blues Band und den 13th Floor Elevators, sowie der einzigen Eigenkomposition mit dem Namen "Claudia Cardinale" ein - diese Platte musste ich natürlich haben!
(2020-05-15)
[Dave Alvin | The Blasters | Paul Butterfield Blues Band | Camper Van Beethoven | Alice Coltrane | Bonnie Dobson | Fred Neil | Richard Thompson]
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Tony Allen & Hugh Masekela: "Rejoice" (World Circuit, März 2020)
Die zwei legendären afrikanischen Musiker, Schlagzeuger Tony Allen aus Nigeria und Trompeter Hugh Masekela aus Simbabwe (oder Südafrika?), hatten vor 10 Jahren in London zusammen diese Aufnahmen begonnen, die aber erst nach Masekelas Tod 2018 von Tony Allen und Produzent Nick Gold fertiggestellt wurden. Leider ist kurz nach der Veröffentlichung der Platte auch Tony Allen verstorben. Es entstand ein wunderbares und größtenteils sehr spartanisch instrumentiertes Jazzalbum, oft füllen alleine Masekelas Flügelhorn, Allens Schlagzeug und der Bass den gesamten Klangraum. Viel mehr als Nostalgie oder posthumes Aufmerksamwerden. Vom Letzteren kann aber auch ich mich nicht freimachen, schließlich habe ich auch kürzlich meine John Prine- und Jackie McLean-Platten mal wieder herausgeholt.
(2020-06-01)
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KjellvanderTonbruket: "Doom Country" (Startracks, März 2020)
Der schwedische Singer/Songwriter Christian Kjellvander hat zusammen mit der Jazzband Tonbruket um Bassist Dan Berglund an zwei Tagen im vergangenen August diese großartige Platte aufgenommen. Dabei wurden neue Songfragmente von Kjellvander, bestehend aus Text und groben Akkordprogressionen, zu atmosphärischen Stücken weiterentwickelt. Laut Klappentext alles als First-Takes. Das Ergebnis ist mit dem Etikett 'Doom Country' gut beschrieben.
(2020-03-12)
[Tonbruket]
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Siena Root: "The Secret Of Our Time" (MIG, März 2020)
Eine schwedische Band, irgendwo zwischen 70er-Psychedelik und Heavy-Rock, die es wohl schon seit einigen Jahren gibt, aber bislang komplett an mir vorbeigegangen ist. Auf der Rückseite des Covers sind 9 junge Leute (na ja, jung aus meiner Sicht) mit langen Haaren abgelichtet, was mich etwas wehmütig an die 70er zurückerinnern lässt. Dann ist das ganze Album auch noch bei dem norddeutschen Label "Made In Germany" erschienen, das ich bisher nur von CD/DVD Kombi-Paketen mit Rockpalast-Wiederveröffentlichungen und den letzten Platten von Iain Matthews kannte, dessen Musik stilistisch zwar aus der gleichen Zeit stammt, aber doch ganz anders klingt. Interessanterweise scheinen bei Siena Root die Gitarristen, Keyboarder, Sängerinnen und Sänger öfters zu wechseln und auch wie bei dieser neuen Platte immer mal wieder zur Band zurückzukehren. Die kreativen Köpfe (oder einfach nur chefs?) der Band scheinen also der Drummer und der Bassist zu sein, beide auf jeden Fall auch Produzenten und Mixer dieser komplett analogen Produktion. Wegen der beiden tollen Sängerinnen und der Hammondorgel erinnert mich die Musik übrigenz an Inga Rumpf und Frumpy. Der Vergleich mit Atlantis wäre fast schon zu modern.
(2020-04-26)
[Frumpy | Atlantis]
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Luise Weidehaas: "Shore" (Point Reyes, März 2020)
Neulich nachts im Radio durch Zufall entdeckt (bei Klaus Fiehe auf 1Live), den Namen der Sängerin im Halbschlaf versucht zu merken und mehr oder weniger korrekt aufgeschrieben, dann mit aufwändiger Recherche über die Webseite der Sängerin bestellt. Luise Weidehaas kommt aus Düsseldorf und präsentiert nach einer EP mit "Shore" ihr Debüt als Vollalbum.
(2020-04-08)
[www.luiseweidehaas.de]
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The Dream Syndicate: "The Universe Inside" (Anti, April 2020)
Dies ist bereits das dritte Album der Band seit der Reunion von 2017. Den Vorgänger "These Times" von 2019 hatte ich mir ja auch gekauft, war aber vom Klang der Aufnahmen so sehr enttäuscht (total dumpf und komprimiert), dass ich das Album nicht genießen konnte und es hier gar nicht erst vorgestellt habe. Das neue Album wollte ich deshalb eigentlich komplett ignorieren, habe es mir dann aber in alter Liebe zur Band und wegen des coolen Covers doch noch angeschafft: "The Universe Inside" klingt zwar auch nicht besonders nach "High Fidelity", was für mich aber normalerweise nicht das ausschlaggebende Kriterium dafür ist, ob mir eine Platte gefällt, aber es enthält lange, aber irgendwie doch schöne Studiojams. Um zu einer meiner Favoriten zu werden fehlen dann aber doch die guten Songs.
(2020-05-01)
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Husten: "Wohin Wir Drehen" (Kapitän Platte, April 2020)
Das ist bereits die dritte oder vierte EP dieser "Allstar"-Band. OK - Gisbert zu Knyphausen ist ja schon seit ein paar Jahren einer meiner Favoriten. Und Moses Schneider ist - so weit ich weiß - ein angesagter Indie-Produzent, u.a. für Die Höchste Eisenbahn. Aber vom "Dünnen Mann" habe ich zuvor noch nie gehört. Kürzlich kam mir ein Video der drei unter die Augen und Ohren - und jetzt beim Hören dieser EP (bzw. einseitig bespielter LP mit Kunstwerk auf der Rückseite - oder umgekehrt?) bin ich total begeistert. Absolut in der Spielklasse von der bereits erwähnten Höchsten Eisnbahn. Natürlich bin ich jetzt auch schon neugierig auf die anderen EPs der Band.
(2020-06-15)
[Gisbert zu Knyphausen | Die Höchste Eisenbahn]
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Other Lives: "For Their Love" (Play It Again Sam, April 2020)
Diese Band ging bislang komplett an mir vorbei. Irgendwo zwischen Indie-, Folk-Rock und großorchestralem Pop der späten 60er (Scott Walker, David Ackles).
(2020-05-20)
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Ricardo Richaid: "Travesseiro Feliz" (Far Out, April 2020)
[Brasil!]
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Thundercat: "It Is What It Is" (Brainfeeder, April 2020)
Ein Bassvirtuose, Falsettgesang, das Schlagzeug meistens vom Computer - keine Zutaten, aus denen ich mir normalerweise meine Leibspeisen zubereite! Stephen Bruner, A.K.A. "Thundercat", mag ich aber irgendwie sehr. Wie immer mit Unterstützung seiner ebenfalls von mir hochgeschätzten Kollegen Kamasi Washington (sax) und Steven Ellison (A.K.A. Flying Lotus).
(2020-05-16)
[Drunk | Kamasi Washington | Flying Lotus]
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Damien Jurado: "What's New, Tomboy?" (Loose, Mai 2020)
Das neue Album kommt zwar nur auf eine schlappe halbe Stunde Laufzeit, ist aber (natürlich) gelungen. Seit sein Kumpel Richard Swift verstorben ist kümmert sich Jurado selber um die Produktion und hat mit Josh Gordon wieder einen neuen multiinstrumentalen Partner.
(2020-05-03)
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Phoebe Bridgers: "Punisher" (Dead Oceans, Juni 2020)
Beim zweiten Album klingt die Sängerin schon fast perfekt - so als würde sie schon seit vielen Jahren meisterliche Platten herausbringen.
(2020-09-11)
[Conor Oberst | Stranger In The Alps | Better Oblivion Community Center]

Die Jahrescharts: Platz3im Musikexpress und Platz3im Rolling Stone!

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Bob Dylan: "Rough And Rowdy Ways" (Thirty Tigers/Sham, CD: Juni 2020 * Vinyl Juli 2020)
Ähnlich wie bei Neil Young haben mich Bob Dylans Veröffentlichungen der letzten Jahre kaum interessiert. Dann gab es im Mai im Internet urplötzlich dieses tolle, 15minütige "Murder Most Foul" zu hören und die alte Begeisterung war wieder da. Natürlich habe ich mir das kurz darauf angekündigte neue Album sofort bestellt. Ein wenig ärgerlich war nur, dass die Vinyl-Version erst im Juli kam, während es CD und Download schon ab Juni gab. Jetzt ist die Platte endlich da - und meine Begeisterung ist bereits wieder ein wenig abgekühlt. Eigentlich sind die Lieder ganz gut, aber es macht im Moment nicht "Klick" bei mir. Da muss ich noch mal ran. Vielleicht höre ich noch mal in "Tempest" rein, die letzte Platte mit eigenen Lieder von 2012, die mir damals doch gut gefallen hatte. Und auf der es auch schon ein tolles Lied mit Überlänge gab, wenn ich mich richtig erinnere.
(2020-07-23)

Ich habe mir heute im Auto bei einer Spazierfahrt noch mal das komplette Album angehört und bin jetzt ein wenig "gnädiger" gestimmt. Die Texte sind natürlich - wie immer - über jeden Zweifel erhaben. Außerdem singt der gute alte Bob eigentlich ganz gut (er hat in den letzten Jahren ja viel mit alten Sinatra-Liedern herumprobiert!). Nur finde ich die Musik eben nicht durchgängig gut und spannend. Ich höre keine überragenden Melodien, die der Mann ja bekanntlich drauf hat, sondern altmodisch Konventionelles zwischen Blues und Popmusik vergangener Zeiten. Richtig nervig sind nur die Chöre ("hmmm") in einzelnen Liedern, die mich irgendwie an "Tränen Lügen Nicht" von einem Schlagerheini aus den 70ern, dessen Name mir gerade nicht einfällt, erinnern.
(2020-07-24)
[Tempest]

Die Jahrescharts: Platz15im Musikexpress und Platz1im Rolling Stone!

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John Scofield: "Swallow Tales" (ECM, Juni 2020)
[ECM]
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Neil Young: "Homegrown" (Reprise, Juni 2020)
Einer meiner großen Helden aus den 70ern - gar keine Frage. Aber mit seinen neuen Sachen fremdle ich doch ein wenig. Das merke ich immer dann, wenn Neil eines seiner vielen unveröffentlichen Alben aus früheren Zeiten herausbringt. Nach "Hitchhiker" (erschienen 2017, Aufnahmen von 1976) ist das nun "Homegrown" mit Aufnahmen Ende 1974, Anfang 1975, die damals nicht veröffentlicht wurden. Beide Male mit einigen Liedern, die dann auf anderen Alben "recycled" wurden. Stattdessen erschien 1975 das Livealbum "Tonight's The Night". War das damals die richtige Entscheidung? "Homegrown" gefällt mir ganz gut. Allerdings kennt man die besten Lieder bereits vom "Recycling", zum Beispiel "Love Is A Rose" in der Coverversion von Linda Ronstadt (bereits 1975 auf dem Album "Prisoner In Disguise" erschienen) und von Neil selber vom tollen Sampler "Decade". Und manches klingt doch ein wenig unfertig. Also sage ich es mal so: "Homegrown" ist im Jahre 2020 bei mir sehr willkommen. Aber auf das geniale Album "Tonight's The Night" möchte ich dann doch nicht verzichten.
(2020-07-04)
[Prisoner In Disguise| Decade | American Stars 'n Bars | Hawks And Doves | Ragged Glory | Hitchhiker]
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The Jayhawks: "XOXO" (Thirty Tigers/Sham, Juli 2020)
Das neue Jayhawks-Album ist insofern etwas Besonderes, dass nicht mehr Gary Louris alleine (oder ganz früher mal: zusammen mit Mark Olson als Doppelspitze) gesanglich und kompositorisch im Mittelpunkt steht. Es klingt wirklich spannend zu hören, wie Bassist Marc Perlman, Drummer Tim O'Reagen und Pianistin Karen Grotberg diesen "Job" ausfüllen. Es mag sein, dass die drei das nicht so gut drauf haben wie Gary Louris, aber ich finde, dass das dem Album trotzdem gut tut, auch wenn vielleicht nicht so viele Songs mit "Hitpotential" dabei sind wie bisher.
(2020-07-24)
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Stuart Moxham & Louis Philippe: "The Devil Laughs" (Tiny Global Productions, Juli 2020)
Auf diese Platte musste ich etwas länger warten. Im Sommer war sie schon mal ausverkauft, jetzt gab es sie überraschenderweise doch wieder. Stuart Moxham ist eine britische Musikerlegende, wobei sich dieser Legendenstatus eigentlich nur darauf begründet, dass er der Gitarrist und Orgelspieler auf dem einzigen Album der Young Marble Giants aus den frühen 80ern war. Begleitet wird er auf dieser Platte von Louis Philippe, der ja völlig überraschend selber mein Jahresbester von 2020 geworden ist.
(2021-01-15)
[Young Marble Giants | Louis Philippe And The Night Mail]
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Mike Polizze: "Long Lost Solace Find" (Paradise Of Bachelors, Juli 2020)
Mike Polizze aus Philadelphia ist Frontman der Band Purling Hiss und jetzt mit seinem Singer/Songwriter-Solodebüt am Start. Zwar habe ich noch nie etwas von dieser Band gehört, aber das Label Paradise Of Bachelors ist mit den Veröffentlichungen von Michael Chapman und James Elkington eine gute Referenz. Mike spielte fast alles selber und wird nur von seinem Kumpel Kurt Vile unterstützt.
(2020-08-20)
[Michael Chapman | Kurt Vile | James Elkington]
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Rufus Wainwright: "Unfollow The Rules" (BMG, Juli 2020)
Ich gestehe: als alter Sack habe ich mich für die Musik von Rufus zuerst nur interessiert, weil ich die Musik seiner Eltern sehr mag (Kate McGarrigle und Loudon Wainwright III). Manches fand ich gut, anderes war mir zu kitschig oder zu bomastisch. Aber ähnlich wie Jeff Buckley seinen Vater Tim in der Popularität überholt hat, so gelang das auch Rufus. Viele seiner Fans kennen die Musik der Eltern vielleicht garnicht. Unfollow The Rules ist das erste Album von ihm das ich nicht nur gut, sondern sehr gut finde.
(2020-07-18)
[Kate & Anne McGarrigle| Loudon Wainwright III]

Die Jahrescharts: Platz18im Rolling Stone!

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Idris Ackamoor &> The Pyramids: "Shaman!" (Strut, Aug. 2020)
Von den Pyramids, einer grandiosen Jazztruppe, die es bereits seit den 70ern gibt, hatte ich erstmalig vor wenigen Monaten von meinem Kumpel Wulf gehört - und war schnell begeistert. "Shaman!" ist ein brandneues Album, das allen Freunden von spirituellem Jazz der frühen 70er, zum Beispiel Pharoah Sanders, zu empfehlen ist!
(2020-09-25)
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Bright Eyes: "Down In The Weeds, Where The World Once Was" (Dead Oceans, Aug. 2020)
Conor Oberst war in den letzten Jahren sehr fleißig - auf Soloalben oder zusammen mit Phoebe Bridgers als Better Oblivion Community Center. Für das neue Album hat er die alte Band mit den Multiinstrumentalisten und Studiotüftlern Mike Mogis und Nate Walcott wieder reaktiviert. Gut und spannend wie immer.
(2020-08-29)
[Conor Oberst | Better Oblivion Community Center | Phoebe Bridgers]

Die Jahrescharts: Platz46im Musikexpress und Platz13im Rolling Stone!

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Mary Chapin Carpenter: "The Dirt And The Stars" (Thirty Tigers/Lambent Light, Aug. 2020)
Seit den 90ern kenne ich diese Sängerin und Songschreiberin, die damals eine große Nummer in Nashville war und natürlich bei einem Major-Label unter Vertrag stand und auch ein paar Hits hatte. Die Zeiten haben sich geändert, aber immer noch gibt es tolle Musik von ihr, produziert von Ethan Johns!
(2020-12-25)
[Ethan Johns]
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The Electric Family: "Echoes Don't Lie" (Sireena, Aug. 2020)
[The Perc Meets The Hidden Gentleman]
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The Waterboys: "Good Luck, Seeker" (Cooking Vinyl, Aug. 2020)
Mike Scott ist in letzter Zeit mit seiner Band ziemlich produktiv. Die beiden letzten Alben "Out Of All This Blue" (2017) und "Where The Action Is" (2019) habe ich sogar komplett verpasst. Jetzt war ich endlich mal wieder aufmerksam genug und kann jetzt dieses wunderbare Album geniessen!
(2020-08-31)
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Bill Callahan: "Gold Record" (Drag City, Sept. 2020)
Ein neues Album mit keinem besonders guten Titel und keinem wirklich schönen Cover - kann man das ungehört kaufen? Na klar - wenn es von Bill Callahan kommt!
(2020-09-26)

Die Jahrescharts: Platz6im Rolling Stone!

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The Flaming Lips: "American Head" (Bella Union, Sept. 2020)
Vor einiger Zeit hatte ich die Vinylausgabe bestellt, aber vor kurzem kam die Information, dass die nicht mehr lieferbar ist - weshalb ich auf die schnöde CD-Version ausweichen musste, die erst gestern bei mir eingetroffen ist, zu spät also für meine Jahresliste. Wäre das Album denn überhaupt dabei gewesen? Das kann ich noch nicht beurteilen nach dem ersten Hören.
(2021-01-07)

Das klingt verdammt nach Pink Floyd - was nichts Negatives ist, vor allem, weil nicht einfach imitiert wird. Wäre das Album einer meiner Jahresbesten geworden? Nach dem ersten Hören vor dem Einschlafen beu reduzierter Lautstärke eher nicht, irgendwie blieb nichts bei mir hängen. Dann vor ein paar Tagen im Auto auf dem Weg zur Arbeit gehört - und es gefällt mir schon viel besser! Eines der besten Alben der Band? Wahrscheinlich ja, aber ich bin kein wirklicher Flaming-Lips-Spezialist und kann das nicht beurteilen. Also doch ein verspäteter Kandidat der Jahresliste? Dazu kann ich mich dann doch nicht durchringen!
(2021-01-15)

Die Jahrescharts: Platz32im Rolling Stone!

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Terje Rypdal: "Conspiracy" (ECM, Sept. 2020)
[Motorpsycho & Ståle Størlokken | ECM]
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Colin Steele Quartet: "Joni" (Marina, Sept. 2020)
Wenn mich meine Erinnerung nicht trübt, dann hatte das kleine, aber feine Label Marina aus Hamburg eigentlich angekündigt, seinen Betrieb einzustellen. Eine der letzten Veröffentlichungen kam vom schottischen Trompeter Colin Steele, der ein ganzes Album mit Songs von David Scott eingespielt hatte. Scotts Band, The Pearlfishers, waren eine von vielen guten Bands bei Marina, weshalb auch die Veröffentlichung der Jazz-Interpretationen bei dem Label Sinn gemacht hat. Woher auch immer der Sinneswandel kam, am 09.12.2009 hat Steele nun ein weiteres Album mit Jazzinterpretation von Popsongs für Marina eingespielt, dieses Mal Lieder von Joni Mitchell. Das Album war natürlich Pflichtkauf!
(2020-10-13)
[Clouds | Blue | Hejira | The Pearlfishers]
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Emma Swift: "Blonde On The Tracks" (Tiny Ghost, Sept. 2020)
Emma Swift spielt schon seit einigen Jahren zusammen mit ihrem Partner Robyn Hitchcock live gerne Lieder von Bob Dylan. 2007 hat sie mit Pat Sansone (Wilco) auch einige im Studio aufgenommen. Im Frühjahr war sie dann von Dylans neuem Lied "I Contain Multitudes" so begeistert, dass sie es selber als Demo aufnahm und es anschließend Pat Sansone schickte. Der hat noch ein paar Spuren dazu gespielt - und plötzlich gab es ein komplettes, neues Emma Swift-Album! Nun ist ein Album nur mit Dylan-Songs nicht die aller originellste Idee, auch nicht, es "Blonde On The Tracks" zu nennen, aber Emmas Liedauswahl aus diesem Riesenrepertoire und Versionen sind wirklich gelungen. Tolles Album!
(2020-10-00)
[Robyn Hitchcock | Bob Dylan: Rough And Rowdy Ways]
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Matt Berninger: "Serpentine Prison" (Concord/Book, Okt. 2020)
Zwar weiß ich die Musik von Berningers Stammkapelle The National schon seit einiger Zeit zu schätzen, aber bislang stand die Band nicht im Mittelpunkt meines Interesses. Neugierig wurde ich, als ich las, dass der legendäre Booker T. Jones der Produzent seines Solo-Debüts ist, bekannt natürlich als Organist der genialen Soul-Instrumentalcombo Booker T. & The MG's, aber eben auch als Produzent einiger hochkarätiger Alben in den 70ern, die eher im Singer/Songwriter-Bereich einzusortieren sind: etwa Willie Nelsons "Stardust" oder der eigenen Duett-Platte mit seiner damaligen Frau Priscilla Coolidge. "Serpentine Prison" wird (jüngeren?) Freunden seiner Stammkapelle, aber auch (älteren?) Freunden gut abgehangener und gut klingender Musik der 70er gefallen.
(2020-11-01)
[Booker T. & Priscilla | Stardust | Ramona Falls]
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Kraan: "Sandglass" (Bassball, Okt. 2020)
Kraan waren zwar nie meine absolute Lieblinxband, gehörten aber immer zu denen, die ich gut finde. Hellmut Hattler und die Wolbrandt Brüder sind - mit Unterbrechungen - jetzt 50 Jahren zusammen und haben zu diesem Jubiläum ein richtig gutes Album eingespielt, mit richtig guten Songs!
(2020-10-07)
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Thurston Moore: "By The Fire" (Daydream Library, CD: Okt. 2020 * Vinyl: Dez. 2020)
80 Munuten Schrammelgitarre - das ist sicherlich nicht jedermanns/jederfraus Sache. Aber ein Genuss für Fans von Sonic Youth!
(2020-12-20)
[Sonic Youth]
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Sun Ra Arkestra: "Swirling" (Strut, Okt. 2020)
Keine Sorge, das ist hier keine Leichenfledderei: zwar weiltder namensgebende legendäre Bandleader schon lange nicht mehr in irdischen Gefilden (gestorben 1993), aber seine Band spielt immer noch weltweit begeisternde Konzerte, geleitet von dem weit über 90 jährigen Saxofonisten Marshall Allen, der nach meinem Wissensstand bereits seit den späten 50ern in der Band spielt. "Swirling" enthält Neuauflagen alter Klassiker wie "Rocket Number 9", aber auch ein paar neue Lieder und hat dazu noch einen ganz besonderen Vorzug: es ist nicht nur das erste Band-Album überhaupt seit vielen Jahren, sondern sogar ein neu aufgenommenes Studioalbum mit ausgezeichnetem Klang, was für viele der alten Alben der Band, bei immer vorhandener großer musikalischer Qualität, nicht gilt. Sicherlich ist "Swirling" kein neues "Space Is The Place", aber doch ganz großes Weltraum-Kino!
(2020-11-16)
[Space Is The Place]

Die Jahrescharts: Platz48im Rolling Stone!

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Loudon Wainwright III: "I'd Rather Lead A Band" (Thirty Tigers/Search Party, Okt. 2020)
Am "Great American Songbook" haben sich schon so einige eher branchenfremde Künstler versucht. Obwohl ich die Lieder von Rodgers, Gershwin & Co. inzwischen durchaus zu schätzen weiß, hat mich solche Versuche bisher meistens nicht interessiert - etwa dann, wenn sie von Rod Stewart oder Bob Dylan stammen. Jetzt hat sich auch Loudon der Dritte daran versucht …
(2020-11-01)

Die Jahrescharts: Platz18im Rolling Stone!

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Yo La Tengo: "Sleepless Night" (Matador, Okt. 2020)
Ein kleines Lebenszeichen einer meiner Lieblinxtrios aus der Coronapause ist diese einseitig bespielte EP mit fünf Coversongs und einem Originaltitel. Für tolle Coverversionen hat die Band immer mal wieder in den letzten Jahrzehnten gesorgt.
(2021-01-14)
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The Bats: "Foothills" (Flying Nun, Nov. 2020)
Erst mit Verspätung von mir zu Jahresbeginn entdeckt und dann schwer zu bekommen: das neue Album einer meiner allerliebsten neuseeländischen Gitarrenbands, die auch noch nach 40 Jahren in Originalbesetzung musizieren und inzwischen auch wieder beim legendären Label Flying Nun veröffentlichen. 40 Jahre haben meine Rosigen Nägel ja inzwischen auch auf dem Buckel, vom Gründungssextett sind mit Locke und mir aber nur noch 33,33% dabei. Sei's drum!
(2021-04-08)
[Flying Nun]
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Sam Burton: "I Can Go With You" (Tompkins Square, Nov. 2020)
Debütalbum des Sängers und Songschreibers, ich weiß aber nicht mehr, wo mir der Name zuerst begegnet ist. Irgend wie fiel mir dazu Tim Buckleys Debütalbum ein, ohne dass ich jetzt behaupten würde, dass Sam Burton wie der junge Tim Buckley klingt. Auf jeden Fall vielversprechend!
(2020-12-25)
[Tim Buckley]
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Lambchop: "Trip" (City Slang, Nov. 2020)
Eigentlich eine meiner Lieblingsbands, doch die Autotune-Experimente seit dem vorletzten Album "FLOTUS" haben mich ziemlich abgeschreckt. Das neue Werk "Trip" ist "nur" ein "Minialbum" (mit immerhin 35 Muinuten Laufzeit!) und sechs Liedern aus fremder Feder. Da ich es sehr mag, wenn sich vorzügliche Songschreiber wie Kurt Wagner an fremdem Liedgut vergreifen, und in der ersten Besprechung zum Album der Hinweis "kein Autotune" stand, habe ich zugegriffen: Lambchop, so wie ich sie mag! Bin ich jetzt konservativ und langweilig? Kann schon sein!
(2020-11-21)
[Songwriter auf Abwegen | Wilco: Yankee Hotel Foxtrot | FLOTUS]
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Enrique Rodriguez & The Negra Chiway Band: "Fase Liminal" (Soul Jazz, Nov. 2020)
Wenn man mal von der Rock- und Pop-Band Santiago absieht, ist das meine erste chilenische Platte. Santiago wurden zwar von Chilenen gegründet, allerdings in Europa und arbeiten zuletzt in Köln. Enrique Rodriguez ist ein Multiinstrumentalist und erinnert mich mit seiner Musik an die Früh70er-Musik von Alice Coltrane und Pharoah Sanders - also nicht die schlechteste Referenz!
(2021-01-23)
[Alice Coltrane | Pharoah Sanders | Santiago]
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Erstellt: 10.02.2020 Letzte Aktualisierung: 18.07.2021 22:52 2658 Besucher seit dem 10.02.2020
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